Frage von Necromancer2410, 47

Starker Schimmel Befall der wohnung, was kann man noch tun?

Hallo zusammen, Ich habe seit kurzem entdeckt das wir wieder Schimmel in der Wohnung haben. Ich und meine Frau haben schon alles versucht (dämmtapete, Silikat Farbe u.s.w.) aber nichts hat geklappt. Wir habe 2 kleine Kinder und wollen nicht das sie dadurch krank werden. Ich habe mich schon mit dem Vermieter und zahlreichen Ämtern auseinander gesetzt, der Vermieter schickt ein Maler und malt einmal drüber dann ist es für ihn erledigt und die Ämter helfen uns nicht. Wir beziehen Harz 4 und würden gerne in unserem Wohnort bleiben und wenn man was findet ist es unbezahlbar. Was können wir also noch tun?

Antwort
von Onki73, 4

Bei was sollen die Ämter helfen? Ämter sind staatliche Institutionen, die in der Regel sich um das Verhältnis Staat zum Bürger kümmern. Probleme mit dem Vermieter sind aber Angelegenheiten vom Bürger zum Bürger, da haben staatliche Institutionen in der Regel kein Mitspracherecht.

Das Gesundheitsamt kümmert sich um der Öffentlichkeit zugängliche Räume (Gaststätten, etc.) - um Wohnungen und Schimmelprobleme in diesen Wohnungen nicht.

Das was Dir ein wenig helfen könnte, die Schimmelursche zu ergründen und geeignete Lösungen zur dauerhaften Beseitung der Ursache zu finden ist ein wenig Wissen um die Physik. In der Regel basiert das alles auf Schulwissen.

Luft trägt Wasserdampf. In Abhängigkeit von der Lufttemperatur kann die Luft mehr ober weniger viel Wasserdampf tragen und transportieren. Kühlt Luft aus, so steigt in ihr die rel. Luftfeuchte an. Ist die Sättigung (100% rF) erreicht, lagert sich überschüssiges Wasser bei weiterer Luftabkühlung an Oberflächen an. Kondensat entsteht.

Wird kalte Luft erwärmt, so sinkt die rel. Luftfeuchte. Die Luft bekommt ein größeres Wasserdampfaufnahmevermögen. Dadurch bekommt sie ein größeres Trocknungsvermögen.

Das sind die physikalischen Grundlagen der Eigenschaften der Luft. Das muss nun nur noch auf den Wohnraum übertragen werden und die entsprechenden Schlussfolgerungen müssen gezogen werden.

In der Regel werden Wohnräume mit dem Heizkörper unter dem Fenster beheizt. Dieser erzeugt überwiegend Warmluft, die nach oben steigt und sich unter der Zimmerdecke sammelt. Erst wenn sich die Luft abkühlt - und das tut sie in der Regel nur an der Aussenwand (ausgenommen oberstes Geschoß), so sinkt die Luft unter weiterer Abkühlung oberflächennah an der Aussenwand neben dem Heizkörper nach unten.

Da die Luft sich an der Wandoberfläche abkühlt, steigt nun oberflächennah - ausgehend von der allgemeinen Raumluftfechte - die rel. Luftfeuchte an, was zur Befeuchtung der Wand führt. Da je tiefer die Luft an der Wand sinkt, es immer kälter wird, ist an der Scheuerleiste und hinter großen Möbelstücken vor der Aussenwand bzw. in den Raumecken, wo die (Warm-)Luft aus geometrischen Gründen auch schlecht zirkuliert, die Schimmelgefahr am größten.

Für eine gute Erwärmung der Wandoberfläche ist auf Nachtabsenkung und solche Spielereien unbedingt zu verzichten. Diese spart in der Regel keine Heizkosten ein, sondern wirkt eher heizkostensteigernd. Trotz abgesenkter Temperatur im Raum strahlt das Haus an der Fassade noch über einen langen Zeitraum auf gleichem Niveau die Wärme an die Umwelt ab. In dem Mauerwerk, was stark wärmespeichernt ist, entsteht ein Wärmedefizit, was beim Wiederhochfahren der Heizung durch ein verstärktes Heizen wieder ausgeglichen wird. Das spart keine Heizkosten!

Die Nachtabsenkung führt zur Verminderung der Wandoberflächentemperatur und steigert damit die Schimmelgefahr, da die Wandoberfläche auskühlt und beim Wiederanheizen erst mühsam durch die Warmluft wieder "auf Temperatur" gebracht werden muss. In diesem Aufheizprozeß ist die Temperaturdifferenz zwischen warmer Raumluft und kühlere Wandoberfläche deutlich erhöht, was zu einer starken Luftfeuchteerhöhung an der kühleren Wandoberfläche führt. Dadurch wird die Wand feuchter, der Dämmwert sinkt und die Schimmelgefahr steigt.

Wenn das Schlafzimmer weniger stark beheizt ist, als die übrigen Räume, so ist die Schlafzimmertür stehts geschlossen zu halten, da sonst die Warmluft der übrigen Wohung sich ihrer Feuchte an den kühlen Wänden des schlafzimmers entledigt. Schimmel im Schlafzimmer ist die Folge.

