Wie könnte man Aristoteles Glücks- und Strebensethik auf Sterbehilfe beziehen?

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1 Antwort

Die klare Frage ist, wie weit verliert der Mensch seine Würde, wenn er im künstlich verlängerten Alter nur noch ein sabberndes Stück Haut, Fleisch und Knochen ist, das nicht mehr Herr seiner selbst ist und letztlich nur noch interessant für Medizin und Altenheime als Opfer finanzieller Ausbeutung. Diese Frage stellte sich zu Aristoteles Zeit nicht, sodass wir von ihm diesbezüglich keine Antwort erwarten können. Mir ist kein antiker Philosoph bekannt, der vorzeitige Selbsttötung empfohlen hätte. Allerdings war vor allem in Rom die Ehre und Würde höher gestellt als ein langes Leben. Wenn Ehre und Würde bedroht waren, war eine Selbsttötung akzeptiert und wurde als ehrenvoll angesehen. Für den engsten Freund war es Pflicht und Ehre, dabei behilflich zu sein. Ich selbst sehe mich als Epikureer und meine wie Epikur, dass es keinen Grund gibt, sein noch bewusstes Leben wegzuwerfen. Wenn man allerdings schon mehrfach Gast in der Geriatrie oder im Altenheim war, dann sollte man gemeinsam mit seinem Arzt und einem engen Vertrauten festlegen können, ab wann eine medizinische Verlängerung des Dahinvegetierens abgebrochen werden sollte. Das allerdings hat der Bundestag unterbunden, damit private Vermögen bis zum letzten Pfennig ins marode Gesundheitssystem fließen, während sie sich selbst genügend Cash fürs Alter zukommen lassen, dass sie sich dann einen "Urlaub" in der Schweiz leisten können.

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