Frage von Mona20, 35

Sterbehilfe - in Deutschland?

Hallo alle miteinander, die aktive sterbehilfe ist ja in Deutschland verboten.. Jedoch ist die passive ja z.b erlaubt , wieso wandern die Leute dann aus um sterbehilfe zu bekommen ? Ist es dort günstiger ? Oder ist es hier schwieriger , vielleicht ein Verein zu finden, die das machen , denn sowas macht ja nicht mal eben ein Krankenhaus??

Danke schonmal

Antwort
von DieKatzeMitHut, 18

....passive Sterbehilfe bedeutet, dass lebenserhaltende Maßnahmen nicht aufrecht erhalten werden. Also zum Beispiel, dass jemand, der nich mehr selbstständig essen kann oder will nicht künstlich ernährt wird.

Und dazu muss man sich eben erst einmal an einem Punkt befinden, an dem man lebenserhaltende Maßnahmen benötigen würde - die Menschen, die Sterbehilfe im Ausland in Anspruch nehmen möchte, befinen sich aber nunmal nicht an diesem Punkt.

Im Übrigen passiert soetwas in Deutschland natürlich in Krankenhäusern, nicht im Rahmen irgendwelcher Vereine.

Antwort
von fspade, 6

Die Begriffe aktive, passive und indirekte Sterbehilfe sind nicht hilfreich,weil nicht offensichtlich ist, was damit gemeint ist. Selbst bei der passivenund indirekten Sterbehilfe kann ich aktiv etwas tun, was manchen dazu bringtanzunehmen, dass sie verboten sei.

Passive Sterbehilfe heißt das Sterben zulassen, also nichts mehr zu tun, umes zu verhindern oder herauszuzögern. Prof. Borasio nennt das: Liebevolles unterlassen. Das kann auch heißen, allelebenserhaltenden Maßnahmen wie künstliche Beatmung, Dialyse, künstlicheErnährung und Flüssigkeitszufuhr einzustellen, wenn das dem dokumentierten odermutmaßlichen Willen der betreffenden Person entspricht. Gerade bei derFlüssigkeitszufuhr gibt es häufig Schwierigkeiten, weil fälschlich angenommenwird, mit einer Infusion könne der Durst reduziert werden. Aber auch dieBeatmung abgeschaltet zu bekommen ist nicht leicht durchzusetzen.

Indirekte Sterbehilfe gibt es eigentlich nicht, bzw. ist sehr theoretisch, dennhier geht es darum Medikamente mit dem Ziel Leiden zu lindern zu geben undbilligend in Kauf zu nehmen, dass das Leben dadurch unwesentlich verkürztwerden könnte. Hier geht es also um die Intention des Arztes und die darf nicht sein, das Sterben herbeiführen zu wollen. Er darf z. B.Opiate nicht geben, um einen Menschen umzubringen, aber er kann sie geben, umLeiden zu lindern. Der Unterschied ist also nur im Kopf des Arztes zu finden,bzw. in seiner Behandlungsdokumentation.

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