Frage von xen0854, 40

Ständiger Streit um die Hausarbeit u.ä., bin inzwischen völlig verzweifelt. Habt Ihr Tipps oder Ratschläge für mich?

Hallo zusammen,

das Thema ist sicher nicht neu. Aber vielleicht weiß der eine oder andere mit einem Ratschlag zu helfen.

Zunächst kurz zu den "Randbedingungen": Ich arbeite (Vollzeit), bin Unternehmensberaterin und mein Job verlangt mir einiges ab. In den letzten Monaten fielen viele Überstunden an, oft muss ich nach dem Feierabend & Abendessen wieder ans Laptop und weiterarbeiten (Deadlines etc. zwingen einen leider immer wieder dazu). Teilnehmer meiner Seminare sind oft männlich (bin fast immer "die einzige Frau im Raum", frei nach Sheryl Sandberg), 20 - 30 Jahre älter, Abteilungsleiter, Top-Management u.ä.. Die Erwartungen bzw. der Erfolgdruck sind hoch.

Sich einen anderen Job zu suchen geht momentan nicht - wir sind auf meinen Lohn angewiesen. Mein Partner ist derzeit auf Arbeitssuche und hat eine Aushilfsstelle in einer IT-Firma (2-3 Tage/Woche). Von seinem Lohn könnten wir nicht leben.

Nun zurück zu der eigentlichen Frage: Findet Ihr, dass 50/50-Hausarbeit-Aufteilung (so ist es bei uns momentan geregelt) angesichts der ungleichen Arbeitszeiten gerecht ist? (Ob jeder seine 50% auch wirklich leistet, ist noch mal eine ganz andere Frage). Zumal die Kassen bei uns nicht getrennt sind, sprich das Geld, das am Ende des Monats überwiesen wird, in einen gemeinsamen "Topf" fließt (geht momentan nicht anders, die Mieten sind bei uns extrem hoch und die Studienschulden müssen abbezahlt werden). Ich verdiene zwar nicht wenig in meinem Job, doch am Ende des Geldes bleibt fast immer viel Monat übrig... Auf meine Einwände dagegen kommt von meinem Partner: "Du hast nun mal Glück, dass du gut bezahlten Job hast, ich bewerbe mich schon länger, aber es klappt halt nicht".

Damit, dass er (viel) weniger verdient, könnte ich leben (sich um einen anderen Job zu bemühen tut er wirklich). Ich wünsche mir nur, er würde mich mehr im Haushalt unterstützen, da er momentan wesentlich mehr Zeit zur Verfügung hat. Auf die Idee kommt er aber von alleine leider nicht. Bzw. in jeder Diskussion zu dem Thema ist er der Meinung, dass er "schon genug" Hausarbeit leistet. So auch gestern. Ich kam nachhause, der Arbeitstag war lang (Überstunden), stellte mich ans Herd, nach ner Stunde waren wir mit dem Abendessen durch, danach musste Papierkram erledigt werden, um 22:30 Uhr war ich mit dem Ganzen immer noch nicht fertig... Letzendlich drehte ich durch. Habe meinen Partner gefragt, wie viel Zeit er z.B. mit PC-Spielen an dem Tag verbracht hatte, es hieß "eineinhalb Stunden". Ich wünsche mir so sehr diesselben eineinhalb Stunden nach Feierabend zum Abschalten & Enspannen... Es kam zum Streit Seitdem schlafen wir getrennt, weil ich inzwischen die Beziehung selbst in Frage stelle und obendrein nicht glaube, dass das Problem je gelöst wird, denn alles Diskutieren, Reden, letzendlich Streit, helfen nicht.

Bin für jeden Ratschlag dankbar. Insbesondere aus Familien mit ähnlich "modernen" Verhältnissen (Frau arbeitet, Mann zuhause oder teilzeit beschäftigt). Wie regelt Ihr das?

Antwort
von Maboh84, 24

also erstens: grundsätzlich finde ich (möglichst) 50:50 richtig und korrekt, wenn aber beide 100% arbeiten! 
Wenn deine bessere Hälfte nur 50% arbeitet und somit 2-3 Tage frei hat unter der Woche, soll er natürlich die Hausarbeit weitgehend machen. 

Also ich an deiner Stelle (bin zwar Mann, aber trotzdem) würde dies nicht dulden und käme mir massiv verarscht vor! Das ihr deswegen direkt so einen Streit habt, zeigt meiner Meinung nach gewisses Macho-gehabe. Sicherlich ist es für ihn auch schwierig, wenn die Frau erfolgreicher ist und quasi die Familie ernährt. Aber mit einem grösseren Anteil an Hausarbeit, könnte er sich ja super revanchieren.

Ich kenne es, Hausarbeit ist gerne mal ein Streitpunkt. Daher finde ich es wichtig, dass man die zu erledigenden Arbeiten klar und fair (unter Einbezug der Arbeitstätigkeit) aufteilt!

edit: zu deinem letzen "gleich moderneren familien": ich hatte damals die ähnliche Situation, als ich "fauler Student" war und die Freundin 100% arbeitete und ich mehr oder weniger bei ihr wohnte. Ok, ich hab nie gebügelt (schaff ich einfach nicht) aber den Rest war so weit möglich (wenn nicht Prüfungszeit) eine Arbeit:)

Kommentar von Maboh84 ,

ach ja... ich würde NIEMALS wenn nicht verheiratet alles in den selben Topf werfen. Ich hatte die Regelung immer so, dass es ein gemeinsames Konto gab, daraus die Fixkosten und so weit möglich die restlichen Lebenskosten bezahlt wurden. Beide haben gleich viel eingezahlt. In eurer Situation könntet ihr allenfalls einen Deal machen, dass du mehr einzahlst, er dafür die Hausarbeit macht um quasi die fehlenden Arbeits-Prozente zu kompensieren

