Frage von Lional, 198

Sterbehilfe für psychisch kranke Menschen (Menschenrechte)?

Hallo,

ich bin 21, m, und schon seitdem ich ein Kind bin, bin ich sehr unglücklich. Seit meinem 14. oder 15. Lebensjahr bin ich in psychologischer und psychiatrischen Behandlung. Ab meinem 11. Lebensjahr wurde ich sehr unglücklich, und es hat sich bis heute nicht geändert.

In der ganzen Zeit habe ich etwa 30 Medikamente und etliche Psychotherapien durchgenommen. Zu beanstanden gibt es eigentlich nichts, viele Ärzte und Psychologen, die mit mir zusammen gearbeitet haben, waren wirklich sehr gut. Ich habe auch schon zwei Klinikaufenthalte hinter mir.

Nur ändert es nichts an der Lage: Ich bin unglücklich. So unglücklich, dass ich gerne, sollte sich in ein paar Jahren nichts ändern, freiwillig und schmerzlos das Leben beenden möchte.

Das deutsche Gesetz verbietet mir (gegen die Menschenrechtskonventionen), mir schmerzlos das Leben zu nehmen. In Ländern wie der Schweiz wird dies allerdings praktiziert, wobei es auch in seltenen Fällen bei psychischen Erkrankungen zur Sterbehilfe (bspw. durch Dignitas) kommen kann.

Ich selbst werde mir in den nächsten Jahren nicht das Leben nehmen. Meine Oma hat mich seitdem ich 17 bin weiterhin großgezogen, weshalb für mich vor ihrem Tod kein Suizid in Frage kommt. Ich liebe sie über alles und könnte ihr soetwas niemals antun.

Jetzt habe ich schonmal einen Mittelweg gefunden. Die nächsten Jahre werde ich Psychologie studieren, wodurch ich vielleicht mein Leiden möglichst minimieren kann. Zwar habe ich durch die Prüfungen ziemlich viel Druck, aber ich kann etwas lernen, was mich in der Zwischenzeit auch in Hinblick auf meine psychische Erkrankung Ablenkung verleiten kann

Jetzt meine Frage: Warum ist Suizidhilfe in Deutschland erlaubt? Warum nehmen sich die Politiker das Recht heraus, zu entscheiden, wer sterben darf und wer nicht? Sie haben leicht reden und werden sicher nie das Leid eines schwer Depressiven miterlebt haben. Ihre moralischen Bedenken hindern sie, auch nur einigermaßen vernünftig über das Thema nachzudenken bzw. nur einen Betroffenen zu Wort kommen zu lassen.

Wenn ein Mensch wohlerwogen, dauerhaft und aus einem freien Willen entscheidet, dass er aus dem Leben scheiden will, warum hindert man ihn? Hat nicht jeder Mensch das Recht, sein Leben bei wahnsinnig hohen Qualen selbst zu beenden und endlich seinen Frieden zu finden?

Wieso werden Menschen, die unbedingt sterben wollen (ohne Ausdruck einer fehlleitenden Krankheit), gezwungen, zu leben?

  1. Gibt es irgendeine Möglichkeit, wie ich mir legal vielleicht in sechs Jahren (falls sich an meinem Zustand nichts geändert hat) legal mithilfe von Ärzten (also mit Medikamenten) das Leben nehmen kann? Event. auch im Ausland?

Ich danke Ihnen für das Lesen und Ihre Aufmerksamkeit und bedanke mich schon im Voraus für Antworten.

Antwort
von epicRainstorm, 17

Du meine Güte, ich kann mich nur stellvertretend für manche mehr als fragwürdigen und hirnlosen Aussagen bezüglich psychischen Erkrankungen und Suizidalität entschuldigen.
Ich gehe aber davon aus, dass du es mit deinem Horizont schaffst, diese Leute grosszügig zu ignorieren.

Was du hier schilderst, bricht mir das Herz. Gleichzeitig finde ich es bewundernswert, wie du reflektierst und analysierst. Ich kann mich dem einen Post nur anschliessen: Zum Glück besteht IMMER die Hoffnung, dass sich ein psychisches Krankheitsbild zumindest so abschwächt, dass wieder Lebensqualität vorhanden ist. So wie beschrieben kann es auch sein, dass es irgendwann völlig verschwindet. Mit deiner analytischen und reflektierenden Art scheinst du mir die besten Voraussetzungen zu gaben, dies mitbeeinflussen zu können. Tu nur das, was dir gut tut und deine Symptome lindert. Wenn du denkst, dass ein Psychologiestudium dazugehören könnte, ist das doch wunderbar.

