Frage von MikeRat, 472

Steuerfachangestellte/r, ist das ein guter Beruf?

Lohnt sich die Umschulung?
Also macht das Spaß und findet man nach der Ausbildung auch einen netten Arbeitgeber? Lohnbuchhaltung klingt doch ganz nett.

Wer weiß welche Weiterbildungsmöglichkeiten es gibt?
Was verdient man da überhaupt?

Googeln kann ich selber, ich hätte gerne Infos von Leuten die den Job auch wirklich machen 😀.

Danke  

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 356

Ich mache die Tätigkeit nicht, sondern ich habe sie gemacht, bis ich die Steuerbevollmächtigtenprüfung gemacht habe (später dann Steuerberater vor 30 Jahren).

Ist ein sehr interessanter Beruf. man hat mit den unterschiedlichsten Betrieben zu tun, hat viel Einblicke und ein breites Spektrum an Tätigkeiten, von Buchhaltung, über Lohn- und Gehaltsbuchhaltung. 

Ausserdem, mit der Ausbildung kommt man, wenn man wirklich mal was anderes machen will, in jeder Branche mit Kusshand zu einer Spitzenanstellung.

Kommentar von Y0DA1 ,

Ausserdem, mit der Ausbildung kommt man, wenn man wirklich mal was anderes machen will, in jeder Branche mit Kusshand zu einer Spitzenanstellung.

Na die Realität ist dann doch nicht ganz so geblümt, wie du es schreibst. Sonst würden ja alle Steuerfachangestellten sofort den Job wechseln ;)

Antwort
von MenschMitPlan, 380

Das ist ein toller Job. Aber sehr komplex, man muss sehr viel wissen, immer auf dem aktuellstem Stand sein. Zu den Meldefristen kanns auch extrem stressig sein.
Weiterbildungsmöglichkeiten: Steuerfachwirt, Bilanzbuchhalter, Steuerberater (alles nach entsprechender Berufserfahrung).

Antwort
von Joergi666, 347

ob sich die Sache lohnt muss wohl jeder für sich selber entscheiden, von finanziellen Aussichten und den ganz generellen Arbeitsaussichten nicht der schlechteste Beruf. Man braucht auf jeden Fall Spaß an Zahlen / am Rechnen, bzw. ein sehr gutes mathematisch Verständnis. Und du erwartest doch wohl nicht ernsthaft eine Antwort auf die Frage mit dem netten Arbeitgeber? In jeder Branche gibt es schlechtere und bessere Arbeitgeber. Ich habe Buchhaltung mal an der Uni gelernt und fands grauenhaft- habe aber eben auch gar kein Spaß an Mathe. Und wenn du googlen kannst sind Verdienst und Weiterbildungen leicht zu finden- als Stichwort für die naheliegenste Weiterbildung nenne ich mal Steuerfachwirt.

Antwort
von Helmuthk, 283

Steuerfachangestellte machen nicht nur Lohnbuchhaltung.

Sie haben auch Finanzbuchhaltung zu erledigen und sollten nach der Ausbildung auch kleinere Abschlüsse und Steuererklärungen fertigen können.

Die Bezahlung richtet sich nach dem Arbeitsergebnis, also nach den abrechenbaren Leistungen.

Denn neben dem Gehalt muss der Steuerberater auch den Arbeitsplatz mit PC usw. finanzieren.

Und während der Ausbildung wirst Du merken, ob Du Dich im Ausbildungsbetrieb wohl fühlst, also mit dem Chef und den Mitarbeitern gut auskommst.

Über die Weiterbildungsmöglichkeiten wurde an anderer Stelle schon ausführlich geschrieben.

Und zum Thema "Ersatz des Menschen durch die Maschine":

Jede Maschine ist nur so gut wie der Mensch, der sie bedient.

Und nur mittelgroße bis große Unternehmen haben die personellen Voraussetzungen, eine eigene Buchhaltungsabteilung zu halten.

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 249

Ein netter Arbeitgeber? Lohn nett?

Vollkommen falsche Vorstellungen vom Arbeitsleben. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind zwar keine Feinde, aber sie sehen sich täglich. Mehr als man die eigene Familie um sich hat.

Haben in der Zeit noch oft andere Interessen.

Wer mit Konflikten nicht umgehen kann, Interessenunterschieden usw. sollte dem Beruf ganz fern bleiben.

Wer nicht das Interesse für mindestens drei der vier Arbeitsbereiche mitbringt, wird die Zusammenhänge auch nicht verstehen. Auch dann was anderes Suchen.

Die Bereiche liegen

  • in der Buchhaltung/Grundaufzeichnungen/Belegwesen
  • Abschluss/Gewinnermittlung
  • Steuerdeklaration (Steuererklärungen)
  • Verwaltungsvorschriften/Formalien usw.

Ein fünfter Bereich ist wirtschaftliche Beratung. Ob die Steuerberater diesen nie bearbeiteten Bereich aus der Schublade ziehen - Ich glaube nicht.

