Frage von SibelAk, 114

Stichpunkt: Antifa - Freund oder Feind?

Warum wird eine Bewegung, welche sich gegen jede Art von Diskriminierung, Rassismus und Faschismus stark macht, so deart abgelehnt? Bei genauer Betrachtung, müsste man sie doch eher loben?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von peaceandlove161, 111

Genau. Das ist die Frage. Warum wird die Antifa derart schlecht dargestellt in den Massenmedien?

Klar es gibt auch Antifaschisten, die gewalttätig sind und einfach nur so Bock haben auf einer Demo mit Steinen zu schmeißen. Das ist aber eine absolute Ausnahme.

Im Grunde genommen sollte jeder ein Antifaschist sein, denn Antifa= Antifaschismus = gegen Faschismus. Und das ist tatsächlich etwas sehr löbliches (außer für Rechtsradikale vielleicht).

Hinzu kommt aber, dass man oft auch noch kapitalismuskritisch ist und überhaupt das herrschende System anprangert. Ich könnte mir vorstellen, dass es den Machthabenden gar nicht gefällt und sie evtll Angst haben, dass sie irgendwann nicht mehr ihre Machtposition besitzen werden.

Der Kapitalismus ist in einer Dauerkrise. Wie schafft man das Wachstum anzukurbeln ohne dass die Welt "untergeht"? Es geht nicht. Die Folgen von Kapitalismus sind Umweltkatastrophen, Klimaerwärmung, Kriege, Raubabbau etc etc. Wenn mehr Menschen auf die Idee kommen, dieses kritisch zu hinterfragen, wird es ein Problem geben für die, die für all das verantwortlich sind.

Eine einfache Lösung ist dann, die die dagegen kämpfen als gewalttätig darzustellen und als extremistisch.

Antwort
von Ottavio, 41

Liebe Sibel, 

erstmal möchte ich Dir recht geben: Bei genauer Betrachtung müsste man sie doch eher loben. In einer Zeit, in der die Faschisten wieder aus ihren Löchern kriechen, ist es wichtig, ihnen zuzurufen: Siamo tutti antifascisti !:. Es reicht nicht, einmal im Januar 2025 mit 25000 Menschen gegen Pegida zu demonstrieren, wie in unserer Heimatstadt. Wenn Pegida danach alle zwei Wochen wieder demonstriert, dann muss es genau so oft auch Gegendemonstrationen geben. Im letzten Winter war das (außer meiner Wenigkeit) nur die Antifa. Hut ab ! cum grano salis ...

"Die Antifa" gibt es nicht wirklich. Das (bzw. bei uns die "Kornis")ist in sich wieder ein Bündnis verschiedener Gruppen und vieler sehr junger Menschen, die ihren Standpunkt noch nicht gefunden haben. Trotzdem muss man sie von außen als eine Gruppe betrachten, weil sie sich so geben. Also werde ich das jetzt tun.

Die Antifa ist nicht gleichzusetzen mit der Antifaschistischen Bewegung. Auch sie ist ein Bündnis. Ihr wichtigster Repräsentant ist die VVN - Bund der Antifaschisten. Und solid, und die Linke. Ein gemeinsames Bündnis kommt manchmal zustande, manchmal auch nicht.

 Die Antifa ist verbalmilitant, das heißt sie tritt auf Spruchbändern und in Sprechchören gern gewalttätig auf. Der Lieblingsspruch der Antifa meiner Stadt ist. "Gebt den Faschisten die Straße zurück, Stein für Stein." Ich finde das zwar auch etwas lustig, weil es auch eine Art ist, seine Aggressionen auszuleben; aber als Pazifist muss ich die bloße Androhung verletzender Gewalt ablehnen.

Insofern hat es seine Berechtigung, wenn die antifaschistische Bewegung und die Antifa auch bei gemeinsamen Aktionen im allgemeinen getrennte Blöcke bilden und sich nicht beliebig vermischen, auch wenn sie hier nur gemeinsam mehr Menschen auf die Straße bringen, als Pegida es jetzt tut.

Im übrigen gebe ich der Mehrheit der Antworter_innen recht.