Nun um auf Sterbehilfe zurückzukommen: in der Schweiz ist es meines Wissens so, dass man bei m freiwilligen Versterben immer noch urteilsfähig sein muss. Dh. Es muss einem in voller Konsequenz bewusst sein was passiert, wenn man das Medikament zu sich nimmt. Bei einer psychischen Erkrankung geht man wohl davon aus, dass eine verschwommene oder nicht mehr vorhandene Urteilsfähigkeit eben gerade ein Symptom der Erkrankung ist (Wobei das ja normalerweise in Phasen verlaufen dürfte). Die Behandlung (zB. Unter Zwang) hat ja zum Ziel, diese Urteilsfähigkeit wieder herzustellen. Kann ein Mensch jedoch nebst seines Leidensdruckes darlegen, dass er urteilsfähig ist, dürfte Sterbehilfe eigentlich auch bei psychischen Erkrankungen zumindest rechtlich legitim sein. Aber eben, das Schwierige ist sicher die Beurteilung, ob jemand alle Konsequenzen auch im Rahmen der Erkrankung wirklich abschätzen kann, oder ob man sich letztlich eines Mordes schuldig macht.

Ich kann deinen Leidensdruck verstehen und wünsche dir wirklich, dass Schritt für Schritt eine deutliche Besserung eintritt, so dass dein Wunsch nach Sterbehilfe weggeht. Diese Aussage ändert zwar nichts an deiner Situation, aber es wäre wirklich traurig, wenn ein junger und so kluger Mensch wie du nicht mehr existieren Würde. Sicher bereicherst du das Leben vieler Menschen.

Alles Gute!

Antwort
von Prinzessle, 26

Ich las Dein Schreiben aufmerksam und spürte dass Du wirklich einen inneren Leidensdruck hast..

Dieser genügt übrigens auch in der Schweiz nicht, dass du Sterbehilfe bekommen könntest als junger, körperlich gesunder Mensch...

Allerdings finde ich es wie Du eine Zumutung, dass die Sterbehilfe in den meisten Ländern verboten ist und wir darum hier einen Sterbetourismus haben...ich bin Schweizerin und ich kann hier zu Hause in den Tod begleitet werden, was ich sehr schätze, denn zu Hause ist dies nochmals etwas anderes...Darum JA, man sollte sich für dieses humane Recht politisch engagieren...

Und so komme ich wieder zu Dir, wäre dies nicht etwas für Dich....ich meine Dich mit all Deiner Kraft dafür einzusetzen, vielleicht kriegst Du so den Lebenswillen zurück, der Dir offenbar fehlt...

Nun noch etwas das ich eigentlich nicht sagen dürfte, aber wenn Du Chemie oder Medizin studieren würdest, wüsstest Du schnell, wie man sich diesen Todestrank selbst zusammenbrauen kann...und man kann per Internet alle Substanzen, die es dafür braucht kaufen....

Allerdings braucht es Dich, damit Du allen Leuten in Deutschland dieses Recht auf einen würdigen Tod ermöglichen kannst...also beginne zu kämpfen dafür...

Viel Glück Dir mit einem Gruss aus der Schweiz  

Antwort
von Paguangare, 65

Selbstmord ist in Deutschland nicht verboten.

Es ist nur so, dass aktive Sterbehilfe nicht in so großem Umfang erlaubt ist wie z.B. in der Schweiz, und gewerblich schon einmal gar nicht.

Man darf keinen Verein betreiben, der depressiven Menschen ein Medikament verkauft, mit dem sie auf sanfte und sichere Weise "einschlafen".

Die ethische Problematik ist einigermaßen verzwickt, worüber du auch bestimmt schon nachgedacht hast.

Ärzte unterliegen von ihrer Standesvereinigung her zudem dem hippokratischen Eid: Sie sollen Menschen dazu verhelfen, gesund zu werden bzw. zu überleben, und sollen keine Menschen töten.

Für Ärzte ist es auch eine schwierige Gewissensentscheidung, dazu beizutragen, dass ein Mensch Selbstmord begeht, der ansonsten nicht sterbenskrank ist und eigentlich noch jahrelang oder jahrzehntelang weiterleben könnte.

Wenn man ganz allgemein einen Menschen entdeckt, der gerade einen Selbstmordversuch begangen hat, aber noch lebt, dann ist man dazu verpflichtet, ihm zu helfen, indem man zu seinem Überleben beiträgt, indem man ihn rettet oder einer medizinischen Versorgung zuführt. Wenn man nichts tut, dann ist das unterlassene Hilfeleistung und strafbar.

