Mortimer am 12.08.2009 um 23:36 Uhr
Ich arbeite eben mit einen hohen Provisionsanteil, was mein Gehalt stark varieren läßt. Kollegen meinen, wenn ich 2500 bis 3200€ brutto verdiene, erreiche ich, irgendwo daszwischen , bei Steuerklasse 4, eine höhere Steuerklasse, womit ich statt (fiktive Zahlen) z.B. 40%, dann 44% Steuer zahle, was mir am Ende für etwas mehr Brutto, weniger Netto einbringt.
Stimmt das, habt ihr konkrette Infos?
Bei einem sich verändernden Einkommen kommst du nicht in eine andere Steuerklasse, die bleibt da erstmal gleich. Dein Lohn/Gehalt wirdt lediglich nach einem anderen Steuersatz besteuert. Es sei denn, dein Lebenspartner verdient danach im Vergleich so wenig, dass sich ein Wechsel für Dich, in eine andere Steuerklasse, lohnt. Wobei Du dann die Steuerklasse 3 erhältst und der Partner die Steuerklasse 5. Gilt aber meines Wissens nur für Verheiratete. Um deine Frage zu beantworten: Bei einem Einkommen von 2500.-€ wird eine Lohnsteuer von 15,36% = 384.-€ berechnet, Bei 3200.-€ sind es 18,73% = 599,41. Du kannst das aber auch selbst kostenlos errechnen. www.sueddeutsche.de/jobkarriere/4/300002/uebersicht/12/index.html

Man kann in Deutschland niemals weniger Netto haben, wenn man mehr verdient !
Das würde ja bedeuten, dass über 100% Abgaben anfallen.
Die Steuerklassenfrage ist nur temporär, da bei der Einkommensteuererklärung endabgerechnet wird.
Steuer max. 45%, selbst wenn alle Sozialversicherungspflichtig ist, beibt immer noch was in der eigenen Tasche.

Ja das stimmt so. Du kannst höchstens mit deiner Firma sprechen das du die Provision vielleicht in Sprit oder ... ausbezahlt haben willst dann kommst du besser davon
Mortimer am 12. August 2009 23:42 Gute Idee, die werden auch das Thema schon gehabt haben... werde fragen, kostet nix.
Danke und DH.
ne ich glaube da besteht bei diesem gehalt kein problem, erst ab 7 bzw 8000€ wirst du vollbesteuert

Es ist Blödsinn, dass vom ein Mehreinkommen nichts übrig bleibt. Selbst der höchste Steuersatz liegt unter 50%
Mortimer am 12. August 2009 23:55 Ich meinte damit: Verdiene noch 20€ mehr Brutto und bekomme am Ende 10€ Netto weniger , als zuvor, wegen höheres Steuersatzes...
Mit nix übrig bleiben hat meine Frage nix zu tun!
LittleArrow am 13. August 2009 02:04 "Verdiene noch 20€ mehr Brutto und bekomme am Ende 10€ Netto weniger , als zuvor ...": Das gibt es in Deutschland nicht!
Allenfalls steigt für die € 20 mehr Dein sog. Grenzsteuersatz von - sagen wir - 30 % auf 31 %.
Perfekt, du hast meine Frage ad ultimo beantwortet! Danke, danke, danke. :-)
Roadrunner: Du hast den Durchschnittssteuersatz richtig berechnet und Du weist auch auf den sich ändernden Steuersatz hin! Aber Mortimer will wissen, wie hoch der Mehrverdienst von € 700/Monat besteuert wird. Dazu braucht man den Grenzsteuersatz.
Der Grenzsteuersatz ist beim Bruttoeinkommen von € 2.500 (vermindert um Werbungskosten und Sonderausgaben von insb. ca. € 3.500) ca. 30 % auf den letzten zusätzlichen Euro. Wenn jetzt € 700/Monat dazu kommen, steigt dafür der Grenzsteuersatz auf 34 %!
Erst bei einem zu versteuernden Einkommen von € 52.552 steigt der Grenzsteuersatz auf den 1. Spitzensteuersatz von 42 % und ab € 250.001 auf 45 %.
Danke, LittleArrow, für den Zusatz. Wie ich Deinen Beitrag verstehe, steigt zwar den grenzsteursatz von 30 auf 34%, aber NUR für die zusätzliche 700€ und nicht für den ganzen Brutto... Richtig ?
Richtig! Der Grenzsteuersatz gibt den Steuersatz an, mit dem ein kleines zusätzliches Mehr-/Mindereinkommen besteuert wird.
Sehr schön kannst Du Dir die Grenzsteuerkurve hier grafisch ansehen: https://www.abgabenrechner.de/ekst/?
Und Du siehst auch anschaulich das "Nachhinken" des Durchschnittssteuersatzes.