Antwort
von OhneRelevanz, 69

Ja, eigentlich müsste man die Antifa eher loben, gerade weil sie mom. dafür verantwortlich ist, dass den Rassisten, Rechtsextremisten und auch Islamisten derart viel Gegenwind entgegengebracht wird. Die Antifa deckt zahlreiche Propagandalügen Rechtsextremer auf und organisiert nicht nru auf der Straße, sondern auch in sozialen Netzwerken eine Art Widerstand (Widerstand ist nicht ganz das richtige Wort, aber es ist glaube ich klar, was ich meine: HoGeSatzbau, We're watching you, Rhetorische Perlen von AfD- und NPD-Anhängern, usw.).

Allerdings ist die Antifa i.d.R. sehr links bis linksradikal oder in kleinen Teilen sogar linksextrem eingestellt, was zur Folge hat, dass Staat, Oberschicht und Presse natürlich gezielt versuchen, die Sympathien für sie gering zu halten. Man kann sich sicher sein, dass die meisten Menschen in Deutschland bspw. den Kommunismus und Sozialismus ablehnen, weil es ihnen eben so beigebracht wurde - was für sich nicht schlimm wäre, würden diese Menschen denn wirklich wissen, was Kommunismus bzw. Sozialismus wirklich ist.

Dazu kommt auch, dass viele Menschen in Deutschland sehr gemütlich eingestellt sind. Die demographische Struktur des Landes und der hohe Lebensstandard sorgt dafür, dass es keine Aufstände gibt und die Menschen relativ gesehen sehr friedlich leben - auf diese Menschen wirken Dinge wie der 1. Mai etc. sehr abschreckend, da die eigene heile, friedliche Welt angegriffen wird.

Ich denke hier liegt auch das Problem: Die Antifa ist keine bequeme Organisation. Sie will Veränderung in zahlreichen Aspekten auch das alltäglichen Lebens, ob nun Gleichstellung der Frau, Gleichstellung von sozial Benachteiligten/ Nicht-Deutschen und Nicht-Heteros, Ablehnung des Kapitalismus, des Staates, des Militärs und der gegenwärtigen Politik. Ob nun höhere Steuern für Reiche, eine viel ausgeprägtere Umweltpolitik oder auch eine völlige Neuorientierung in der Außenpolitik - das alles sind Aspekte vor denen bequemere Menschen Angst haben. Man hat Angst, dass diese großen Projekte den eigenen Lebensstandard zu weit nach unten senken - deswegen bleibt man lieber konservativ und "lässt alles so wie es ist".

Kommentar von OhneRelevanz ,

Gibt diesbezüglich im Übrigen noch folgenden Artikel: http://www.tagesspiegel.de/berlin/chaoten-oder-heilsbringer-danke-liebe-antifa/9...

Antwort
von birne25, 75

Weil die Antifa das System kritisiert. Und alle, die das System unterstützen (sprich: die "Großen"/Reichen/Mächtigen und die Massenmedien) finden das natürlich doof. Und haben ein Interesse daran, Systemkritiker möglichst kleinzureden oder ihre Fehltritte möglichst groß rauszustellen - damit sie nicht noch mehr Zuwachs bekommen oder ihnen jemand glaubt.

Das einerseits. Andererseits macht die Antifa schon auch sehr krasse Aktionen. Und man kann nicht gleichzeitig gegen Diskriminierung und Gewalt sein, aber andererseits Menschen hassen und ihnen Gewalt antun wollen (nämlich Nazis und Co.). Irgendwann passt es halt einfach nicht mehr zusammen.

Linksextremismus und Rechtsextremismus sind beide nicht gut. Die einen hauen auf die Ausländer/Soziale Unterschicht, die anderen hauen auf die Reichen/Soziale Oberschicht. Aber Hass und Gewalt ist nicht ok, egal wem gegenüber. Und die Antifa benutzt gerne mal die Methoden, die sie bei ihren Gegnern kritisiert.

Antwort
von voayager, 46

Sie ist den Herrschenden zu weit links stehend, daher wird sie von den staatstragenden Parteien, sowie der mainstream Presse dämonisiert.

