Frage von Anonym9212, 31

Steuern zahlen Mini/Nebenjob?

Hallo zusammen, ich habe eine steuerliche Frage:

Eine Person hat einen Aushilfejob in einer Bäckerei auf 400Eurobasis(Brutto). Auf diese muss die Person keine Steuern zahlen.

Da der verdienst sehr gering ist, sucht sich die Person einen Nebenjob/Minijob an einer Tankstelle bei dem monatlich 300Euro Brutto zusätzlich verdient werden.

Laut Leiter/in der Tankstelle wurde nun die Behauptung aufgestellt, dass diese 400+300 Euro zusammengerechnet werden und so versteuert werden. Und so würde die Person an der Tankstelle nur 150 verdienen bzw. würden diese "auf die Hand" gezahlt werden, da sich ein größerer Aufwand nicht lohnen würde....

Meines Erachtens ist der/die Leiter/in der Tankstelle ein/e Steuerhinterzieher/in, da meines Wissens nach Nebenjob's bei der Minijob zentrale gemeldet werden müssen und bis 400Euro fast steuerfrei sind (glaube 3-4% werden nur versteuert.

Lediglich der ARBEITGEBER muss zusätzlich 30% des Verdienstes an die Minijobzentrale zahlen.

Für mich sieht es nun so aus, als ob der/die Arbeitgeber/in in diesem Fall diese 30% vom Verdienst des Arbeitnehmer's beziehen will um somit auf Kosten des Arbeitnehmer's Geld zu sparen. Warum sonst sollte das Geld "auf die Hand" gezahlt werden.

Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt und bitte um Antworten diesbezüglich. Kennt sich jemand in dieser Marterie aus? Es ist traurig, dass anscheinend "Arbeitgeber" schon versuchen Minijob'ler finanziell zu betrügen...

Danke im Voraus

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Anonym9212,

Schau mal bitte hier:
Steuern Nebenjob

Antwort
von kevin1905, 4

Ist die Lohnsummer zweier oder mehr Minijobs größer als 450,- € im Monat, hören ALLE Jobs auf Minijobs zu sein und werden steuer- und sozialversicherungspflichtig (folgt u.a. aus § 8 SGB IV).

Der Arbeitgeber hat also insoweit Recht.

Da nun 700,- € Brutto vorliegen, gibt es keine Minijobs mehr und auch die Minijobzentrale ist außen vor.

Arbeitgeber #1 (Bäcker) führt den Job in Steuerklasse I, wobei aufgrund der Höhe keine Steuerabzüge anfallen. Jedoch müssen Beiträge zur

  • Renten-,
  • Kranken-,
  • Pflege- und
  • Arbeitslosenversicherung

bezahlt werden. Die Beiträge teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer etwa zu Hälfte (Ausnahme: kassenabh. Zusatzbeitrag, evtl. kinderlosen Zuschlag in der PV).

Arbeitgeber #2 (Tanke) führt den Job in Steuerklasse VI mit den höchstmöglichen Abzügen. Auch Sozialversicherungsbeiträge werden voll fällig, wie beim ersten Job.

Beiden Arbeitgebern ist vorzulegen:

  • Steuer-ID (sonst geht auch der erste Job in die Klasse VI und das wäre der Gipfel der Idiotie).
  • Mitgliedbescheinigung der Krankenkasse
  • SV-Nummer

Es handelt sich NICHT um Steuerhinterziehung! Auch eine Barauszahlung von Lohn ist nicht verboten!

Wenn es das Ziel des Arbeitnehmers war möglichst viel Nettoentgelt zu gewinnen, hat er dafür den dümmsten Weg gewählt!

Antwort
von DerSchopenhauer, 12

Wenn man mit einem oder mehreren Minijobs die 450 € Grenze überschreitet, ist man voll sozialversicherungspflichtig (ArbG und ArbN zahlen Beiträge). Steuerlich ist das i. d. R. für den Arbeitnehmer nicht von Bedeutung, sofern er keine anderen steuerpflichtigen Einkünfte hat.

Wenn ein Teil des Geldes "schwarz" ausgezahlt wird (damit man nicht offiziell über die 450 €-Grenze rutscht), dann machen sich sowohl der ArbG als auch der ArbN strafbar.

Antwort
von Peppi26, 12

Ich glaube das wird zusammen gezählt beide Jobs! Alles was über 400€ verdient wird ist versicherungspflichtig! Ansonsten könnte man ja drei Jobs haben und keine Steuern zahlen!

Kommentar von kevin1905 ,

450,- €

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