Frage von yoursunshine1, 102

Sticht das Recht des Stärkeren die Intelligenz; ist der Dinosaurier deswegen besser als der Mensch?

Rund 170 Millionen Jahre lang bevölkerten Dinosaurier die Erde. Vor 65 Millionen Jahren starben sie aus; die Ursache interessiert mich gar nicht. Den Menschen gibt es erst seit 200.000 Jahren, das ist einfach nichts im Vergleich zu den Dinosaurier. Daher meine Frage; sticht Recht des Stärkeren doch nicht Intelligenz(auf dauer)? Ich gehe stark davon aus, dass der Mensch relativ schnell aussterben wird aufgrund der Überbevölkerung, der Umweltschädigung,... wie hat der Dinosaurier das gemacht (so lange zu leben)? Ich meine der Dinosaurier ist dem Menschen relativ ähnlich; er hatte genauso Knochen, Organe, Sinne, Instinkte, Überlebenswillen, etc., er unterschied sich also nur in Körperbau, Intelligenzquotient und Umfeld. Freue mich wahnsinnig auf eure Vermutungen/ Antworten. Das Thema kann man nicht so leicht googlen :D

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MarkusKapunkt, 31

Aus deiner Frage lese ich alle klassischen Klischees heraus, welche die Öffentlichkeit über Dinosaurier zu wissen glaubt:

  1. Dinosaurier waren alle riesenhaft groß und unglaublich stark.
  2. Dinosaurier waren dumm und nicht in der Lage, sich anzupassen.
  3. Dinosaurier sind allesamt ausgestorben.

Doch keine einzige dieser Thesen ist richtig, sie sind allesamt völlig falsch! Bitte lass mich dein Dinosaurierbild zuerst einmal richtig stellen, bevor ich auch deine Frage antworte.

1. Der "Durchschnittsdinosaurier" war zwar schon etwas größer als das durchschnittliche Säugetier (etwa Schafsgröße), erreichte aber auch nur die Größe einer Kuh. Die meisten Arten waren sogar ausgesprochen klein und zierlich, nur einige wenige Arten erreichten die fantastisch anmutenden Ausmaße, welche uns Hollywood und entsprechend sensationslüsterne Dokumentationen auf Nachrichtenkanälen immer wieder vorstellen.

2. Einige Dinosaurier waren tatsächlich nicht besonders intelligent. Der Stegosaurus, ein bis zu neun Tonnen schwerer gepanzerter Dinosaurier aus dem oberen Jura, hatte ein Gehirn, dass gerade einmal so groß war wie eine Walnuss. Im Verhältnis zur Körpergröße erschienen aber besonders die Gehirne der Sauropoden (Langhälse) besonders winzig, ein über zwanzig Meter langer Sauropode der mehr als dreißig Tonnen auf die Waage brachte hatte ein Gehirn, dass nicht größer war als eine Orange. Alleridngs muss man hier andere Maßstäbe als bei heutigen Säugetieren ansetzen. Oft wurde in der Vergangenheit die Intelligenz eines Dinosauriers mit der gleichen Körpergewichts-Gehirngewichts-Formel berechnet, mit der man auch ungefähr die Intelligenz von Säugern berechnen kann. Diese Formel is aber für Dinosaurier nicht anwendbar, denn ihr Gehirn war ähnlich aufgebaut wie das Gehirn von Vögeln und Krokodilen. Und diese Tiere kommen mit weniger Gehirnvolumen aus als Säugetiere, wobei sie trotzdem mitunter eine beachtliche Intelligenz erreichen. Sogar die Dinosaurier mit den kleinsten Gehirnen waren höchst spezialisierte und komplexe Tiere, die sich aber wohl eher auf ihre Instinkte verließen als auf Köpfchen. Einige der kleineren Theropoden (Fleischfresser) waren aber wahrscheinlich sehr viel cleverer, mindestens so intelligent wie heutige Greifvögel, und einige Arten wie die Troodontiden (Verwandte der Raptoren) dürften sogar ähnlich intelligent wie heutige Krähen und Papageien gewesen sein, wenn nicht sogar noch intelligenter - und diese Vögel zählen zu den intelligentesten Tieren auf unserem Planeten und können zum Teil Probleme lösen, an denen sogar Menschenaffen scheitern.

