Frage von Sibellchen, 82

Stellt die zivilisierte Welt überdurchschnittlich eher eine Gefahr dar, als einen Ort der sicher zu sei scheint?

Hallo: der Mensch ist so tief in der moderne verankert, dass er sich kaum Gedanken darüber macht, was wäre, wenn beispielsweise ein Diktator die Macht erlangen würde. Ich nehme mal jetzt nicht Trump sondern Hitler als Beispiel. All die Juden, die der modernen, zivilisierten und sicheren Welt vertrauten, begriffen, dass ihr Leben doch von der politischen Dimension abhängt. Versteht ihr was ich meine? Man baut sich was auf und muss irgendwann feststellen, dass all dies eine Illusion ist.

Wenn ich dann sehe, dass in dieser Postfaktischen Zeit nur noch Gefühle zählen und eben keine Fakten und die Menschen aus Wut und Protest beispielsweise einen wie Trump wählen und sich keinerlei Gedanken darüber machen, was dies für Auswirkungen haben könnte, dann sind die Zweifel groß. Es kommt mir vor, als hätte die Mehrheit einen Horizont von einem Quadratmeter. Trump ist jetzt kein Diktator, aber mir geht es ums Prinzip. Kaum nach der Wahl, ging das jagen auf Ausländer los, so wie im Fall vom Brexit.

Dann wäre da noch die Wirtschaft und das kapitalistische System (nein bin kein Anti). Wenn das System zusammenbricht, wirft der Mensch sein gesamtes Wertesystem vom Bord. Beispiel: Die Auswirkungen vom Vertrag von Versailles.

Heute: GB, Frankreich, Holland, Ungarn, Bulgarien, Türkei, usw. = Wutwähler die sich breit machen.

Also, warum vertrauen die Menschen so sehr sind aber gleichzeitig bereit durch Wahlen dieses aufs Spiel zu setzen?

Menschenrechte, Sicherheit usw, wurden hart erkämpft. Manchmal hab ich das Gefühl, dass die Menschen dies nicht schätzen, so selbstverständlich ist das alles gar nicht.

Es gibt ja heute noch Menschen, die in Wäldern leben und keinerlei Bezug zur zivilisierten Welt haben, nicht einmal das Geld kennen.

Glaubt ihr, sie haben es leichter?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von OlliBjoern, 13

Guten Abend, du hast da sehr viel angesprochen. Ja, ich teile die Sorgen über die "postfaktische Zeit", aber ich denke mir auch: ich selber muss da nicht mitmachen, vielmehr ist es auch mein Job, möglichst mit Fakten zu kommen. Auch dann, wenn es die Menschen langweilt.

Ich sage provokant: wir brauchen weniger Unterhaltung, mehr Langeweile. Weniger Meinung, mehr Fakten. Ich brauche keine vorgekaute Meinung, ich brauche nur Daten. Die Meinung bilde ich mir dann selber.

Ich sage aber auch, dass wir uns mehr mit sozialen Themen befassen sollten, mit der Rente, mit der Altersarmut, mit dem Gesundheitswesen. Das wird uns alle mehr oder weniger betreffen.

Wir müssen auch an die vielen einfachen Menschen denken, die mit der Globalisierung nichts anfangen können. Aber wir müssen dies auf der Basis unserer Werte tun.

Kommentar von sinari ,

...aber ich "muß" da nicht mitmachen...Eine Verhöhnung unser aller Sitiation!Von deinem Gesabbel wird mir speiübel.

Kommentar von OlliBjoern ,

Das tut mir leid. Wie ist denn "unser aller Situation"?

Wie schön, dass du auch meine Situation beurteilen kannst (bei "alle" bin ich wohl mit eingeschlossen). Deine Situation kann ich natürlich nicht kennen (im Gegensatz zu dir besitze ich keine Kristallkugel).

Antwort
von palzbu, 15

Das kapitalistische Wirtschaftssystem mit der Ausbeutung der 3. Welt hat dem Westen viel Wohlstand gebracht.

Da im Osten kommunistische Systeme herrschten, mussten die Regierungen im Westen immer dafür sorgen, dass es der Bevölkerung in den kapitalistischen Ländern immer ein wenig besser geht als der Bevölkerung in den kommunistischen Ländern. Nicht dass die Leute auf die Idee kämen der Kommunismus ist besser.

Seit der Wende 1989 gibt es keinen Kommunismus mehr (China lassen wir außen vor). Man braucht also keine Rücksicht mehr zu nehmen. Seit 1989 zeigt der Raubtierkapitalismus sein wahres Gesicht. Die Reichen werden immer reicher, die Arbeiter müssen im Hamsterrad der Arbeit immer mehr rennen. Es gibt immer mehr Verlierer.

In den USA wurde die kritische Masse der Verlierer erreicht, jetzt haben diese Verlierer einen Rattenfänger gewählt, der Änderungen verspricht, aber garantiert nicht halten kann.

Er müsste das ganze System ändern. Das wird ihm gegen den Willen der Geld-Eliten nicht gelingen.


Sehr viel Info gibt es hier:
https://wissen2015.wordpress.com/2016/09/18/007-kapitalgesteuerte-demokratie/

Antwort
von voayager, 4

Ich verstehe nicht, warum du den hiesigen way of life so hochhälst. Hast du dir mal überlegt, was ein armer Mensch hierzulande davon hat? Wahrscheinlich hast du nicht einen Straz so weit gedacht.

Antwort
von TB1718, 16

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Kommentar von Sibellchen ,

Ist das ein Virus?

Antwort
von voayager, 11

Deine Frage ist viel zu allgemein gehalten, daher nicht zielführend.

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