Frage von Zischelmann, 62

Stimmt es das die Frühdiagnose Intersexualität wirklich ein Grund für eine Abtreibung ist?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von waldfrosch64, 19
Eltern meinen sie ersparen dem Baby ein leidvolles Leben

Heute ist alles und nichts legaler Grund für Abtreibung : 

Soziale Indikation nennt man dies ..

Diese Wortwahl im Gesetzt  lässt bekanntlich  alle Interpretation zu .

Sie meinen meist  Leid zu ersparen, aber ein Kind zu  töten ist dann kein Leid komischer weise in deren Augen ?

Antwort
von carn112004, 24

Man muss erstmal unterscheiden von welchem Land man redet, da in verschiedenen Ländern Abtreibung verschieden geregelt ist.

Dann stellt sich die Frage, wann sowas diagnostiziert werden kann; wenn es innerhalb der Frist ist, in der rechtlich keine Gründe für eine Abtreibung erforderlich sind (z.b. in D 14. SSW, in USA 24. SSW), dann kann die Frau problemlos aus diesem Grund wie auch aus JEDEM anderen Grund abtreiben, sie muss ja niemanden ihre Gründe mitteilen.

Dass das tatsächlich auch manchmal passieren wird, davon ist aufgrund der Vielzahl von Abtreibungen und den vielfältigen und für dritte nicht immer nachvollziehbaren Gründen dafür (mein "Lieblingsklassiker": man kann sich zusätzlich zu den Haustieren nicht auch ein Kind leisten und versorgen), ist davon auszugehen, dass auch aus diesem Grund abgetrieben wird innerhalb der entsprechenden Fristen abgetrieben wird.

(Wenigstens in den USA ist mit 24. SSW eine vorherige Diagnose sicher möglich.)

In Ländern, bei denen die Frist vor einer Diagnosemöglichkeit endet (wobei ich hier nur vermute, dass eine Diagnose vor der 14. SSW oft nicht möglich ist), ist auch danach dieser Abtreibungsgrund nicht völlig auszuschließen.

Dabei ist dann zu unterscheiden, zwischem dem legalen Grund für die Abtreibung und dem der Frau selbst; diese können müssen aber nicht identisch sein.

Über den legalen lässt sich sagen, dass meines Wissens nirgendwo Intersexualität als eine Behinderung von solcher schwere eingestuft wird, dass eine Abtreibung erlaubt ist (wobei z.b. eine Abtreibung wegen dem Grund Behinderung als legalen Grund sowieso nicht möglich ist).

Aber es gibt neben dieser Möglichkeit noch, dass der legale Grund, dass das Kind eine Gefahr für die seelische Gesundheit der Frau darstellen könnte; hierbei wäre es denkbar, dass ein Arzt zu dem Schluss kommt, dass die Intersexualität des Kindes eine solche seelische Belastung für die Mutter darstellt und eine Adoptionsfreigabe (was ja die einzige Alternative wäre) ebenfalls eine solche Belastung darstellt, dass eine Abtreibung vor dem Gesetz gerechtfertigt sei. Damit wäre der legale Grund, die Gesundheitsgefahr für die Mutter, die wiederum ihre Ursache in der Intersexualität hat.

Damit könnte man sagen, dass der tatsächliche Grund für die Abtreibung die Intersexualität ist, denn ohne die würde ja nicht abgetrieben, sie ist also kausal.

Ob das in der Praxis in Deutschland vorkommt lässt sich aber nicht sagen, denn von einer solchen Konstellation ist nach außen nichts bekannt, als dass eine Gesundheitsgefahr vorgelegen haben soll, womit der Fall ununterscheidbar ist von anderen Arten der Gesundheitsgefahr.

Da aber im Allgemeinen Ärzte in D bei Abtreibungen nach der 14. SSW eher "unwillig" sind, also eher versuchen die Schwangere daraufhinzuweisen, dass eine Abtreibung eigentlich nicht nötig sei (Intersexualität ist ja keine schwerwiegende Behinderung), würde ich vermuten, dass Abtreibung kausal aufgrund von Intersexualität eigentlich nicht vorkommen dürfte.

In Ländern mit längerer Frist, z.b. USA, kann ich mir hingegen vorstellen, dass es ein paar Fälle geben könnte.

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