Kommentar von Lional ,

Ja genau, Selbstmord ist an sich nicht strafbar. Deswegen habe ich auch schmerzlos dazu geschrieben. DAS nämlich verbietet mir leider das Gesetz indem es mir die Möglichkeit untersagt, mir mit Hilfe von Medikamenten das Leben zu nehmen.

Ethisch gesehen ist es natürlich sehr verzwickt. Aber jeder, der an so einem Punkt steht, wird zu 100% für einen ass. Suizid stimmt. Auch wenn ich oder auch andere Leidgenossen für das Leben sind und an die Möglichkeit eines schönen Lebens unter bestimmten Bedingungen glauben, gilt das nicht für uns.

Und diese Tatsache sollte man akzeptieren. Man kann nicht alle Menschen retten, sowie ich nicht der Gesellschaft nur "auf der Tasche" liegen möchte. Außerdem möchte ich keine anderen Menschen z.B. durch ein Sprung vorm Zug gefährden.

Kommentar von Paguangare ,

Das Argument, dass ein Sterbewilliger nicht seinen Mitmenschen "auf der Tasche liegen will", wird häufig gegen die aktive Sterbehilfe eingesetzt.

Es ist schon eine Gefahr, wenn erst einmal ein Gesetz eine leicht zugängliche aktive Sterbehilfe erlaubt, dass dann ältere und behinderte Menschen sich genötigt sehen, diese "Gelegenheit" auch in Anspruch zu nehmen, weil sie sich von ihrer Umwelt als wenig wertgeschätzt und als Schmarotzer betrachtet sehen.

So eine implizite Nötigung zum Selbstmord widerspricht aber auch der Menschenwürde, denn jeder Mensch hat eine Würde und einen Wert, unabhängig von seinem wirtschaftlichen Nutzen und unabhängig davon, ob er sympathisch herüberkommt.

Kommentar von Lional ,

Das stimmt. Hatte gehofft, dass man es in diesem Zusammenhang nicht mit älteren Menschen in Verbindung bringt. Das Argument ist mir bekannt und so sollte es natürlich auch nicht sein. Es geht lediglich um mich.

Antwort
von TailorDurden, 66

Also ich möchte Dir mal ein bisschen Mut machen. Ich hatte auch eine sehr schwierige Kindheit, hatte seit meinem 13ten Lebensjahr immer große Probleme mit depressiven Phasen, Suizidversuch mit 15 etc. Mit 17 wurde ich dann bis 20 auch noch total co-abhängig von meiner damaligen Freundin, die auch noch halluzinierte, Panikattacken und alles mögliche bekam. Therapeuten konnten mir auch nicht wirklich helfen, weil ich recht schwer zu therapieren war.

Das war auch kaum aushaltbar und ich wusste überhaupt nicht mehr, was ich mit meinem Leben noch anfangen sollte. Ich habe dann zum Glück in meiner Verzweiflung angefangen, über mich selbst zu lernen, habe etliche Bücher über meine Krankheitsbilder und über generelle Heilungsmethoden dazu gelesen..

Und mit dem Wissen konnte ich mich innerhalb von 2 Jahren komplett rauskicken. (Dazu habe ich dann eine begleitende, komplett reine Verhaltenstherapie gemacht - keine Wort über meine Vergangenheit/Probleme bis auf die erste Sitzung).. Mit so 25 Jahren war ich fast ein neuer Mensch und lebe überglücklich bis heute mit 30 Jahren. Und ich genieße immer noch jeden Tag, mein Leben ist ganz wunderbar geworden.

So viele Menschen sagen immer wieder: "Aber es wird auch wieder besser!" Das tut es nicht, wenn man einfach weitermacht wie bisher, aber man kann sich wirklich ändern und auf eine neue Wahrnehmung hinarbeiten mit sich selbst, jeden Tag. Natürlich erscheint Suizid da manchmal als Ausweg, aber ich glaube, dass in unserer Gesellschaft jeder seine Chancen besitzt, glücklich zu werden. Auch, wenn es gerade aussichtslos erscheint, wird eine Zeit kommen, in der Du das alles hinter Dir lassen kannst. Plus: Ein Psychologiestudium ist absolut nicht zur Eigentherapie gedacht und ein schlechtes Berufsfeld, wenn man selbst Probleme hat.

