Frage von kathygs38, 11

Statistikumfrage : In welchem sozialen Brennpunkt Deutschlands wohnen die meißten deutschen Arbeitslosen?

Man hört ja hin und wieder mal von den sogenannten Ghettos , den Hochhaussiedlungen in Deutschland und deren Kriminalitätsstatistiken. Angeblich sollen nur Ausländer für die Verbrecherquote in diesen ,, Ghettos " verantwortlich sein , was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann. Denn Arbeitslosigkeit und Frustaufbau kann man nicht nur auf die Ausländer verschieben. Es gibt auch leider sehr viele Deutsche , die aus irgendwelchen Gründen , trotz Ausbildung , keinen Fuß auf dem Arbeitsmarkt fassen. Woran liegt das und in welchen deutschen Wohnsiedlungen leben die meissten deutschen ,, Langzeitarbeitslosen und Geringverdiener " ?

Antwort
von dan030, 5

Die Frage ist schon mal nicht eindeutig. "Die meisten" kann man nämlich entweder als Absolutzahl betrachten, oder als Erwerbslosenquote.

In Teilen von Mecklenburg-Vorpommern, z. B. die Gegend um Anklam herum, ist die Erwerbslosenquote im Deutschlandvergleich ziemlich weit oben. Anklam war sogar mal trauriger Spitzenreiter deutschlandweit, entsprechend ironischerweise ausgerechnet mit dem "Arbeitsamt" als größtem örtlichem Arbeitgeber... In Absolutzahlen spielt die Region aber im Deutschlandvergleich keine sonderlich große Rolle, weil die Gegend "da oben" relativ dünn besiedelt ist.

In Absolutzahlen betrachtet dürfte Berlin die meisten Arbeitslosen zum Deutschlandvergleich beitragen: Wenn eine Stadt mit 3.5 Mio. Einwohnern eine Arbeitslosenquote oberhalb 10 % hat, wobei ungefähr 2.6 Mio. dieser Einwohner grundsätzlich erwerbsfähig wäre, dann sind das schon mal mehr als eine Viertelmillion Arbeitslose, die allein aus Berlin kommen. Damit trägt Berlin zur Gesamtzahl der Arbeitslosen Deutschlands ungefähr 9 % bei, obwohl nur ca. 4 % der Landesbevölkerung in Berlin wohnt.

Betrachtet man Berlin genauer, fallen speziell die Stadtteile Neukölln und Wedding unangenehm auf. Hier gibt es eine jahrzehntelang etablierte Langzeitarbeitslosigkeit speziell im Bereich der Migranten, die dort einen sehr hohen Anteil an der Stadtteilbevölkerung einnehmen. Gleichzeitig gibt es in diesen beiden Stadtteilen auch einen erhöhten Anteil an Analphabeten, und zwar häufig ausländische Frauen.

Antwort
von schattenschecke, 6

Also mit der Aussage, es seien 'Ausländer', würd eich vorsichtig sein. Um sachlich zu bleiben, wäre der Begriff `Menschen mit Migrationshintergrund`angepasster.

Fakt ist, jene Personen in den Problemvierteln einer Stadt sind nicht von Grund auf kriminell oder dazu geboren, illegale Machenschaften zu vollbringen. Die überschaubare Mehrheit befindet sich nun eben auf der falschen schiene, doch da würde ich lieber die Finger auf den Staat zeigen. Man hätte sich um falsche Erziehung der Kinder vor einem oder vor zwei Jahrzenten längst kümmern müssten.

Man erkennt solche Gebiete leider recht schnell. Kölnberg, Chorweiler, Kreuzberg, ...

Alles namhafte Brennpunkte, wobei ich jedoch bezweifle, dass diese Punkte nicht wegen den Personen selber dort brennen. Es klang jetzt metaphorisch, aber ich nehme mal an, dass jeder schnell der Meinung seien sollte, dass der Staat zu wenig macht in Puncto Brennpunkten Deutschlands.

Die Arbeitslosenquote in Vierteln mit Problemen ist wohl schlecht oder schwer zu beantworten, wenn man bedenkt, dass der Staat wohl kaum in der Öffentlichkeit die Frechheit besitzt, jene Orte zu nennen und zu vergleichen. Dazu ist keiner zu einer wahren Aussage verpflichtet und kann sich ggf. einen Job bei einer Befragung ausdenken. 

Man kann lediglich in Akten nachschauen, doch diese sind eigentlich privat.

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