Frage von Breitling70, 70

Steuererklärung Hilfe, Fahrtkosten absetzten?

Hallo liebe Leute,

Folgende Frage meine Eltern leben getrennt ich selber lebe bei meiner Mutter aber fahre das Auto von meinem Vater ab dem 1. September werde ich in Düsseldorf arbeiten. Insgesamt habe ich einen Arbeitsweg von etwa 100 km. Wie sieht das nun mit den Fahrtkosten aus im Internet habe ich gelesen das man pro Kilometer etwa 0,30 € zurückbekommen kann. Da ich ja das Fahrzeug von meinem Vater fahre stellt sich für mich die Frage ob ich die Fahrtkosten absetzen kann obwohl das Fahrzeug auf ihn angemeldet ist. Andererseits hab ich noch eine weitere Frage welche mit meiner Ausbildung zusammen hängt. Darf ich wirklich während der Ausbildung meine Fahrtkosten absetzen denn im Endeffekt zahle ich ja auch steuern.

Antwort
von kevin1905, 28

im Internet habe ich gelesen das man pro Kilometer etwa 0,30 € zurückbekommen kann.

Dann hast du falsch gelesen. Pro Entfernungskilometer kannst du 0,30 € steuerlich als Werbungskosten ansetzen.

Da ich ja das Fahrzeug von meinem Vater fahre stellt sich für mich die
Frage ob ich die Fahrtkosten absetzen kann obwohl das Fahrzeug auf ihn
angemeldet ist.

Die Kosten entstehen dir, also sind sie auch bei dir anzusetzen.

Darf ich wirklich während der Ausbildung meine Fahrtkosten absetzen denn im Endeffekt zahle ich ja auch steuern.

Du hast Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit. Diese gehören zu den Überschusseinkunftsarten. Von den Einkünften sind Werbungskosten abzuziehen. 1.000,- € werden pauschal immer berücksichtigt, die solltest du aber knacken.

Antwort
von petrapetra64, 30

Ausbildung: Es ist nicht die Frage, ob du Steuern zahlst, sondern ob du Lohnsteuer zahlst und das ist in der Ausbildung meist nicht so, da erst ab ca. 970 Euro Steuern anfallen. Man kann in der Ausbildung Fahrkosten absetzen, aber eben nur eine Steuererstattung erhalten, wenn man Lohnsteuer gezahlt hat. 

Mit welchem Verkehrsmittel man fährt, ist egal, jeder kann die einfachen km vom Wohnort zur Arbeit absetzen. Dass das Auto dem Vater ist, ist egal. 

Allerdings kriegst du die 30 Cent pro Kilometer nicht erstattet, sondern du bekommst die Steuern erstattet, die du auf deine Fahrkosten zahlst. Wieviel das ist, hängt wiederum von der Steuerhöhe ab, die man zahlt. Je mehr Steuernzahlung, je mehr Erstattung. 

Antwort
von konzato1, 38

Während der Ausbildung zahlt man nur in seltenen Fällen Steuern. 8000 € im Jahr (oder so in etwa) sind nämlich steuerfrei.

Absetzen kannst du max. 30 cent pro Entfernungskilometer. Das wären bei 100 km Fahrweg pro Tag also nur 50 km.

Antwort
von nocheinnutzer, 37

Wenn du eine Lehre machst, ist in der Regel der Ausbildungsbetrieb deine erste Arbeitsstätte. Daher kannst du die Kosten – wie jeder andere Arbeitnehmer auch – nur mit der einfachen Fahrt abrechnen. Im Gegenzug wird die Berufsschule als vorübergehende Tätigkeitsstätte anerkannt und du kannst die Fahrt dorthin als Dienstreise absetzen. Vor allem Auszubildende, die ein- bis zweimal wöchentlich die Berufsschule besuchen, können von dieser Regelung profitieren.

Auch wenn deine Ausbildung an der Berufsschule ausnahmsweise als Blockunterricht zusammenhängend stattfindet, zum Beispiel für vier Monate am Stück, kannst du die Fahrtkosten mit der Dienstreisepauschale für die gesamte Dauer absetzen. Auch Reisenebenkosten und gegebenenfalls Übernachtungskosten erkennt das Finanzamt an.

Das Gleiche gilt für Fahrtkosten zu Lehrgängen, Kursen oder Seminaren, die du zusätzlich, also außerhalb deines Arbeitsverhältnisses, besuchst: Sie sind ebenfalls mit der Dienstreisepauschale absetzbar.

Kommentar von Breitling70 ,

Das hört sich ja bis jetzt verständlich an :). Ich habe mindestens einmal die Woche Schule welche noch weiter entfernt ist. Aber meine Hauptfrage haben Sie noch nicht ganz beantwortet. Wie ist das denn nun wenn ich das Auto von meinem Vater fahre. Darf ich das denn trotzdem absetzen:)? Tut mir leid bin gerade mal 18 Jahre alt und kenne mich nicht aus

Kommentar von nocheinnutzer ,

ja, dem steht nichts im weg

Kommentar von petrapetra64 ,

du darfst deine Kilometer absetzen, egal ob du sie überhaupt mit dem Auto fährst oder nicht oder mit welchem Auto sie fährst.

Du wirst aber wohl nicht genug verdienen, dass du überhaupt Lohnsteuer zahlst und dann gibt es auch nix zurück von der gezahlten Steuer. 

Kommentar von Hefti15 ,

Der Satz "Auch wenn deine Ausbildung an der Berufsschule ausnahmsweise als Blockunterricht zusammenhängend stattfindet, zum Beispiel für vier Monate am Stück, kannst du die Fahrtkosten mit der Dienstreisepauschale für die gesamte Dauer absetzen." stimmt doch nicht?!?

Mal nachlesen:

http://www.iww.de/ssp/archiv/beruecksichtigung-von-fahrtkosten-aufwendungen-von-...

Kommentar von Breitling70 ,

Ich verdiene über 970 brutto 😂

Antwort
von Hefti15, 14

Kleiner Tipp: Lasse dich von Aussagen wie "es ist eine Frage... ob du Lohnsteuer zahlst"... nicht irritieren. Weil da meist das wichtigste übersehen wird.

Wer z.b. 2.000 Euro im Monat verdient, der zahlt auch Lohnsteuer (Normalfall, Single, Steuerklasse I,,,). Wenn derjenige nun hohe Werbungskosten hat (z.b. 5.000 Euro), dann wird er auch eine Erstattung bekommen.

Wenn man jetzt ein Lehrling ist, brutto z.B. 650 Euro hat, dann wird man keine Steuern zahlten. Deshalb werden sich die WK i.H.v. 5.000 Euro nicht auswirken.

Interessant wird es aber wenn der Lehrling ein niedriges bzw. gar kein Einkommen hat, aber auf der anderen Seite (hohe) Werbungskosten.

Also, Lehrling, brutto aber nur 200 Euro. Da zahlt man keine Lohnsteuer und würde also bei z.B. 5.000 Euro WK auch nichts rausbekommen. Aber(!!!):

200 Euro pro Monat * 12 Monate = 2.400 Euro. Davon die WK (5.000 Euro) abgezogen macht einen "Verlust" i.H.v. 2.600 Euro den man vortragen kann.

Damit meine ich, du musst zwingend zwei Sachen prüfen. Wenn du Lohnsteuer zahlst und (hohe) Werbungskosten hast, kannst du i.d.R. mit einer Erstattung rechnen.
Aber du solltest auch ohne Lohnsteuerzahlung überprüfen, ob du nicht einen "Verlust" hast.

Kommentar von petrapetra64 ,

ein Verlustvortrag wird dummerweise aber derzeit nur bei Zweitausbildung vom Finanzamt akzeptiert. Das könnte irgendwann mal gerichtlich anders entschieden werden, aber derzeit ist es halt so, wie es ist. 

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