Frage von Lilly0016, 29

Ständig an SVV denken - was tun?

Seit ein paar Wochen denke ich wieder sehr oft ans Ritzen, verbrennen ect. Am Liebsten würde ich es wieder machen & ich habe auch einen sehr starken Druck/Drang dies zu tun. Auf der anderen Seite bin ich schon sehr lange clean und ich weiß, dass alles wieder viel schlimmer wird, wenn ich wieder anfange. Außerdem habe ich panische Angst vor mir selbst, weil ich mich in diesen Momenten nicht kontrollieren kann. Also eigentlich schon. Ich kontrolliere wann der Schmerz anfängt usw. Allerdings schneide ich dann immer tiefer und es werden immer mehr Schnitte. Das kann ich dann nicht mehr kontrollieren. Ich will dann gar nicht mehr aufhören bzw kann es gar nicht. Ich würde am Liebsten vor mir selbst weglaufen, weil ich Angst vor mir und den heftigen Stimmungsschwankungen habe. Im einen Moment bin ich glücklich und lache und im nächsten Moment bin ich extrem aggressiv. Nach so einer aggressiven "Phase" kommt eine depressive "Phase", wo ich nur noch sterben will oder mir alles aufschneiden will.

Außerdem hasse ich mich dafür, dass ich so oft heule und das nicht mehr kontrollieren kann. Ich konnte das früher. Ich konnte allen was Vorspielen. Doch seit ich beim Psychologen war, kann ich das nicht mehr. Ich kann nichts mehr verstecken und kann wieder heulen. Ich will das aber nicht. Dadurch mache ich anderen noch mehr Stress.

Momentan merkt es niemand, dass es mir nicht so geht. Ich will doch nur wieder normal leben können. Aber die Depression hängt einfach an mir und ich werde sie nicht los. Habe auch bald einen Termin bei einem Spezialist, der dann guckt, ob das doch irgendwelche körperliche Gründe hat.

Ich habe neben meinem Bett wieder klingen liegen. Ich schaffe es nicht die wegzuschmeißen. Ich hab sie vor einiger Zeit mal weggeworfen, mir dann aber neue geholt. Ich habe Angst vor mir selbst... Was soll ich bloß tun?

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Angst, 28

Hallo Lilly0016,

lasse mich zunächst sagen, wie toll ich es finde, dass Du schon lange Zeit clean bist und Dich, ich hoffe rechtzeitig, nach Unterstützung umschaust. Bitte halte das weiter durch, bis Du den Termin beim Spezialisten hast, denn es lohnt sich, nicht wieder mit dem Ritzen anzufangen.

Noch kannst Du es kontrollieren und das ist super! Du bist auf einem guten Weg, aber es ist eben manchmal auch kein leichter Weg.

Außerdem hasse ich mich dafür, dass ich so oft heule und das nicht mehr
kontrollieren kann. Ich konnte das früher. Ich konnte allen was
Vorspielen. Doch seit ich beim Psychologen war, kann ich das nicht mehr.
Ich kann nichts mehr verstecken und kann wieder heulen. Ich will das
aber nicht. Dadurch mache ich anderen noch mehr Stress.

In diesem Abschnitt sprichst Du davon, dass Du wieder weinen kannst, aber es aus Rücksicht auf andere nicht machst. Es ist aber gut für Dich, dass Du Deine Gefühle wieder anders - nämlich durch Weinen UND LACHEN wieder ausdrücken kannst - statt durchs Ritzen. Das solltest Du Dir bitte bewahren. Das ist doch ein enormer Fortschritt! :-)

Wenn Du es nicht schaffst, die Klingen wegzuschmeißen, könntest Du aber - so weit fortgeschritten wie Du schon bist - es doch sicherlich schaffen, sie zumindest nicht ständig griffbereit und in Sichtnähe zu haben. Wie wäre es, sie so wegzulegen, dass Du sie nicht sehen kannst und es für Dich einen Aufwand mit sich bringen würde, sie zu holen?

In den aggressiven Phasen kloppe mal so richtig auf ein Kissen ein, das ist ein echt gutes Ventil, das niemandem wehtut und sehr erleichternd wirken kann. Danach kann es auch gut sein, dass statt einer depressiven Phase eine Phase der Erleichterung kommt.

Alles Gute

Buddhishi

Antwort
von Sunshinex333, 29

Hallöchen (:
Aus erfahrung kann ich sagen, dass das alles nicht leicht ist und auch nie leichter wird, aber du dir andere Methoden suchen kannst, die dich in der Hinsicht befriedigen.
Du kannst z.B. ein lockeres Gummiband um dein Handgelenk machen und dieses schnippen lassen wenn du den Drang danach verspürst, oder du versuchst es mit einem kleinen Stress-Ball oder einer kalten Dusche. Jeder hat irgendwo eine Alternative, du musst nur etwas ausprobieren und schauen, was dich am besten wieder runter bringt.
Dann ist das Wichtigste, dass du mit jemandem darüber redest, der auch gleich für dich da sein kann. Wenn du noch jünger bist und/oder bei deinen Eltern wohnst und dich nicht gerade mit ihnen streitest, versuch mit ihnen darüber zu reden, oft hilft auch eine Umarmung von einem geliebten Menschen oder einfach das Wissen, dass Jemand für dich da ist.
Solltest du aber niemanden in die Richtung bei dir haben, empfehle ich dir ein "Zerreiß-Tagebuch" wie ich es gern nenne. Schreib die Dinge auf die dich belasten, über die du wütend bist und zerreiße deine Worte dann einfach und versuche es dir Bildlich vorzustellen wie deine Sorgen vergehen.
Und zu guter letzt solltest du vielleicht überlegen in eine Klinik speziell für solche Fälle zu gehen. Du lernst dort Leute kennen denen es genauso geht, die dich dabei unterstützen können wieder auf die Beine zu kommen und dir zeigen, wie du über Missgeschicke oder Patzer schneller hinweg kommst.

Ich hoffe der lange Text verschreckt dich nun nicht :D
Denk immer daran das es irgendwo Jemanden gibt der dich gern hat und  der dir sicherlich bei deinem Kampf hilft, und das es immer bessere Wege gibt, als dich selbst zu Verletzten.
Fühl dich gedrückt!

Antwort
von sacredrain, 27

Sei nicht so hart zu dir, du ist auch nur ein Mensch.

Der Weg aus Depressionen beeinhaltet Rückschlage, es ist kein rasanter und perfekter Aufstieg. Dass der Wunsch, endlich ein freies Leben zu führen, mit der Zeit immer stärker wird, verstehe ich. Man kann ihn als Ansporn benutzen, um an sich selbst und seinem Leben zu arbeiten.

Du scheinst dich aber stark unter Druck zu setzen, dass du es unbedingt schaffen musst, sonst kannst du ja kein normales Leben führen. Ich vermute, dass genau diese Erwartungshaltung deine Zwangsgedanken an Selbstverletzung auslösen, da du im Inneren komplett gestresst und angespannt bist. Hinzu kommt deine Angst, die Kontrolle zu verlieren. Das feuert sich sozusagen gegenseitig an.

Du musst nicht alles auf einmal können, du darfst dir Hilfe suchen. Rede mit jemandem über deine Ängste und Sorgen, auch mit einem Psychologen. Und wenn dir nach weinen oder schreien ist, dann mach es. Es gibt keinen Grund, deine negativen Emotionen zu verstecken, die besitzt jeder. Hast du mal Meditation oder ansich Yoga versucht? Das kann helfen, innere Ruhe zu finden.

Antwort
von voayager, 7

Du solltest einen Psychotherapeuten aufsuchen.

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