Frage von Glubschi9473, 99

Steckt hinter Russlands aktueller Politik (2015-2016) eine Strategie oder ist die Politik eher aktionistisch?

Hallo!

Eine Frage, die mir im Zuge der ganzen News der letzten Wochen nicht aus dem Kopf gehen will, weil ichs einfach nicht so ganz verstehe: Wie planvoll ist die Politik Russlands aktuell? Klar, niemand hier wird beim KGB sein oder sowas, aber vielleicht gibts ja einen Politikwissenschaftler, der sich eine Meinung bilden kann.

Ich hab das Gefühl, dass das Land bzw. die Regierung Russlands seit Jahren einen etwas national-egozentrischen Kurs fährt, aber mit solchen Aktionen wie der Krim oder den just so engen Banden mit der Türkei schießt sich Russland doch selbst ins Abseits.

Oder anders formuliert: Dem Land ginge es doch MIT Europa gehörig besser als GEGEN Europa, oder?

Antwort
von voayager, 10

Deine Überlegungen treffen nicht zu, du übersiehst, dass eine Partnerschaft mit den "Wertestaaten" eine Einbuße der nationalen Souiveränität nach sich zieht. Unter dieser Preisgabe sind diese "Wertestaaten" nicht bereit ein gutnachbarschaftliches Verhältnis herzustellen. Man muß wissen, dass die USA mit Russland rivalisieren, es möglichst klein halten wollen, um so ihre Weltherrschaftspläne voll umsetzen zu können. Dies wiederum bedeutet für Russland, wenn es nachgibt, dass es dann von den Vereinigten Staaten mit dem A rsch an die Wand gedrückt wird. Putin und seine Getreuen sind dazu nicht bereit. Sie sind auch nicht willens einen nationalen Ausverkauf ihres Landes an westliche Konzerne zuzustimmen, dadurch ist der russische Staatsapparat bei den führenden NATO-Staaten regelrecht verhasst.

Russland isoliert sich nur bedingt, schließlich knüpft es immer engere Banden an Länder wie China, Indien, Iran, Südafrika, Lateinamerika usw.

Und noch was, der russische Staat wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, würde es auf die Krim verzichten und dem Treiben des halbfaschistischen ukrainischen Staates wohlwollend begegnen.

Der Begriff egozentrisch ist unpassend, es geht um die notwenigen nationalen Interessen, die Putin und Co. halt nicht übersehen. Egozentrisch isses da eher, dies übersehen zu wollen und von vornherein die bloße westliche elle anzulegen.


Antwort
von JBEZorg, 23

Du informiere dich aus verschiedenen Medien und nicht nur aus eurer Lügenpresse, dann entstehen nicht solch dämliche Eindrücke.

 national-egozentrischen Kurs

Was ist an dem Kurs "national"? Woher nimmst diesen Unfug überhaupt?

Was egozentrisch? Ich verrate dir ein "Geheimnis".alle Staaten handeln in ihrem Interesse oder im Interesse derer, von denen sie abhängig sind.

Was soll also überhaupt "egozentrische" Politik bedeuten?

aber mit solchen Aktionen wie der Krim

Was für Aktionen? Wieder zuviel SPON gelesen? Mit solchen Aktionengewinnt Russland mehr Verbündete als du glaubst. Und wenn du über lächerliche Sanktionen redest, die der russischen Wirtschaft helfen ums hundertfache mehr als sie schaden,so ist es doch auch wider nur positivpolitisch wenn die Feinde sich als solche offenbaren müssen und sich nicht mehr hinter der guten Miene verstecken könnnen. Sie schaden damit ihrem Image der Friedensapostel.

oder den just so engen Banden mit der Türkei schießt sich Russland doch selbst ins Abseits.

Lach! Bei wem? Bei wildgewordenen Kriegstreibern in den USA und deren Handlangern? Schiesst sich Deutschland nicht ins Abseits bei all dem Toleranz- und Demokratiegetöse wenn es mit Saudi Arabien im gleichen Bettchen steckt?

