Frage von Isildur, 177

Stehmähne hilft gegen Scheuerproblem?

Hallo,

bald (ja okay nicht ganz so bald), geht es ja mit dem Frühjahr wieder los. Meine Isistute hat sich die beiden letzten Jahre die Mähne gescheuert. (Hat Ende Sommer 2014 angefangen). Ich dachte erst es liegt am Stress durch Herdenumstellung und wollte den nächsten Sommer abwarten, da hat sie sich dann aber weiter gescheuert. Leider war das letzte Jahr privat ein Höllenntrip, so dass meine Pferde zurückstecken mussten und ich nur die Symptome bekämpft habe, aber keine gezielt Ursachenforschung betrieben habe.

Jetzt steht auf jeden Fall ersteinmal ein großes Blutbild an. Das "interessante" ist, dass sie aufhört sich zu scheuern, so bald die Mähne so kurz ist das sie "steht". Sie scheuert sich auch nicht blutig o.ä. Schopf und Schweif werden gar nicht "angegangen". Schuppenbildung hat sie auch nicht. Fell glänzt, Hornqualität ist super. Das Langhaar ist weich.

Über den Winter wächst die Mähne sehr dick. Ich bin jetzt am Überlegen, ob ich die Mähne ausdünnen sollte - also ob es vllt. an einer "zu dicken" Mähne liegen kann? Oder die Mähne so "flechten" das es zu einer Doppelmähne wird. Sollte sich bei dem Blutbild ein Mangel o.ä. ergeben, wird der natürlich behoben.

Ist das möglich? Also dass ein Juckreiz durch zu dichtes/dickes Langhaar ausgelöst wird? Was macht ihr gegen Juckreiz beim Pferd?

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 78

Kenne ich so eigendlich nicht. Verlasse dich mal nicht aufs Blut - auch wenn schon große Mängel an Zink und Vitamin D und Calzium vorliegen, stimmt im Blut die Menge dieser Stoffe immer noch.

Meist zeigt sich  ein Selenmangel, der aber paradoxerweise durch Zink viel einfacher auszugleichen ist als durch Zufütterung von Selen. Weil eigendlich das Zink am Boden ist und nicht das Selen. Zu jeder Selenzufütterung bräuchtest du auch noch Vit E, ohne wird das nicht gescheit verstoffwechselt.

Allerdings würde ich jetzt schon bei einem Isi anfangen Zink zuzufüttern und Lebertran zum Futter dazu.

Kommentar von Isildur ,

Wenn sie denn Lebertran frisst^^  Wie schaut es bei zink mit einer möglichen ÜBerversorgung aus?

Kommentar von Baroque ,

Ein Zuviel an Zink wird ausgeschieden. Macht der Niere Arbeit, aber richtet keinen Schaden an. Ein Zuviel an Selen hingegen vergiftet. Noch so ein Grund, den vom Blutbild möglicherweise als Selenmangel dargestellten Gesamtmangel erst mal mit Zink zu beheben.

Lebertran hab ich persönlich jetzt noch nie gegeben und kenn den auch nicht gut genug, um ihn bewerten zu können, aber ich hab Zink bisher auch ohne immer gedeckt bekommen, wenn (!) die sonstige Ernährung absolut zuckerarm war.

Der Zusammenhang mit der kürzeren, dünneren Mähne könnte evtl. sein, dass dann die Luft besser hin kommt und dass Du mit dem Auskämmen automatisch bis zur Haut kommst und es damit befallenden Insekten "unbequem machst", sodass die davon ablassen. Ansonsten fiele mir dazu auch nichts ein.

Kommentar von Isildur ,

Das klingt beruhigend. Ich werde es dann erstmal mit auskämmen und Zink versuchen. Blutbild und Kotprobe aber auf jeden Fall noch einmal auswerten lassen. Es ist halt ein bisschen merkwürdig^^

Kommentar von friesennarr ,

Lebertran kann man ausprobieren - manche fressen es sofort mit, andere nach mehrmaligem bitten und wieder andere rühren es nicht an - was bisher aber sehr selten war.

Wenn dann ca. 30 ml täglich für mindestens 4 Wochen als Vit D und E Booster.