__________________________

Noch schnell zwei kleine Zusätze:

  1. Suizid kann man immer begehen und so versteht das wohl auch der Staat. Dein Leben gehört Dir und Du würdest keine Sekunde zögern, wenn Du nicht noch irgendwie daran hängen würdest. Wen interessiert schon das Verbot des Staates, wenn ihn nichts mehr hält? Ansonsten hast Du natürlich recht: Das ist ein Verbot, das gegen die Eigenverantwortung des Menschen geht und philosophisch gesehen höchst umstritten ist. Du machst auf mich eher den Eindruck, als würdest Du noch sehr am Leben hängen und lieber einen anderen Ausweg suchen.

  2. Überlege Dir das gut mit dem Psychologiestudium. Es ist zwar eine gute Ausbildung, aber es ist extrem anstrengend und zeitraubend. Gleichzeitig lernst Du maximal 5% die Dir vielleicht selbst weiterhelfen könnten. Du würdest kaum Zeit haben, selbst an Dir weiterzuarbeiten, wenn Du Deinen Weg findest. Hast Du denn den 1,0 Abiturschnitt für das Studium? Heilungsprozesse (zumindest bei mir) sind vor allem mit viel selbstüberraschenden Freizeitaktivitäten und zeitaufwändigen (aber tollen) Übungen verbunden, die man während einem Psychologiestudium zeitlich nur schwer unterbringt. Ich habe damals sogar mein damaliges Studium abgebrochen, um mich "zu heilen" und erst später nochmal was anderes studiert.

Insgesamt wünsche ich Dir viel Glück und Kraft,
Tailor

Kommentar von Lional ,

Danke sehr für die Antwort.

Als Erstes würde ich gerne sagen, dass ich den Studienplatz bereits sicher hab und schon immatrikuliert bin. Ich habe mir ganz genau überlegt, was ich jetzt nach dem Abi am besten machen könnte.

Da ich schon bereits ein Jahr ausgesetzt habe, um in eine Klinik zu gehen, erschien mir einfach ein Psychologiestudium am Sinnvollsten. Klar, es ist nur ein kleiner Teil auf psychische Krankheiten bezogen, jedoch lernt man sich äußerst effektiv selbst zu reflektieren. Außerdem werde ich nicht im klinischen Bereich arbeiten müssen. Ich möchte zwar ein Master in klinischer Psychologie und noch einer Fachrichtung machen, jedoch heißt meine Erkrankung ja nicht, dass ich in irgendeinem Bereich ausgeschlossen bin.

Ich möchte erstmal das Psychologiestudium durchnehmen. Es ist vielleicht die beste Chance, selbst alles in die Hand zu nehmen. Selbsttherapie ist vielleicht nicht gut, aber es bleibt meine letzte Möglichkeit, nachdem alle anderen ärzte und Psychologen in diesem Bereich versagt haben.

Vor ein paar Jahren habe ich mir gedacht: Ok, du musst mit den Psychologen und Ärzten kooperieren, einfach alles machen, wozu sie dir raten. Bücher, Artikel lesen, Sport treiben etc. Habe ich alles gemacht, es hat aber zu nicht mehr geführt als dass ich in der Lage bin, zu studieren.

Leider weiß ich nicht, was ich sonst studieren sollte. Natürlich werde ich dann kaum Zeit mehr haben, aber das brauche ich nicht. Dann bin ich wenigstens ein Stück weit abgelenkt und habe die Möglichkeit, mich intensiv mit der Psyche des Menschen, zu beschäftigen.

Zu 1.: Natürlich kann man sich immer das leben nehmen. Ich stelle mir aber erhängen sehr grausam vor, ebenso wie vorm Zug zu springen (da man auch andere Menschen damt gefährdet). Wenn ich einfach so Medikamente nehme, nehme ich in Kauf, nach der Einnahme für immer geistig behindert zu sein, was die ganze Situation nochmal verschlimmern würde. Also, es ist unterm Strich gesagt sehr schwer, sich legal in Würde zu verabschieden und dann zu sterben. Das ist nicht leicht, auch wenn die meisten Menschen das behaupten.

Wenn ich jetzt wüsste, ok, in sechs Jahren habe ich die Möglichkeit, dann wäre es gut und ich könnte es vielleicht noch aushalten. DAS ist meine Intention.

Es freut mich übrigens sehr, dass du daraus gefunden hast :)

Es ist immer schön, wenn ein Mensch aus einer Depression gefunden hat ;-)

Kommentar von TailorDurden ,

Klingt vernünftig. Dann viel Erfolg im Studium und den weiteren Jahren, aber nimm es Dir nicht übel, wenn Du dort nicht findest, wonach DU suchst. Bin mir sicher, Du findest Deinen Weg. Bist ja noch nicht so alt :-)

Kommentar von MarkusGenervt ,

Leider weiß ich nicht, was ich sonst studieren sollte.

