Frage von kadurfrank,

Steuern - Erbschaft - Grundstücksverkauf

Schenkung - Steuer zahlen bei Grundstücksverkauf?

1991 ist mein Vater verstorben und hat unserer Mutter, meiner Schwester und mir ein Baugrundstück vererbt.

Im Zuge der Erbauseinandersetzung im Jahre 2004 hat unsere Mutter mir ihren Anteil unentgeltlich übertragen, meine Schwester erhielt von mir für ihren Anteil fünfzehntausend Euro.

Das Finanzamt hat in diesem Zusammenhang den Grundbesitzwert des Baugrundstückes mit 90tausend Euro festgestellt.

In 2010 möchte ich das Baugrundstück zu einem Verkehrswert von ca. 140tausend Euro verkaufen.

Fragen:

  • Müsste ich einen Veräußerungsgewinn versteuern?

    • Wie hoch wäre der Veräußerungsgewinn bei dieser Ausgangslage?
    • Haben die Neuregelungen, die in der Zwischenzeit in Kraft getreten sind bzw. in 2010 kommen sollen, einen Einfluss auf diese Punkte?
Hilfreichste Antwort von EnnoBecker,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Den Teil, den du deiner Schwester abgekauft hast, hast du entgeltlich erworben und nicht geerbt. Dieser Teil unterliegt dem § 23 (1) EStG. Da du das Grundstück nicht selbst bewohnt hast (im Jahr des Verkaufs und in den beiden Jahren davor), greift auch die Ausnahmeregelung nicht.
 
Jetzt könnte man höchstens drüber nachsinnen, ob du von deiner Schwester nicht auch teilentgelich erworben hast (15' bezahlt für 22,5' Wert).
 

Kommentar von kadurfrank,

Hallo EnnoBecker, danke für den Hinweis (15´ statt 22,5´).

Der Grundbesitzwert (90´)wurde vom FA auf Grund des Bodenrichtwertes unter Abzug von 20% ermittelt. Wie berechnet sich dann der Veräußerungsgewinn?

Kommentar von EnnoBecker,

Naja, die Bemessungsgrößen für Zwecke der Schenkung/Erbschaftsteuer errechnen sich ja anders als die für die Einkommensteuer. Da kann man keinen Strich mit dem Lineal ziehen und von einem aufs andere schließen. Die 22,5 habe ich deshalb auch nur der Einfachheit halber angenommen.

Kommentar von kadurfrank,

Danke für den Kommentar. Die Sache scheint schwierig zu werden. Gibt es eine Möglichkeit, den Verkauf vertraglich auf 2014 zu "verschieben"? Dann wäre das Problem gelöst.

Antwort von Snooopy155,

Es handelt sich um eine Erbschaft / Schenkung; damit fällt keine Steuer auf einen möglichen Gewinn bei der Veräusserung an.

Kommentar von kadurfrank,

Hallo Snooopy155, vielen Dank für deine schnelle Antwort. Handelt es sich durch die erfolgte Ausgleichszahlung an meine Schwester nicht um einen sogenannten teilentgeltlichen Erwerb, bei dem Steuern auf Veräußerungsgewinne erhoben werden?

Kommentar von EnnoBecker,

Völlig richtig. Den Teil, den du deiner Schwester abgekauft hast, hast du entgeltlich erworben und nicht geerbt. Dieser Teil unterliegt dem § 23 (1) EStG.

Kommentar von Snooopy155,

Ich sehe dies etwas anders, denn es handelt sich hier um die Auflösung einer Erbengemeinschaft und nicht um den Verkauf unter Geschwistern. Mir ist neu, dass das sogenannte Auszahlen von Erben der Besteuerung unterworfen wird, soweit die Freigrenzen nicht überschritten werden.

Kommentar von EnnoBecker,

Und kannst du, außer dass es dir "neu" ist, deine Ansicht auch noch begründen, wonach die Hingabe von Geld gegen Rechte an einem Grundstück kein Kauf ist?
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Das "Auszahlen von Erben", also der Kauf, wird auch nicht der Besteuerung unterworfen, und darum ging es hier auch nicht. Für die verkaufende Schwester gilt ja auch noch die Fußstapfentheorie.
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Bitte auch gleich noch die "Freigrenzen" erläutern, das habe ich nämlich nicht verstanden. Danke.

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