LeoMama am 06.09.2008 um 12:58 Uhr
Habe gestern Abend Fernsehfilm geschaut, der mich sehr berührt und nachdenklich gemacht hat. Plot der Handlung; intellektuelle Defizite (umgangssprachlich Dummheit) bei Eltern, Kind wächst allerdings mit viel Liebe u. Geborgenheit auf, aber weist keine gesellschaftsfunktionstüchtige Fähigkeit auf (lt. Jugendamt). Das Kind wird den Eltern entzogen (wurde sehr dramatisch dargestellt). Findet Ihr es angebracht, von Behörden zu handeln? Wird dies tatsächlich praktiziert? In dem genannten Film lag keine Gewalt oder Mißhandlung vor, allein die "Beschränktheit" der Eltern lag diese Vorgehensweise zugrunde. Ich fand´s ziemlich erschreckend! Wie ist Eure Meinung?

Habe den Film gesehen; lief in irgendeinem dritten Programm. Ich möchte als Familienrichter nicht darüber entscheiden wollen. Auf der einen Seite tun mir die Eltern leid, die ihr Kind liebevoll erzogen haben. Auf der anderen Seite ist mit Sicherheit die Entwicklung des Kindes gestört, wenn es bei geistig behinderten Eltern aufwächst. Ob da vielleicht regelmäßige Sozialarbeiterbesuche mehr angebracht wären als das staatlich genehmigte Kidnapping, möchte ich nicht beurteilen.

Das ist ein echt heisses Eisen. Soll man jetzt die Eltern oder das Kind bedauern. Ich weiß es nicht wirklich. Wächst ein Kind jedoch in Liebe und Fürsorge auf, so hat kein Jugendamt der Welt das Recht, dieses Kind dem Zugriffsrecht der Eltern zu entziehen. Es sei denn, es ist jeglicher Realitätsbezug verloren!

Ja, erschreckend. Wenn die Ämter konsequent damit wären, würde der Großteil der Kinder in Heimen aufwachsen.;-)
wim50 am 6. September 2008 13:03 Das wäre doch sehr praktisch. Und der Herr Professor Dr. Friedrich Thießen schreibt die Hausordnung.
frankoel am 7. September 2008 19:56 Wer ist dieser Thießen??? Muss man den kennen???
LeoMama am 6. September 2008 13:07 Da gebe ich dir Recht!!

hm. IMHO ist diese Sache besser im Forum zu besprechen:
http://www.gutefrage.net/forum
Zur Sache: In Deutschland werden die Behörden meist erst dann tätig, wenn die Eltern selber Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Interessannt finde ich, wer eigentlich 'gesellschaftsfunktionstüchtige Fähigkeiten' feststellen darf/kann und wo das definiert ist. Gibt es Vorschriften/Definitionen dafür?
larX42

Ja leider ist es so , das in manchen Fällen so gehandelt wird ... leidtragende Sind zu meißt die Kinder.. Die meißt noch nach Jahren darunter ( wenn nicht Lebenslang ) leiden .
Allerdings sind auch Eltern die zu oft von dem Jugendamt vor verschlossenden Türen stehen gelassen werden .. im allein gang kommt man meißt nicht weit .. man braucht Hilfe vom Fachmann ... so gesehen habe ich fast die gleiche Situation im Bekannten kreis gehabt ,allein erziehende Mutte wird von ein paar Nachbarn angeschwärzt und ein paar wochen drauf wurden die Kinder entzogen .. schrecklich ,da die Kinder sich meißt die schuld dafür geben ...
Nun ,mit Anwalt und Karitas haben wir das aber wieder hinbekommen ..
Ich denke genauso. Der Film war, wie gesagt, sehr drastisch dargestellt. Wahrscheinlich müssten demnach eine hohe Prozentzahl von Kindern in Pflegefamilien/ Heimen aufwachsen, wo es tatsächlich um das Wohl des Kindes geht.