Frage von shoop, 42

Steuer geschätzt trotz laufendem Verfahren über Verlustvortrag?

Ich habe vor Monaten einen Antrag auf Festsetzung des Verlustvortrags vergangener Jahre gestellt. Es geht um etwa 26.000€. Dieser Antrag liegt seit dem Frühjahr beim Finanzamt.

Im Juni wurde ich zur Abgabe der Einkommensteuer 2015 aufgefordert. Mit Hinweis auf das laufende Verfahren zum Verlustvortrag habe ich Fristverlängerung beantragt, diese wurde abgelehnt. Dabei geht es hier um eine Steuererstattung von mehreren tausend Euro!

Heute kam die Steuerschätzung (natürlich zu hoch gegriffen). Ich werde Einspruch einlegen, müsste aber eigentlich parallel die Einkommenssteuererklärung abgeben. Ohne die Entscheidung über den Verlustvortrag macht das doch aber wenig Sinn.

Wie kann ich hier am besten vorgehen?

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 24

Erkläre doch erstmal die Einkünfte, von denen der Verlustvortrag abgezogen werden soll. 

Das ist nämlich so, oder so das gleiche. Der Verlust wird automatisch abgezogen, wenn er ermittelt ist.

Wenn der Bescheid da ist, bzw. Für den schätzbescheid Aussetzung der Vollziehung beantragen.

Antwort
von Petz1900, 30

Gerade ein Verlustvortrag verpflichtet zur Abgabe einer Steuererklärung, § 56 EStDV

Antwort
von FordPrefect, 22

Ich habe vor Monaten einen Antrag auf Festsetzung des Verlustvortrags
vergangener Jahre gestellt. Es geht um etwa 26.000€. Dieser Antrag liegt
seit dem Frühjahr beim Finanzamt.

Da wird er - ohne Hilfe eines StB - vermutlich noch länger liegen. Hier zeigt sich nachgerade exemplarisch, dass kein StB meist teurer ist als ein StB.

Im Juni wurde ich zur Abgabe der Einkommensteuer 2015 aufgefordert.

Logisch. Siehe § 149 Abs. 2 AO.

Mit Hinweis auf das laufende Verfahren zum Verlustvortrag habe ich
Fristverlängerung beantragt, diese wurde abgelehnt.

Das laufende Verfahren selbst hat doch keinerlei Auswirkung auf die Mitwirkungs- respektive Abgabepflicht? Natürlich wird das FA dies zurückweisen.

Dabei geht es hier um eine Steuererstattung von mehreren tausend Euro!

Und? Die Abgabe der EStE für das Jahr 2015 ist doch davon völlig getrennt zu betrachten.

Heute kam die Steuerschätzung (natürlich zu hoch gegriffen).

Klar (*kopfschüttel*).

Ich werde Einspruch einlegen,

Das kannst du dir sparen. Wie - WIMRE - im Rechtsbehelf angegeben, ist der Einspruch hier nur mit Vorlage der EStE möglich, ansonsten gilt die Schätzung als Festsetzungsbescheid (sofern die Frist versäumt wird), gegen den kein Einspruch oder Rechtsmittel außer einem Verfahren vor dem FG mehr möglich ist. Also unverzüglich zahlen, oder den StB beauftragen, eine AdV zu erwirken.

müsste aber eigentlich parallel die Einkommenssteuererklärung abgeben.

*seufz*

Nein. Du musst die EStE abgeben!

Ohne die Entscheidung über den Verlustvortrag macht das doch aber wenig Sinn. 

Unfug. Der Verlustvortrag hat doch auf die EStE per se keinerlei Auswirkung, sondern höchstens auf die Zahllast. Die wird so oder so fällig, und ggfs. verrechnet mit dem Verlustvortrag respektive rückerstattet, je nach Falllage. Die Zahllast ist aber in jedem Fall zu leisten, unbeachtlich einer möglichen Verrechnung des Verlustvortrages. Allenfalls auf dem Weg der AdV wäre hier ein Zahlungsaufschub möglich. Aber auch dazu muss ja erstmal die Erklärung abgegeben worden sein.

Antwort
von kevin1905, 28

Wieso bist du bei solchen Summen ohne Steuerberater unterwegs? Du siehst du wohin dich das gebracht hat, jetzt hast du Ärger mit dem Finanzamt.

Antwort
von herja, 28

Such dir einen guten Steuerberater, der kann das für dich regeln.

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