Frage von mangojery, 85

Ständig Geschenke für das Enkelkind?

Mein Enkelsohn (7) begrüßt mich stets mit den Worten, hast Du mir was gekauft? Und ist gleich von Beginn an sauer wenn ich Nein sage. Jeder Versuch, ihm zu erklären, dass es nicht ständig etwas geben kann und dass ich für das Geld lange arbeiten muss, ist fruchtlos. Wenn er bei mir ist erklärt er mir die ganze Zeit, was ich ihm kaufen soll. Seine Mama schiebt es darauf, dass ich ihm öfter etwas geschenkt habe, als andere. Dazu muss ich sagen, dass beide die ersten zwei Lebensjahre des Kleinen bei mir gelebt haben und der Junge auch später oft bei mir war. Er ist ein Kind, was mit nichts spielt und ständig eine 1 zu 1 Beschäftigung fordert. Das hat dazu geführt, dass ich sobald etwas sein Interesse geweckt hat, geschaut habe, ob ich dies fördern kann. Mit Büchern, Spielzeug aus Babyboersen oder indem ich mit ihm dorthin gefahren bin, um ihn schauen zu lassen. Ich empfand es aber nie als zu viel. Vor etwa zwei Jahren etwa fing er an, alles als erstes darauf zu prüfen, ob und wie man es kaputt machen konnte. Wenn das nicht gelang, warf er alles in den Müll oder vom Balkon oder verschenkte es im Kindergarten. Danach hatte er nichts mehr zu spielen und verlangte nach etwas neuem. Wenn er bei mir war, ging es bald um nichts anderes mehr. Ihm war stets langweilig und er hatte keine Lust, zu Malen, zu Basteln, auf den Spielplatz oder Fußball. Jeden Ball versuchte er so lange über einen Zaun, auf ein Dach oder Richtung Straße zu schießen, bis er verloren war. Notfalls wurde er auch zerstochen. Seinen heiß gewünschten Tip Toi Globus, den ich ihm zu Weihnachten geschenkt habe, kickte er sofort durch die Wohnung. Jeder Besuch ist von seinem fordernden Verhalten überschattet. Haben haben haben. Bekommt er eine Kleinigkeit, verlangt er schon bei Übergabe das nächste, kein Danke, nur sofort Wut und Eingeschnappt sein, wenn ich ihm klar mache, dass das so nicht geht. Das macht mich so traurig, was kann ich tun?

Mary

Antwort
von ETalbi, 23

Der Herr Enkelsohn scheint erlernt zu haben, dass er bekommt, was er will und das negatives Verhalten Aufmerksamkeit erzeugt und Ihnen ein schlechtes Gewissen beschert.

Grundsätzlich ist es ein guter Ansatz Kindern zu erklären, warum und weshalb man Dinge tut oder lässt, jedoch darf es nicht zu einer Rechtfertigung mutieren. Wurde das Thema bereits mehrfach angesprochen, würde
ich es vorziehen garnicht mehr darauf einzugehen.

Diese Konditionierung nun zu verändern erfordert weitaus
mehr Geduld, als sie zu erzeugen.

Wichtig ist es jetzt primär konsequent zu bleiben und nicht
im Verhalten zu schwanken.

Fragt er „Hast du mir was gekauft“ lautet die richtige Antwort schlicht „Nein“, fängt er dann an zu rebellieren, einfach ignorieren und zum nächsten Tagespunkt übergehen. Soll er sich mal aufregen. Es steht ja fest, dass es in diesem Fall dafür keine tatsächliche Ursache gibt.

Er wird erlernen, dass er durch dieses Verhalten nichts erreicht. Das wird nicht von jetzt auf gleich funktionieren, als gilt durchhalten. Auf keinen Fall anmerken lassen, dass es Sie belastet oder traurig macht, auch wenn es schwer fällt.