3. Die Dinosaurier sind eine Überordnung der Archosaurier, die als solche tatsächlich 170 Millionen Jahre existierten (von der Späten Trias bis zum Ende der Kreidezeit). Heute ist es allerdings unumstritten, dass die Dinosaurier als Überordnung niemals ausgestorben sind. Sie existieren bis heute, denn die Vögel gehören allesamt zur Gruppe der Theropoden. Genau genommen sind es also sogar 236 Millionen Jahre, welche die Dinosaurier bis jetzt auf der Erde leben. Und da sie auch heute noch die artenreichste Gruppe unter den Landwirbeltieren sind (mehr als ein Drittel aller Spezies und Individuen der Landwirbeltiere sind Vögel!), kann man davon ausgehen, dass sie auch nicht so bald vom Antlitz der Erde verschwinden.

Jetzt endlich zu deiner Frage:

Du machst leider den Fehler, dass du eine Überordnung (Dinosaurier) mit einer Art (Mensch) vergleichst. Schließlich haben nicht alle Dinosaurier gleichzeitig existiert, sondern sich in der ganzen Zeit ihres Bestehens ständig weiterentwickelt. Die meisten Dinosauriersarten haben auch nicht länger als höchstens drei bis fünf Millionen Jahre existiert, einige Wenige schafften vielleicht zehn Millionen Jahre, und das nur, weil es bei diesen Arten eine ganze Reihe von je nach Alter sehr unterschiedlichen Unterarten gab. Säugetierarten schaffen im Schnitt etwa drei Millionen Jahre, bis sie aussterben. Sie haben also tatsächlich eine etwas kürzere "Lebenserwartung" als Dinosaurier.

Setzt man bei der Überordnung des Menschen (Euarchontoglires), welche die Primaten, Nagetiere, Hasenartigen, Spitzhörnchen und Riesengleiter umfasst, kommt man bei ihnen schon auf ein Alter von mindestens 66 Millionen Jahren. Das ist zwar immer noch weniger als die Hälfte (oder wenn wir die Vögel einbeziehen bis heute gerechnet gerade mal ein gutes Viertel) der Zeit, welche die Dinosaurier auf dem Buckel haben, aber es sind doch bedeutend mehr als nur 200.000 Jahre.

Zum Aussterben:Überbevölkerung war noch nie ein Kriterium, das eine Art aussterben ließ. Im Gegenteil: Je mehr Individuen eine Spezies hervorbringt, desto erfolgreicher ist sie und umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie alsbald aussterben wird. Die Umweltverschmutzung könnte tatsächlich ein Problem sein, allerdings regeneriert sich die Erde innerhalb weniger Jahrzehntausende - dann wird außer vom Atommüll nichts von dem Dreck, den die Menschen hinterlassen, noch übrig sein. Und es ist zu erwarten, dass selbst bei der schlimmsten Katastrophe bei einer Bevölkerung von beinahe acht Milliarden doch zumindest einige wenige Menschen übrig bleiben, die dann von vorn beginnen können.

Die Natur beurteilt nicht, ob eine Spezies "besser" ist als andere. Sie selektiert nur nach dem Grad der Anpassung. Ändert sich der Lebensraum eines ganzen Ökosystems, sterben immer wieder Arten aus, andere jedoch profitieren davon. Der Mensch hat bislang von seinem Lebensraum immer profitiert, und er ist in der Lage, sich einer ganzen Menge von Lebensräumen anzupassen. Schließlich gibt es Menschen in allen Klimazonen und in beinahe allen Lebensräumen auf der Erde. Diesen enormen Grad der Verbreitung hat keine einzige Dinosaurierart jemals erreicht, sogar die erfolgreichsten Dinosaurierarten waren nicht imstande, Ozeane zu überqueren und den gesamten Planeten zu bevölkern. Zwar gab es Dinosaurier überall auf der Erde, aber niemals eine einzige Art überall.

