Frage von Skronk, 39

Stimmt das so für Geschichte?

Wilhelm I. unterdrückte die Demokratie und ließ dem Parlament keine Macht so das es nichts zu sagen hatte

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 15

Wilhelm I. unterdrückte die Demokratie

Nein, das stimmt so nicht.

Für Wilhelm I. war Demokratie kein Thema. Es gab sie in seiner Regierungszeit nicht, daher brauchte er sie nicht zu "unterdrücken". Wilhelm hatte auch nicht vor, sie einzuführen - da war er mit seinem Kanzler Bismarck vollkommen einer Meinung.

und ließ dem Parlament keine Macht so das es nichts zu sagen hatte

Auch das stimmt nicht. Das "Parlament", der Reichstag - übrigens auch der preußische Landtag -, hatte das sog. "Budgetrecht", das Recht, über den Etat des Staates bzw. der Regierung zu entscheiden, und stimmte über alle Reichsgesetze ab. Die Regierung war abhängig von den finanziellen Bewilligungen des Reichstages, um ihre Innen- wie Außenpolitik problemlos gestalten zu können. Bei den Debatten im Reichstag wurde die Politik der Regierung bewertet und kritisiert, die Abgeordneten erhoben Forderungen, von deren Erfüllung durch die kaiserliche Regierung der Reichstag die Bewilligung beantragter Finanzmittel oder Gesetze abhängig machen konnte.

Der Reichstag wurde von allen Männern ab 25 Jahren in direkten und geheimen Wahlen gewählt. Je schlechter die Regierungspolitik im Reich angesehen war, desto schwieriger wurde es für die kaiserlichen Regierungen, für ihre finanziellen Forderungen und eingebrachten Gesetzesvorschläge Mehrheiten im Reichstag zu finden.

Der Reichstag als Teil der Legislative und Kontroll- und Beurteilungsinstanz der Regierungspolitik hatte also durchaus "Macht"! Er war neben kaiserlicher Regierung und Bundesrat das dritte Machtzentrum im Reich.

MfG

Arnold

Kommentar von Skronk ,

Ich meine bei der Märzrevolution

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Ach so, ja, das musst du auch mitteilen! Denn damals war Wilhelm noch nicht der "I.", sondern lediglich Kronprinz von Preußen!  :-)

So gesehen stimmt dann der erste Teil deiner Aussage. 1848 plädierte Wilhelm dafür, den Revolutionären mit der Armee zu begegnen und ihren Aufstand mit Gewalt zu beenden. Mit Demokratie hatte Wilhelm nichts am Hut, aber immerhin war er im Laufe der revolutionären Entwicklung aufgrund der Umstände bereit, eine Verfassung und ein Parlament zu akzeptieren.

Nachdem er 1861 König von Preußen geworden war, zeigte sich aber deutlich, dass er sich vom Parlament in seine Regierung nicht dreinreden lassen wollte.

Antwort
von Maarduck, 22

Jein. Ich zitiere

https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_I._(Deutsches_Reich)

>Wilhelm war konservativ eingestellt und hatte wegen seiner Rolle bei der Niederschlagung der Revolution von 1848/49 den Beinamen „Kartätschenprinz“ (von Max Dortu) erhalten. Dennoch bedeutete sein Antreten als amtierender König 1858 eine gewisse Liberalisierung. Noch während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/1871 hatte er sich dem Gedanken widersetzt, zusätzlich Deutscher Kaiser zu werden, erlangte aber im Kaiserreich große Popularität. Seine Regierungszeit war wesentlich vom Wirken Otto von Bismarcks als preußischer Ministerpräsident und Reichskanzler geprägt.

Du musst bedenken, dass die Sklaverei in den USA erst wenige Jahre vorher (1865) abgeschafft worden war. Wahlrecht für Frauen gab es weltweit noch nicht. Aber die Demokratie in England war damals schon weiter als die in Deutschland. Ich denke, das kann man wohl sagen. 

Antwort
von hutten52, 9

So ungefähr. Wilhelm I. lehnte die Demokratie, die Volkssouveränität und den Liberalismus seit der Revolution von 1848 scharf ab.

Der Reichstag hatte durchaus wichtige Rechte, z. B. das Budgetrecht. Gesetze konnte nur der Reichstag machen.

Antwort
von paulklaus, 2

...keine Macht, soDASS es nichts zu sagen hatte.

pk

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