Wenn er seine Spielsachen mutwillig zerstört, dann ist die Tatsache, dass er irgendwann keine Spielsachen mehr hat, die logische Konsequenz. Die Gegenstände sollten auf keinen Fall ersetzt werden!

Nichts desto trotz sollte man einmal nachdenken, ob es eine andere Ursache für sein auffälliges Verhalten geben kann, als die Tatsache, dass er daran gewöhnt ist, anstandslos seinen Willen zu bekommen.

Gab es im Laufe der Zeit einschneidende Erlebnisse für den Jungen. Wurde ein Geschwisterchen geboren, kam ein neuer Partner der Mutter hinzu,
begann das Verhalten bin Beginn des Kindergartens, etc.. Vielleicht und das ist
vollkommen ohne Vorwurf zu betrachten, fühlt der junge Mann sich aus irgend
einem Grund vernachlässigt und fordert auf diesem Weg schlicht Aufmerksamkeit ein.

Was sagen denn die Erzieherinnen im Kindergarten? Verhält er sich dort ähnlich? Fühlt er sich wohl? Erzählt er von zuhause? Egal, was man
auf diese Fragen zu hören bekommt, bitte nicht vergessen, es ist das, was das Kind empfindet, das ist nicht immer logisch oder sachlich. ;-)

Unter Umständen ist es die Aufmerksamkeit einer bestimmten Person, die er erreichen möchte, oder generell die Aufmerksamkeit der Menschen um sich herum.

Eventuell und falls das möglich ist, kann man ja einen festen Tag ausmachen, an dem Oma alleine etwas mit dem Enkel unternimmt, aber auch die Mama ist gefragt. Mir ist bewusst, dass das nicht immer leicht in den Alltag zu integrieren ist, aber mitunter sind es Kleinigkeiten, wie sich einmal allein gemeinsam mit dem Kind einen Zeichentrickfilm anzuschauen, oder bei
mehreren Geschwisterkindern, mal dieses und mal jenes Kind mit zum Einkaufen zu nehmen. Dabei sollte man aber immer darauf achten, dass das Kind nicht nur für sich, sondern auch für die Geschwister etwas vom Einkaufen mit heim bringt. Eine Universallösung wird es nicht geben.

Kommentar von mangojery ,

Ja, es gab für den kleinen Mann in letzter Zeit viele einschneidende Ereignisse, ein neuer Partner der Mama, ein Geschwister Kind, ein Umzug und jetzt der Schulstart. Ich frage mich immer, ob und wie ich ihm helfen kann, aber es geht alles nach hinten los. Heute möchte ich mit ihm ins Freibad. Mir graut schon vor dem Kiosk dort und den Szenen, die sich dort abspielen werden. Außerdem hat er ein sogenanntes nicht behandlungsbeduerftiges ADHS. In Gemeinschaft und auf dem Spielplatz nimmt er anderen Kindern das Spielzeug weg und wirft damit. Einmal landete etwas im Auge, d.h. Notarzt musste ran. Ich schreibe mir nicht zu, ihn durch meine Bemühungen zu einem solchen Menschen gemacht zu haben, bin nur mit meinem Latein am Ende. Die Mama findet das alles als normal für einen Jungen in diesem Alter. 

Kommentar von ETalbi ,

In diesem Fall gibt es zumindest eine Erklärung für das überzogene Verhalten des Jungen. Kinder mit ADS oder ADHS haben eine gestörte Impulskontrolle, das heißt, sie können ihr eigenes Verhalten/Ihre Reaktionen nicht ausreichend kontrollieren. Das heißt, im Grunde würden sie anders reagieren, wenn sie es bewusst/rational steuern könnten. Wenn man das weiß, kann man als Erziehender zumindest anders reflektieren und nimmt evtl. nicht mehr alles so persönlich.