Was Anpassungsfähigkeit und Verbreitung angeht, sind wir als Spezies also deutlich "besser" als jede einzelne Dinosaurierart. Wie wir damit umgehen, bleibt allerdings abzusehen - jede Art stirbt irgendwann aus. Nur wird es beim Menschen sicher noch eine Weile dauern, bis er ganz und gar verschwindet.

Kommentar von Janiela ,

Ein Gedicht!

Antwort
von Andrastor, 43

"Das Recht des Stärkeren" ist eine Fehlübersetzung, bzw- Fehlinterpretiation von "Survival of the fittest", also nicht der Stärkste, sondern der am besten angepasste hat die besseren Überlebenschancen.

Weiters gibt es den Menschen (Beginnend mit dem Australopitecus) seit 2 millionen Jahren, nicht 200.000 (Zweihunderttausend) 200.000 Jahre alt sind z.B. die ersten Funde von Bestattungsriten.

Zu guter letzt gab es keinen "Dinosaurier". Das Wort bedeutet, wenn ich nicht irr "schreckliche Echse", damit werden unzählige Echsenarten über die ganze Urzeit zusammengefasst.

Du kannst also den Menschen nicht mit dem Dinosaurier vergleichen, das ist als würdest du deutsche Schäferhunde mit allen Arten von Meerestieren vergleichen.

Was deine Frage anbelangt: Den Erfolg von evolutionärer Überlegenheit misst man nicht in Jahren, sondern Effektivität. pflanzliches Plankton gab es bereits millionen von Jahren vor den Dinosauriern und es gibt es heute noch, und "stark" ist dieses nun wirklich nicht.

Die Intelligenz ist das was uns über alle anderen Tiere erhebt und von einem Aussterben des Menschen kann keine Rede sein, vor allem nicht durch diese lächerlichen Begründungen, die du anführst.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Wieder mal eine hervorragende Antwort von dir.

Kleine Bemerkung: Der Autralopithecus ist bereits vor 3,4 Millionen Jahren nachgewiesen, aber er ist kein "Mensch", sondern ein früher Vertreter der Homininae. Wenn du bei den Homininae anfangen möchtest, dann solltest du bei Sahelanthropus beginnen, welcher der bisher früheste den Homininae zugeordnete Mensch-Menschenaffe ist und vor bereits 7 Millionen Jahren lebte. Vor zwei Millionen Jahren existierten sogar schon mehrere Vertreter der Gattung Homo, nämlich Homo rudolfensis und Homo habilis. Der Homo sapiens existiert hingegen tatsächlich noch nicht länger als 200.000 Jahre, insofern hat der Frageschreiber recht.

Kommentar von Andrastor ,

Ich dachte der Australopitecus wird bereits als erster "Mensch" betrachtet, so zumindest hat es mein Professor für Anthropologie auf der Uni Wien rübergebracht...

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Kommt auf die Definition des Begriffs "Mensch" an. Die fossile Dokumentation der Frühmenschen ist leider sehr dürftig, aber es wird ständig weitergeforscht. Der Sahelanthropus wurde z.B. erst 2002 entdeckt.

Kommentar von Andrastor ,

sehr interessant, man lernt nie aus.

Gut dass es hier noch User gibt, die Informationen weitergeben anstatt Meinungen zu propagieren ^^

Antwort
von Janiela, 38

Um diese Frage zu beantworten, müsste man erst einmal definieren, was Stärke sein soll (Muskelkraft?), von welcher Intelligenz wir sprechen (ein einheitliches Intelligenzmodell gibt es nicht), ob die Geschichtsschreibung korrekt ist, oder grobe Fehler darin eingebaut sind (zum Beispiel Falschdatierungen) und ob und wie sich langfristig die Stärke und Intelligenz von Spezies auf deren Überleben auswirken und ob dabei ein einfaches Überleben ausreichend zur Beurteilung von Güte/Anpassung ist oder ob noch andere Faktoren (zum Beispiel Sterblichkeitsrate, empfundene Lebensqualität, Grade der Angepasstheit an die Umwelt) eine Rolle spielen.

Quastenflosser haben übrigens noch deutlich länger überlebt, von bestimmten Pflanzenarten ganz zu schweigen.

