Frage von bruisedsnake, 135

Ständige Flashbacks - was tun?

Ich bin müde von diesen ständigen Flashbacks, sie machen mich wirklich fertig und mir geht langsam die Kraft aus.

Ich kann nicht viele Informationen geben, hoffe jedoch trotzdem, dass mir irgendeiner helfen kann.

Was kann ich gegen diese Flashbacks tun? Ich bin einfach wirklich komplett fertig und kaputt und hab keine Lust mehr mich selbst zu verletzen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von samm1917, Community-Experte für Depression, 88

Du müsstest schon ausführen, was du mit Flashbacks meinst. In der Psychiatrie gibt es vor allem zwei Arten von Flashbacks:

  • Flashback von traumatischen Erinnerungen, was häufig mit einer sogenannten Posttraumatischen-Belastungsstörung (PTBS) in Verbindung gebracht wird oder
  • Flashbacks von Drogen bzw. deren Rausch. Dies kommt vor allem bei psychoaktiven Halluzinogenen wie z.B. Cannabis (THC), LSD oder Psilocybin (Zauberpilze)

Gegen akute Flashbacks jeglicher Art werden in erster Linie als Notfallmedikation sogenannte Benzodiazepine (kurz Benzos) verschrieben. Diese wirken stark enspannend, beruhigend und angstlösend. Im Volksmunde heissen Benzodiazepine desshalb oft Beruhigungsmittel oder Schlafmittel.

Benzodiazepine sind jedoch nicht für eine Dauermedikation geeignet, da sie bei längerem und regelmässigem (fast täglichem) Gebrauch abhängig machen und ihre Wirkung verlieren (Toleranzentwicklung). Desshalb sind Benzodiazepine für akute Flashbacks gedacht und dürfen nur im Notfall eingenommen werden.

Als längerfristige Medikation werden bei Posttraumatischen-Belastungsstörungen (PTBS) vor allem Antidepressiva der SS(N)RI-Klasse (z.B. Sertralin) verabreicht. Antidepressiva wirken gegen Ängste ironischerweise besser als gegen Depressionen. Als Ergänzung kommen auch Neuroleptika (Antipsychotika) zum Einsatz.

Gegen Flashbacks von Drogen werden als längerfristige Medikation vor allem Neuroleptika wie z.B. Seroquel verwendet.

Langfristig hilft jedoch nur eine Psychotherapie.

Kommentar von bruisedsnake ,

Danke für deine schnelle Antwort.

Ich habe mich wohl echt etwas falsch ausgedrückt, aber ich war vorhin schon wieder so fertig und wollte nur schnell irgendeine Antwort haben.

Ich befinde mich derzeit in Therapie und bekomme demnächst (wieder) Antidepressivum.

Allerdings kann sich das noch etwas in die Länge ziehen und ich habe Angst das nicht mehr auszuhalten.

Ich schätze, da kann man aber nicht viel machen als warten.

Dennoch danke!

Antwort
von Mimi33394, 58

Es gibt auch einige gute Skills, die da helfen können. Einer ist z.B. "der sichere Ort". Kennst du den? Den muss man - wie alle anderen Skills auch -  vorher geübt haben. Man muss in der  Lage sein sich von einer Sekunde auf die andere an seinen sicheren Ort zu versetzen. Wenn das funktioniert, kann man das bei Flashbacks anwenden.
Wie man den Skill lernt: Sich einen Ort vorstellen, der deinen Wünsche entspricht, am besten sehr detailgetreu, damit man sich einfacher voll und ganz dort wiederfinden kann. Man kann diesen Ort auch nach Lust und Laune abändern. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn du nicht alleine dort sein möchtest, kannst du dir "Freunde an den Ort einladen". Wenn es dir dann doch zu viel ist und du alleine sein möchtest, lass sie einfach verschwinden. Immer wenn man mal 30 Sekunden Zeit hat üben den Ort zu realisieren. Am besten mehrmals täglich. Es dauert etwas, bis man es gut genug kann, bis es einsatzbereit ist, aber die Mühe lohnt sich.
Bei Traumapatienten ist es wichtig, dass niemand sonst weiß, wie es dort aussieht, damit niemand dort "einbrechen kann" und den sicheren in einen unsicheren Ort verwandeln könnte.

Kommentar von bruisedsnake ,

Klingt total gut! Ich denke ich werde das wirklich mal versuchen, danke!

Antwort
von sinaso01, 62

Was genau meinst du mit flashbacks?

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