Frage von Malavatica, 87

Sterben manche deutsche Vornamen langsam aus?

Gibt es beispielsweise noch Menschen, die ihre Kinder Klaus oder Dieter nennen? Gefühlt habe ich den Eindruck, dass viele Namen verschwunden sind. Ist das so?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von joheipo, 40

Bei Jungen ist es anscheinend tatsächlich so, daß der Name keinesfalls deutsch klingen darf. Das ist zwar überwiegend in der Unterschicht so, aber auch bildungsnahe Eltern glauben, ihre Kinder möglichst exotisch benamen zu müssen.

Hierzu kann man übrigens eine ganz vergnügliche Betrachtung in dem Buch "Schantall tu ma die Omma winken" von Kau Twilfer nachlesen. Da wird der Kevinsmus / Chantalismus gehörig auf die Schippe genommen.

Bei Mädchennamen finden sich  aber immer noch "traditionelle" Namen wie Katharina, Sophie, Maria usw. Eine Bekannte von mir hat ihre kleine Tochter Ida genannt, und auch eine kleine Elisabeth findet sich in unserer Nachbarschaft

Kommentar von Malavatica ,

Ich finde das total schade, die eigene Kultur so unter den Scheffel zu stellen. Ich beobachte das auch mit Sorge. Gut, dass es noch Ausnahmen gibt. Ida ist nicht schlecht und Elisabeth wirkt seriös und international.

Kommentar von laserata ,

Ich kenne kleine Kinder, die so heißen: Anton, Richard, Matilda, Paula. Kann es sein, dass meine Bekannten zu intellektuell sind?...

Antwort
von pythonpups, 36

Reine Modefrage. Namen kommen aus und wieder in Mode. Als ich geboren wurde wäre niemand auf die Idee gekommen sein Kind z.B. Oskar oder Emil zu nennen. Mittlerweile ist das wieder ganz geläufig. Und was damals üblich war ist heute ein No-go. Ich würde nicht einmal die völlig abstrusen mittelalterlichen Namensungetüme wie Kunibert und Arbogast wirklich totsagen. Warte mal 10 Jahre, wer weiß wie sich die Mode bis dahin entwickelt.

Antwort
von HansH41, 11

Noch bin ich nicht tot und mein Name ist ganz klassisch deutsch.

Kommentar von Malavatica ,

Der war gut :)

Antwort
von CamelWolf, 33

Im Bildungsbürgertum sicherlich nicht. Da heißen die Kinder nach wie vor Karoline und Maximilian. Nur kriegen die eben weniger Kinder. In der Unterschicht hingegen scheint die Wahl des Namens für den ungeplanten Nachwuchs offenbar die einzige wirkliche Freiheit zu sein. Deswegen dort die Zoe-Cheyenne-Alayas für die Mädels und die Justins, Jeffersons und Kevins für die Jungs.

Antwort
von Sachsenbruch, 35

Manche kehren auch wieder; so hatten beispielsweise die fast hundert Jahre lang ungenutzten Wilhelme, die Friedriche (Fritz), die Emmas mittlerweile längst wieder Nachwuchs. Auch gibt es zeitlose Namen, die man kaum einer bestimmten Epoche zuordnen kann: Evelyn, Thomas ... Zugegeben: Klaus und Dieter, Frank oder Doris sind derzeit nicht die Renner; ihre Zeit kommt noch (wieder).

So vielleicht auch "Malavatica". :)


Kommentar von Malavatica ,

Hoffentlich, sind schließlich ganz normale Namen. Ich hätte nie gedacht, dass Emma jemals beliebt sein könnte. Meine Eltern wollten mich so nennen. Glück gehabt, sie haben anders entschieden :)

Antwort
von suziesext10, 5

ja, ist so. Hier ne winzige erste Liste von Verstorbenen:

Walpurga, Kreszentia, Mechthild, Roswitha, Gotthelf, Fürchtegott, Ephraim, Ebenezer, Adolf, Hugo, Luitpold, Ludmilla - beliebig erweiterbar  :)

Kommentar von Malavatica ,

Roswita ist auch schon tot? :) Ich will meinen Dieter zurück :) wo soll das enden? 

Antwort
von Wolli1960, 13

Sie werden wohl irgendwann wieder kommen. Der Name meines Taufpaten (Fritz) war lange Zeit aus der Mode gekommen, inzwischen tauchen wieder mehr Jungen mit diesem Vornamen auf. Völlig aus der Mode gekommen ist wegen eines unseligen Österreichers AdoIf, obwohl es noch andere bekannte Männer mit diesen Namen gibt (und ich meine jetzt nicht unbedingt Eichmann).

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