Frage von DanielJu1337, 993

Steuerkette Hyundai i30 - Reparatur lohnenswert?

Guten Tag liebe Community :)

Am Donnerstag diese Woche wollte ich mit meinem Hyundai i30 1.4 "Classic" (80 KW, EZ Oktober 2010) losfahren, als mir die orange leuchtende Motorkontrollleuchte auffiel.

Also ab in die nächste Werkstatt, in meinem Fall war dies eine A.T.U. Werkstatt in meiner Nähe, da ich nicht noch unnötige Kilometer zur Hyundai Werkstatt fahren wollte.

Der Mitarbeiter hat daraufhin den Fehlerspeicher ausgelesen, Ergebnis:

"Fehlercode P0011: EInlass Nockenwellenposition Bank 1 - übermäßige Frühverstellung/ Funktion fehlerhaft"

Mit dem Vermerk, dass ich so schnell es geht in eine Hyundai Werkstatt muss und er mir diesen Fehlercode nun aus dem System gelöscht hat (natürlich ohne den Fehler behoben zu haben), nur MKL hat nicht mehr geleuchtet.

Angekommen bei Hyundai erzählte ich dort von meinem Problem und händigte dem Werkstattmeister das "Fehlerprotokoll" aus. Dieser sagte mir lediglich, er könnte nichts machen da die MKL nicht mehr leuchtet und er somit den Fehler nicht finden könnte.

Jedenfalls sollte ich dann, ich zitiere "Solange weiterfahren bis die MKL wieder aufleuchtet", auf meine Frage ob das bedenkenlos wäre antwortete er mir mit JA.

Gesagt getan, ich fuhr also weiter. Keine 10 Kilometer weiter, auf einer Landstraße ging mir der Motor WÄHREND der Fahrt aus, bei erneutem Startversuch war lediglich ein durchdrehen des Motors zu hören sowie ein sehr lautes "Klackern". Motor startet nicht mehr. Also ADAC angerufen und gewartet.

Diagnose ADAC: Nockenwellensensor defekt -> Abschleppen zu Hyundai.

Nun war ich also bei Hyundai gestern Morgen, die haben mir einen Kostenvoranschlag in Höhe von 1004€ gestellt. Auf die Frage, ob es auch zu diesem Schaden gekommen wäre wenn ich nicht mehr weitergefahren wäre, konnte er mir keine genaue Antwort geben, aber "normalerweise schon".

Garantie ist letztes Jahr ausgelaufen, über Kulanz wird es auch nicht gemacht.

Das zweite Problem: Wenn die Reparatur ausgeführt werden würde, hätte ich keine Sicherheit das mein Auto danach wieder läuft, da die Möglichkeit besteht, dass die Zylinder was abbekommen haben, was mich weitere ~1500€ kosten würde. Das kann er mir aber erst sagen NACHDEM er die Steuerkette gewechselt hat.

Meine Frage ist nun ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist , dass die Zylinder wirklich beschädigt wurden und ob ich mit dem Kauf eines neues Autos (wäre ein Verlust von ca. 2000€) besser dran wäre?

Die Reparaturkosten belaufen sich im schlimmsten Fall auf über 3500€, eine Neuanschaffung wäre "nur" ein Verlust von 2000€.

Für eure Antworten bedanke ich mich im Vorraus :)

liebe Grüße Daniel

Antwort
von Dancy, 811

Hallo,

ich bin selbst KFZ-Werkstattmeister, und finde die Aussage, das er nicht genau sagen könne, ohne erst eine neue Kette zu montieren lächerlich. Dazu auch noch lächerlich ist, das er ohne Fehlerspeicher nichts machen könne.. Traurig! Ahnungslosigkeit, oder fehlendes Engagement - diese frage stellte ich mir, als ich das laß. Jede "gute" Werkstatt hat heutzutage ein Endoskop mit dem man wunderbar in die Brennräume schauen kann, und ein evl. aufsetzen/aufschlagen der Ventile anhand von abrieb der ablagerungen auf dem Kolbenboden, oder so gar "Dellen", "Kratzer" auf dem Kolbenboden feststellen kann. Wenn dies der Fall ist, dann kann man auf jeden fall den Zylinderkopf schon mal demontieren, und sich die sache genauer anschauen, so wie überlegen was man macht.

Anhand der Aussagen von der Werkstatt, merkt man das die entweder kein bock haben, keine ahnung haben, oder einfach nur "abzocken" - will aber niemanden entwas unterstellen.

Zu deiner Fragen, ob sich das lohnt? Sonst irgend welche Probleme mit dem Fahrzeug? Wenn die Reperatur sachgemäß von einem Fachmann durchgeführt wird, mit Garantie, und in absehbarer Zeit keine weiteren mängel ersichtlich sind (Beginnendes Spiel der voder/hinterachse, Rost, o.ä.), ohne jetzt äußerliche einwirkungen wie ein Unfall/Totalschaden oder Diebstahl zu brücksichtigen würde sich die Reperatur durch aus noch lohnen.

Denn: kauft man sich einen "neuen" Gebrauchtwagen dann weiß man auch nicht wirklich, wo ran man ist. Bei kauf eines neuwagens schaut das wieder anders aus. Garantie, und so weiter..

Kommentar von MARLBOROpink ,

Sehr gut geschrieben.

Kommentar von LukeLukas ,

Ich würde noch einen Kompressionstest nachschieben, zur Sicherheit.

Kommentar von Dancy ,

Stimmt, schande über mein haupt, das ich die Kompressions-Messung total umgangen habe, Danke! :)

Vorher würde ich aber den Motor von hand durchdrehen, um zu überprüfen, ob ("noch") Metallischer Kontakt/Widerstand da ist. Dann würde ich auf die Kompressionsmessung verzichten, um evl. größeren Schaden zu vermeiden. Mit glück, sind nur die Ventile krumm, und man muss nicht den ganzen Zylinderkopf überarbeiten, sondern nur ein satz neue Ventile spendieren.

Also, wie man merkt: JEDER fall von übersetzen der Steuerkette, bzw. nicht übereinstimmenden Steuerzeiten ist anders.

Grundsätzlich: Steuerzeiten überprüfen, Endoskop reinhalten, Kompressionsmessung. - Dann kann man entscheiden, was man tut.

Antwort
von silberwald, 689

Wenn nur der Nockenwellen Sensor kaputt ist, dann hat die Steuerkette/Zahnriemen/Zylinder nichts abbekommen. Ich hatte das bei meinem letzten Auto auch mal. Nach dem Wechsel war es wieder ok.

Wenn wirklich die Steuerkette kaputt wäre, dann würde der Motor nicht mehr durchdrehen (weil kaputt)

Hier ist die Funktion gut erklärt: https://www.gutefrage.net/frage/wozu-dient-ein-nockenwellensensor

Das Klackern kommt daher, das der Anlasser durchdreht (und die Zylinder auch). Weil aber der Sensor kaputt ist, bekommt das Steuergerät keine Infos und kann auch nicht richtig Sprit einspritzen. Deswegen startet der Motor nicht.

Lass also erstmal den Sensor wechseln. Oder geh mal zu einer freien Werkstatt.

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