Meines Erachtens nach ist für das Überleben auf der Erde in erster Linie relevant, wie gut ein Lebewesen an seine natürliche Umgebung angepasst ist. Wenn man danach geht, dürften alle Tierarten bessere Karten als der Mensch haben, sofern sie nicht von ihm ausgerottet werden, bevor er sich selbst ausrottet. Dennoch ist die Innovationskraft der menschlichen Spezies bisher unübertroffen.

Generell "besser" ist übrigens garantiert niemand. Das zu beurteilen würde eine Beurteilungsinstanz erfordern, die "außenstehend" ist und trotzdem Einsicht in die Prozesse hat, die unseren Entwicklungsverläufen zugrunde liegen. Diese Voraussetzungen erfüllt auf der Erde niemand. Darüber hinaus ist Güte niemals etwas, was ohne Bezug auftritt. "Gut" oder "besser" ist man immer nur in Hinblick auf etwas, das definiert sein sollte.

Sorry, aber die Antwort auf deine Frage lautet aus meiner Sicht: Die Frage ist schon so vage und unklar, dass sie keinen Sinn ergibt und es deshalb auch keine Antwort darauf geben kann. 

Natürlich steht es dir frei, dir eher Freunde zu suchen, die stark wie ein Bär sind als solche, die intelligent wie ein Delphin sind. Ob das aber dein Überleben langfristig erleichtern wird, bezweifle ich.

Antwort
von zahlenguide, 49

ich glaube nicht, dass der Mensch durch Umweltzerstörung oder Überbevölkerung ausstirbt. Gegen Umweltprobleme gibt es erstaunliche Projekte (besonders in China!), wir werden auch im Gegensatz zu den Dinos in der Lage sein einen Kometen abzuhalten, ca. 2060 soll die Bevölkerungsexplosion bei ca. 9,3 Milliarden Menschen enden usw. usw.

Wenn der Mensch es versauen sollte, dann wohl durch Technologien, die er nicht beherrschen kann oder weil er zu viele Tiere ausgerottet hat, bevor er auf künstliche Nahrung umgestiegen ist - aber das alles steht in den Sternen.

Außerdem soll es den Menschen immerhin schon 2 Millionen Jahre geben. Es ist auch nicht so leicht, alle Menschen auszurotten. Selbst in der Region Tschernobyl leben Forscher und bauen sich da sogar essen an.

Antwort
von Mark1616, 9

Ist dir eigentlich klar was die "Menschen", von denen du so abfällig redest, alles vollbracht haben? Dem Einfallsreichtum der Menschheit sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Wir haben passen uns stetig an sich verändernde Lebensumstände an, was uns alleine Aufgrund unserer Intelligenz und den enormen technischen Hilfsmittel möglich ist.

Intelligenz in dem Ausmaß, wie sie die Menschheit besitzt, ist gleichbedeutend mit Stärke. Wenn es auf diesem Planeten tatsächlich ein Tier geben würde, dass für uns eine existenzielle Gefahr darstellen könnte, dann würden wir genug davon für Zucht und Ausstellung in Zoos in Sicherheit bringen und diese Rasse danach auslöschen. Bestes Beispiel dafür sind die wilden Tiere, die früher in Europa gelebt haben. Du wirst in Westeuropa keine größere Ansammlung an freilebenden Wölfen, Bären oder Großkatzen finden. Warum das so ist darfst du gerne selbst herausfinden.

Wenn die Menschheit jetzt aber tatsächlich irgendwann von anderen Lebewesen ausgerottet werden sollte, so werden das mit hoher Wahrscheinlichkeit keine gigantischen dinosaurierähnlichen Tiere, sondern Bakterien und andere Kleinstlebewesen sein

Abschließend möchte ich noch sagen, dass es auf dieser Erde wahrscheinlich noch nie ein Lebewesen gegeben hat, welches mehrere Schüsse aus einem Anti-Material-Gewehr überleben könnte. Selbst ein T-Rex oder ein Brachiosaurus sollte für eine moderne Militäreinheit nur ein geringes Problem darstellen.

Antwort
von GanMar, 36

Den Menschen gibt es erst seit 200.000 Jahren

Richtig. Da Du aber nicht sagen kannst, wie lange noch, zerlegt sich Deine gesamte Argumentation von selbst.

