Frage von Sunnymaus80, 185

Stiefschwester übernimmt Haus meines Vaters, steht mir da ein Ausgleich zu?

Mein Vater und seine 2. Frau trennen sich. Die in die Ehe mitgebrachte Töchter übernimmt nun das Haus meines Vaters mit einer Restschuld von circa 130000 Euro. Meine Frage lautet nun muss meine Stiefschwester mich auszahlen, bzw. was muss ich für den späteren Erbfall beachten? Das Haus gehört ja dann nicht mehr zur Erbmasse, oder? Vielen Dank für eure Hilfe!

Antwort
von imager761, 78

Die in die Ehe mitgebrachte Töchter übernimmt nun das Haus meines Vaters mit einer Restschuld von circa 130000 Euro.

Was heißt "übernimmt"? Hat sie ihm das Haus zum Verkehrswert abzügl. der Restschuld abgekauft oder geschenkt bekommen? Falls unentgeltlich, also geschenkt, gegen Pflgepflichtvereinbarung oder Wohnungsrecht des Schenkers? Und woher weißt du das alles bloß?

Im ersten Fall hast du gar keine Ansprüche, im zweiten Fall deutlich geringere, die gegen Null tendieren; ebensowenig, wenn der Erbfall 10 Jahre nach Schenkung einträte.

Innerhalb von 10 Jahren bei einer reinen Schenkung ohne Pflege- oder Wohnrechtvereinbarung kannst du einen Ausgleich zur Pflichtteilsqoute fordern, wenn dein Erbe am Nachlass ohne das Haus geringer ausfiele als der dazu hälftige Pflichtteil mit fiktivem, aber abgeschmolzenem Schenkungswert gem. § 2325 (3) BGB.

Ich sag mal so: Bevor dein Vater nicht das Zeitliche segnet, solltest du diese Überlegungen ganz weit hinten anstellen und nicht verlauten lassen: Dir ist schon klar, dass man dich nicht nur bzgl. des Hauses enterben kann?

G imager761

Antwort
von Centario, 117

Wenn das Haus 200000€ wert ist, bleibt eine Erbmasse zum Beispiel von 70000€. Auf einen Anteil darauf solltest du nicht verzichten müssen. Nur Schulden können auch vererbt werden, wenn du das nicht willst müßtest du jegliches Erbe ausschlagen. Dein Erbe ist kompliziert, da muß man alle Fakten haben und mit einen rechtskundigen Menschen sich mal auseinander setzen.

Kommentar von marcussummer ,

Nach der Frage liegt noch gar kein Erbfall vor, insofern gibt es auch (noch) keine Erbschaft oder Pflichtteilsansprüche. Zu Lebzeiten kann der Vater tun und lassen, was er will und muss keine Rücksicht auf potenzielle Erben nehmen.

Antwort
von lindgren, 77

Das ist eine Überlassung (Schenkung) zu Lebzeiten. Sollte der Schenkende innerhalb der nächsten 10-jahres Frist versterben, dann fällt es in die Erbmasse. Überlebt dieser aber diese Frist, dann nicht mehr.

Alles andere solltest du wirklich von einem Fachkundigen einholen, ich rate dir auch, mit deinem Vater zu reden. Hat er denn mit euch allen gesprochen?


Antwort
von klugerpapa, 94

nein. er muss ihr das Haus per Vertrag beim  Notar geschenkt haben.

Antwort
von Kuestenflieger, 68

Ok , sie übernehmen einen Teil der Restschuld - dann haben sie ihren Anteil ;-).   Bei einem Erbfall können sie nur einen Pflichtteil vom dann vorhandenen Bestand erwarten .

Antwort
von wfwbinder, 40

Falls Dein Vater in den nächsten 10 Jahren versterben sollte, steht Dir ein Pflichtteilsergänzungsanspruch zu, der sich Jahr für Jahr um 1/10 verringert.

Antwort
von Chichiri, 74

Wenn dein Vater allerdings innerhalb von 10 Jahren verstirbt, dann hättest du einen Pflichtanteilergänzungsanspruch. Aber danach dann auch nicht mehr.

Antwort
von weisskopfadler, 81

Ganz klar: Nein, Dir steht kein Ausgleich zu. Zu eigenen Lebzeiten kann man mit seinem Vermögen machen was man will. 

Erst im Todesfall stellt sich dann die Frage, ob man Ausgleichsansprüche für lebzeitige Schenkungen beanspruchen kann. Das ist aber nur innerhalb von 10 Jahren nach der Schenkung möglich und auch nur dann, wenn man ansonsten weniger als den Pflichtteil bekommt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten