Frage von Phoenix3141, 103

Steuererklärung für 2010 bei Pflichtveranlagung noch abzugeben?

Hallo zusammen,

ich hatte die Tage hier schon einmal eine Steuerfrage gestellt. Hierbei habe ich erfahren, dass ich für 2013 noch eine Steuererklärung abgeben muss, da ich hier einen Monat lang Arbeitslosengeld I bezogen habe. Angeschrieben wurde ich vom Finanzamt komischerweise noch nicht, aber ich werde jetzt zusehen, dass ich die Erklärung noch diese Woche nachhole. Wie mir ebenfalls gesagt wurde, muss ich keine Verzugszinsen fürchten, solange ich diesbzgl. noch nicht angeschrieben wurde. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an den User wfwbinder!

Hierzu habe ich jetzt aber noch einmal eine ganz andere Frage, die mir gestern Abend in den Sinn kam. Als ich mir die ganze Sache noch einmal durch den Kopf habe gehen lassen, fiel mir plötzlich voller Entsetzen ein, dass ich eine ähnliche Situation schon einmal im Jahr 2010 hatte. Hier war ich sogar 4 Monate arbeitslos - ebenfalls zwischen zwei Jobs - und habe entsprechend Arbeitslosengeld I erhalten. Da ich Anfang 2011 einen einschneidenden Todesfall in der Familie hatte, habe ich den Vorgang leider total verdrängt und auch bei meiner letzten Fragestellung nicht mehr daran gedacht. Auch hier habe ich keine Erklärung abgegeben und nie etwas vom Finanzamt gehört.

Frage: Kann da für 2010 immer noch was auf mich zukommen, oder ist der Vorgang mittlerweile zu weit in der Vergangenheit und somit erledigt? Die Abrechnung hätte ja, sofern eine Pflicht bestand, vor mittlerweile 5 Jahren abgegeben werden müssen. Hat das Finanzamt mich evtl. geschätzt, ohne, dass ich etwas hiervon weiß?

Antwort
von MenschMitPlan, 63

Die Feststetzungsfrist bei Pflichtveranlagungen beträgt 7 Jahre, für 2010 endet diese also erst am 31.12.2017.
Mit anderen Worten: Ja, das Finanzamt könnte noch veranlagen.

Kommentar von Phoenix3141 ,

Was wäre denn in dieser Situation ratsam? Soll ich die Erklärung für 2010 und 2013 jetzt "einfach" noch machen und einreichen? Muss ich mit einer Strafe rechnen? Besonders die Erklärung für 2010 macht mir hier Angst. Das ist ja nun wirklich schon enorm lange her. :(

Kommentar von QWERTY17 ,

Die Steuererklärung für 2010 wäre dann eine Selbstanzeige. Mit einer wirksamen Selbstanzeige erreichst Du Straffreiheit, musst halt Steuern nachzahlen und Zinsen auf die Steuern.

Ob Du den Weg der Selbstanzeige gehen möchtest, musst Du mit Dir und Deinem Gewissen ausmachen. Falls Du Dich dazu entscheidest, würde ich aber einen Steuerberater heranziehen. Eine nicht wirksame Selbstanzeige wäre blöd!

Kommentar von Phoenix3141 ,

Ok, ich sehe schon, an den Steuerberater wird nichts vorbeiführen ... Wie sieht es denn aus, wenn die Erklärung für 2010 ein Guthaben ergeben sollte? Muss ich dann trotzdem Strafe zahlen, oder ist der Vorgang damit einfach verjährt? Ein Guthaben wird man mir jawohl kaum noch auszahlen ...

Ps.: Wäre das jetzige Einreichen der Erklärung für 2013 dann nicht auch schon eine Selbstanzeige?

Kommentar von QWERTY17 ,

wegen 2013: Guter Punkt. Daran habe ich beim oberflächlichen Lesen nicht gedacht. Könnte schon sein, dass man das auch als Selbstanzeige werten müsste.

Also höchste Sorgfalt beim Abgeben. Außerdem muss die Selbstanzeige vollständig sein um wirksam zu sein, also alle Jahre in einem Schreiben offenlegen und nicht zeitlich auseinandergezogen eine Erklärung nach der anderen.

--> Steuerberater beauftragen, das ist zu komplex im Detail und man braucht einen Überblick, den man im Forum hier kostenlos nicht liefern kann.

Kommentar von Phoenix3141 ,

Ich bin gestern beim Steuerberater gewesen. Dieser hat mir die Auskunft gegeben, dass im konkret vorliegenden Fall keine Selbstanzeige erforderlich ist. Ich habe aufgrund der Diskussion hier auch extra nochmal darauf hingewiesen, woraufhin sogar ein anderer Steuerberater im Haus, welcher auf Selbstanzeigen spezialisiert ist, dies überprüft und ebenfalls verneint hat.

Zwischenzeitlich habe ich die Erklärungen auch gemacht und wollte diese auch heute abschicken. 2010 ergibt ein Guthaben von ca. 400 € und 2013 ein Guthaben von ca. 200 €. Steuern hinterzogen habe ich somit zum Glück schon einmal nicht.

Ich solle nur zusehen, dass ich die Erklärungen jetzt
möglichst zeitnah einreiche und velleicht ein kurzes Schreiben beifüge, in welchem ich darauf hinweise, dass mir die Abgabepflicht nicht bewusst war und ich dies hiermit unmittelbar nachhole.Das Schreiben habe ich wie folgt Formuliert:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

beiliegend übersende ich Ihnen meine Einkommenssteuererklärungen für die Kalenderjahre 2010 und 2013 mit der Bitte um entsprechende Bearbeitung.

Leider war mir nicht bewusst, dass ich diese aufgrund meiner kurzzeitigen Arbeitslosigkeit in den genannten Jahren bereits hätte abgeben müssen. Erst bei der Aufarbeitung meiner Unterlagen für die Jahre 2012 bis 2015 am vergangenen Wochenende bin ich auf diesen Umstand aufmerksam gemacht worden.

Ich bitte die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen"

Antwort
von Phoenix3141, 4

Antwort kam gestern: Alles gut gegangen. Von der Erhebung eines
Verspätungszuschlages wurde abgesehen. Ich habe sogar ein Guthaben,
welches ich nun ausgezahlt bekomme. Glück gehabt.

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