Frage von Commodos, 15

Steuerklassenkombination - was ist sinnvoll bei Kinderplanung?

Hallo,

habe eine Frage, bei der es vermutlich einen Experten braucht.

Mann: Einkommen Jahresbrutto 36 - 38 000 € gesetzlich versichert. 1 x Kinderfreibetrag derzeit Steuerklasse III Netto ca. 2100 - 2300€ mtl.

Frau Einkommen Jahresbrutto ca. 22.000€ Netto ca. 1400€ Beamtin PKV-Beitrag für sich selbst + Kind = ca. 300€ mtl. derzeit Steuerklasse V.

Macht ein Wechsel in Steuerklasse IV / IV bzw. IV / IV mit Faktor Sinn, wenn man in die Zukunft gesehen noch einen Kinderwunsch hat?

Uns ist bewusst, dass man mit der Steuererklärung etwaig zuviel bezahlte Steuern zurück erhält - was uns nicht ganz klar ist, wäre:

a) wie genau wirkt sich das auf das aktuelle Nettoeinkommen aus? b) rentiert es sich, mtl. Einbußen hinzunehmen im Bezug auf zukünftiges Elterngeld (67 % vom Netto der letzten 12 Monate)

Wir glauben ja - und wir glauben derzeit, dass sich sogar mit Umstellung in IV IV mit Faktor das Nettogesamteinkommen nicht wesentlich verringert.

Stimmt unsere bisherige Einschätzung. Kann man diesen Schritt empfehlen?

Vielen Dank an alle, die hier Tiefenmateriewissen beitragen können.

PS: bitte nur fachkundige Antworten

Antwort
von NickgF, 14

a) wie genau wirkt sich das auf das aktuelle Nettoeinkommen aus?

Bei 4/4 mit Faktor wird grundsätzlich erreicht, dass der Steuerabzug in etwa der späteren Jahreseinkommensteuer entspricht. Evtl. Erstattungen / Nachzahlungen bei der ESt-Veranlagung verringern sich gegenüber 3/5 und 4/4. Zusammen hättet ihr vermutlich etwas höhere Abzüge als derzeit mit 3/5

Macht ein Wechsel in Steuerklasse IV / IV bzw. IV / IV mit Faktor Sinn, wenn man in die Zukunft gesehen noch einen Kinderwunsch hat?

Hins.des "Steuerklassentricks" zur Beeinflussung der Elterngeldhöhe wäre 4/4 (mit oder ohne Faktor) zwar schon etwas besser als deine aktuelle StKl. 5.

Um den optimalen Effekt zu erreichen, sollte allerdings der für den Bezug von Elterngeld vorgesehene Elternteil (idR die Ehefrau/Mutter) in die StKl 3 wechseln - der andere (idR besser verdienende Ehemann hätte dann für einige Zeit - evtl. bis zum Jahresende - die 5)

Damit wird erreicht, dass die Mutter ihr Nettoeinkommen größtmöglich erhöht. Bei der Elterngeldberechnung wird die Steuerklasse zugrunde gelegt, die in den 12 Monaten vor der Geburt bei ihr am häufigsten zur Anwendung kam..

b) rentiert es sich, mtl. Einbußen hinzunehmen im Bezug auf zukünftiges Elterngeld (67 % vom Netto der letzten 12 Monate)

Dieser Wechsel (sofort nach Eintritt der Schwangerschaft beantragen) führt natürlich bei den Lohnsteuern zu Höchstabzügen, diese werden aber bei der späteren ESt-Veranlagung ausgeglichen/zurückgezahlt.

Unterm Strich steht somit einem kleinen Zinsnachteil ein wesentlich höheres Elterngeld von u.U. mehreren 1.000 € gegenüber !!

Am Ende der verlinkten Seite Teil II aufrufen!

https://www.test.de/Steuerklasse-wechseln-Ein-Riesenplus-beim-Elterngeld-4577976...


P.S. > Vorsicht, Eheleute können grunds. nur 1 x pro Jahr die Klassen ändern - Ausnahmefälle sind im Antragsformular aufgelistet..

Antwort
von kevin1905, 15

Zur Elterngeldoptimierung, sollte derjenige, der das Elterngeld bezieht die Klasse III annehmen.

Aber Achtung: Elterngeld wird steuerfrei ausgezahlt unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt.

Ansonsten ist die Wahl der Steuerklasse belanglos, da diese keine Auswirkung auf die Höhe der geschuldeten Einkommensteuer haben.

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