Frage von topmacuser, 61

Steuerberater notwendig: Letzter Steuerberater lässt Erklärungen schleifen, selbst Erstellen trotz überzogener Frist möglich?

Hallo Zusammen,

Ich bin 21, Student. Seit ich 2013 nach dem Abitur eine Nebentätigkeit aufgenommen habe (später 2 andere Stellen: Studentische Aushilfe auf 450€ und später Werkstudent über 450€) war geplant eine Steuererklärung einzureichen, um Verlustvorträge nach meinem Studium geltend zu machen.

Mein Vater hat die Unterlagen einfach seinem Steuerberater gegeben und meinte, ich müsse mich darum nicht kümmern. Dieser Steuerberater hat seit dem jedoch NICHTS getan. Wenn ich meinen Vater darauf anspreche ist er immer direkt wütend und aggressiv.

Gerne würde ich das selbst in die Hand nehmen. Das Finanzamt hatte mir jedoch seit dem auch 2 mal einen Mahnbescheid zum Einreichen der ESt-Erklärung zukommen lassen.

Was mache ich jetzt?

  1. nix?
  2. Kann ich die Unterlagen wieder abholen und das alles selber machen mit ner Steuersoftware? (Was ist mit den Mahnbescheiden? Steuerberater können die Fristen ja verlängern?)
  3. Unterlagen zu nem anderen Steuerberater bringen? (Wie sieht das mit den Kosten aus ... bleiben die immer unter dem, was man zurückbekommen würde? Möchte ungern drauflegen)

Über eure Hilfe freue ich mich unheimlich und bedanke mich recht herzlich!

Vielleicht kennt ja auch jemand ne Stelle beim Finanzamt, wo ich mich diesbezüglich mal erkundigen kann. Ich möchte so gerne mal die letzten Jahre abschließen ... dann könnte ich ja selber weitermachen...

DANKE

Antwort
von kevin1905, 37

Das Finanzamt hatte mir jedoch seit dem auch 2 mal einen Mahnbescheid zum Einreichen der ESt-Erklärung zukommen lassen.

Finanzämter senden keine Mahnbescheide.

Ich verstehe nicht ganz warum das FA hier Druck macht. Ich erkenne aus deinem Beitrag nichts was auf Abgabepflicht hinweist, oder wurde bereits ein Verlustvortrag festgestellt vor dem Jahr 2013?

Kommentar von topmacuser ,

Kann sein, dass dort nicht Mahnbescheid draufstand. Irgendwas in der Art jedoch schon.

Ehrlich gesagt kann ich nichts dazu sagen, da ich vor 2013 nie was eingereicht habe. Wieso die mir irgendwelche Bescheide geben kann ich gar nicht sagen. Weiß nur dass dort ne weitere Frist drauf stand und etwas mit zu zahlenden Gebühren wegen der überziehen der vorherigen Frist. Das Schreiben hat der Steuerberater im Juli 2014 bekommen ... seit dem hab ich nichts mehr gehört. 

Kommentar von Xipolis ,

Du musst Schreiben von den Finanzämter unbedingt und zeitnah immer an Deinen Steuerberater weitergeben, damit der reagieren kann.

Normalerweise kennt der Steuerberater ja die Finanzamtsmitarbeiter und regelt so was mit einem Anruf.

Ansonsten frage Deinen Steuerberater wie lange er noch brauchen wird.

Je nach Auslastung und Prioritäten kann das schon einige Wochen oder auch mal drei Monate dauern.

Und grundsätzlich sehr gut an den Verlustvortrag zu denken. Hat damit auch mein erstes Jahresgehalt steuerfrei und auch beim zweiten noch kräftig gespart. Das macht über die Jahre ein paar tausend Euro Steuer aus.

Antwort
von FordPrefect, 20

Ich bin 21, Student. Seit ich 2013 nach dem Abitur eine Nebentätigkeit
aufgenommen habe (später 2 andere Stellen: Studentische Aushilfe auf
450€ und später Werkstudent über 450€) war geplant eine Steuererklärung
einzureichen, um Verlustvorträge nach meinem Studium geltend zu machen.

Hast du irgendwann in diesen Jahren freiberufliche oder gewerbliche Einkünfte erzielt?

Mein Vater hat die Unterlagen einfach seinem Steuerberater gegeben und
meinte, ich müsse mich darum nicht kümmern. Dieser Steuerberater hat
seit dem jedoch NICHTS getan. Wenn ich meinen Vater darauf anspreche ist er immer direkt wütend und aggressiv.

