Frage von lealili,

Steuerabgaben für Freiberufler die über Grundfreibetrag liegen

hallo ich brauche dringenden expertenrat:

ich bin seit dem 03. Mai dieses Jahres freiberuflich als Designerin tätig (bin Studentin – falls das wichtig ist) befinde mich also in meinem Rumpfjahr?! Wenn ich grob überschlage müsste ich bis Ende des Jahres ca. 10.700 Euro verdienen. Damit müsste ich doch knapp unter der Umsatzsteuergrenze liegen, richtig? Jetzt liege ich aber definitiv über dem Grundfreibetrag von 8.004 Euro, was bedeutet das? Ich habe wirklich keine Ahnung von Steuern und Abgaben, aber irgendwas werde ich dann ja sicher zahlen müssen, oder? Wie kann ich herausfinden wieviel das ist, das Geld müsste ich dann ja irgendwie sparen.

mfg lea

Antwort von Meandor,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Sollten die 10.700 Euro auch Dein zu versteuerndes Einkommen sein (was sie nicht sind, da zumindest noch der Sonderausgabenpauschbetrag abgeht), dann fällt eine Einkommensteuer von sage und schreibe 443,00 Euro an.

Als "Freiberufliche" bist Du übrigens verpflichtet die Aufnahme der Tätigkeit dem Finanzamt anzuzeigen (was Du als vorbildliche Bürgerin natürlich gemacht hast :-) ) und am Jahresende eine Einkommensteuererklärung mit Gewinnermittlung abzugeben.

Für die Einkommensteuererklärung musst Du auf dem Mantelbogen so schwierige Dinge wie Name, Adresse, Geburtstag usw. usf. eintragen. Dann noch die Anlage S auf welcher Du Deinen Gewinn (den Du in der Gewinnermittlung ermittelst) einträgst.

Für die Gewinnermittlung nimmst Du einfach ein Blatt Papier (kariert bietet sich an).

Du addierst dort Deine Einnahmen und bildest eine Summe. Vor diese Zahl schreibst Du "Betriebseinnahmen".

Dann schreibst Du Deine Ausgaben darunter (Bahnfahrkarten, Porto, Verpackungsmaterial, Schreib- und Malzeug, Nähzeug?); natürlich nur Ausgaben aufschreiben, für die Du im Notfall auch Belege vorlegen kannst. Die Ausgaben summierst Du und schreibst vor die Zahl "Betriebsausgaben".

Ganz am Ende, oder auf einer eigenen Seite rechnest Du Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben, dass ergibt den Gewinn und Du hast ihn gerade nach § 4 Abs. III EStG ermittelt.

Das war es schon. Wenn die Belege sortiert sind, ist die Sache in einer Stunde erledigt.

Kommentar von lealili,

klar habe ich dem finanzamt mitgeteilt, dass ich freiberuflich arbeite und zwar im mai. mein geschäftsjahr geht also von mai bis dezember = 8 monate. deshalb musste ich die umsatzsteuergrenze von 17.500 euro ja auf meine 8 monate umrechnen und liege da glücklicherweise knapp drunter.

aber wie ist das mit dem grundfreibetrag von 8004 euro, muss ich den jetzt auch auf meine 8 monate umrechnen – das wären ja dann nur noch 5336 euro die ich steuerfrei verdienen darf.

was die gewinnermittlung angeht bin ich etwas unsicher. klar hab ich ein paar quittungen über schreibmaterial und speichermedien etc. und meine einnahmen zu addieren schaffe ich auch gerade noch. aber was hat es mit dieser werbungskostenpauschale von 920 euro auf sich. kann ich die einfach gegen meine einnahmen rechnen ohne quittungen zu haben? ist dann die gewinnermittlung mit meinen quittungen, die sicher nicht mehr als 920 euro ergeben werden, totaler quatsch?

mir wurde mal erzählt, dass man 0,30 cent pro kilometer für jeden weg als fahrkostenpauschale rechnen kann, egal ob man zu fuß geht oder mit dem auto fährt – quittungen sind also nicht von nöten, stimmt das auch? gehören die auch mit zu den werbungskosten also in diese gewinnermittlung?

und wie ist das mit der krankenversicherung, die kann man ja neuerdings auch gegenrechnen richtig?

mit 440 euro einkommenssteuer könnte ich ja irgendwie leben, aber wie setzen sich die zusammen?

entschuldigt die vielen fragen, aber ich hab totale angst etwas falsch zumachen.

Kommentar von Meandor,

Der Grundfreibetrag der Einkommensteuer gilt für das ganze Jahr. Der wird nicht geteilt.

Den Werbungskostenpauschbetrag gibt es bei Lohneinkünften. Du erzielst aber selbständige Einkünfte und dort gibt es keine Pauschbeträge.

Die 0,30 Euro gibt es nur, wenn Du eine Auto benutzt, dass sich im Privatvermögen befindet.

Die Krankenversicherung ist lediglich als Sonderausgabe abzugsfähig.

Die 440 Euro Einkommensteuer sind reine Einkommensteuer. Auf www.abgabenrechner.de kannst Du unter "Einkommensteuerberechnung" (nicht Lohnsteuerberechnung), Dein zu versteuerndes Einkommen eingeben und es spuckt die Steuer aus.

Zu versteuerndes Einkommen ist der Gewinn (Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben) abzüglich Sonderausgaben (z.B. Krankenversicherung).

Antwort von gruenderlexikon Partner,

Nun einmal der Reihe nach.

Dein Verdienst beziehungsweise deine Einnahmen haben zunächst gar nichts mit der Umsatzsteuer zu tun.

Ich gehe davon aus, dass du die Kleinunternehmerregelung gewählt hast. Diese besagt folgendes: Liegt dein Umsatz im Jahr der Existenzgründung unter 17.500 Euro und in den Folgejahren unter 50.000 Euro, hast du ein Wahlrecht, die Umsatzsteuer in deinen Rechnungen auszuweisen oder nicht. Hättest du 10.700 Euro Umsatz erwirtschaftet, würde die Rechnung auf das Jahr 2011 gerechnet folgendermaßen aussehen:

10.700 Euro / 8 x 12 = 16.050 Euro

Damit wärst du nicht umsatzsteuerpflichtig, vorausgesetzt du hast nach der Kleinunternehmerregelung ohne Umsatzsteuer optiert.

Der Grundfreibetrag in Höhe von 8.004 Euro ist hingegen für dein Einkommen beziehungsweise Verdienst von Bedeutung. Sämtliche Einnahmen die über diesem Betrag liegen, werden versteuert.

Dein Einkommen ermittelst du anhand der sogenannten Einnahme-Überschussrechnung. Hier werden die Betriebseinnahmen den Betriebsausgaben gegenübergestellt. Als Ergebnis enthältst du entweder einen Gewinn oder einen Verlust.

Die Kleinunternehmerregelung beschreibt auch der folgende Link:

http://www.gruenderlexikon.de/magazin/wie-werden-die-ausgaben-bei-der-kleinunter...

Antwort von Zemlinsky,

Hallo,

ich kann Dir nur sagen, wie es bei meiner Freundin läuft, die freiberuflich als Nachhilfelehrerin tätig ist und in etwa Dein Einkommen hat. Sie rechnet verschiedene Belastungen in der Steuererklärung ab, unter anderem Fahrtkosten, sodass sie unter den Freibetrag kommt und keine Steuern mehr zahlt. Schau doch mal, was Du absetzen kannst.

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