Frage von mamamama12, 57

Starke Abneigung, gegenüber introvertierte, ruhige Menschen?

Hallo,

Mir ist aufgefallen, dass mein Verhalten sehr stark abhängig davon ist, wie offen mein Gegenüber ist. Ich bin auf einer neuen Schule und ich komme mit den Lehrern erst zurecht, wenn sie offen sind. Bei solchen Lehrern bin ich sehr gut im Unterricht und auch sehr motiviert. Es gibt Lehrer die nicht so offen sind, mit ihnen komme ich nicht zurecht. Innerlich suche ich irgendwie am liebsten immer irgendwelche Konfrontationen. Ich bin gegenüber solchen Lehrern unhöflich! Ich habe auch eine Mitschülerin, die sehr introvertiert ist, sie ist wirklich freundlich, aber ich kann sie aufgrund dessen nicht leiden.

Ich habe im Allgemeinen eine sehr starke Abneigung gegenüber Menschen, die introvertiert, und zurückhaltend sind. Teilweise habe ich auch richtige Angst vor ihnen. Die lösen bei mir eine große Unsicherheit aus und ich bekomme auch ab und zu Bauchschmerzen deswegen. Zwischendurch bekomme ich auch bei solchen Lehrern Panikattaken. Ich kann zu solchen Menschen nicht freundlich sein und bin ihnen gegenüber auch feindselig eingestellt. Sobald diese Personen sich aber öffnen, bin ich automatisch viel freundlicher und wie ausgewechselt. Also ich bin dann so wie ich bin.

Irgendwie hemmen mich solche Menschen total, bei ihnen kann ich nicht wirklich aus mich heraus kommen. Ich weiß leider nicht was mich genau hemmt und was ich dagegen tun kann... :(

Evtl. wirken solche Menschen auch viel authentischer auf mich. Dieses Problem habe ich schon sehr lange, es zieht sich quasi wie ein roter Faden durch mein Leben.

Wenn ich bald studieren sollte, ist man ja öfters anonym und ich sehe aufgrund dessen schon ein paar Probleme.

Antwort
von Negreira, 22

Unhöflichkeit ist ein ganz schlechter Charakterzug! Daran solltest Du unbedingt arbeiten.

Wie gehst Du denn auf die Leute zu? Stell Dir vor, Du kennst sie nicht, erzählst Du denen sofort alles von Dir? Und inwiefern ist Offenheit etwas, was man DIR gewähren muß? Wenn ich jemanden gefühlsmäßig (und da verlasse ich mich schon seit meiner Kindheit grundsätzlich NUR auf mein Bauchgefühl)  nicht mag, kann der sich auf den Kopf stellen und mit den Beinen wackeln, mehr als ein paar freundliche (noch nicht einmal freundschaftliche) Worte kommen dann nicht von mir. Aber ich bin dabei unhöflich noch agressiv.

Du stellst hier Dein Leben und Deine Einstellung zur Diskussion und keine Frage. Dementsprechend werden Dir einige Dinge sicher nicht gefallen. DU bist nicht Mittelpunkt des Universums und mußt mit Deinen Mitmenschen leben, Ob sie Dir freundlich entgegenkommen oder nicht.

In Krankenhäusern gelten andere Regeln, da gibt es immer Ausnahmesituationen, die haben aber nichts mir Dir persönlich sondern mit der Arbeitssituation zu tun. Je eher Du lernst, Dich an Vorschriften und Bedingungen zu halten und auch zu akzeptieren, und zwar nicht immer mit Widerspruch oder Diskussionen, desto leichter wird es für Dich, im Leben zurecht zu kommen.

Antwort
von g1206868, 23

Eine introvertierte Haltung ist nicht unbedingt ein Charaktermerkmal, sondern ein typisches Verhalten gegenüber Fremden. Offenbar hast Du ein Problem damit, wenn Du nicht sofort dazu gehörst. Gerade im Erwachsenenalter wirst Du merken, dass Du nicht überall sofort dazugehören kannst. Alle Menschen ticken anders. Trotzdem musst Du denen mit Respekt begegnen. Wenn Du das noch rechtzeitig lernst, werden Dir Probleme erspart bleiben - nicht so sehr im Studium, sondern vor allem im Berufsleben.