Versuch es mal mit etwas völlig Anderem, was Dich ablenkt: Informatik, Architektur, Ingenieur, Physik, etc.

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass das Studium der Psychologie Dich nur dazu zwingen wird, genau dieselben Fehler zu wiederholen, die Deine Psychologen und Ärzte bereits an Dir gemacht haben. Fehler deshalb, weil sie Dir nicht helfen konnten.

Wenn du etwas über Psychologie erfahren willst, studiere es für Dich selbst – ohne den Zwang, die – nur teilweisen, aber entscheidenden – Fehler zu verinnerlichen, an welche die Profs noch glauben.

Zu 1.: […]

AUSREDEN! Wer sterben will stirbt. Punkt.

DU willst NICHT sterben. Punkt.

Aber bitte versuche nicht, es mir zu beweisen, denn ich werde es ganz sicher niemals mitbekommen. ;-P

Hör einfach mal hin, was TailorDurden versucht, Dir zu verklickern.

Kommentar von TailorDurden ,

Ja, so sehe ich das auch noch, aber das gehört eben zum Entwicklungsprozess. Erstmal mit voller Latte rein in die Psyche, um dann wieder abzuziehen und zu erkennen, dass die Lösung eben genau woanders liegt. Ich glaube aber nicht, dass man das wirklich verinnerlichen kann, wenn man die Erfahrung nicht selbst macht. Kann die Entscheidung gut verstehen.

Kommentar von MarkusGenervt ,

Richtig. Intuition, Einfühlungsvermögen und Selbstkritik sind hierbei aber eine Vorbedingung, um seine eigene Situation besser erfassen zu können und dann auch einen neuen Weg heraus zu finden.

Da sind die konventionellen Lehren nicht immer anwendbar. Teilweise setzen sich aber inzwischen auch schon diese neuen Erkenntnisse im Fachbereich durch.

Kommentar von Lional ,

@ Markus:

Aha? Du weißt also mit einem wahrscheinlich abgerochenem Psychologiestudium mehr als ein Professor? Weil sie dich vielleicht aufgrund geringer Leistung nicht durchkommen lassen haben?..

Ob ich sterben will oder nicht, lasse ich mir ganz bestimmt nicht durch eine Ferndiagnose attestieren (was auch nicht seriös ist). Von Pauschalisierungen wie "wer sterben will, der stirbt" halte ich auch nichts. Sie sind schlicht weg falsch. Wer sicher sterben möchte, der nimmt nicht in Kauf, Invalide zu sein und den Rest seines Lebens vor sich hin zu vegetieren bzw. im besten Fall noch in der Klappse zu landen.

Kommentar von MarkusGenervt ,

LOL – Du bist wirklich noch soo jung :)

Lies meinen Kommentar nochmal ganz aufmerksam durch, ohne Dich gleich angegriffen zu fühlen. Vielleicht wird Dir dann klar, WER dies geschrieben hat.

Kommentar von bekind ,

(will mich nicht einmischen aber ich finde auch dass es unsensibel ist so zu tun als würde man besser als die betroffene person wissen ob sie sterben will oder nicht. jeder mensch verhält sich anders)

Kommentar von TailorDurden ,

Eben, lasst die Streiterei doch einfach. Wurde doch schon alles gesagt. Es muss keinen geben, der jetzt am Schluss rundum recht hat :-)

Antwort
von Aleqasina, 54


"Wenn ein Mensch wohlerwogen, dauerhaft und aus einem freien Willen
entscheidet, dass er aus dem Leben scheiden will, warum hindert man ihn?"

Die Frage ist wohl, was man als "wohlerwogen" ansieht. Wer soll das entscheiden? Und nach welchen Kriterien?

Für mich würde schon eine psychische Erkrankung, z. B. eine Depression, ausschließen, dass jemand den Sterbewunsch frei und gut erwägen kann.

Da beißt sich also die Katze in den Schwanz...



Kommentar von Lional ,

Ich finde nicht, dass eine Depression, solange sie sich nicht in einer akut rezidivierenden Phase befindet, das Urteilvermögen total vernichtet.

