Frage von dhinz, 29

Steckdose mit eingebautem RCD wenn schon ein Fehlerstromschutzschater (RCD) in der Unterverteilung vorhanden ist?

Vor ein paar Wochen wurden in meiner Wohnung Fehlerstromschutzschater (RCD) nachgerüstet. Das ganze Haus ist etwa 40 Jahre alt.

Bei der Umrüstung gab es lt. Aussage des Elektrikers ein paar Unstimmigkeiten mit den Nulleitern da diese Zimmer übergreifend zusammengeschaltet waren und auch ein paar Steckdosen noch klassisch genullt waren. Dies wurde geändert. Nachdem ich nun an einer Steckdose den neuen Satreceiver nicht zum Laufen bekommen habe wurde ich stutzig. Dieses Gerät vereint mehrere „Anschlüsse“ zum einen den Sat-Anschluss, das Netzwerk und eben Strom, die alle ihre „Erdung“ haben. Geräte ohne Schutzkontakstecker oder Erdung (Schirmung Netzwerk oder Sat-Anschluss) bereiten keine Probleme. Aber mit diesem Gerät fliegt der RCD raus. Gestern war der Elektriker erneut da und hat (das erste Mal) ein paar Steckdosen mit einem FLUKE Messgerät (erscheint sehr hochwertig) gemessen. Die Messungen bestätigen auch mein Empfinden, dass sich manche Steckdosen anders „verhalten“ als Andere. Lt. seiner Aussage herrscht an manchen Steckdosen ein Ungleichgewicht bei der Erdung / PE, das durch „leicht“ defekte oder zu hart geknickte Kabel bei der damaligen Elektroinstallation entstanden sein kann. Gestern stelle sich somit heraus, dass entgegen seiner ursprünglichen Aussage nach der Installation der Schutzschalter an einigen Steckdosen kein Schutz durch den RCD gegeben ist. Sehr unschön. Sein Lösungsvorschlag ist, entweder die Wände im Zimmer aufzustemmen oder von der einen Steckdose, deren Werte nach der 3. Messung sehr gut waren dann aufputz ein paar neue Steckdosen abzuzweigen. Ich frage mich aber auch, wie es sein kann, dass diese Messungen an einer Steckdose so unterschiedlich sind. 1+2 Messung um 3 Ohm (ich hoffe Ohm ist die richtig Maßeinheit) und die 3+4 Messung ca. 0,5 (was recht normal sein müsste). Die besseren Werte wurden erzielt nachdem im 2. Zimmer, das mit am gleichen RCD hängt, gemessen und ausgelöst wurde. Manchmal kommt es mir so vor, als ob irgendwo etwas zwischengespeichert wird... Generell muss man aber sagen, dass auch nur die Verbindung von mehreren Zimmern per Netzwerk schon „leichte“ Probleme bereitet hat. Manchmal musste der RCD mehrfach hoch gedrückt werden, so dass er „drin“ blieb. Hier vermute ich, dass es auch an der Erdung der Schirmung der Netzwerkkabel liegt. Da die Switche Schuko Stecker haben.

Beide Lösungsvorschläge empfinde ich als suboptimal. Meine Idee wäre ja die Steckdosen, an denen kein Schutz durch den Schutzschalter gegeben ist, durch solche zu ersetzen, die einen eigenen RCD direkt eingebaut haben. Spricht etwas dagegen solche RCD-Steckdosen in einem bereits durch RCD Schutzschater geschützten Stromnetz zu nutzen? Und gibt es denn keine Messgeräte, mit denen man einer Elektroinstallation in einer Wohnung mit 4-5 Zimmern mal richtig auf den Zahn fühlen kann? Wen müsste ich mit so etwas beauftragen?

Viele Grüße

Daniel

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektrik, 28

generell spricht nichts dagegen, Steckdosen mit eingebautem RCD hinter bereits vorhandene RCD zu schalten.

das mit den geknickten kabeln ist eigendlich käse. ich gehe eher davon aus, dass hinter dem RCD eine klassische nullung vorliegt. so lange kein strom richtung erde abfließen kann, funktioniert das. aber an sonsten wie gesagt spricht teschnisch nichts dagegen, 2 RCD hintereinander zu schalten. abgesehen davon, dass WENN mal was raus fliegt, du ggf. an 2 stellen nachsehen musst.

was daggen spricht ist, dass steckdosen mit eingebautem RCD leider verflixt teuer sind.so um die 100 € und auch nicht unbedingt hübsch.

man kann aber, wenn die weiterführenden leitungen sauber getrennt sind, an den RCD der in der steckdose verbaut ist weitere stromkreise anschließen, die dann ebenfalls durch diesen rcd geschützt sind...

lg, Anna

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