Frage von AN2007, 132

Steuerrückzahlung - weniger Pendlerpauschale als im letzten Jahr - Warum?

Hallo, in den letzten Jahren habe ich immer größere Steuerrückzahlungen von 350 bis 800 Euro erhalten. In diesem Jahr waren es nur 80. Ich war in den Jahren teilweise Arbeitslos aber im letzten Jahr hab ich durchgehend einen Job gehabt und etwas unter 30.000 verdient.

Ich habe die Pendlerpauschale als Grund im "Verdacht", weshalb ich dieses Jahr weniger bekomme.

Auf dem Steuerbeschei steht: 220 Tage x 9km x 0,30 Euro = 594 Euro. Aber wieso bekomme ich insgesamt nur 80 Euro zurück? Müßten es nicht mindestens diese 594 Euro sein?? Wieso krieg ich weniger?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von petrapetra64, 54

Nein, das lag an deiner Arbeitslosigkeit, denn du kommst mit den läppigen 9 km nicht mal über die Penderpauschale von 1000 Euro, die dir eh schon beim monatlichen Abzug berücksichtigt wird.

Irgendwie hält sich dieses Gerücht, dass man vom Finanzamt die Fahrkosten erstattet bekäme. Dem ist leider nicht. Deine knapp 600 Euros würden bedeuten, dass von deinen knapp 30 000 Euro eben 600 Euro davon nicht versteuert werden. Du würdest also auf 600 Euro Einkommen keine Steuer zahlen, bei einem Steuersatz von 20 % bekämst du dann 120 Euro zurück.

Dabei muss man aber weiterhin noch berücksichtigen, dass es eben diese 1000 Euro Pauschale gibt, die jeder Arbeitnehmer bekommt, auch wenn er nur über die Strasse laufen muss zur Arbeit. Und der wird bereits monatlich berücksichtigt. Hat man also gar keine Fahrtkosten, kriegt man 1000 Euro Pauschale, hat man wie du nur 600 Euro, bekommt man auch 1000 Euro Pauschale. Nur was über die 1000 Euro hinausgeht (ich habe z.B. 40 km einfache Fahrt), wirkt sich tatsächlich aus und bewirkt eine Steuerrückzahlung.

Die 80 Euro waren daher recht viel, wenn du sonst nichts abzusetzen hattest.

Durch die Arbeitslosigkeit hingegen wurden dir in den gearbeiteten Zeiten zu viel Steuern abgezogen, weil davon ausgegangen wurde, dass du monatlich dieses Einkommen erziehlt hast und nicht nur ab und zu. Daher die hohe Rückzahlung.

Antwort
von Traveller24, 67

Nein, die 594€ bedeuten nicht, dass du diesen betrag zurückbekommst, sondern sie bedeuten, dass Du auf diesen Betrag keine Steuern zahlen musst.

Der Begriff "Von der Steuer absetzen" wird oft missverstanden. Beispiel: wenn ich 30.000 Euro im Jahr verdiene und nun 1.000 Euor "von der Steuer absetzen kann", dann bedeutet dies, das das Finanzamt meine Steuern nicht auf die 30.00 € berechnet, sondern nur auf 29.000 €. Die echte Steuerersparniss liegt also weit unter dem betrag, den ich von der Steuer absetzen kann.

Dass Du im letzten Jahr weniger zurückbekommen hast. liegt daran dass Du im letzten jahr ganz normal durchgearbeitet hast. In den Jahren davor hast Du nämlich in den Monaten in denen Du gearbeitet hast, immer zuviel Steuern bezahlt. Und die hast Du am Ende des Jahres zurückbekommen.

Erklärung: Lohnsteuer wird eigentlich auf das Jahreseinkommen berechnet. Jeden Monat macht Dein Arbeitgeber eine Abrechnung und zieht dir soviel Steuern ab, wie Du bezahlen müsstest wenn Du das ganze Jahr zu diesem Gehalt arbeiten würdest. Wenn Du aber nicht das ganze Jahr durcharbeitest, dann zahlst Du deshalb zuviel. Wenn Du zum Beispiel 2.000 Euro pro Monat verdienst, dann zahlst Du jeden Monat die Steuern, die eine Person mit 24.000 Euro Jahreseinkommen zahlt. Wenn Du aber nur zwei Monate in dem Jahr arbeitest, dann hast Du nur 4.000 Euro im Jahr verdient und liegst unter dem Steuerfreibetrag. Somit bekommst Du die monatlich gezahlten Steuern zurück.

Antwort
von Mikkey, 89

Du hattest 2015 eine Werbungskostenpauschale von 1000€, die ist bereits bei der Berechnung der Lohnsteuer berücksichtigt worden.

Hattest Du also nicht mindestens diese 1000€ Werbungskosten, kannst Du Dir die Angaben von vornherein sparen.

Die Pauschale war in den davor liegenden Jahren geringer (wenn auch nicht viel), die höhere Erstattung mag mit der Arbeitslosigkeit/sonstigem zusammengehangen haben.

Kommentar von PatrickLassan ,

Die höheren Erstattungen hängen sogar mit ziemlicher Sicherheit damit zusammen, dass der Fragesteller in den Vorjahren höhere Erstattungen bekommen hat.

Antwort
von Messkreisfehler, 77

Du bekommst nicht die 594 € zurück sondern dein zu versteuerndes Einkommen veringert sich um die 594 €.

Kommentar von petrapetra64 ,

das wäre korrekt, wenn es nicht die 1000 Euro Pauschale gäbe, die eh schon berücksichtigt ist. Daher mindert sich das zu verteuernde Einkommen hier gar nicht.

Antwort
von robi187, 62

es ist eine jahresteuer? wenn du arbeitslos warst hat ja weniger einkommen?

es gibt lohnsteuer vereine die man fragen könnte was eine überprüfung kostet?

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