Frage von BrilleHN, 45

Steht die Speicherung von Daten in der Schufa nicht im Widerspruch mit dem Datenschutzgesetz?

Normaler Weise hat man ja ein Recht auf Löschung personenbezogener Daten - d.h. wenn ein Unternehmen Daten von mir gespeichert hat, dann habe ich das Recht, dass die Daten gelöscht werden.

Auf die Schufa scheint das aber irgendwie nicht zuzutreffen - hat die Schufa etwa einen Sonderstatus?

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Antwort
von tapri, 24

du stimmst bei vielen Verträgen durch deine Unterschrift den Schufa Klauseln zu. Zum anderen gilt der Datenschutz ja auch nicht für polizeiliches Führungszeugnis. Da darfst du auch nicht sagen, dass das keinen was angeht.

Antwort
von FragaAntworta, 32

Doch sie darf, spätestens dann wenn Du dem duch eine Unterschrift unter einem Vertrag der Schufa Klausel zustimmst.

Kommentar von BrilleHN ,

Aber Verträge kann man ja auch kündigen

Kommentar von FragaAntworta ,

Ja das kann man. Hat aber nichts mit der Schufa zu tun, aber Du darfst Deine Daten dort einmal im Jahr abfragen, kostenlos.

Antwort
von BenniXYZ, 8

Und selbst wenn das so wäre. Ohne deine Zustimmung zu Speicherung und Auskunft bekommst du eben keinen Kredit usw...

Du kannst dich nur wehren, indem du deren Dienst nie in Anspruch nimmst.

Antwort
von experience123, 3

Mit diesem Thema habe ich mich in meiner Weiterbildung beschäftigt. Fakt ist, wissen die wenigsten (ich bis dato auch nicht) die schufa ist von niemandem befugt, Daten zu speichern, erheben, verarbeiten. Das gute recht der Bürger ist aufgrund des datenschutzgesetzes sogar, gegen die schufa gerichtlich vorzugehen. 

Antwort
von wikinger66, 19

Aus  wikipedia:

In den 1970er-Jahren wurde die Schufa-Kartei auf elektronische Datenverarbeitung umgestellt und fiel 1977 unter das in diesem Jahr beschlossene Bundesdatenschutzgesetz.

Auf Initiative des Berliner Verbraucherschutzvereins erließ der Bundesgerichtshof 1985 das „Schufa-Urteil“ (BGH-Urteil vom 19. September 1985, siehe BGHZ95, S. 362 ff.), wonach Kundendaten nur dann an die Schufa übermittelt werden dürfen, wenn die Kunden einverstanden sind, die sogenannte „Schufa-Klausel“.

Seit dem 1. April 2010 ist die Datenübermittlung in § 28a BDSG geregelt. Danach dürfen personenbezogene Daten über eine Forderung nur übermittelt werden, wenn die Forderung durch Urteil festgestellt ist oder ein Vollstreckungstitel gem § 794 ZPO vorliegt, die Forderung unbestritten in der Insolvenztabelle
festgestellt ist, der Schuldner die Forderung ausdrücklich anerkannt
hat oder wenn der Betroffene nach Eintritt der Fälligkeit mindestens
zweimal schriftlich gemahnt wurde, zwischen der ersten Mahnung und der
Meldung an die Schufa mindestens vier Wochen liegen, die Übermittlung
der Daten an die Schufa rechtzeitig angedroht wurde und der Betroffene
die Forderung nicht bestritten hat.

Alles weitere kannst du dort selber nachlesen

Antwort
von FloTheBrain, 4

In jedem Vertrag den du unterschreibst (auch bei einer Kontoeröffnung) steht irgendwo, dass du deine Seele an die Schufa verkaufst.

Daher nein, es verstößt gegen kein Gesetz.

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