Ich vermute mal ganz stark, dass dein Vater mit seinem StB im Streit liegt bzw. noch unbezahlte Rechnungen auf ihre Bearbeitung warten. Das nur am Rande.

Gerne würde ich das selbst in die Hand nehmen. Das Finanzamt hatte mir
jedoch seit dem auch 2 mal einen Mahnbescheid zum Einreichen der
ESt-Erklärung zukommen lassen.

Das ergibt keinen Sinn. Aus deinen Ausführungen ist zum Einen nicht zu erkennen, wo die Abgabepflicht herrühren sollte, zum Anderen versendet das FA keine Mahnbescheide, sondern mahnt bestenfalls schriftlich die Abgabe fälliger Steuererklärungen an. Was wiederum zurück zur obigen Frage führt, weswegen hier eine Abgabepflicht vorliegen soll.

In jedem Fall solltest du umgehend Kontakt mit deinem Wohnsitzfinanzamt aufnehmen, und die Sachlage schildern. Fristverlängerung kann auch mündlich beantragt werden, was hier in jedem Fall dringend anzuraten ist. Danach solltest du den StB kontaktieren und ihn um Zusendung der überlassenen Unterlagen bittten bzw. einen Termin zur Abholung vereinbaren. Sofern keine komplexen Falllagen vorliegen, soltest du mit Hilfe einer gängigen Softwarelösung im Prinzip die EStE auch selbst erstellen können; entgegen landläufiger Meinung ist das für Normalverdiener in D bei Weitem nicht so kompliziert, wie immer getan wird. Bei komplizierteren Steuerfällen sähe das anders aus, aber solange nur Einkünfte aus abhängiger Beschäftigung vorliegen, ist das nun wahrlich keine Hexerei (mehr).

Kommentar von topmacuser ,

Hast du irgendwann in diesen Jahren freiberufliche oder gewerbliche Einkünfte erzielt?

Nein, meine Einkünfte waren Steuerrechtlich alle "Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit" nach §19 EStG.

Das ergibt keinen Sinn. Aus deinen Ausführungen ist zum Einen nicht zu erkennen, wo die Abgabepflicht herrühren sollte, zum Anderen versendet das FA keine Mahnbescheide, sondern mahnt bestenfalls schriftlich die Abgabe fälliger Steuererklärungen an. Was wiederum zurück zur obigen Frage führt, weswegen hier eine Abgabepflicht vorliegen soll.

Ja, das meinte ich damit: schriftliche Mahnung der Abgabe fälliger Steuererklärungen. Wieso ich auf einmal Abgabenpflichtig bin, weiß ich gar nicht genau. Ich hab irgendwie nur im Hinterkopf, dass ich aus dem Grund eine Steuererklärung abgeben muss, weil ich schonmal eine abgegeben habe? ... Glaube wenn man das einmal anfängt muss man das jedes Jahr machen!?

Vielen Dank für deine Hilfe! Habe mir schon den Kontakt beim zuständigen Finanzamt rausgesucht!

Antwort
von Messkreisfehler, 43

1) Ganz schlechte Idee, dann wirste vom Finanzamt einfach geschätzt

2) Wenn die Fristen noch nicht abgelaufen sind kannst Du das machen. Nein, ein Steuerberater kann auch mehr kosten als Du zurückbekommst. Es kann ja auch genau so gut rauskommen das Du noch Steuern nachzahlen musst.

3) Auch das wäre möglich sofern die Fristen noch nicht verstrichen sind.

Kommentar von topmacuser ,

Danke für deine Antwort,

Das es um die ESt-Erklärungen seit 2013 geht, also die Jahre 2013,2014,2015 nehme ich mal Stark an, dass die Fristen alle abgelaufen sind, zumindest von 2013 und 2014 ...

Macht es Sinn mal beim Finanzamt nachzufragen? Die müssten doch wissen, was zu tun ist, oder?

Kommentar von Messkreisfehler ,

Ja da kannst und solltest Du schleunigst nachfragen.

Kommentar von Hefti15 ,

Nein, da ist noch nichts abgelaufen. Die Festsitzungsfrist (§ 169 AO) beträgt 4 Jahre. 

Hier mal ein Link, der alles erklärt. Insbesondere, wenn es so ist wie du beschrieben hast, dass es keine Antragsveranlagung ist, sondern dass du verpflichtet bist, eine Erklärung einzureichen, wird sich die Frist sogar nochmals "verlängern" (weil der Beginn der Frist 3 Jahre später verschoben wird).

Kommentar von Hefti15 ,

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