Antwort
von Triangel74, 6

Letztendlich wird viel gequasselt, wenn der Tag lang ist und so mancher redet um den heißen Brei oder hat seine Standardsprüche, die er stets parat hat, weil sie so gut ankommen, aber wieviel Substanz dahinter ist, was so gesagt wurde, stellt sich erst heraus, wenn man hinter die Fassade guckt und gerade bei Menschen, die erstmal "die Lage checken" , kann sich durchaus ein prächtiger, spannender Charakter verbergen. Ich schätze Menschen, die weniger reden aber handeln....denn Taten sagen mehr als Worte. Manche können sich so gut vermarkten, dass man denkt: " Wow, was der wohl alles auf den Kasten hat" und dann macht es laut : Puff...und die Seifenblase der Illusion platzt und es bleibt nix als heiße Luft.... und teilweise gibt es so Schweiger, die in endlosen Diskussionen "nur" zuhören, aber durch das gute Zuhören die Situation erfassen und eine Bemerkung machen, die es voll auf den Punkt bringt und die Lösung auf dem goldenen Tablett geliefert wird. Gut Zuhören ist in der Kommunikation die Königsdisziplin und wer sich stets selber am Liebsten als Hauptakteur sieht, der verpasst viel und wird sich nicht an der Meinung von seinen Mitmenschen und deren Erleben bereichern können. Lehn dich mehr zurück und versuch auch den zurückhaltenden Menschen den Raum zu geben, um zu Wort zu kommen und du wirst sicherlich viel Überraschungen erleben, was sich für neue Entdeckungen ergeben und Erfahrungen.... bitte lies das Buch: https://www.amazon.de/Auf-leise-Weise-Introvertierte-Text-Ratgeber/dp/3833853018

Antwort
von mamamama12, 31

Naja, evtl hängt es auch mit Missbrauch Erfahrungen zusammen, weil diese Menschen eben sehr ruhig und angepasst waren. Menschen von denen man es nie geglaubt hat. Ich glaube, dass das auch eine Rolle spielt. Gerade weil ,,stille Wasser sehr tief sind"... 

Ich kann mir noch so ins Gewissen reden, aber es funktioniert nicht. Trotzdem fange ich bei solchen Menschen an zu zittern, Bauchschmerzen zu bekommen und Herzrasen... 

Komischerweise reagiere ich auch bei Frauen sehr stark darauf...

Antwort
von grassyone, 20

Ich sehe das ähnlich wie BeGa1 ...
Ich bin kein Psychologe und kenne dich auch nicht mal ansatzweise, aber wenn jmd offen ist kann man ihn besser einschätzen bzw. sich zumindest einbilden es zu können.

Das ist angenehm, man weiß auch quasi woran man ist.
Aber wenn da jetzt jmd ruhig und in sich gekehrt ist, grübelt man vermutlich eher darüber, was sich die Person denken könnte oder was in ihrem Kopf abgeht.
Man sagt ja auch "stille Wasser sind tief", heißt also, dass nur weil sie leise sind es ja nicht heißt, dass es in ihnen nicht brodelt!
Was einen ja durchaus verunsichern kann...

Es kann auch sein, dass du durch deine meist offene Art die "Stillen" verunsicherst eben weil du so extrovertiert bist.
Aber egal Fakt ist, dass du damit tatsächlich ein Problem zu haben scheinst und ich rate dir, da jmd zu suchen der sich besser auskennt.
Wäre denke ich schon sehr wichtig für dein Sozialleben dieses Problem aus der Welt zu schaffen, da es auch so klingt als hätte sich das eh schon verschlimmert ...
Viel erfolg dabei, das kriegst du sicher hin! Nur Mut! :)

Kommentar von grassyone ,

Du lässt dich wahrscheinlich auch etwas ähnlich wie ich leicht durch deine Mitmenschen beeinflussen.
Wenn mir jemand einen Blick zuwirft, den ich als grimmig bewerte und ich mich dann frage "Hä Warum hat die/der mich jetzt so grimmig angeschaut, ich hab doch eig garnichts gemacht ...?" Dann bin ich automatisch seltsam grimmig gegenüber der anderen Person ... bis es sich klärt.

Antwort
von BeGa1, 34

Inwiefern wirst du unsicher, wenn du mit ruhigeren Menschen Kontakt hast? Für mich klingt das so, als würdest du nicht damit zurecht kommen, dass sie eine Meinung haben und diese eben nicht vor dir offenbaren. Ist das so?