Es sollte dringend gemeinsam mit dem behandelnden Arzt festgestellt werden, welches Medikament (es gibt verschiedene + Einzelgaben oder Retardkapseln) das richtige ist und welche Dosierung die richtige ist. Das grobe xmg pro kg Rechnen reicht nicht aus. Nicht jedes Medikament passt zu jedem Kind. Wir hatten mehrere Anläufe, bis wir für meine Tocher (heute 20 und auf dem Weg in die Uni ;-) ) das richtige Präparat gefunden haben.

Parallel dazu kann man über eine Kinder- und Jugendtherapie nachdenken. Therapie ist zwar oft noch mit Vorurteilen behaftet, ist aber eine gute Angelegenheit, da sie dem Kind die Möglichkeit gibt in einem sicheren und neutralen Umfeld zu äußern, was es beschäftigt, ohne die Gefahr einzugehen, jmd. den es liebt zu verletzen. Denn auch wenn es zZ. nicht so scheint, verletzt der Junge keinen gern oder macht Sie gern traurig. Er ist primär durcheinander. Daher auch ganz wichtig: Klare Regeln und Konsequenz. Alle Gute!!!!

Antwort
von Othetaler, 43

Ich denke, seine Mutter hat recht. Wer ist die vielen Geschenke gewohnt und ist dann natürlich enttäuscht, wenn sie nicht mehr ständig kommen.

Er wird sich aber auch an die neue Situation gewöhnen und sich dann um die "normalen" Geschenke umso mehr freuen.

Antwort
von Indivia, 29

Grenzen setzten und es aushalten ,das er sauer ist. Und wenn du dann ein aar mal da warst un der sich benommen aht und freundlichwar, dann kannst du ja mal überlegen ob du was mit ihm unternimmst oder ihm nochmal eine kleinigkeit mitbringst und wenn er dann wieder motzt,dann gibt es danahc halt gar nix mehr.

Antwort
von auchmama, 29

Naja, eigentlich siehst Du ja bereits selber ein, dass Du ihm sein jetziges Verhalten ja anerzogen hast!

Entweder bringst Du jetzt auch selbst die Kraft auf und sagst ab sofort einfach nur nein und der Knabe gewöhnt sich dann irgendwann an die neue Marschrichtung - oder Du suchst Dir Hilfe bei einer Erziehungsberatungsstelle!

Eine andere Möglichkeit sehe ich da nicht! "Es gut meinen, heißt noch lange nicht es auch "gut zu tun"! Kinder müssen sich übrigens auch mal langweilen. Nur durch lange Weile wird man selber krativ. Aber das ist auch ein langer Lernprozess und wird in der heutigen Zeit leider oft durch die Erwachsenen unterbunden, indem die ständig für irgendeine Abwechselung sorgen - oft nur, um selber ihre Ruhe zu haben!

Geh mit dem Knaben auf den Spielplatz, damit er sich körperlich auspowern kann. Bewegung löst so manches Problemchen und Kinder können bzw. sollen auch nicht den ganzen Tag nur basteln und malen.

Alles Gute für Euch ;-)

Antwort
von romero1914, 30

Das ist ein Verwöhnter Rotzlöffel, würde da dringend was ändern denn später wird ihm das zum Verhängnis.

Kommentar von auchmama ,

Kinder sind zum Teil ein Produkt ihrer Umwelt! Von daher sollte man mit einer derartigen harten und direkten Bezeichnung eines Kindes, bitte etwas gewissenhafter umgehen!

Wer hat ihn denn zu solch einem "kleinen Monster" gemacht?

Übrigens lese ich auch nix konstruktives aus Deinen Worten, wie man denn jetzt die "Kuh wieder vom Eis bringt" und das war doch hier die eigentliche Frage, oder?

Wenn Du also keine Antwort auf die Frage geben kannst, wenn Dich doch einfach den Fragen zu, die Deinem Wissen mehr entsprechen und Du wirklich "hilfreichen Rat" geben kannst!

Danke für Dein Verständnis und einen schönen Sonntag ;-)

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