Kommentar von yoursunshine1 ,

Danke für deine Kritik aber wie gesagt halte ich es für extrem unwahrscheinlich, dass der Mensch genauso 65 Millionen Jahre existieren wird angesichts der Probleme, die er nach 200.000 Jahren schon zu händeln hat.

Kommentar von GanMar ,

halte ich es für extrem unwahrscheinlich

Solange aber noch keine Wirkung eingetreten ist, erübrigt sich die Frage nach möglichen Ursachen.

Hinterher kommt vielleicht doch alles ganz anders und Deine Spekulationen lösen sich in Luft auf?

Antwort
von thetee99, 37

Dinosauerier waren Klatblüter, so wie viele Reptilienarten heute auch noch, d.h. sie waren abhängig von den äußeren klimatischen Bedingungen. DAS ist vorallem der Grund für die Dominanz der Säugertiere seitdem bis heute. Insofern begann die Erfolgsgeschichte der Säugetiere auch schon vor 65 Mio. Jahren. Menschen sind nur eine Unterart dieser Säugetiere. Aber dank unsere physiologischen Anpassungsfähigkeit z. B. an Temperaturunterschiede oder Veränderungen der Umgebung (klettern, schwimmen), sind wir klar überlegen.

Auch als Jäger ist der Mensch in der Natur gar nicht so schlecht, wie man auf den ersten Blick meinen möchte. Wir haben zwar keine großen Klauen oder besonders scharfe Zähne etc., aber der Mensch hat z. B. die Fähigkeit selbst bei großer Hitze ein Beutetier über viele Km zu jagen, dadurch dass wir schwitzen können. Andere Tiere können nicht schwitzen und würden bei einer Dauerbelastung in der Hitze irgendwann kolabieren.

Dank unserer Hände, die wir für sehr präzise einsetzen können, haben wir einen weiteren entscheidenden Vorteil.

Und die Intelligenz oder Einfallsreichtum ist nur die Spitze des Eisbergs. Dadurch können wir Einfluss auf unsere Umgebung nehmen, uns z. B. ein Dach bauen, zum Schutz vor dem Wetter etc. Und am wichtigsten: wir können vorausplanen!

Ich würde sagen, mehr als die Intelligenz, macht uns unsere Anpassungsfähigkeit überlegen ggü. der körperlichen Starke von Dinosauriern.

Kommentar von dadita ,

Eine kleine Anmerkung: Ob Dinosaurer Kalt- oder Warmblüter waren ist hochumstritten, momentan deutet allerdings mehr darauf hin, dass die entweder Entotherm oder Mesotherm, also eine Zwischenstufe waren. Kaltblüter waren sie wohl nicht.

https://www.sciencedaily.com/releases/2015/05/150528140937.htm

http://www.nature.com/news/dinosaurs-neither-warm-blooded-nor-cold-blooded-1.153...

http://www.livescience.com/51162-dinosaurs-warm-blooded-growth-rates.html

Kommentar von thetee99 ,

Danke für den Hinweis, hört sich interessant an, aber ich habe mal gelesen, das Forscher rausgefunden haben, dass Vögel und viele Eidechsen kein "braunes Fettgewebe" haben, welches reich an Mitochondrien ist, die ja die wärme produzieren. Außerdem fehlt sogar gänzlich das entsprechende Gen dazu. Da man ziemlich sicher sagen kann, dass Vögel und Eidechsen relativ direkte Nachfahren der Dinosauerier sind, könnte man davon ausgehen, dass Dinos diese Fähigkeit ebenfalls gefehlt hat.

Vorallem wäre der Energiebedarf doch enorm um endothermische Wärme zu erzeugen bei zum Teil so großen Körpern.

Und dann würde ich mich auch fragen, wieso Dinos ausgestorben sind, während Säugetiere überlebt haben. Es kann fast nur auf plötzliche, klimatische Veränderungen zurückzuführen sein (z. B. durch einen Meteroiteneinschlag und der Staubablagerung in der Atmosphäre - "nuklearer Winter").

Habe mal eine Quelle rausgesucht: http://www.wissenschaft.de/home/-/journal\_content/56/12054/1008392/

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Stopp! Bitte aufhören! xD Alles, was du im ersten Absatz und in deinem Kommentar schreibst, ist leider völliger Käse.