Die Wohnung ist regelmässig stoß zu lüften. 2-3 mal am Tage für 3-5min alle Fenster gleichzeitig öffnen, sollten reichen zu Schimmelvermeidung. Bei Schimmelproblemen ist die Lüftungshäufiigkeit - nicht die Dauer - zu erhöhen.

Nach (besser während) dem Kochen und nach dem Duschen sind die Räume immer zu lüften, so dass sich die erhöhte Feuchtigkeit nicht in Wand, Möbel und Stoffen anreichern kann.

Dämmtapeten helfen nur dem Hersteller, nicht dem Kunden. Werden diese auf die feuchte Wand geklebt, so ist der Dämmwert der Tapete schnell hinüber, durch Feuchteausgleich und Auffeuchtung der Tapete. Der Schimmel wächst weiter. Silikatfarben sorgen für eine wasserdampfdurchlässige Oberfläche, was zur Entfeuchtung der Wand beitragen kann, wenn an der Wandoberfläche eine trockenere Luftschicht anliegt.

Bei kalter Wandoberfläche ist dies aber nicht der Fall. Der Schimmel wächst dann erneut auf Hausstaub, etc. weil die Wand noch feucht ist und nicht trocknen kann. Kalkfarbe und Kalkspachtel helfen diesbezüglich durch ihr alkalisches Milieu eine Zeit lang, schützen jedoch auch nicht dauerhaft, da Kalk sich unter Einwirkung von (Luft-)Feuchte zu neutralem Kalkstein (CaCO³) umwandelt.

Der Maler hilft also immer nur kurzzeitig, wenn die Wandstelle nicht dauerhaft getrocknet wird. Zum Trocknen ist eine gute Lüftung der Wohnung hilfreich und eine gute Erwärmung der inneren Wandoberfläche. Möbel sollten von der Aussenwand weggerückt werden, so dass die Warmluft der Heizung diese ausreichend erwärmen kann.

Zur Steigerung der Wärmestrahlung des Heizkörpers kann man die Luftschlitze abdecken oder mit dem Heizdeckel (https://heizdeckel.de/) verschließen. Durch den höheren Wärmestrahlungsanteil wird die Wandoberfläche besser erwärmt, was die Schimmelgefahr mindert.

Antwort
von WwoooP, 15

Dämmtapete und Silikat Farbe ist ein großer Fehler da sie die Oberfläche absperren somit Wasser undurchlässig machen. Dann kann Schimmel auch gerne durch falsches lüften kommen. Für eine genaue beurteilung müsste man sich die Wohnung angucken  

Antwort
von Mariiee12789, 18

Also ich hatte auch mal Schimmel in der Wohnung auch nicht wenig und habe ein einfaches schimmelsprax von rossmann gekauft. Das hatte aber eine sehr sehr gute Wirkung. Und der Schimmel ist nicht wiedergekommen.

Antwort
von Wandkosmetiker, 8

Der hier schon angeratene Essig ist ein ganz grober Fehler. Schimmel liebt saure Medien. Mit Essig wirst du also den Schimmel nicht töten sondern füttern. Am besten hilft Wasserstoffperoxyd ca 12%tig. Hört sich gefährlich an, ist aber im Grunde schlichtes Blondiermittel das man in jedem Friseurzubehör bekommt. Großflächiger Schimmelbefall ist nahezu sicher ein Baumangel. Lass dir bloß nicht die beliebte Vermietermär vom Lüften erzählen. Ohne aufwendige und oft sehr teure Sanierungsmaßnahmen sind in einem solchen Fall alle Maßnahmen die immer nur den sichtbaren Befall entfernen nur kurz von Erfolg gekrönt. Rede mit dem Amt, ob sie eventuell Druck auf den Vermieter ausüben können. Ansonsten bleibt nur ein möglichst schneller Umzug, egal welche Unannehmlichkeiten das mit sich bringt. Da steht dann die Gesundheit deiner Familie an erster Stelle.

Antwort
von Rotrunner2, 14

Versuch die Stelle zu finden. Normaler Weise kommt er ja da zustande, wo kalte mit warmer Luft zusammentrift. Dort mußt du abdichten und Essig hilft gegen Schimmel.

Ich kenne die Größe des Befalls nicht und auch nicht die Größe der Räume. Stell eine Schüssel mit Essig auf und laß ihn einwirken.

Kommentar von WwoooP ,

Essig ist auch nur eine Kurzzeit Lösung 

Kommentar von Rotrunner2 ,

Ja, darum schrieb ich ja auch, er möge die Stelle finden und versuchen abzudichten.

Antwort
von pharao1961, 2

Es sind viel zu wenig Infos um etwas sagen zu können. Die Dämmtapete hättet ihr euch sparen können - das ist Spielzeug. Wie heizt und lüftet ihr? Ist es eine Souterrain-Wohnung? Ist ein Keller darunter? Ist die Fassade schadhaft? Wie alt ist etwa das Gebäude?

Antwort
von healey, 12

Über solche Fälle ist auch schon im Fernsehen berichtet worden ! Wendet euch doch ans Fernsehen ! Auch kann man sich nen Anwalt nehmen ! Ich glaube bei Bedürftigen übernimmt der Staat die Anwaltskosten !

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