Starke und Leichte Verben was ist das??
Hallo, kann mir jemand 3 Starke und 3 Leichte Verben sagen??? Und was ist Konjunktiv I und was Konjunktiv II
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Hallo eLvisA!
Das mit den starken und den schwachen (nicht: leichten!) Verben habe ich vor kurzem erklärt; auch, wie sie entstanden sind:
warum heißt es geschieden aber nicht benieden?
Du brauchst dir also nur drei Verben zu suchen, die in der Vergangenheitsform den Stammvokal ändern (z.B. rufen, geben, reiten), und du hast starke Verben. Für die schwachen Verben suchst du solche, die den Stammvokal in der Vergangenheit nicht ändern, aber stattdessen ein "t" einfügen (z. B. sagen, machen, schwitzen).
Zweiter Teil deiner Frage:
Konjunktiv I: Den Konjunktiv I brauchst du für die indirekte Rede (besserer Ausdruck: berichtete Rede). Da berichtest du nur, was jemand gesagt hat, hältst dich aber völlig mit deiner Meinung dazu heraus. Der Konjunktiv I wird aus den Präsensformen gebildet:
z.B. gehen
Singular
ich gehe
du gehst (alte Form: gehest)
er/sie/es gehe
Plural
wir gehen
ihr geht (alte Form: gehet)
sie gehen
Du siehst: Einzig die Form der dritten Person Singular ist eindeutig vom Indikativ zu unterscheiden. Damit klar wird, dass im Konjunktiv gesprochen wird, weicht man außer bei der dritten Person Singular bei den anderen beiden Personen im Singular auf den Konjunktiv II aus.
Konjunktiv II: Die Formen des Konjunktivs II brauchst du also erst einmal als Aushilfslösung für den Konjunktiv I. Der Konjunktiv II wird bei den starken Verben aus der Vergangenheitsform 3.Pers.Sg. gebildet. Bei unserem Beispielverb "gehen" lautet diese Form (er/sie/es) "ging". Das ist unser Ausgangspunkt:
ich ginge
du gingest
er/sie/es ginge
wir gingen
ihr ginget
sie gingen
Du siehst: Die Pluralformen sind im Indikativ und im Konjuktiv gleich. Um sie eindeutig unterscheiden zu können, behandelt man das starke Verb, als wäre es ein schwaches; und die schwachen Verben bilden den Konjunktiv II mit "würde", also:
wir würden gehen
ihr würdet gehen
sie würden gehen
So, nun weißt du also wie die Konjunktive gebildet werden:
Konjunktiv I für starke und schwache Verben aus dem Präsens (+Ausweichformen s.o.)
Konjunktiv II
starke Verben aus der 3.Pers.Sg. Präteritum (+Ausweichformen s.o.)
schwache Verben aus "würde" +Personalendung ++Infinitiv
Konjunktiv ist die Möglichkeitsform:
Konjunktiv I.: Es kann richtig sein, es kann falsch sein - ich halte mich heraus und berichte nur, was gesagt wurde.
Konjunktiv II ist die Form der Unwirklichkeit:
gelogen: Er sagt, er wäre pünktlich gewesen (jeder weiß aber, dass er zu spät gekommen ist)
der Wunsch: O wenn er doch käme! (Tatsache ist: er ist nicht hier, also nicht gekommen)
die Vorstellung: Wenn ich viel Geld hätte, wäre manches einfacher (Tatsache ist, ich habe nur sehr wenig Geld, und es ist gar nicht einfach)
Der Umgangssprache ist das, was ich dir zu erklären versucht habe, alles viel zu kompliziert. Deshalb bildet sie einfach alle Konjunktivformen - egal, ob Konjunktiv I oder II oder welche Person - mit "würde +Infinitiv. Das ist aber eben nicht richtig.
Mittlerweile kann man den Stand der Bildung seines Gegenübers unter anderem daran ablesen, ob er den Konjunktiv richtig bildet und gebraucht.
Na, ich hoffe, die Erklärungen helfen dir ein bisschen; sonst musst du halt noch einmal nachfragen...
LG anima mundi
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1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich
Starke Verben = unregelmäßige Verben
Schwache Verben= regelmäßige Verben.
Die Bezeichnungen stammen aus der Romantik: Die Romantiker stellten sich das "t", das die "schwachen" Verben für die Bildung der Vergangenheitsformen erhalten, als einen Baum vor, an den sie sich anlehnen.
Kommentar von Novalis1Novalis1 16.03.2010Streng genommen sind starke Verben keine unregelmäßigen Verben, ihre Formen entsprechen ganz bestimmten "Serien" mit durchaus regelmäßiger Gesetzmäßgkeit. Ihnen wird Unregelmäßgkeit "nachgesagt", um den Unterschied zu den schwachen Verben hervorzuheben, aber das ist sprachgeschichtlich gesehen falsch.
Kommentar von animamundianimamundi 17.03.2010Lieber, lieber Novalis1!
Hast du wieder einmal etwas gefunden? Wie schön für dich!
Was du "Serien" nennst, sind "Ablautreihen"; sollen wir jetzt ein Althochdeutschseminar veranstalten?
Es ist durchaus berechtigt, wie sawas es gemacht hat, zur Erläuterung den Begriff "unregelmäßige Verben" zu verwenden; den kennen die Schüler meist schon aus dem Englischunterricht.