Antwort
von Schischa3, 37

Mit der Sterbehilfe in der Schweiz ist es nicht so einfach, wie du es denkst. Es gibt bei mir in der Schweiz auch Leute in der Klinik, die schon 20 oder 40 Jahre drin waren. Ich wünsche dir viel Glück. Du musst auch denken, dass in der Schweiz vieles geregelt ist und keine Unordnung herrscht. Suche dir ein Land mit viel Chaos, dem es egal ist, ob du verschwindest. Zahle jemand sehr armes, der dir dann hilft, dir das Leben zu nehmen.

Kommentar von Lional ,

Dass es in der Schweiz nicht so einfach ist, weiß ich selbst. Ich habe vor ein paar Jahren selbst Kontakt zu Dignitas aufgenommen. Die haben mir das bestätigt.

Und jemanden, der sehr arm ist, zu bezahlen.. da wüsste ich ehrlich gesagt nicht, wie ich das anstellen und organisieren soll..

Kommentar von Schischa3 ,

Für Selbstmord gibt es viele gute Methoden. Doch diese Methoden werden nicht gesagt, damit sich weniger Menschen umbringen. Versuche kreativ zu sein und sei dir sicher, dass der Versuch zu 100% gelingen wird.
Ich weiss auch nicht genau, wie man das mit dem bezahlen anstellen und organisieren sollte. Aber irgendwie wird es schon gehen.

Antwort
von anaandmia, 63

Du sagst das du im Prinzip psychisch total am Ende bist willst aber Psychologie studieren ?!
Ich kann nur spekulieren warum psychisch kranke Menschen keinen Anspruch auf Sterbehilfe haben. Ich denke der Grund ist, dass die Erkrankung nicht zwangsläufig zum Tod führt und du die Chance auf ein ein normales Leben hast....

Kommentar von Lional ,

Ja klar, das wird immer angeführt. Jedoch hat man trotzdem nicht das Recht, sich über die Selbstbestimmung eines Menschen zu erheben und über ihn zu bestimmen. Jeder Mensch sollte des Recht haben (genauso wie ein Tier), bei endlosen Qualen seinem Leben ein Ende zu bereiten. 

Kommentar von anaandmia ,

Ich kann deine Gedankengänge nachvollziehen, da ich mir diese Frage selbst schon oft gestellt habe aber ich denke im Prinzip ist es gut, dass es so ist.

Antwort
von DODOsBACK, 46

Wenn ein Mensch wohlerwogen, dauerhaft und aus einem freien Willen
entscheidet, dass er aus dem Leben scheiden will, warum hindert man ihn?

Du hinderst dich nur selbst. Du bist körperlich ohne Weiteres dazu in der Lage. Dass du Schiss hast, beweist wohl eher, dass du gar nicht wirklich sterben willst.

Denkst du, es wäre leichter für deine Omi, wenn dir ein Arzt auf deinen eigenen Wunsch hin eine Spritze gibt? Oder dass du dann in den Himmel kommst, den Selbstmörder angeblich nicht betreten dürfen?

Eine "Nebenwirkung" psychischer Erkrankungen (und leider auch vieler Therapien) ist es, die Schuld immer bei anderen zu suchen. Und entsprechend auch die "Heilung".

Du bist aber kein wehrloses Opfer! Du bist für dein Leben und dein Glück selbst verantwortlich! Und genauso für deinen Tod und dein Unglück.

Vor lauter Angst, etwas falsch zu machen, machst du einfach gar nichts mehr Außer natürlich jammern und meckern. Kein Wunder, dass dir das Leben "leer" und sinnlos erscheint!

Du solltest dir zumindest den Versuch wert sein, "richtig" zu leben. Das geht aber nicht, wenn man ständig nur vom Tod träumt.

Kommentar von Lional ,

Das tue ich nun schon seit über 10 Jahren! Es sollte kein Gejammer sein oder Gemecker sondern nur eine Beschreibung des Zustandes, damit man den Suizidwunsch vielleicht etwas besser nachvollziehen kann. Ich brauche einfach nur effektive Lösungen. Dass ich nichts unversucht lasse, was zu einer Verbesserung meines Zustandes führen kann, können Sie mir glauben! Ich studiere ja wie gesagt Psychologie, da mir die ganzen Therapien nicht geholfen haben und ich am Meisten auf mich vertraue!

Kommentar von MarkusGenervt ,

Du siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Wenn Du so Therapie-erfahren bist, dann solltest Du doch inzwischen mitbekommen haben, dass diese Psychologie-Heinis andauernd nur den Kuschelkurs fahren und Dich ständig nur dazu bringen immer wieder und wieder in Deiner eigenen Schei55e zu rühren.