1. Es ist so gut wie sicher, dass ALLE Dinosaurier endotherm waren, sogar schon die frühesten werden zumindest mesotherm gewesen sein. Man hat Federstrukturen bei beiden großen Ordnungen der Dinosaurier (Ornithischia und Saurischia) nachweisen können, was bedeutet, dass wohl schon in der Trias eine solche Entwicklung zu einer isolierenden Körperbedeckung bei einigen Arten stattgefunden hatte - ein sehr deutliches Zeichen für die Entwicklung eines gleichwarmen Stoffwechsels. Die Gegner der Theorie führen an, dass sich die Protofedern bei Ceratopsiern (Ornithischia) und Theropoden (Saurischia) in ihrem Aufbau unterscheiden und nicht homolog sein müssen, sondern sich auch konvergent entwickelt haben können - da bedarf es noch einiger Forschung. Derzeitige Lehrmeinung ist aber, dass Dinosaurier ganz sicher keine echsenartigen Reptilien waren.

2. Der Energiebedarf eines großen gleichwarmen Dinosauriers war tatsächlich enorm, aber durchaus mit den Ressourcen jener Zeit zu bewältigen. Im Jura und der Kreidezeit, als die Dinosaurier ihre Blütezeiten erlebten, war die Erde sehr viel grüner als heute. Große pflanzenfressende Dinosaurier wie die Sauropoden hatten ein höchst effizientes Verdauungssystem und waren dank Steinen, die sie schluckten, sogar in der Lage, Zweige, Nadeln und Zapfen von Nadelbäumen zu verdauen und ihre Nährstoffe freizusetzen. Die Ornithopoden waren sogar imstande, ihre Nahrung zu zerkauen. Außerdem gab es auch noch kein Gras - Gras, das die größten heutigen Säugetiere überwiegend fressen, ist ein sehr energiearmes Pflänzchen, und wenn alles Gras, das es heute auf der Welt gibt, Platz machen würde für nährstofreichere Pflanzen, würde unsere Tierwelt sicher ganz anders ausgestattet sein.

3. Die Vorfahren von Eidechsen und Dinosauriern haben sich bereits im Karbon auseinanderentwickelt, also sind Dinosaurier und Echsen ungefähr so eng miteinander Verwandt wie du mit einer Schildkröte - sprich: gar nicht.

4. Die Säugetiere entwickelten sich aus den Therapsiden, also in etwa zeitgleich mit den Dinosauriern. Ihre Geschichte begann also nicht vor 65 Millionen Jahren, sondern bereits 170 Millionen Jahre früher.

5. Vögel sind keine Nachfahren der Dinosaurier, die SIND Dinosaurier. Das ist keine Haarspalterei, denn man kann - und da ist die Wissenschaft sich ebenfalls einig - zwischen den Theropoden und den Vögeln des späten Jura und der Kreidezeit keine klare Trennlinie ziehen. Es ist gut möglich, dass es in der Kreidezeit flugfähige Nachfahren von mehr als nur einer Dinosauriergruppe gab und nicht nur von einer (man ging bislang davon aus, dass alle Vogelarten aus der Gruppe der Deinonychosauria hervorgegangen sind). Die Systematik der Vögel wird derzeit umstrukturiert, und man weiß außerdem, dass 95% aller Vogelarten, die in der Kreidezeit lebten, an der KT-Grenze ausgestorben sind. Der Rest, also alle heute exitierenden Vogelarten, hataus nur zwei Stammformen der damailigen Vogelwelt entwickelt (Palaeognathae und Neognathae).

6. Alle Vögel sind Dinosaurier, also sind Dinosaurier nicht ausgestorben.

7. Die Säugetiere hatten ebenfalls einen Verlust von mehr als 85% aller Arten an der KT-Grenze zu verzeichnen. Der Vorteil der Überlebenden 15%: Ihre geringe Körpergröße. Da die Nahrungskette durch eine Naturkatastrophe (wahrscheinlich ein Asteroideneinschlag) komplett zusammenbrach, überlebten nur die kleinsten Tierarten, welche nur einen geringen nahrungsbedarf haben. Das erklärt auch, warum viele ektotherme Tiergruppen nur sehr wenige Verluste zu beklagen hatten: noch nicht einmal 30% aller ektothermen Sauropsiden und weniger als 25% aller Amphibienarten sind damals ausgestorben.