Steuerfachgehilfen verdienen nicht nur im Vergleich zu anderen wenig. Stehen unter einem im Vergleich zu anderen Berufen starkem Stress. Unbezahlte Überstunden sind normal. Es gibt andere Büros, die sind aber selten.

Genug Gründe entweder das Steuerberaterexamen zu machen oder die Branche zu wechseln.

Aber: Wem die Materie Spaß macht, wird darin immer Arbeit finden. Auch ohne Branchen oder Berufswechsel.

Kommentar von MikeRat ,

Unbezahlte Überstunden, wer sowas macht ist ein Idiot.

Wir reden nicht über ein paar Minuten, aber richtige komplette Stunden von 60 Minuten gehören bezahlt mit dem dazugehörigen Zuschlag! Wo kämen wir denn dahin? 5, 10 oder 20 Stunden im Monat mehr, da kann man ja gleich einen Nebenjob annehmen,
Wer hat denn 100 bis 300 Euro im Monat zu verschenken!

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Wenn Du glaubst die Welt ist so, dann glaube es. Übrigens wird das Gehalt nach Jahresumsatz verhandelt.

P.S. Die Leute im Beruf als Idioten zu bezeichnen ist unglaublich arrogant.

Antwort
von haku7, 330

Ich würds nicht machen, der Job ist gerade dabei komplett von Software automatisiert zu werden.

Jeder hat zuhause eine Steuersoftware, die Betriebe vewenden viel bessere Versionen um diese Aufgabe vollautomatisch durchzuführen.

Die meisten Steuerkanzleien sind in den letzen 10 Jahren daran zugrunde gegangen und zig tausende Stellen wurden über Nacht abgebaut.

Lohnbuchhaltung wird auch großteils durch Software erledigt.

Zusammengefasst ist es ein Bereich der sehr sehr anfällig für Automatisierung ist und daher als Erwerbstätigkeit keine Zukunft hat.

Kommentar von Joergi666 ,

da würde ich aber hinsichtlich der Arbeitsaussichten widersprechen. Nach wie vor sind unsere Steuergesetze so kompliziert / dämlich, dass die Nachfrage nach Steuerfachleuten immer noch groß ist. Ich kenne mehrere Leute in dem Arbeitsbereich und keiner beklagt sich über mangelnde Nachfrage. Mein Chef hat mir z.B. auch vorhin erst erzählt welche neuen steuerlichen Hürden (zu erbringende Nachweise) wir gerade bekommen haben und welchen Mehraufwand das für unser Steuerbüro bedeutet.

Kommentar von haku7 ,

Ich denke du unterschätzt die Macht der Algorithmen und der Software allgemein. Das Steuersystem ist größtenteil logisch aufgebaut. Eigentlich kann man dieses nehmen und gleich in eine Software packen.

Oder anders ausgedrückt, das Steuersystem wird mit Software geplant und umgesetzt, daher kannst du dieses System ebenfalls mit Programmen nachbauen und durchrechnen.

Die ganzen Gesetztesentwürfe können mit Textanalysesoftware ausgewertet werden und die dort hinterlegten Modelle in anderen Programmen automatisch berechnet werden.

Selbst für Entscheidungen unter Ungewissheit sind mehr als genug Algorithmen vorhanden die in entsprechender Software verwendet werden.

Eine Frage wenn es Google schafft das ganze Internet automatisch zu durchsuchen, fahrende Autos zu entwickeln und die ganze Welt digital begehbar zu machen, dann wird das Steuersystem eines Landes nicht so schwierig sein. Genug deutsche Firmen die das drauf haben gibt es ebenfalls (Siemens, SAP, ...)

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Es gibt eine Studie!? Toll! Und? Für was ist die ein Beleg? Für die Kompetenz der Redaktion? Es gibt im gesamten Kaufmannsgehilfenbereich keine Ausbildung, die so umfangreich und inhaltlich schwierig ist. Nur die Industriekaufleute gehören mit auf diese Stufe. Das ist Fakt.

Kein Berufsstand ist wohl in den letzten Jahrzehnten mehr durch Computertechnologien verändert worden. Will das gar nicht beschreiben, weil es für Außenstehende wenig aussagekräftig ist.

Lächerlich zu meinen, dass eine Textanalysesoftware die Verbuchung eines Beleges erledigen kann. Auch eine andere Nutzbarkeit ist nicht absehbar.

Heute werden bereits die Daten der Banken in die Buchhaltungssoftware von Bankkunden eingespielt. Die Buchungen werden vorkontiert.

Das Programm nimmt wiederkehrende Beträge, die alle Buchhaltungskräfte auswendig kannten/kennen und buchen die auf ein im Computer hinterlegtes Konto.

Solche automatischen Buchungen sind langweilig und nicht das, was die Arbeit im Rahmen von Buchhaltung und Abschluss verlangt.