Wie willst Du davon los kommen, wenn Du ständig da drinnen lebst und nun auch noch Deine Zukunft darauf aufbaust?

Kommentar von DODOsBACK ,

Um es mal ganz einfach zu machen: Ich respektiere deinen Wunsch, zu sterben.

Jeder darf über sein eigenes Leben und seinen Tod selbst bestimmen. Ich finde es nur zum K*tzen, dass sich jemand anders die Hände schmutzig machen soll, damit du möglichst bequem abtreten kannst.

Dass du nach 10 Jahren heftigster Todessehnsucht noch am Leben bist, bedeutet doch wohl, dass irgendein Teil von dir leben WILL...

Was du beschreibst, ist für mich keine Todessehnsucht, sondern Lebensangst.

Du bist nicht der Einzige, dem es besch...eiden geht.

Manche bringen sich um - die können dir natürlich keine Tipps mehr geben.

Andere jammern, bedauern, suchen Schuldige usw. - die geben dir zwar recht, bringen dich aber nicht weiter.

Und manche Menschen kämpfen und schaffen es. Die haben nur leider keine angenehmen Ratschläge für dich.

Es liegt an dir, wem du zuhörst...

Kommentar von Paguangare ,

Hallo DODOsBACK,

ich finde, du machst es dir zu einfach mit der Abkanzelung einer Person mit psychischer Erkrankung. Es klingt etwas in die Richtung:

"Bei einer psychischen Erkrankung ist man selber Schuld. Warum ist man nur so wehleidig und denkt nicht einfach einmal positiv."

Psychische Krankheiten sind jedoch genauso echt wie körperliche Krankheiten. Blinden Menschen macht man auch nicht den Vorwurf, warum sie nicht sehen können. Menschen mit Diabetes Typ I macht man nicht den Vorwurf, warum sie nicht ihr eigenes Insulin produzieren.

Ein Querschnittsgelähmter kann durch seine innere Einstellung schon sein Leben akzeptieren und glücklich werden. Aber das heißt nicht, dass er dann laufen kann.

Ebenso kann es sein, dass ein Depressiver durch seine innere Einstellung überlebt und keinen Selbstmord begeht. Aber die Depression wird dadurch noch lange nicht weggezaubert.

Kommentar von MarkusGenervt ,

Hi Paguangare,

nichts für ungut, aber Du bist wohl auch noch in der Rechtfertigungs-Phase?

Ist nicht nötig. Aber das wirst Du irgend wann selbst erkennen. :)

Mag sein, dass DODOsBACK das wirklich so "unkritisch" sieht, trotzdem hat er/sie recht.

Kommentar von Paguangare ,

Hallo Markus,

meinst du denn, Depressivität sei nicht zu rechtfertigen? Das klingt so, als würde man sich die Depressivität aussuchen, bzw. Ausflüchte suchen, warum man nicht davon ablassen kann, weil man irgendwie zu faul oder träge ist, um an sich selbst zu arbeiten.

Das scheint mir aber beim Fragesteller nicht der Fall zu sein.

Kommentar von Lional ,

Darauf werde ich erst gar nicht eingehen. Eine psychische Erkrankung so abzukanzeln als wäre es ein Kinderspiel, zeigt von kindlicher Naivität und Unwissenheit in den meisten Bereichen der Menschheitsgeschichte sowie das Fehlen nur eines Funken von Emphatiefähigkeit.

Ich sags ganz einfach: Manche Menschen haben einfach kein Plan vom Leben!

Kommentar von MarkusGenervt ,

Entschulde mal, aber vielleicht überlegst Du doch nochmal.

Ich kanzele hier gar nichts ab und ein Kinderspiel war es für mich auch nie. Ich habe die Hölle selbst erlebt und habe sie aber hinter mir gelassen.

Nichts ist hierbei leicht. Aber nimm mal einfach einen guten Rat an:

Du stehst Dir gerade selbst im Weg, nur Du kannst es nicht erkennen und das wollte ich Dir vermitteln.

Aber mach ruhig Deine Erfahrung.

Kommentar von DODOsBACK ,

Hallo Panguangare,

vielleicht überlegst du mal, was der Unterschied zwischen "schuld sein" und "Verantwortung übernehmen" ist.

Wenn du den Unterschied nicht begreifst, ist jede weitere Diskussion sinnlos...

Antwort
von bekind, 73

du kannst deine psyche ganz neu gestalten mit affirmationen, am besten silent subliminals

Kommentar von Lional ,

Silent subliminals? Kommt das im Psychologiestudium drin vor?

