Frage von natalie0, 422

Stahlträger Sturz in Außenwand gedreht was tun?

Hallo, wir erwägen eine Doppelhaushälfte von 1994 zu kaufen. Der Makler hat uns auch ein Problem hingewiesen, was uns Bauchschmerzen bereitet. Und zwar im Wohnzimmer an der großen Fensterfront kann man leicht sehen ,dass sich die Fenster oben etwas biegen und links und rechts oben an der Wand 1 Riss von ca 20 cm ist. Der Makler hat uns erzählt das sich dort der Sturz durch zu viel Luft irgendwie gedreht hat, das ganze aber behoben werden kann und so ca 7000 € kosten soll. Hat da jemand Erfahrungen mit oder weiß ob man sowas überhaupt reparieren kann? Nicht das die Statik gefährdet ist oder ähnliches. Das Problem soll wohl seit 15 Jahren schon bestehen.

Vielen vielen Dank für jegliche Infos dazu!!!

Antwort
von FragaAntworta, 350

In diesem Fall, würde ich vor dem Kauf, das ganze durch einen Bausachkundigen prüfen lassen, hinterher steht ihr ziemlich einsam da, wenn es doch nicht so einfach oder günstig wäre. Ansonsten wäre es vielleicht auch möglich ein Rücktrittsrecht zu vereinbaren.

Antwort
von Jackie251, 334

Ich vermute das mit "gedreht" eher die Durchbiegung gemeint ist.
Verformungen und entsprechende Risse sind nicht unüblich, allerdings bei einem Bauwerk von 1994 wäre ich da sehr kritisch. Alles was nach 1960 gebaut wurde sollte keine sichtbaren Probleme haben.
Wenn der Makler eh schon die Kosten kennt, hat er vieleicht bereits ein Gutachten eingeholt. Dann sollte man es vertraglich ggf so regeln, dass er sich um die Beseitigung des Schadens kümmert.
Ein Haus ist eine riesen Investition, hier braucht man einen Fachmann um es konkret zu kaufen. Ich würde also das Geld in die Hand nehmen solch einen Fachmann zu bestellen. Natürlich auf eure Kosten.
Das ist besser als ein Gutachten des Marklers das vieleicht gar nicht tiefer liegende Schäden gar nicht mehr angibt.

Antwort
von keineAhnung1283, 289

Wenn das ein Stahlträger als Sturz ist, wird das ein IPE / HEA / HEB sein. Wenn der gedreht eingebaut wurde, dann verstehe ich das so, dass die Träger falsch herum eingebaut wurden (also um 90° gedreht). Dadurch hat der Träger eine wesentlich geringere Steifigkeit und hat eine geringere Tragfähigkeit, was die Durchbiegung und Risse erklärt. Das wäre dann ein klarer Fehler der ausführenden Firma, welche nun allerdings aus der Gewährleistung raus wäre.

Wenn das tatsächlich so ist, müsste man den Sturz eigentlich nochmal nachrechnen, ob er denn auch die Lasten tragen kann (scheint ja seit 1994 zu klappen).

Wie man den praktisch ersetzen kann, weiß ich jetzt nicht. Man wird den Träger herausnehmen müssen, aber währenddessen muss das darüberliegende Mauerwerk ja auch gestützt werden. Wie das umgesetzt wird, kann ich nicht sagen.

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