Russland is konsequentin der Politik. Russland mischt sich nicht in innere Angelegenheiten souveräner Länder ein. Was die Türken mit Erdogan machen haben die Türken zu entscheiden. Russland kann mit jedem Land normale Beziehungen pflegen. Warum nicht mit der Türkei zu verhandelten Bedingungen und zum gegenseitigen Nutzen? Und spre mr das Getöse um die "westlichen Werte". Ich habe dir schon deutlich gezeigt was eure Werte wert sind wenn es um Interessen geht in Polen, Ukraine, Lettlad, Saudi Arabien usw.

Oder anders formuliert: Dem Land ginge es doch MIT Europa gehörig besser 

Begründe das mal. Und gleich hinterher erkläre mal warum und wie Russland mit unselbständigen Leuten verhandeln soll.

GEGEN Europa,

Russland war uns ist nicht gegen Europa. Europa ist gegen Russland, auf Befehl aus Übersee. Aber Russland zuckt die Schultern. Was soll's? Wenn Europa diese dämliche Rolle spielen will...

Russland Politik ist sehr konsequent und zielgerichtet. Abersie basiert auch auf festen Prinzipien ohne die man kein verlässlicher Verhandlungspartner sein kann. Eins dieser Prinzipien habe ich schon genannt. Die ständigen verusche Anderen vrzuschreibe wie sie zu leben haben ist die Domäne der USA und der Europäer. Russland tut sowas nicht.

Kommentar von Glubschi9473 ,

Wow... also erstmal danke für deine Antwort! Nur... Du brauchst mich eigentlich gar nicht so anzugehen. Es tut mir leid, wenn ich dich mit den Formulierungen gekränkt hab. Das wollte ich nicht.


Inhaltlich gehe ich morgen gern nochmal auf dich ein. Muss da mal drüber nachdenken. 

Antwort
von Turankoc, 32

Steckt hinter Russlands aktueller Politik (2015-2016) eine Strategie oder ist die Politik eher aktionistisch

Putin ist ein Mann, der vom Volk geliebt wird. Trotz der Rezension, bei der damals die westlichen Medien mithilfe von Politikwissenschaftlern die Pleite Russlands voraussagten, stürzte Russland nicht in eine tiefe Krise. Mehr als 90% der Russen glauben, auf dem richtigen & einem guten Weg zu sein. Putin hat das Land voran gebracht und dem Land den alten Stolz und die Stärke wiedergegeben, bzw es jedenfalls versucht, nicht ohne Erfolg.
Die Strategie, die Russlands Regierung verfolgt, ist ziemlich komplex aber dennoch zu erklären: Russland war schon immer ein Gegengewicht zum Westen. Nach dem Bruch der Sowjetunion gab es kein militärisches Gegengewicht gegenüber der NATO mehr. Die Bevölkerung der NATO-Staaten hat somit dem Glauben an die eigene riesige Rüstungsausgabe bezweifelt. Da Russland oder die Sowjetunion nun als starke Gegner fehlten, fiel es den Staatschefs schwer ihre Aufrüstung zu begründen. Russland hielt bei allen verbalen Attacken z.B in den Medien gegen sie still und die NATO geriet unter Druck. Da kam für die NATO relativ kurz nach dem Fall des Warschauer Paktes der Anschlag 2001 sehr gelegen (ob das eben geplant war oder nicht sei beiseite gelegt) und ein neuer Gegner für die NATO war geboren: Die Terroristen. Das gab dann wieder ENDLICH einen Grund, gegen jemanden aufzurüsten (und zu attackieren). Trotz der ganzen Bemühungen, Terroristen zu vernichten, wurden sie immer mehr und es gibt inzwischen viel mehr Terrorgruppen als zur damaligen Zeit. Das hat die Geheimdienste und die NATO wieder enorm unter Druck gebracht. Was sollte man von ihnen denken, viel wichtiger, wie rechtfertigen sie nun ihre riesige Armee, die scheinbar zu nichts taugt? Dann aber kam man nach 2012, als man sah, das Putin nach Annahme des Präsidentenamtes tatsächlich was in Russland bewegte (Putin war davor schon 2 mal Ministerpräsident gewesen) zu der Sensationellen Idee: HEEEYYYY der RUSSE!!!!! Und der alte Gegner ist wieder geboren.
Endlich wieder schön aufrüsten, der böse Putin überrollt sonst noch Europa!
2015: die NATO gab fast 1 Billionen $ für Militär aus, Russland hingegen 90$.
Wie wir alle sehen, sind die Militärausgaben Russlands viel höher als die der NATO - nicht.
Russland ist ein neuer Gegner, aber putin möchte Russland wieder 'erwachen' lassen. Ob Putin an Krieg interessiert ist, kann man nicht sagen, dazu ist die Situation viel zu komplex. Was man jedoch sagen kann: Der Westen lässt Russland gewähren, um so selber wieder auf Gewalt zu setzen, sobald aber Russland zu stark wird, dann wird alles unternommen, um sie niederzumachen und zu zerschlagen. Was glaubst du, gab es den zum Glück gescheiterten Putsch in der Türkei? Dieses Land ist stärker und unabhängiger geworden und wurde dem Westen, trotz Mitgliedschaft in der NATO gefährlich.
Leider ist es dann nunmal so, dass Länder wie Russland oder die Türkei, die nicht nach den Regeln den Westens spielen, autoritärer regiert werden müssen, da das Land sonst zerfällt. Und genau diese 'antidemokratischen Punkte' werden in den Medien erzählt. Der Westen hat mit der Türkei aktuell vehemente Probleme, da es nach der UdSSR das einzige Land ist, dass dem Westen etwas entgegensetzen kann, die NATO fürchtet sich mit der neuen Freundschaft zwischen Russland und der Türkei, da diese Kombi ihnen gefährlich werden kann.