Und dann, was sawas über den Begriff "schwache Verben" und die Romantiker sagt, ist durchaus zutreffend und anschaulich.
"Streng genommen" sind deine Kommentare... ach was, lassen wir das! Wir nehmen's einfach nicht streng, sondern locker...
LG anima mundi
Kommentar von sawassawas 17.03.2010@Novalis: Das mag sein. Ist aber für die meisten Lerner einsichtiger als "stark/schwach". Zudem weiß jeder, der Deutsch unterrichtet, dass er irgendwann "lügen" muss, um die Lerner nicht zu verwirren. Also zählen wir die Erbsen mal nicht zu genau - für mich selbst hingegen nehme ich solche Hinweise gern auf.
@animamundi: danke + schön erklärt
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Konjunktiv I wird benötigt, um die indirekte Rede zu formen (und in einigen Redewendungen):
Bildung: Vom Infinitiv (z.B. sing-en) die Endung streichen, dann folgende Endungen anhängen
ich -e du -est ersiees -e wir -en ihr -et sie -en
Konjunktiv II: drückt etwas Irreales, nicht Wirkliches oder einen Wunsch aus: Wenn das Wörtchen wenn nicht wär', wär' ich längst schon Millionär!
Gebildet vom Präteritum mit den oben genanten Endungen und ggf. Vokalwechsel.
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Hätte der Hund nicht geschissen, wäre das mit dem Hasen auch anders gelaufen. (Konjunktiv II) Du fragtest, was drei starke und drei leichte Verben seien. (Konjunktiv I) treffen traf betroffen (starkes Verb) fragen fragte gefragt (schwaches Verb)
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konjunktiv I = erste möglichkeitsform bsp. er würde sagen konjunktiv II = zweite möglichkeitsform bsp. er hätte gesagt
Kommentar von animamundianimamundi 16.03.2010nein, nein, nein!!! Bloß nicht!
Konjunktiv I: Möglichkeit (kann sein, kann auch nicht sein, ich halte mich heraus)
Konjunktiv II: Irrealis/Unwirklichkeit
Bite, bitte keine Gerüchte verbreiten!
LG anima mundi
Kommentar von Novalis1Novalis1 16.03.2010"er würde sagen" ist doch eindeutig Konjunktiv II, diese Form kann die einfachere Form ersetzen (er käme/er würde kommen).
Kommentar von animamundianimamundi 17.03.2010Nein!
KonjunktivI von "sagen": er sage (und für Konjunktiv I sollte laut Verf. das Beispiel stehen).
Du vermengst in deinem Kommentar starke und schwache Verben. - "sagen" kann als schwaches Verb den Konjinktiv II nur mit "würde" bilden; es gibt keine "einfachere Form".
Du propagierst die nicht korrekte umgangssprachliche Lösung ("würde kommen").
Si tacuisses...
LG anima mundi
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stark: gehen, laufen, sprechen.. schwach:reden, reiten, schauen
Kommentar von sunshinekessysunshinekessy 16.03.2010ich studiere deutsch, lass mich das machen
Kommentar von janeejanee 16.03.2010ämm ok :O
Kommentar von animamundianimamundi 16.03.2010o ja, mach mal; und sage ihm, dass "reiten" ein starkes Verb der Ablautreihe I ist.
LG anima mundi
Kommentar von janeejanee 17.03.2010??
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stark = sie bilden zeiten aus sich selbst heraus --> singen - sang, biegen - bog, gehen - ging
schwach = es wird ein -e angehängt --> sagen - sagte, fragen - fragte, leben - lebte
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Es wäre richtiger zu sagen, Konjunktiv I wird nach der Infinitivform gebildet (tragen: er trage, nicht er träge!). Konjunktiv II kann bzw. soll man auch in der berichteten Rede gebrauchen, z.B. wenn die Form des Konjunktivs I identisch ist mit der Form des Indikativs, oder um kritische Distanz nahezulegen.
Hallo Novalis1!
Vielen Dank, dass du meine Antwort der kritischen Sichtung unterzogen hast.
Das Problem mit den identischen Formen habe ich versucht dem Fragesteller Schritt für Schritt zu erläutern; leider gibt es bei GF nicht die Möglichkeit, Tabellen zu erstellen oder einzubinden, was bei Grammatikfragen manchmal einfacher und übersichtlicher wäre. So wäre auch dir sicher nicht entgangen, dass die identischen Formen ausführlich besprochen wurden.
Die kritische Distanz in der indirekten Rede - o je! Es kostet genug Mühe, Schülern das Wesen des Konjunktiv I beizubringen und Konjunktiv I und die indirekte Rede z.B. in der Aufsatzform "Protokoll" mit ihnen zu üben. Wenn du nun hergehst und für die indirekte Rede auch noch die kritische Distanz ("ich habe da so meine Zweifel") einführst, so richtest du bei den meisten ein heilloses Chaos an...
Aber freue dich: Du hast ja etwas gefunden. Ich gebe dir Recht: die Formulierung "nach der Infinitivform" wäre glücklicher gewesen als "nach den Präsensformen". - Geht es dir jetzt besser? Dann will auch ich mich freuen.
LG anima mundi