Kommentar von mamamama12 ,

Nein, es geht nicht um die Meinung. Sie verunsichern mich einfach unglaublich. Als ich stationar in der Psychiatrie war, war es so, dass ich Pflegern gegenüber, von denen ich absolut nichts wusste, sehr feindselig und verschlossen reagiert habe. Auch auf normale Fragen wie z.B. wie war ihr Tag... Wenn ein Pfleger aber offen war, war ich der Person gegenüber direkt freundlich und offen. Das gleiche gilt auch für meine Therapeuten, ihnen gegenüber war ich dann auch viel aufgeschlossener. Eigentlich ist es auch unüblich, dass Therapeuten z.b. über sich erzählen, aber ohne sowas, war ich quasi nicht therapierbar... 

Ich bekomme wirklich Panikattacken und zitterte, wenn jemand nicht offen ist. Ich weiß aber auch, dass ich kein Recht auf sowas habe, aber...

Kommentar von BeGa1 ,

Du redest von der Folge, also das nicht zurecht kommen. Die Frage dabei ist aber, warum du darauf so reagierst. Ich schätze das kann man nur dann direkter einschätzen, wenn man mehr zu deiner Person weiß. Du sagst dass du in Therapie warst bla bli blub und wenn man darüber mehr weiß, dann kann man vielleicht auch mehr dazu sagen. Aber das kann man hier nicht erwarten. Versuche das vielleicht im privaten Kreis oder eben mit einer Therapeutin zu besprechen.

Antwort
von HerrBeispiel, 17

ich haette da zwar eine antwort fuer dich, aber ich glaube sie wird dir nicht gefallen. es scheint so, als ob du selber vom grundtyp her ziemlich dem entspirchst, was du an deinen mitmenschen hasst. in dem du dann versuchst, deine introvertiertheit duch expressionismus zu verbergen, faellt dir auf, dass du nicht mehr du selbst bist und alle menschen, day e du als introvertiert deklarierst, kommen dir authentischer vor. wenn du also die angst vor introvertiertheit verlieren willst, fang nicht bei deinen mitmenschen sondern bei dir selbst an. mach dir klar, dass du auch dann ein super mensch bist, wenn du dich nicht nach aussen hin 'beweisen' musst, und dass du auch wenn du mal etwas stiller bist zeigst wer du wirklich bist. dann, wenn du mir dir und deinem charakter gut abgeschlossen hast, hast du auch keine angst mehr vor den menschen, die dich durch ihre introvertiertheit an ihn erinnern.

Kommentar von Rngnrn ,

Warum musst du hier den Psychologen spielen, woran willst du das bitte erkannt haben?

Kommentar von Empylice ,

Finde ich aber absolut logisch.

Antwort
von xZenime, 30

Hey

Vielleicht solltest du dir mal überlegen wieso Menschen nicht offen über etwas reden können. Viele dieser Leute sind nicht unbedingt von Natur aus so eingestellt. Es gibt genügend Gründe/Erlebnise die das verursachen könnten.

Ich kenn ein Mädchen das früher mal offen gegenüber anderen war. Eines Tages verlor sie ihren Vater und bei ihr hat sich eine Menge geändert. Ich hoffe du verstehst was ich meine. Versuch bei Menschen auf dein Bauchgefühl zu hören, ob es vielleicht auch Gründe haben kann und sich in die Lage der Person hineinzuversetzen.

Eine "Art" von Menschen so feindlich gegenüber zutreten ist (meiner Meinung nach) nicht nötig. Erst recht nicht bei dieser :-)

Lg xZenime

Antwort
von Horus737, 7

In der Ruhe liegt die Kraft. Hektisches Getue führt selten zu einem guten Ergebnis.

Vielleicht beneidest du die introvertierten ruhigen Typen für ihre innere Ruhe.

Du schreibst du willst studieren. Ja glaubst du, man kann in einer lauten hektischen Welt studieren? Wenn du selber nicht "coole"r wirst, sehe ich schwarz für eine akademische Laufbahn.....

Kommentar von mamamama12 ,

Danke, für die Antworten

Es hat sich Gott sei dank gelegt! :) 

Ich hab mich mit der mir introvertiertesten Person angefreundet und bin überrascht, dass wir meist die gleichen Gedanken, Humor etc haben. Nur eben, dass sie das enorme Gegenteil ist :) 

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