Steuerfrage: Was passiert, wenn ich als journalistische Kleinunternehmerin, den Betrag von 17500 Euro überschreite?

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5 Antworten

Du brauchst dringend einen Steuerberater. Der übernimmt dann alle wichtigen Sachen, die mit dem Finanzamt zu klären sind.

Ich bin ab Jahr eins kein Kleinunternehmer mehr gewesen. Das war beabsichtigt.

Vorteile sind bei dir zukünftig, daß du die Vorsteuer gegen die Mehrwertsteuer rechnen kannst. Allerdings ist das eher marginal zu betrachten, weil die Einnahmen doch deutlich über den Ausgaben liegen.

Ein Steuerberater macht auch deshalb Sinn, weil du möglicherweise eine Ist-Besteuerung beantragen kannst. Die ist sinnvoll, wenn deine Kunden sich Zeit lassen mit der Zahlung. Dann wird die Mehrwertsteuer erst im übernächsten Monat nach Zahlungseingang abgeführt. Das kann Liquidität schaffen.

Insgesamt scheint dich dein Erfolg zu überraschen?

Wenn du einen Steuerberater hast, der zudem nicht die Welt kostet, hast du monatlich einen Überblick über alles und kannst entsprechend vorausplanen.

VLG


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Kommentar von leidice
22.01.2016, 00:16

Ja, einen Steuerberater brauche ich definitiv :) Da bin ich auch dran.
Weil ich allerdings möglichst schnell Klarheit brauche, wollte ich vorab mal die Schwarmintelligenz fragen, so zum allgemeinen Verständnis.
Danke für deinen Hinweis - ich wusste nicht, dass die Ist-Besteuerung auch einen Vorteil bei der Mehrwertsteuer bringt!
...Ob man das "Erfolg" nennen kann, was ich da habe, weiß ich noch nicht. Vielleicht war ich als Pessimist einfach auf "schlimmeres" eingestellt :)

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1. Nein, 2015 bist und bleibst Du Kleinunternehmerin, weil Du den Umsatz nicht erwartet hattest.

2. 2016 bist Du (zum Glück) nicht mehr Kleinunternehmerin, denn Deine entscheidung für Kleinunternehmer war falsch.

3. Du musst für 2015 einfach nur die Einnahmen und Ausgaben mit einer Einnahmen- Ausgaben-Überschussrechnung erfassen und den Gewinn ermitteln.

4. Der Gewinn geht über die Anlage "S" in Deine Einkommensteuererklärung.

5. Warum war Deine Entscheidung Kleinunternehmer zu sein falsch? Ganz einfach, Du arbeitest nur für Unternehmen. Für die ist es egal, ob Du als Kleinunternehmerin 200,- Euro berechnest, oder als Regelbesteuerin 200,- + 7 % (14,- Euro) = 214,- Euro berechnest, weil die die 14,- Euro als Vorsteuer zurück bekommen. Aber damit hast Du selbst den Vorsteuerabzug. Ein neues MacBookAir, kostet Dich damit nicht mehr 1.190,- Euro, sondern nur noch 1.000,-, weil Du 190,- beim Finanzamt, von Deiner eigenen Umsatzsteuerschuld abziehen kannst.

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Bin ich damit nun rückwirkend für 
das Jahr 2015 umsatzsteuerpflichtig?

Nein.

Verliere ich jetzt auch für 2016 den Status als Kleinunternehmerin?

Ja.

Ab 2016 musst du die Umsatzsteuer in deinen Rechnungen ausweisen. Ob du den ermäßigten Steuersatz anwenden darfst, hängt von deiner konkreten Tätigkeit ab (erstellst du urheberrechtlich geschützte Beiträge?). Du wirst monatliche Voranmeldungen abgeben müssen. Vorteil der Regelbesteuerung ist die Vorsteuerabzugsmöglichkeit. Ein Steuerberater wird dir behilflich sein.

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Für 2015 nutzt du die reglung nach § 19 UstG .

Ab 2016 fällst du dann unter die Regelbesteuerung und führst die MwST an den Fiskus ab. Im gegenzug kannst du deine verausgabte MwST gegen rechnen.

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Ich glaube, dass schon viele Deiner Fragen beantwortet worden sind und Du einigermaßen sicher bist, wie Du weiter vorgehen musst.

Ich hätte noch eine Anmerkung hinsichtlich der Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Rechten. Schau Dir in Bezug auf die Umsatzsteuer bitte allgemein § 12 Umsatzsteuergesetz und hinsichtlich Deiner Leistungen als Autorin speziell § 12 Absatz 2 Nr. 7 Buchstabe c Umsatzsteuergesetz an:

"die Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Rechten, die sich aus dem Urheberrechtsgesetz ergeben,"

Du solltest Dich hinsichtlich der Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Rechten, die sich aus dem Urheberrechtsgesetz ergeben auch noch einmal wirtschaftsrechtlich fachkundig beraten lassen.

Ansonsten wünsche ich viel Erfolg weiterhin!

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