Antwort
von mohrmatthias, 18

tja selbst wenn du von anderen erfährst wie gut  es klappen könnte ist dir (euch )immer noch nicht geholfen.ich schließe mich der meinung von
Arjiroula an.wir sind mitlerweile 27 jahre verheiratet.bei uns gab es von anfang an nicht die probleme.wo ich das geld nach hause gebracht hatte(vollzeit,montage)knapp 20 jahre lang hat meine frau den haushalt und kindererziehung(3 kinder) gemacht.sie war nicht arbeiten.jetzt mitlerweile schon knapp 9 jahre läuft es umgedreht.ich bin zu hause eu rentner,vollerwerbsunfähig schmeiße so gut es geht den haushalt(es dauert halt länger).ich kümmere mich um das einkaufen ,essen kochen ,wäsche komplett.usw.und wenn ich es nicht schaffen sollte hilft sie mir.ansonsten kann sie sich komplett auf ihre 3 arbeiten konzentrieren oder wenn sie mal frei hat auf ihre hobbys.sie hat mir damals den rücken freigehalten und das gleiche versuche ich jetzt zu machen.geld mäßig machen wir es so  das jeder gewisse festkosten übernimmt und der rest steht dem jenigen zur verfügung.

Antwort
von Elfi96, 20

In der Zeit, als mein Mann arbeitslos war, verbrachte er auch unendlich viele Stunden zum Daddeln vorm Bildschirm. Wenn ich dann trotz meiner  Arbeit  (Halbtagsjob) noch an den WEs gekellnert hatte und hier in der Wohnung nicht einmal das Geschirr in der Spülmaschine eingeräumt war, war ich auch immer auf 180. 

Ich hatte mir dann angewöhnt, bei Bedarf explizit zu sagen, was ich gerne durch ihn erledigt haben möchte. Inzwischen sind unsere Kids aus dem Haus und mein Mann hat seit vielen Jahren wieder einen Job. Dennoch bitte ich ihn hin und wieder, etwas im Haushalt zu helfen, aber es gibt auch Dinge, die er freiwillig erledigt (Gelbe Säcke nach unten tragen/ Müll rausbringen, Spülmaschine einräumen und anstellen. Und ich bin gelassener geworden: was nicht fertig ist,  bleibt liegen. LG und alles Gute 

Antwort
von xen0854, 8

Hallo zusammen, vielen Dank, so viele Antworten in so kurzen Zeit! Für eure Erfahrungen und sehr konstruktiven Vorschläge bin ich euch sehr dankbar. Folgendes möchte ich probieren, bevor ich die Trennung als allerletzte Maßnahme in Betracht ziehe: - getrennte Konten und Kassen und ein gemeinsames Konto für gemeinsame Ausgaben. Versucht habe ich es schon mehrmals, doch diesmal ziehe ich es auch durch. @Maboh84: Du hast Recht, wir sind nicht verheiratet, einen rechtlichen Anspruch auf Teil meines Lohns bzw. Unterhalt hat mein Lebensgefährte also nicht. - sofern er nicht seinen (finanziellen) Beitrag leisten kann, übernimmt er die komplette Hausarbeit - ODER wir stellen jemanden ein, der die Hausarbeit übernimmt (einen Teil der Hausarbeit übernimmt jetzt schon die Putzhilfe, die 2xMal im Monat kommt). Der Betrag wird dann dem gemeinsamen Konto belastet. - Eine To-Do-Liste hört sich auch gut an. Sonst heißt es gerne „Ich habe gar nicht gewusst, dass man auch mal die Küchenplatte/Staub/Boden/Sonstiges wischen soll“ Ohne radikale Maßnahmen wird sich wohl nichts oder wenig ändern, das sehe ich inzwischen auch ein. Eine gemeinsame Lösung zu finden haben wir schon oft genug versucht - hat nicht geklappt. Und wenn alles nicht funktioniert, dann bleibt nur noch eins: Trennung. Danke noch mal und viele Grüße

Antwort
von Alpako995, 17

Auch wenn er eigentlich Erwachsen ist, fällt ihm Selbstständigkeit anscheinend schwer, vorallem wenn es um lästig Arbeit geht! Diese Problem haben sehr viel Menschen

Da schafft eine klassische Arbeitsplan und To-Do-Liste abhilfe!

Sag ihm genau was er zu tun hat. Das funktioniert, die aufgaben sind erledigt! Auch wenn er dadurch nicht selbstständiger wird....

Ist es ein Schritt in die richtige Richtung!

Antwort
von Arjiroula, 20

Mein erster Gedanke war: Trennung.

Dein Partner ist erwachsen und Erwachsene ändern sich nicht mehr. Es könnte mit viel gutem Willen von ihm eine kurzfristige Besserung geben, aber dann schleift sich das gewohnte Verhalten wieder ein.

Wenn er meint, daß du trotz deiner beruflichen Tätigkeit auch noch die Hälfte des Haushalts zu machen hast, dann hat er sich eben an die bequeme Situation gewöhnt.

Du verdienst das Geld, kochst, machst deinen Teil und vermutlich auch seinen noch dazu. Das ist doch sehr schön für ihn. Warum sollte er daran etwas ändern?

Hier helfen nur radikale Maßnahmen. Wenn er nicht kochen kann oder will, dann mach für dich allein Essen. Macht er die Wäsche nicht, dann wasch deine und laß seine liegen. Geht er nicht einkaufen, dann kauf du ein - für dich!

Ich wünsche dir, daß es für dich zu einer guten Lösung kommt!

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