Starke Verlustängste, was soll ich nur tun?

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2 Antworten

Eine Therapie ist nicht immer die beste Antwort auf alles, daher sollte man auch nicht immer sofort alles einem Arzt überlassen, auf der anderen Seite solltest du das aber auch nicht von vorn herein komplett ausschließen. Auch wenn ich jetzt nicht weiß woher deine Abneigung dahingegen kommt.

Das Problem mit Verlustängsten ist gerade in deinem Fall der Anteil an Realismus. Denn es ist nun mal ein Fakt, dass man mit der Zeit einige Menschen verliert. Gerade die älteren, so fängt es wohl bei den meisten an. Bei dir hat sich das nun bereits über einige Jahre hingezogen, weswegen es natürlich durchaus verständlich ist, warum du dich nun schwer tust andere an dich heranzulassen. Aber die Motivation scheint ja da zu sein und du dürftest ja auch schon ansatzweise gelernt haben mit dem Verlust im Allgemeinen umzugehen. Daher kann man dir nur empfehlen es weiterhin zu versuchen und irgendwann Leute zu finden die bei dir bleiben. Des Weiteren solltest du nicht in ständiger Angst leben, dass dir so etwas noch einmal geschehen könnte, denn das kann es zwar, aber wenn man zu viel nachdenkt, kann man einige Dinge auch ins negative beeinflussen.  

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Hallo Bell,
ich glaube nicht, dass Du unter Verlustangst leidest, sondern Probleme als kleines Kind hattest Freundschaften zu knüpfen, weil Du eben schüchtern warst. Leider haben bei Dir Deine Pädagogen versagt, denn sie hätten sich darum kümmern können, dass Du Freundschaften schließt. Dafür ist auch Deine Lebenssituation verantwortlich.

Freundschaften zu schließen, so dass eine enge Beziehung entsteht und zu halten will gelernt sein. Eine beste Freundin oder einen besten Freund zu haben, dass heißt Vertrauen aufbauen und auch öfter mal enttäuscht zu werden. Ich hatte auch Probleme im Kindergarten welche zu schließen, auch wenn meine Eltern so lange ich denken kann niemals umgezogen sind. Doch ich hatte meine Nichte (8 Monate jünger als ich) und dann in der direkten Nachbarschaft meinen besten Freund (gleichaltrig) zu dem ich aber nicht so sehr ein Vertrauensverhältnis hatte. Dein ältester Bruder und Deine Oma sind bzw. waren Erwachsene, die sich um die gekümmert haben, doch sie können keine Freunde ersetzen, weil Du denen niemals das anvertraut hast, was Du einer Freundin erzählt hättest.

Du hast nicht gelernt Freundschaften zu knüpfen. Du hast auch keine Verlustängste, die sich ganz anders äußern. Deine Bezugspersonen sind gegangen, sei es, dass sie aus Deinem näheren Umfeld verschwunden sind und sich der Kontakt gelockert hat oder eben halt gestorben sind.

Du brauchst eher Hilfe bei der Trauerbewältigung und es ist schlimm, wenn man sich an einen Menschen hängt und der dann geht.

Du hast innerlich eine Barriere eine Freundschaft aufzubauen, denn Du weißt nicht, wie man es macht und Du hast Angst davor enttäuscht zu werden, was meistens immer passiert (früher oder später). Darum bist Du nach wie vor zurückhaltend. Das kannst Du aber noch lernen und da wäre wirklich eine Verhaltenstherapie angesagt, wenn sie denn gut gemacht ist oder Du steckst Dir kleine Ziele, die ja auch Hürden darstellen und holst Alles nach, was Dir entgangen ist. Das würde oder wird schon einige Zeit in Anspruch nehmen, weil Du ja nun kein Kind mehr bist und Deine Persönlichkeit geprägt ist.

Für Dich dringlich momentan ist Trauerarbeit. Du bräuchtest nun Menschen um Dich herum, die Dir dabei helfen oder eben das Gleiche durchmachen. Es gibt ja die Hospizarbeit und dort begleiten die meist ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht nur die Sterbenden, sondern auch Angehörige. Es gibt Selbsthilfegruppen und auch da denke ich, dass es Dir guttun würde, wenn Du darüber Kontakte knüpfen würdest. Wo lebst Du jetzt und wie alt bist Du? Bist Du in sozialen Netzwerken aktiv und hast Du irgendwelche Hobbys? Gehst Du noch zur Schule und wenn ja, wie schaffst Du die? Wie lange wohnst Du da schon, wo Du jetzt bist?  

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