Frage von GrafSCHLABBER, 19

Stimmen diese Rechte zu Fotografie und Filmerei?

Inhaltliche Grenzen

Grundsätzlich darf man in Deutschland vor der Kamera sagen, was man will. Da es die Presse- und Meinungsfreiheit gibt, kann man seine Meinung problemlos preisgeben, ohne Angst vor einer Verhaftung oder Ähnlichem zu bekommen. Trotzdem ist die Freigabe privater und vertraulicher Informationen sowie Beleidigung verboten. Das heißt konkret, dass ihr Adressen, Namen, Geburtsdaten, Kontonummern, Geheimnisse und und und NICHT weitergeben dürft, was aber auch zur Vernunft gehört. Beleidigung bedeutet, dass ihr keine anderen Personen oder Personengruppen beleidigen dürft, was aber ständig gemacht wird. Allerdings ist die Beleidigung ein Antragsdelikt, der erst juristisch verfolgt wird, wenn der oder die Beleidigte euch anzeigt.

Drehorttechische Grenzen

Glücklicherweise darf man in Deutschland überall im „öffentlichen Raum“ drehen-egal ob man das Material nur privat oder kommerziell nutzt. Zu öffentlich zugänglichen Orten gehören Straßen, Plätze, öffentliche Wälder und Parks und noch vieles mehr. So lange ihr nur mit einem Stativ, einem Slider, einem Schwebestativ oder einfach handheld filmt, trifft das darauf zu. Aber wenn ihr damit beginnt, Dollyschienen, Podeste, Kabel und andere große Geräte aufzubauen, braucht ihr eindeutig eine Drehgenehmigung. Um so eine Drehgenehmigung zu bekommen, muss man manchmal sogar Geld zahlen. Grenzen gibt es, wenn ihr gezielt in Wohnhäuser hinein filmt und somit die Privatsphäre der dort wohnenden Person(en) verletzt, oder wenn ihr unerlaubt auf andere Gebäude klettert, um von dort aus noch bessere Bilder zu erschaffen. Und um grundsätzlich auf privatem Grund filmen zu dürfen, benötigt ihr natürlich die Erlaubnis des Besitzers.

Einzelne Personen filmen

Einzelne Personen zu filmen ist erlaubt. Die VERÖFFENTLICHUNG ODER VERBREITUNG ist aber aufgrund des Rechts am eigenen Bild nur mit einer Erlaubnis legal. Also müsst ihr die entsprechende Person fragen, ob sie das möchte. Bei Minderjährigen müssen zusätzlich noch die Erziehungsberechtigten zustimmen. Grundsätzlich reicht hier eine mündliche Absprache aus, ich würde aber bei aufwendigeren Aufnahmen aber doch lieber einen kleinen „Vertrag“ unterschreiben lassen. #### Personengruppen filmen ####

Personengruppen dürfen wie einzelne Personen auch fotografiert werden. Im Gegensatz zu einzelnen Personen darf eine Aufnahme einer Personengruppe veröffentlich und verbreitet werden, auch ohne die Zustimmung der abgebildeten Menschen. Wenn aber eine oder mehrere Personen besonders herausstechen, ist es wiederum nicht mehr erlaubt.

Ausnahmen

Eine Person, die auf einer Aufnahme von einem Gegenstand, einem Gebäude oder einer anderen Örtlichkeit landet und nicht der Mittelpunkt des Bildes ist, gilt sie als „Beiwerk“ und muss nicht nach einer Erlaubnis gefragt werden.

Antwort
von clemensw, 4

Größtenteils richtig, aber:

Grundsätzlich darf man in Deutschland vor der Kamera sagen, was man will.

Siehe Art. 5 Abs. 2 GG:

"(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre."

Das "Recht der persönlichen Ehre" hast Du ja angesprochen: Beleidigungen sind nicht erlaubt. 

Daneben sind aber auch die "Bestimmungen zum Schutze der Jugend" (also z.B. Pronographie) und die "Vorschriften der allgemeinen Gesetze" (z.B. Aufruf zu Straftaten, Leugnung des Holocausts etc.) zu beachten.

Zu öffentlich zugänglichen Orten gehören Straßen, Plätze, öffentliche Wälder und Parks und noch vieles mehr.

Das stimmt auch so nicht: Für Aufnahmen, die im Inneren von Gebäuden spielen, ist immer eine Drehgenehmigung notwendig - auch wenn das Gebäude öffentlich zugänglich ist!

Gleiches gilt z.B. für Action-Szenen, insbesondere wenn Anscheinswaffen geführt werden: Unbedingt Drehgenehmigung beantragen und Polizei informieren!

Insgesamt kann man sagen, daß dieses Thema SEHR heikel ist und auch kommunalen Regelungen unterliegt - daher am besten immer nachfragen!

Im Gegensatz zu einzelnen Personen darf eine Aufnahme einer Personengruppe veröffentlich und verbreitet werden, auch ohne die Zustimmung der abgebildeten Menschen.

Auch falsch: Nur wenn eine Person oder Gruppe nur "Beiwerk" zum eigentlichen Motiv ist, ist die Veröffentlichung rechtlich unbedenklich.

Antwort
von martinzuhause, 19

"Grundsätzlich darf man in Deutschland vor der Kamera sagen, was man
will. Da es die Presse- und Meinungsfreiheit gibt, kann man seine
Meinung problemlos preisgeben, ohne Angst vor einer Verhaftung oder
Ähnlichem zu bekommen. "

das stimmt schon mal nicht. man darf z.b. den holokaust in deutschland nicht leugnen. man darf andere nicht beleidigen. usw

Kommentar von GrafSCHLABBER ,

Ok, danke für den tipp! :)

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