Es ist bisher immer so gewesen, dass die Computer keine Entlastung gebracht haben. Höchstens von einzelnen Aufgaben. Ob Online-Meldungen oder Archivierung. Unter dem Strich muss in den Büros deswegen niemand entlassen werden.

In der Regel sind die sowieso unterbesetzt.

Also: Das Wedeln mit Deiner Studie kannst Du vergessen. Das wurzlsepp668 sich die Zeit genommen hat, lag wohl gerade daran: Er hatte Pause.

Kommentar von MenschMitPlan ,

Du hast keine Ahnung! Klar wird mit Software gearbeitet, die Entscheidung, welche Zahl warum wo (und ob überhaupt) einzugeben ist, kann nicht automatisiert werden. Dazu sind die Steuergesetze zu komplex und veränderlich. Qualifizierte(!) Mitarbeiter werden da immer gesucht werden.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

achso, weil Software da ist, brauchts kein Personal mehr .....

wer soll dann die Zahlen in die Software rein"klopfen"? macht das auch der Computer?

dummerweise sind die Zahl der Stellen, welche mit Lohn-/Finanz-Buchführung sowie mit Steuererklärungen zu tun haben, in den letzten Jahren GEWACHSEN.

widerspricht irgendwie komplett Deiner These, oder?

und Steuerberater haben keine Zukunft?

wurde vor mehr als 10 Jahren auch schon gesagt.

die Stellenanzeigen sagen da aber dummerweise auch ganz was anderes .... hier fehlt massiv an Personal, sowohl Steuerfachangestellte als auch Steuerberater .....

Kommentar von haku7 ,

Du kannst gerne diese Studie über Automatisierungsmöglichkeiten für Deutschland und Berufsgruppen lesen ( Ähnliche Vorhersagen sind ebenso für USA und die EU vorhanden)

https://www.ing-diba.de/pdf/ueber-uns/presse/publikationen/ing-diba-economic-res...

Dort wird angegeben, dass etwa 70% aller fachlich ausgerichteten Tätigkeiten in der Steuerverwaltung, (S. 4), dazu zählt wohl auch Steuerfachangestellte, in den kommenden Jahren komplett durch Automatisierung ersetzt werden können.

Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, hast du irgendwelche Studien oder Zahlen die deine Gegenthese belegen können?

Kommentar von wurzlsepp668 ,

ich habe mir die Studie kurz angeschaut ....

nachdem ich gesehen habe, dass bei Berufskraftfahrern etwa 55% der Arbeitsplätze wegfallen sollen, habe ich aufgehört .....

wenn diese Plätze wegfallen sollen, wieso stehen dann bei den Speditionen die Lkw's rum, weil keine Fahrer gefunden werden?

und ich kenne genügend Kollegen, wo verzweifelt Personal suchen ...

aber keines finden ....

Kommentar von haku7 ,

Die Studie gibt leider keine Auskunft darüber wie aufwändig es ist den Berufskraftfahrer durch einen selbstfahrenden LKW zu ersetzen. Und auch nicht wie viel solch eine technische Lösung heutzutage kosten würde.

Das jetzt Stellen unbesetzt sind, sagt nicht unbedingt aus, wie sich die Zahl der Stellen in 5, 10, 15 Jahren entwickeln werden. Der Trend zeigt jedoch leider zu immer weniger Stellen und zwar für alle Berufe.

Es dauert noch einige Jahre bis neue LKW Typen auf den Markt kommen die automatisch navigieren, be- und entladen können. Die Hersteller stellen derzeit haufenweise Spezialisten ein, die genau dies ermöglichen sollen.

Der finanzielle Anreiz ist sicher gewaltig die Automaten einzusetzen. Weniger Unfälle, pünktliche Lieferung, weniger Verbrauch, rund um die Uhr einsetztbar. Die Anschaffungskosten werden zuerst sehr hoch sein, wenn man die Lebensdauer eines LKW betrachtet wird sich die Investition nach 5 bis 10 Jahren auszahlen.

Ich denke jedoch das die Automatisierung der Tätigkeiten eines Bürojobs deutlich günstiger durchzuführen sind. Dokumente können eingescannt und ausgewertet werden. Gespräche über Programme geführt und ebenfalls analysiert werden.

Antwort
von archibaldesel, 191

Klingt nach geregelter Langeweile....

Kommentar von wurzlsepp668 ,

ich habe noch keine Buchhaltung erlebt, die Langweilig ist ......

auch Steuererklärungen sind selten langweilig ...

Kommentar von archibaldesel ,

Das ist dann wohl Geschmackssache.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

mein Beruf ist sicherlich interessanter als der des Bandarbeiters bei BMW, der jeden Tag den selben Handgriff macht ....

Kommentar von archibaldesel ,

Wie gesagt, das ist dann wohl Geschmackssache. Ich finde eine Steuererklärung ungefähr so spannend wie Sockenstricken. Aber das entspricht meiner persönlichen Interessenlage. Ich werde mir dich anmaßen, deine Einschätzung zu bewerten. Jeder so, wie es ihm gefällt.

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