Kommentar von MissDeathMetal ,

Stehe Lebertran sehr kritisch gegenüber. Es enthält sehr viel Vitamin A, was der Körper nicht abbauen kann. Bei einer Überversorgung kann es zur Vergiftung kommen. Mit Vit A würde ich sehr vorsichtig umgehen, ebenso mit Selen. Nur in Absprache mit dem TA und unter Beobachtung, und auch nicht zu lange. 

Kommentar von friesennarr ,

Warum, hast du es überhaupt schon mal verwendet?

Ich arbeite mit Lebertran schon seit fast 30 Jahren in der Behandlung von Tieren und Menschen mit Ekzem, Hautproblemen aller Art, Psoriasis, Dermatitis usw.

Noch nie ist einer meiner Patienten an einer Vitamin A Überversorgung erkrankt. Aber allen wurde dramatisch durch den Lebertran geholfen.

Du solltest Menge und Zeitraum mal durchrechnen, dann kommst du drauf, das das Vit A sogar zu vernachlässigen ist.

Vitamin A wird durchaus wieder abgebaut, ich kenne auch keine Vergiftungserscheinungen bei einer Überdosierung.

Bei einer Gabe von 30 ml am Tag ist eine Überdosierung alle fettlöslichen Vitamine m.M.n. vollkommen unmöglich.

Aber jedem seine Meinung.

Ich sehe es viel kritischer, wenn unreflektiert künstliche Vitamine im Mineralfutter zur Dauer gefüttert werden, ohne dem Körper mal eine Pause zu gönnen, um Überversorgung wieder auszugleichen.

Selen ist ein Spurenelement, auf das viele Probleme geschoben werden, obwohl es in der Regel nie supplementiert werden muß, Tierärzte geben dieses Zeug aber Reihenweise ohne Bedenken an die Kunden ab.

Kaum einer kommt hierbei auf die Idee dem Kunden Zinkprodukte anzubieten (die unbedenklich sind weil sich Zink wieder ausscheiden lässt wenn zu viel da ist) die den Selenmangel von alleine wieder ausgleichen würden.

Oder den Kunden darauf hinweisen, das wenn er Sonnenblumenkerne zufüttert, das Pferd kaum noch Zinkprodukte brauchen würde.

Lebertran ist ein sehr sehr wertvoller Stoff. Nirgends sonst bekommt man Vit D in fertiger Form, so das der Körper es nicht mehr verstoffwechseln muß. Hautgeschädigte haben immer einen VIt D Mangel, weil die Haut ja geschädigt ist und somit die Herstellung von Vit D kaputt ist.

Kommentar von Punkgirl512 ,

Jetzt mal aus eigenem Interesse - das Lebertran.. auf was greifst du das zurück? bzw. wo komme ich da dran? Auf was muss ich achten, wenn ich das ausprobieren möchte?

Expertenantwort
von NanaHu, Community-Experte für Pferde & reiten, 97

Hmmm....merkwürdiges Problem.

Ich kenne ausgeprägtes Mähnescheuern nur von Exemern, Pferden mit extremer Schuppenbildung, oder verursacht durch Schädlinge.

Aber vielleicht ist das ja ein nervliches Problem. Vielleicht ist dein Pferd extrem empfimdlich auf leichte Berührungen am Hals, kann ja durchauss sein dass bestimmte Nerven durch die Bewegungen einer längeren Mähne immer wieder angesprochen werden und das Pferd versucht diesen Impuls durch Schubbern (und vielleicht auch Schütteln) zu unterbinden. (Ist die Mähne weg, ist der Reiz ausgeschaltet.) - [Also vielleicht ähnlich wie bei einem Headshaker, bei dem durch bestimmte Auslöser Nervenimpulse angestoßen werden - wodurch das Pferd mit dem Kopfschlagen beginnt.]

Was anderes fällt mir dazu aktuell leider nicht ein.

Kommentar von Isildur ,

Mmmh, aber dann würde sie es ja nicht nur im Sommer machen, oder? Ich bin da auch etwas ratlos und baue noch auf das BLutergebnis

Antwort
von Punkgirl512, 40

Erstmal finde ich es sehr gut, dass du die Scheuerei auf Mängel abchecken möchtest. Achte dabei auch auf die Leber-Werte, denn Leber äußert sich sehr gerne über die Haut. 