Oh ja, alles tolle Politik, nicht wahr?
Immer wie kleine Kinder einfach die da oben.
LG

Kommentar von voayager ,

Man kann sehr wohl sagen, dass Russland an keinem Krieg interessiert ist.

Die russische Armee ist nicht riesengroß, der Wehretat ist gemessen an dem der USA sehr gering! Die Waffentechnik ist denen der USA ebenbürtig. Die Effizienz dieser Waffen zeigt sich deutlich im Irak.

Antwort
von Tiberius131, 41

meiner Meinung nach geht es dabei um die Abschirmung von westlichen Einflüssen. Man bedenke das immer mehr ex Sowjet-Länder heute kulturell und politisch westlich sind. ich denke es geht Putin darum solche Einflüsse möglichst weit vor den russischen Genzen zu stoppen und gleichzeitig patriotische Gefühle in der Heimat zu stärken.

Kommentar von JBEZorg ,

Du hast ziemlich absurde, oder besser gesagt westliche Propagandavrstellungen über Politik und Russland.

Antwort
von soissesPDF, 12

Das hängt davon ab, ob Du aus russischer Brille schaust oder aus einer westlichen Brille.

Historisch gesehen braucht Russland einen eisfreien Zugang zum Meer, daher der Bohei um die Krim und die Türkei.
Aus russischer Sicht gibt das durchaus Sinn.

Die EU ist für Russland nur verhalten von Interesse, bedeutender ist Asien für Russland.
Natürlich hat Russland europäische Interessen, ebenso historisch begründet, nur nicht um jeden Preis.

Antwort
von NewKemroy, 32

Ist doch alles völlig normal.

Manchmal sagen die Leute: "Das ist doch nicht normal!!" - Aber wenn sich ein egozentrischer Machtpolitiker mit zu kleinem ...  verhält wie ein egozentrischer Machtpolitiker mit zu kleinem ... dann ist das vollig normal.

Würde dagegen ein egozentrischer Machtpolitiker mit zu kleinem ... sich verhalten wie Mutter Teresa, dann, ja dann wäre das nicht normal.

Antwort
von atzef, 18

Wie immer ist Politik auch im Falle der russischen Außenpolitik eine Mischung aus strategischem Interesse, aktualistischer Taktik und mehr oder weniger durchdachtem Aktionismus.