Ich bin wirklich offen für alles.

Kommentar von bekind ,

affirmationen sind sätze, die man verinnerlicht und die einen (positiv) beeinflussen, bei silent subliminals werden diese sätze stumm gemacht, so dass wenn man sie sich anhört sie direkt in das unterbewusstsein gehen und viel intensiver wirken. es gibt ein programm mit dem man silent subliminals machen kann, das kostet aber geld. vielleicht gibts online auch ne kostenlose möglichkeit, du kannst dich ja mal damit beschäftigen :)

Kommentar von Lional ,

Vielleicht werde ich durch mein Studium die Möglichkeit bekommen, kostenlos darauf zuzugreifen.  :D

Kommentar von bekind ,

vielleicht, damit kenne ich mich nicht aus. auf jeden fall alles gute dir!

Kommentar von Lional ,

Danke sehr! :-)

Kommentar von MarkusGenervt ,

Herzlichen Glückwunsch, Lional!

Du bist gerade von Scientology gebrainwashed worden!

Vom Regen in die Traufe.

Kommentar von Lional ,

@MarkusGenervt: Da ich mich mit Manipulationstechniken von Scientology auskenne, denke ich nicht, dass ich eine Affinität einer Sekte jeglicher Art besitze.

Kommentar von bekind ,

ist doch voll logisch, wenn dir jemand den ganzen tag sagt dass du toll bist beeinflusst dich das irgendwann. genau wie man beispielsweise komplexe bekommt wenn man mit eltern aufwächst die einem sagen dass man minderwertig ist. :) einfach mal ein bisschen open minded sein!

Antwort
von MarkusGenervt, 28

Dein Wille ist in keinster Weise "wohlerwogen".

Du hast Dich zwar fast Dein (gefühltes) ganzes Leben damit beschäftigt, aber Du hattest nie die Gelegenheit, die andere Seite des Lebens kennenzulernen.

Leben bedeutet nicht nur einfach, endlich den Schmerz loszuwerden.

Ich kann Dir nicht sagen, was das Leben noch außer dem ist oder bietet, denn das kann nur jeder selbst und durch das Leben selbst erfahren.

Der springende Punkt ist, dass Du einfach noch viel zu jung bist, um Deine eigene Problematik im vollen Umfang zu begreifen. Ja, das willst Du jetzt ganz sicher nicht hören, ist aber so.

Und weil sich die Herren Politiker und Ärzte – eben durch ihre eigene Lebenserfahrung – darüber im Klaren sind, warum Du einfach nicht in der Lage bist, wirklich nüchtern und sachlich über Dein eigenes Ableben zu entscheiden, haben sie es Gott sei Dank verboten.

Übrigens:
Wie kannst Du Deine Oma über alles lieben, dich selbst aber nicht?
Liebe ist mehr, als nur am Leben zu bleiben. Aber das sagte ich ja bereits.

So, nun hast Du all die Sprüche zu hören bekommen, die Du schon kennst und die Du nicht mehr hören willst.

Dann frage Dich doch mal, warum Du Dich so sehr gegen diesen Standpunkt wehrst?

Du willst doch nur noch sterben und dafür einen Freibrief. Die Argumente dafür oder dagegen sind Dir doch total egal. Hauptsache, Dein Schmerz hört endlich auf.

Und wenn Du jetzt nochmal – nur für einen Moment – einen ganz entscheidenden Gedanken zulassen könntest:

Du hast wirklich keine Ahnung, welche positiven Dinge des Lebens Du noch alles verpassen könntest!

Du bist 21 und denkst, Du hast alles gesehen.
Überraschung! Du hast nicht mal einen Furz gesehen.
Und denk mal bloß nicht, ich wüsste nicht, was in Dir vorgeht. Aber Du wirst keine zweite Chance bekommen, wenn Du mit so viel brutalem Willen Schluss machst.


Vorbei ist vorbei.
Es gibt keinen Weg zurück.
Keine Ausnahmen, keine Entschuldigungen, kein Bereuen.

Aus!


Denk doch besser nochmal darüber nach. Was hast Du schon zu verlieren außer noch ein bisschen Zeit.

Kommentar von Lional ,

Ich sagte ja bereits, dass ich noch etwa 6 Jahre warten werde. Solange dauert es eh, bis ich das Studium beendet hab und genug Geld verdient habe, um mir das Unternehmen, sollte es im Ausland stattfinden, zu finanzieren. Diese Zeit warte ich noch ob, sollte es sich doch noch ändern.

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