Frage von BradPittGay,

Steuern zahlen beim Verkauf der vormals elterlichen Eigentumswohnung ?

Hallo, ich habe in 2006 die Eigentumswohnung meiner Mutter von ihr per Notar übertragen bekommen incl. lebenslangem Wohnrecht. Ich selbst wohne nicht in dieser Wohnung. In 2007 verstarb meine Mutter und die Wohnung stand zum Verkauf an.Zwei Jahre lang stand die Wohnung leer, trotz Hilfe eines Maklers. Der Kaufvertrag, der privat geschlossen wurde für diese Wohnung, wurde Ende 2008 unterschrieben und das Geld für diese Immobilie erhielt ich Anfang März 2009, wo auch die neuen Eigentümer einzogen. Das Geld für diese Wohnung erhielt komplett meine Bausparkasse, da die Wohnung noch belastet war. Nun erhielt ich Post vom Fiskus mit der Mitteilung, daß ich den Erlös aus diesem Verkauf zu versteuern habe, da ich selbst keine zehn Jahre als Eigentümer darin gewohnt habe. Diese Regelung gäbe es ab 2009. Mir war davon nichts bekannt, sonst hätte ich die Wohnung ja vermietet. Könnt Ihr mir helfen, muß ich wirklich Steuern zahlen? (ohman, dann bin ich ja pleite). Herzlichen Dank für ne' Antwort und für Tipp' s.

Hilfreichste Antwort von Chianti,
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Frage: war diese Wohnung zum Zeitpunkt der Übertragung (Schenkung) durch deine Mutter lastenfrei oder hast du auf diese Wohnung erst nach Übertragung eine Hypothek aufgenommen?

Kommentar von Chianti,

Zusatzfrage: Wie lange war diese Wohnung im Besitz deiner Mutter?

Kommentar von EnnoBecker,

Und Zusatzfrage Nr. 2: Wie hat dieses "Überschreiben" stattgefunden. War es eine Schenkung (hinsichtlich des Vorbehaltsnießbrauchs selbstverständlich teilweise aufschiebend) oder wurde irgendetwas vereinbart?
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Soviel sei aber schon mal gesagt: Hier war ein Sachbearbeiter sehr eifrig. Eine Regelung aus dem Jahr 2009, auf die das FA sein Begehren stützt, gibt es nicht.

Kommentar von BradPittGay,

Nein, die Wohnung war nicht lastenfrei und ich habe kein Geld an meine Mutter für diese Wohnung gezahlt. Die Wohnung haben meine Eltern 1975 erworben.

Kommentar von EnnoBecker,

Also hast du reale Verbindlichkeiten mit übernommen?

Antwort von RautenMiro,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Also erschlagt mich, aber ich sehe jetzt kein Problem mehr.

Übertragung im Wege der vorweggenommen Erbfolge, die Anschaffung der Eltern war 1975, also ich sehe da keine Probleme.....

Kein priv. Veräußerungsgeschäft meiner Meinung.

Kommentar von EnnoBecker,

Sehe ich nicht so eindeutig. Wenn der Sohn bei der Übertragung Verbindlichkeiten übernommen hatte, dann kommen wir zu einem (teil-)entgeltlichen Erwerb.
 
Aber das hat den Fragesteller wohl nicht mehr interessiert.

Kommentar von BradPittGay,

Liebe Leute, ein herzlichen Dank an Alle die hier geantwortet haben. Ich habe zwischenzeitlich einen Steuerberater hinzugezogen und er hat die Sache für mich zum Positiven erledigt. Ich brauche für den Verkauf der Wohnung keine Steuern zahlen!!! Und habe meine normale Steuererstattung erhalten. Nochmals vielen Dank für Eure Antworten. Danke auch an Enno Becker für den letzten Satz . Doch, wobei mich noch interessieren würde, warum die Verbindlichkeiten gegenüber der Bausparkasse zu einem (teil-)entgeltlichen Erwerb führen? Ich habe doch eigentlich die Belastungen sozusagen von meiner Mutter damals übertragen bekommen. Für mich also ein Minusgeschäft, wenn ich jetzt Unternehmer wäre.

Kommentar von EnnoBecker,

"warum die Verbindlichkeiten ... zu einem (teil-)entgeltlichen Erwerb führen?"
 
Hm... stell dir vor, ich "schenke" dir ein Grundstück unter der Auflage, dass du die darauf lastenden Verbindlichkeiten mit übernimmst. Also meine Kredite fortführst. Würdest du da von einem Geschenk sprechen wollen?

Antwort von EnnoBecker,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Ich fasse mal zusammen:
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Hat die Mutter das Haus an dich verschenkt? Oder wurde ein Entgelt vereinbart, und wenn ja, dann in welcher Form? Der Vorbehaltsnießbrauch (=Wohnrecht) ist hier erstmal unschädlich.
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Wenn es ein Geschenk war, wie lange war das Haus im Familienbesitz?
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Wenn es ein entgeltlicher oder teilentgeltlicher Erwerb war - oder wenn das Haus noch keine 10 Jahre im Familienbesitz war: Wie hoch waren die Anschaffungskosten und wurde das Grundstück jemals vermietet?
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Und vor allem: Keine Sorge: Den Verkaufserlös musst du nicht versteuern, egal bei welcher Gestaltung.

Antwort von Robinek,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Versteuerung kann ich mir nicht vorstellen Ist ja ein Erbe. Über welchen Wert sprechen wir? Würde mich bei Haus & Grund erkundigen, die haben Speziallisten für sowas

Kommentar von Chianti,

Es ist ein unentgeltlicher Erwerb (Erbschaft). Da gilt für die Bemessung der Spekulationsfrist das Kaufdatum des Erblassers, alos der Mutter. Nur wenn der das Haus innernhalb von 10 Jahren selbst erworben haben sollte, fällt Steuer an.

Kommentar von EnnoBecker,

Was issn Haus & Grund?
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Chianti, genaugenommen ist es eine Schenkung, aber das spielt letztlich keine Rollen.
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Wobei - "hat überschrieben" sagt noch nichts aus über die Entgeltlichkeit. Es könnte auch ein Entgelt (siehe neuer Rentenerlass) vorliegen. Dies wäre zu klären.

Kommentar von Chianti,

unter "selbst erworben" ist nicht geerbt zu verstehen, sondern selbst gekauft! die spekulations-bzw. haltefrist geht doch wohl auf den erben über!

Kommentar von EnnoBecker,

Da hast du recht, hab ich überlesen.

Kommentar von BradPittGay,

Nein, nein, nein, ich habe die Wohnung nicht erworben! ich habe für diese Wohnung kein Geld an meine Mutter gezahlt. Sie hat sie mir übertragen mit Nießbrauchrecht. Wie gesagt nach dem Tod meiner Mutter stand die Wohnung fast zwei Jahr leer, ehe ich sie verkaufen konnte, hatte fast schon einen Mieter drin, aber ich wollte nicht. Nur das FA sieht es so, daß ich selbst nicht zehn Jahre in der Wohnung gewohnt habe und müßte deshalb den Verkauferlös von fast 120.000 EURO als Gewinn versteuern zusätzlich zu meinem Verdienst.

Kommentar von EnnoBecker,

Vergiss den neuen RE, der kam ja erst jetzt im März, und der Sachverhalt ist aus 2009. Also: der alte RE.

Antwort von MarkusReinartz,

Wo ist denn das Problem, es müssen doch sicherlich nur Gewinne versteuert werden und die gab es doch nicht. Mit freundlichen Grüßen

ReiMa-Baudienstleistungen

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