Stellung der Frau in Mitte der 70er Jahre in Deutschland?

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6 Antworten

Erst 1976 wurde mit dem Ersten Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts die gesetzliche Aufgabenteilung in der Ehe abgeschafft. Erst ab da durften Frauen ohne Einverständnis ihres Ehemannes berufstätig werden, der Ehemann durfte das Arbeitsverhältnis seiner Frau nicht mehr kündigen, der Mann verlor seine Vorrechte bei der Kindererziehung und das Schuldprinzip bei der Ehescheidung wurde abgeschafft. Der Nachname des Mannes wurde nicht meh rautomatisch der Familienname. Vergewaltigung in der Ehe wurde erst 1997 strafbar.

Wenn deine Urkunde also von 1976 oder früher ist wäre die Formulierung "wohnhaft bei" durchaus korrekt.

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Kommentar von watchdog
19.11.2016, 09:12

Die einzig richtige Antwort hier.

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Das war sicher ein sehr alter Beamter oder eine sehr alte Beamtin, der damals die Urkunde geschrieben hat. Übriggeblieben aus den 1930ern. Normal war sowas schon in den 1970er Jahren nicht mehr.

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Kommentar von Rosy1974
19.11.2016, 08:37

Dann bin ich ja beruhigt. Ich war echt erbost, als ich das gelesen habe.

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Es wäre ja nicht mal falsch, wenn nur dein Vater im Grundbuch des Hauses eingetragen wäre.

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Kommentar von Rosy1974
19.11.2016, 08:40

Danach wird sicher bei der Geburt eines Babys nicht gefragt. Selbst wenn: Meine Eltern waren beide im Grundbuch eingetragen. Sie hatten Gütergemeinschaft. Meine Mutter steuerte einen nicht unerheblichen Teil für den Hausbau bei.

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In den 1970er Jahren hat es tatsächlich noch das "Familienoberhaupt" gegeben.

Ist ja klar, die damals erwachsenen Leutchen waren so erzogen worden, und bis spät in die 1960er Jahre wurde dieses Bild einer funktionierenden Familie idealisiert: der Mann ist der Familienerhalter, die Frau ist das Heimchen am Herd und Kindesmutter. "Wer das Geld bringt, schafft an".

Das hat sich erst geändert, als die revoltierende 68er Generation erwachsen wurde.

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Bedeutet doch nur das das echt Eheleute waren derzeit .

Im Gegensatz zu unverheirateten Paaren und den vielen Kindermüttern .

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Kommentar von Rosy1974
20.11.2016, 09:26

Tut es nicht. Für mich hört sich das so an, als die Frau unmündig ist und keine eigene Wohnung/ kein eigenes Haus mieten oder kaufen kann, weil sie nicht volljährig (unmündig) und somit nicht voll geschäftsfähig ist und deshalb bei jemanden wohnen MUSS.

Übrigens, nicht jede Ehe, die nicht geschieden wurde, war intakt. Es ist schlimmer für ein Kind, in einer kaputten Ehe aufzuwachsen, als wie wenn die Eltern geschieden sind.

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ja, du bist aber sehr pingelig/ spitzfindig mit den standardisierten, immer leicht altmodisch klingenden Formulierungen eines Standesamtes. Und das "bei" ist damals schon altmodisch gewesen.

Ob sie "bei" oder "mit" Ihrem Ehemann wohnt ist damals aber nicht so entscheidend gewesen. 

Sie wurde nicht mehr als als Frau Hans Muster, Grete, geb. Müller bezeichnet. ( das war in D noch in den 1950-igern bis vereinzelt in den 1960-igern) der Standard bei offiziellen Anschreiben der Fall) 

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Kommentar von Rosy1974
19.11.2016, 08:48

Offensichtlich bist du männlich und trauerst den Zeiten nach, bei denen Frauen noch um die Erlaubnis des Ehemanns fragen mussten, um arbeiten gehen zu dürfen oder um ein Konto zu eröffnen.

Was du mit dem letzten Absatz meinst, weiß ich nicht.

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