Kann mir mal jemand verraten, warum viele Menschen, die in der DDR für die Stasi gearbeitet haben so tun, als wenn das gar nicht sBöses oder Schlimmes war, als wenn dies das Normalste der Welt bedeutet?

Menschlich.
Man gesteht sich ungern ein, falsch gehandelt zu haben. Aslo sucht man sich Menschen, die die gleichen Fehler gemacht haben und bestätigt sich gegenseitig seiner Normalität. Wenn man dann selbst daran glaubt, erzählt man das auch anderen so.

Weil sie alles vergesen haben. Das ist auch der Grund, warum tatsächlich fast 40 % die Nachfolgepartei der SED -->PDS--> LInke wählen.
Alles vergessen, Bespitzelung, Folter, Mord, Todesschüsse an der Grenze, bewußt krank machen, keine Reisefreiheit, keine Berufsfreiheit, Diktatur.
So schnell dreht sich die Welt.
Ja, so ist es leider
Habe die gleiche Meinung. Wieviele Jahre hat man über die Verbrechen in der Hitlerzeit gesprochen, aber nach den Verbrechen der DDR-Diktatur geht man schnell zur Tagesordnung über. Ich finde es sehr enttäuschend.

Der Staat und die führende Partei wurden als das höchste Gut angesehen. Diese Einstellung ist nicht ausgestorben - leider.
Typisch Deutsch. Ersetze DDR/3.Reich/BRD und Stasi/Gestapo/Schergen-des-Schäuble. Belabere die Deutschen lange genug und schon werden sie alles glauben, was in der Bild steht. Es finden sich dann auch immer welche, die lächelnd über Leichen gehen. Denuntiation ist hierzulande eine Sportart.
Wo sind denn die Stasihäuplinge und Ihr Gefolge geblieben, man hört so wenig davon.Kann es sein, dass die jetzt vermutlich in UNSEREM Überwachungsstaat tätig sind ? ( Detekteiein , Kaufhausüberwachung ,Discounter , Behörden ? )

Ich war Anfang der 70er nach Halle/Saale zum Weißen Sonntag eingeladen. Mittags nach dem Kaffee bin ich mit einigen Leuten auf die Strasse, weil da ziemlich gefeiert wurde.
Meine Cousine sagte mir, sei vorsichtig, was du sagst, die gehören alle zu dem Stasi, der da wohnt !
So viel zu dem Umgang mit der Stasi!
Ich kann noch einige andere Beispiele bringen, die mit Republikflucht zusammenhängen und die ich leider direkt miterleben mußte.
Also laßt mir bitte dieses Schöngetue über die Stasi !!!
WUNDERBAR
Wer Charakter und Geld hatte ist zur Hitlerzeit und DDR Zeiten abgehauen. Diejenigen die nicht konnten mussten unter diesen Regimen ihre Haut retten, das war ein rein menschlicher Überlebenskampf. Schlimm sind all diejenigen, die heute nicht dazu stehen; sich zu verändern ist menschlich und zu verzeihen auch. Hört doch mal auf im Kleiderkasten der Vergangenheit zu jammern. Der Kleiderkasten der Gegenwart ist gefragt und da geht es allen gut, nur zu gut. Am Kleiderkasten der Zukunft könnten die Miesmacher arbeiten, aber sie haben leider das Zeug nicht dazu.

Der jetzige Staat gibt ihnen ja recht. Die "kleinen Puscher" von damals stellen sie an den Pranger und die Großen sitzen auch jetzt wieder auf Positionen, von denen andere nur träumen. So ist das...

Es war der Geheimdienst der ehemaligen DDR... und was war daran schlimm dafür gearbeitet zu haben ? Manche sind heute noch "stolz" darauf !
Niklaus am 13. Juni 2008 23:25 Der Stasi war der Geheimdienst einer Diktatur mit dem Ziel die eigene Bevölkerung zu unterdrücken. Sehr schlimm und menschenverachtend. Was hast du denn für ein Rechtsverständnis.
1000 DH's für Niklaus
sunpoint am 13. Juni 2008 23:36 Ich glaub Dir geht es ein bißchen zu gut... in der Zeit der DDR war es für viele "eine Ehre" für diesen Dienst gearbeitet zu haben. Das heißt doch nicht das ich das "gut finde". Es war eine Institution innerhalb des Staates DDR....und damals waren viele stolz darauf dafür gearbeitet zu haben. Und diese Personen fanden es nicht als Unrecht...mehr wollte ich nicht dazu sagen. Soviel zu meinem "Rechtsverständnis" Herr Oberlehrer...
MarcSu am 13. Juni 2008 23:50 Dein "Rechtsverständnis" sieht aber so aus, daß Du fragst, "was war schlimm daran, dadür gearbeitet zu haben !"
Demnach hältst Du die frühere Stasi für eine Institution, die ihre Daseinsberechtigung hatte, trotz aller völkerrechtswidrigen Handlungen, die sie nachweislich begangen haben.
WolfRichter am 13. Juni 2008 23:38 Selbst in einem Rechtstaat ist es anrüchig, für einen Geheimdienst zu arbeiten. Natürlich braucht man auch da einen Geheimdienst, das weiß ich auch. Dagegen sage ich ja auch nichts grundsätzliches. (In Details schon.) Aber Menschen, die dort arbeiten haben einen Charakterfehler, sonst könnten sie es nicht. Man braucht sie, das ist schon richtig, aber sie sind verachtenswert.
sunpoint am 13. Juni 2008 23:43 Wir haben auch einen Geheimdienst: Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und dem bundeswehrzugehörigen Militärischen Abschirmdienst (MAD)
WolfRichter am 13. Juni 2008 23:51 Genau die meine ich
(BND haben wir auch noch.)
Weil Sie in dem Systhem aufgewachsen sind und es dort ganz normal war. Bist Du Dir sicher, das wir jetzt alles richtig machen???? L.G.
Eben nicht! Weil ich der Meinung bin, dass Ansätze zu diesen Machenschaften landauf landab wieder zu beobachten sind, sogar in der Politik

Das ist reiner Selbstschutz. Viele Menschen wurden von der Stasi wirklich zur Mitarbeit gezwungen.

Weil für sehr viele Menschen in der früheren DDR deren System normal und legal war. Und dazu gehörte halt auch die Tätigkeit für die Stasi, die ja immerhin zur Verteidigung des Staates dienen sollte.

vielleicht durch den Zwang... viele wurden dazu gezwungen, obwohl sie nicht wollten. Ich glaube das es keine Stasi-Fans mehr aus der DDR geben wird.

Weil sie sich schuldig fühlen und versuchen, sich zu rechtfertigen. So war es immer und so wird es immer sein, wenn sich jemand an einem Unrechtsregime aktiv oder auch nur passiv beteiligt. Meinst du denn, das "wir haben von der Judenvernichtung nichts gewusst" ist immer ehrlich?
LG
Wieselchen
Gute Antwort... DH
DH, sehr schöne Antwort, die man auch auf andere Lebensbereiche übertragen kann...
DH
DH, sehr gute antwort