8. Säugetiere sind Dinosauriern physiologisch nicht überlegen. Viele Dinosaurier waren ebenfalls imstande, zu klettern oder zu schwimmen. Die meisten von ihren waren außerdem durch ihre vogelartigen Herzen und Lungen (beim Thescelosaurus nachgewiesen) imstande, sehr viel ausdauernder zu laufen als ein Säugetier. Schließlich waren viele Dinosaurier bipede Tiere, wogegen beinahe alle Säugetiere quadrupede Tiere sind.

Mit dem Rest deiner Antwort gehe ich aber mit dir d'accord. Ich hoffe, ich konnte dein Bild, das du über die Dinosaurier hast - ich will nicht verbessern sagen, aber vielleicht bereichern?

LG Markus

Kommentar von thetee99 ,

Du hast mir gerade den Film "Jurassic Park" für immer kaputt gemacht! ;)

Richtig gut! Vielen Dank für die ausführliche Erklärung, das finde ich sehr interessant und war auf jeden Fall bereichernd!

Warum hast du noch nicht den Titel: "Community-Experte für Dinosaurier" hier auf Gutefrage.net?! ;)

Danke!

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Weil leider so wenige Dinosaurierfragen gestellt werden. Man braucht glaub ich eine bestimmte Anzahl an hilfreichsten Antworten für ein Thema, um als Experte berufen zu werden. :-)

Kommentar von dadita ,

Aber auch Vögel sind ohne braunes Fettgewebe Warmblüter. Immerhin ist braunes Fettgewebe ja nur eine von mehreren Möglichkeiten mit denen ein endothermes Tier Wärme erzeugt, ein erwachsener Mensch verfügt beispielsweise im Regelfall über kein aktives braunes Fettgewebe mehr, nur bei ca. 10% der Bevölkerung scheint es sich bis ins Erwachsenenalter zu halten:

http://m.ajpendo.physiology.org/content/293/2/E444.full

Gerade die Größe einiger Dinosaurier lässt eine ektotherme Lebensweise auch fragwürdig erscheinen, immerhin bräuchten sie Stunden um nach einer kalten Nacht aktiv zu werden. Zudem waren Saurier über den ganzen Planeten verbreitet, von den nördlichen Regionen über Wüsten bis zur damalig zwar eisfreien aber im Winter immer noch kalten Antarktis. Diese Ausbreitung wäre ihnen wohl nicht möglich gewesen wenn sie nicht in der Lage gewesen wären ihre Körpertemperatur zumindest im gewissen Rahmen zu kontrollieren.

Beim Aussterben dürften auch Größe und Lebensweise unserer Vorfahren eine Rolle gespielt haben. Den Einschlag des Kometen, die Druckwelle und den Feuerregen dürfte wenig überlebt haben, was sich nicht in einem unterirdischen Bau oder einer Höhle verkriechen konnte. Die Säugetiere der damaligen Zeit waren wohl Omnivorem und Opportunisten, die sich von Aas, Frischfleisch, Eiern und auch Wurzeln ernähern konnten. Die den Einschlag überlebenden Dinosaurier waren wohl einfach nicht so anpassungsfähig. 

Antwort
von archibaldesel, 37

Ja, deshalb ist der Mensch ausgestorben und Dinosaurier beherrscht heute die Erde.

Antwort
von raimas, 35

"DER" Dinosaurier hat nie existiert! Im Zeitraum zwischen Trias und Kreide haben sicherlich zigtausende von einzelnen Arten gelebt (wenn wir mal die Vögel aussen vor lassen), und diese einzelnen Arten haben vermutlich auch nicht sehr viel länger existiert als der Homo sapiens. Insofern sind deine Gedanken nicht nachzuvollziehen.

Antwort
von LordPhantom, 12

Du vergleichst Äpfel und Birnen! Dinosaurier ist eine Art Oberbegriff, wie Säugetier oder Fisch.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community