Russland könnte natürlich eine enge Kooperation mit den USA und der EU anstreben. Dazu müssten sich aber die russischen Oligarchen und ihre politischen Sachwalter rechtsstaatlichen Spielregeln unterwerfen. Das wurde noch zu Beginn diesen Jahrzehnts durchaus in russischen Braintrusts angedacht.

Seither aber haben die Falken im Kremel die Oberhand gewonnen, die lieber an einer Renaissance russischen Weltmachtstrebens arbeiten. Dieser russische Neoimperialismus setzt lieber auf die Wiederherstellung russischer Vorherrschaft über seine Anrainerstaaten und die Wiederherstellung zaristischer "Größe".

Im Zusammenhang mit dem Brexit diskutierte unlängst eine russische euronews-Moderatorin mit einem russischen Außenpolitikexperten. Dieser erläuterte, dass Russland den Brexit begrüßen würde, da man an der Wiederherstellung multipolarer Bündniskonstellationen wie zu Bismarcks Zeiten interessiert sei - halt nach dem Motto "teile sorgfältig und herrsche dafür umso ungestörter"...

In dieser Perspektive unternimmt Russland alles, um bestehende Bündnisse wie die NATO oder die EU zu schwächen. In diesen Zusammenhang ordnet sich auch der hybride Medienkrieg ein, den Russland mit Trollfabriken oder Desinformationskampagnen wie dem "Fall Lisa" organisiert. Hier ordnen sich auch sytematische Unterstützungen für rechtsextreme bis -populistische Parteien und Mediennetzwerke im Internet ein, die auf Putins Blockflöte spielen.

Im Weiteren bemüht man sich, antiwestliche oder zumindest neutrale Akteure zu bündeln und um sich zu scharen. Dafür stehen z.B. die BRICS-Länder oder der engere Schulterschluss mit dem Iran und die Unterstützung des verbrecherischen Assad-Regimes.

Antwort
von karapus001, 15

Keine Strategie, sondern Interessen und diese Interessen treffen sich mit dem Westen zusammen und es entstehen manche Konflikte.

Und mit Europa ging es den Russen nicht besser. Als die Sowjetunion vom Westen unter Jelzins Führung stand, wurde die Sowjetunion einfach vom Westen ausgebeutet , da Russland sehr Rohstoffreich ist.

Eine Gegenfrage wäre auch: Ginge es den Ländern wie Moldawien, Rumänien, Estland etc. besser mit Europa?

Die Antwort wäre nein. Dort herrscht immernoch Armut und Korruption, wie noch vor Europa. Der Vorteil wäre aber für sie, dass sie ohne Visum quer durch Europa reisen können. Zusätzlich in Deutschland im Speermüll suchen oder wenigstens für einen Niedrig Lohn in Deutschland arbeiten...

Mit Europa heißt nicht automatisch gleich "Besser leben".

Antwort
von Fielkeinnameein, 1

Hallo,

Oder anders formuliert: Dem Land ginge es doch MIT Europa gehörig besser als GEGEN Europa, oder?

Ginge es aber da würde sich Europa ja Stress mit den USA einhandeln. Schließlich wollen die ja Russland isolieren. Sieht man doch auf Grund der völlig überzogenen Sanktionen.

aber mit solchen Aktionen wie der Krim oder den just so engen Banden mit der Türkei schießt sich Russland doch selbst ins Abseits.

Was für eine Wahl hat Russland denn?  Man darf nicht vergessen das erst der, wahrscheinlich vom Westen unterstützte, Putsch in der Ukraine passierte eh Russland auf der Krim aktiv wurde. 

Aktuell ist es so das Russland eher auf die Aktionen des Westen reagiert als anders herum.

Mfg

Antwort
von Ju202, 44

Ich glaube nicht, dass Putin dumm ist. Mit seiner Politik betreibt er natürlich eine Strategie. Nur wie sinnvoll diese Strategie ist, kann ich leider nicht beurteilen.

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