Frage von Schlauerfuchs, 59

Steuer und Erbrecht?

Guten Tag liebe Comunity. Es gibt in meinem nahen Umfeld folgendes Problem. Am 25.12.15 ist jemand verstorben, der Erbe wurde im April 2016 ermittelt . Zum Todeszeitpunkt war noch kein Steuerbescheid von dem Verstorbenen ergangen, das Finanzamt Bayreuth wurde zeitnah informiert. Es gab die Telefonische Auskunft die Steuerschätzung ruht. Leider wurde bis heute kein Steuerbescheid an den Rechtsnachfolger /Erben im EU Ausland zugestellt. Aber am Montag wurde das Konto der Bevollmächtigten ( Vorsorgevollmacht ) vom Finanzamt wegen eines Angeblichen Einkommensteuer -Bescheides des Verstorbenen gepfändet, am Mittwoch als Versehen gewertet und wieder aufgehoben. Die Dame in der Vorsorgevollmacht und der Erbe sind nicht Identisch. Der Erbe wurde bis heute nicht vom Finazamt kontaktiert, obwohl er vom Nachlaßgericht ermittelt wurde. Auch weiss niemand ob der Steuerbescheid richtig ist, da er ja nicht vor dem Tod zugestellt wurde. Hatte jemand, schon einen ähnlichen Fall od kennt sich mit dieser komplexen Materie aus ?

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 34

Ein Erbe ist Gesamtrechtsnachfolger. Er sollte um keine weiteren Nachteile zu haben Erklärungen erstellen (lassen).

Wartet er auf die Schätzung, dann muss er im Einspruchsverfahren die Erklärungen einreichen. Weicht das Finanzamt dann von den Erklärungen ab, dann kann eine Änderung möglicher Weise (Normalfall) nur noch auf dem Klageweg erreicht werden.

Wenn es nicht unhöflich wäre, dann hätte ich zur Betonung Gesamtrechtsnachfolge noch einmal in Großbuchstaben geschrieben. Das bedeutet nämlich in alle Rechte und Pflichten eintreten.

Ich würde dem Finanzamt jetzt mitteilen, dass man nach der Trauerphase dabei ist die Unterlagen zu ordnen und einen entsprechenden Steuerberater sucht. Vielleicht hält das Finanzamt dann noch einmal still.

Der Steuerberater wird je nach Umfang und eigener Auslastung auch noch mal Zeit brauchen. Dafür wird das Finanzamt eine weitere Frist geben.

Kommentar von wfwbinder ,

Top Antwort. 

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Danke!

Kommentar von Schlauerfuchs ,

Das Finanzamt meint fiktiv da es den Bescheid am 21.12.15 erstellt hat er sei fiktiv per einfachen Brief an die Person am 24.12.15 zugestellt worden ,da lebte die Person noch, also Bestandskräftig !

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Erstmal gibt es den Feiertagsfrieden, nichts worauf man sich berufen kann, aber dann sollte ein Sterben doch die Vermutung nahe legen, der verstorbene hat sich schon am Tag davor nicht gefühlt...

Insgesamt hilft da nur eines - Steuerberater suchen. Da sollte man dann schon mal die AO durchdeklinieren lassen. Wenn die allerdings so drauf sind, dann kann dieses durchaus im Klagefahren enden.

Schon mal etwas Geld dafür an die Seite. Ich will auch keine Einschätzung abgeben und schon gar nicht rechtlich beraten. Doch eines ist wohl klar:

Das Finanzamt spricht von einer Zugangsfiktion. Die gilt immer. Doch wenn hier der Erbe erst im April ermittelt werden konnte, dann waren ja wohl der Erbe wie auch der Verstorbene tatsächlich verhindert.

Eine Fahrlässigkeit wird man hier wohl keinem von beiden zur Last legen wollen. Alles etwas zynisch.

Im Ergebnis gibt es wie gesagt nur eines: Steuerberater und zwar sofort! Denn natürlich kann man als Finanzamt immer wieder sagen, dass an diesem oder jenem Tag die Frist anfing zu laufen.

Da kommt man als Steuerpflichtiger nicht durch. Verstehe auch gar nicht, dass das Finanzamt in einem Sterbefall so agiert. Das ist ungewöhnlich. Da könnte es auch eine Vorgeschichte geben.

Aber das ist unerheblich. Auch das ein Antrag Geld kostet dürfte klar sein. Diese Problematik ist nicht ohne Unterlagen und Gesetz in der Hand/Rechtsprechung/Kommentierung zu bestehen.

Also keine kostbare Zeit mehr für gutefrage.net verschwenden. Steuerberater suchen. Viel Erfolg!

Kommentar von Schlauerfuchs ,

Danke super Kommentar. 

Vorgeschichte gibt es keine, ggf Hörensagen ,dass die Bevollmächtigte geerbt hat, weil der Sachbearbeiter im Nachbarort wohnt. Ist aber nicht der Fall, sie kümmerte sich halt um den alten Mann  ( Jahrgang 1927 ) weil seine Angehörigen aus vielerlei Gründen im Ausland wohnen.

Da gibt es Klatsch und Neider , aber eine Behörde wird doch von Amts wegen zumindest in Bayern informiert wer der Erbe ist.

Aber in Bayern sind die Behörden allgemein härter drauf als im Rest der BRD !

Kommentar von Schlauerfuchs ,

Man muss noch sagen ,dass sie sich selbstlos um den Mann gekümmert hat.

Weshalb das Finanzamt so vorgeht ,vermutlich ist für die " jenseits von Erden " dass hinter jeden Aktenzeichen auch ein Mensch Trauer ,Schiksaale und nicht nur die Zentrale Steuernummer zu totalen Überwachung steht .....

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Guten Morgen, in Bayern ist die Finanzverwaltung bestimmt nicht härter drauf. Ihr habt die einzige Landesregierung die damit wirbt, dass man kaum Prüfer einstellt.

Selber habe ich vor einigen Jahren mehrere Dozenten aus der bayrischen Finanzverwaltung erlebt und auch da kann ich den Eindruck nicht teilen.

Keine Ahnung wieso da jemand auf einen so schiefen Weg gekommen ist, bin aber der Auffassung, dass es sich dabei nicht um eine Weisung von oben handelt.

Aber gerade solche Dinge eröffnen nicht nur dem Finanzamt Chancen dieses so zu machen, es gibt natürlich auch immer Fehlerquellen die das Finanzamt sich hinterher anlasten lassen muss.

Kommentar von Schlauerfuchs ,

Am 19. 07 ist wegen der Sache ein Termin beim Steuerberater, mal sehen was dieser dazu meint.

Ich hatte vorher noch nie Probleme mit den Finazamt ,aber Landratsämter er und Polizei sind in Bayern schon strenger als in Hessen od NRW. 

Finazamt ....,  kann ein Fehler sein ,od der Sachbearbeiter will es schnell vom Tisch haben ....aber ist spekativ ,man kann da wie und warum nicht hineinsehen .


Kommentar von Schlauerfuchs ,

Spekulativ #

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