Behalte unbedingt den Euter und die Bauchnaht im Auge - auf kleine Punkte achten, wo Kriebelmücken oder auch andere Insekten reingestochen haben. SOFORT behandeln. Ebenso Mähnenkamm und Schweifrübe immer wieder fein untersuchen

Eine Stehmähne würde ich unter allen Umständen unterlassen! Das Scheuern kommt entweder von schlechter Haut, die dadurch leichter angreifbar wird, als auch von Kriebelmücken, die immer günstige Stellen zum Stechen suchen: Mölichst blanke Haut, wie z.B. Wirbel, Bauchnaht, usw. 

Entsprechend ist klar, dass eine Stehmähne da wesentlich mehr Angriffsfläche bietet als eine lange Mähne - deshalb ist es noch viel wichtiger, die Mähne lang zu lassen, damit sie den Mähnenkamm auch verdeckt und nicht offen legt. Durch die Stehmähne brauchen die Viecher nämlich nur im Sturzflug dran - auch eine Doppelmähne ist da schwierig, da sie einen Scheitel offenlegt. Durch die freie Angriffsfläche dreht man sich in einem Teufelskreis, denn dann ist die Haut angegriffen, juckt noch mehr, Pferd scheuert sich weiter. (In dem Fall völlig egal, ob Mineralmangel oder Insekten)

Zöpfe flechten ist prima im Winter, um wieder ein wenig Mähne zu züchten. Im Sommer halte ich das bei Scheuer-Kandidaten eher unpraktisch - wenn sie sich nämlich dann doch mal Scheuern, ist zumindest die ganze Strähne ab, wenn nicht sogar der ganze Zopf. 

Ich habe bei meinem Ekzemer verschiedene Mittelchen - am effektivsten war bisher jedoch unsere Fliegendecke mit Bauchlatz (!) und Halsteil, sowie unser Fliegenspray, ein verdammt gutes Mähnenspray um die Mähne und den Schweif schön weich und fluffig zu halten (damit es Viecher auch gut verscheuchen kann!) und das oft verwendete Equimyl. Habe noch ein paar weitere Cremes und Öle (Aldi-Lotion, Cutalind, PC30V, Zinksalbe, ...), aber das Equimyl ist prima gegen bereits stark betroffene Stellen, die auch blutig sind, es fördert wirklich toll den Heilungsprozess - und kostet gar nicht mal so viel. Es hat sich da so einiges in den letzten 6 Jahren angesammelt - und seit letztem Jahr erst wirklich im Griff. 

Ich hoffe für dich, dass es einfach nur ein Mineralmangel oder Leber oder so ist - auch, wenn Isländer gerne zum Ekzem neigen. Passe auch die Fütterung an: So wenig Zucker wie möglich ins Pferd - am besten gar keinen, d.h. keine Müslis, Äpfel, Bananen, Leckerchen, ... 

Kommentar von Isildur ,

Es wirkt halt nicht wie das klassische Ekzem. Wir haben noch einen Ekzemer bei dem die ursachen aber bekannt sind - sich aber leider nicht mehr vollständig reparieren lassen. Der hat "richtiges" Ekzem. Bei ihr wird es ja eben besser, sobald "Luft" ran kommt. Bauchnaht, Schweif, o.ö. sind nicht betroffen, ...

Müsli o.ä. bekommt sie eh nicht. Dieses Jahr wird auch wieder auf eine sportliche Figur geachtet^^

Kommentar von Punkgirl512 ,

Jeder Ekzemer äußert sich anders. 

Dann ist es doch schonmal gut, wenn du keine Decke brauchst. Das Equimyl, vll. die Aldi-Lotion und eine lange Mähne können dennoch nicht schaden, um das Scheuern einzugrenzen. 

Ich bin mal gespannt, was bei den Blutwerten rauskommt - versuchst du vll, mich auf dem laufenden zu halten? Ich setze die Frage auch in meine Merkliste^^

Antwort
von glofaxa, 70

Vielleicht wird ihr unter der dichten Mähne einfach zu warm :D

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