Antwort
von FurtherMind, 70

Stimmt leider, es sind selber Extremisten, die jede andere Meinung komplett Ablehnen. Heutzutage ist die Antifa nicht mehr ehrenwert, weil sie selber nicht mehr ihren Prinzipien treu sind und ihre Mitglieder nicht mehr unter Kontrolle haben. Viele treten der Antifa bei, weil sie auf Demonstrationen mit Gewaltausschreitungen scharf sind und die Polizei nur noch als böse darstellen wollen. Da wird dann auch der unbeteiligte Passant mit rein gezogen, das Schaufenster vom Tante Emma Laden eingeschlagen und der kleine VW-Käfer von Opa auseinander genommen, obwohl die Bonzenkarre direkt daneben steht. Leider reißt dieses Verhalten auch Kinder mit, die sich abgrenzen wollen und zeigt Ihnen nur noch die negativen Seiten unserer Gesellschaft. 

Wie eigentlich alle Extremisten Gruppen sind natürlich auch Drogen, Sex und Kriminalität nichts ungewöhnliches. Jeder Jugendliche (und auch Minderjährige die sich wie Außenseiter fühlen)  findet das irgendwann mal spannend, nur sollte man niemals auf die Idee kommen, sich zu sehr nach links oder rechts zu wenden, denn wie das so ist wenn man von der Mitte abweicht... Irgendwann kippt man um oder behält einen dauerhaften Schaden durch die schiefe Haltung. 

Kommentar von peaceandlove161 ,

Und zack.. schon wieder jemand beeinflusst von den Medien.

GLückwunsch.

Nein jetzt mal im Ernst. Ich finde Polizisten jetzt auch nicht so super ( Polizeigewalt, halten das System aufrecht, Flüchtlingskontrollen etc etc)

Und zu dem Thema Extremismus, lies mein Kommentar oben.

Ich bin selber Antifaschist und zudem Pazifist und ich kenne niemanden von meinen Freunden, die alle mehr oder weniger antifaschistisch sind, die Gewalt anwenden.

Außerdem ist Extremismus ein Begriff um andere zu herabwürdigen.

Bei der Revolution 1848 wurden die Demokraten auch als extremistisch bezeichnet. Und was ist heute?

LG

Kommentar von FurtherMind ,

Ich bin nicht von den Medien beeinflusst, mit solchen Behauptungen solltest du aufpassen wenn du die Person nicht kennst. Im Gegenteil, ich wollte selber mal dazu gehören, habe aber alles was ich da erzählt habe selber mitbekommen und für mich entschieden, dass mir das zu extrem und auch gefährlich ist. Mag sein, dass manche noch der Meinung sind, dass man die Dinge auf der Straße klären muss, ich denke das geht auch anders. Schön dass du sowas bei dir noch nie erlebt hast, dafür habe ich deine Version noch nie erlebt. Könnte aber auch daran liegen, dass wir aus verschiedenen Städten kommen, wo unterschiedliche Leute das sagen haben und die Dinge unterschiedlich gehandhabt werden. Von daher denke ich, dass du da mehr Glück hattest als ich. 

Kommentar von peaceandlove161 ,

Das kann sein mit den Städten :)

Antwort
von MarcelBerling, 44

Die Antifa-Anhänger sind kurz gesagt das genaue Gegenteil der Neonazis, der NPD etc.. Sie gelten jedoch als sehr gewalbereit, als ZU ÜBERZEUGT und nicht besser als ihre "rechten Gegner." Außerdem werben sie mit Vorliebe Jugendliche an, auch aus schlechteren Familienverhältnissen, was - verständlicher Weise - viele nicht gut finden. Sie richten oft schwere materielle Schäden an. Sie bedrohen andere Menschen und interessieren sich kaum für die Meinung anderer.

Kommentar von OhneRelevanz ,

Kannst du deine Aussagen überhaupt belegen? Linke sind bei weitem nicht so gewaltbereit wie Rechtsextremisten und wenn sie es sind, dann bei weitem nicht so extrem, s. aktueller Verfassungsschutzbericht. Linke haben seit 1990 niemanden mehr getötet, rechtsextreme Morde liegen bei mehr als 150.

Kommentar von MarcelBerling ,

Ich kannte viele Leute aus eben jener Scene. Wie dein Name schon sagt, sind deine Aussagen parteiisch und Ohne Relevanz

Kommentar von MarcelBerling ,

Übrigens sagt dein Profil um einiges mehr aus und wie du selbst sagst, HASST du alles Andere.

Antwort
von SiroOne, 69

Jaja alles schlecht nur die parlamentarische Demokratie, die ja schon von 1918 bis 1933 so versagt hat und nun wieder am versagen ist, ist gut.

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