Frage von Frage872937, 130

Staatsanwalt "bedroht", was tun?

Guten Abend liebe gutefrage.net-Community!

Ich habe folgendes Problem:

Aus einem Verfahren gegen mich sind sensible Informationen "in Umlauf" geraten. Erfahren habe ich das ganze von einem Bekannten. Der Staatsanwalt, der diesen Fall bearbeitet ist ein ehemaliger Klassenkamerad von mir und wohnt im gleichen Ort wie ich. Dieser hat gegenüber mehreren Personen diese besagten (zum Teil sogar grob verfälschten) Informationen preisgegeben um mich zu diskreditieren.

Als ich ihm neulich im Supermarkt begegnet bin habe ich ihn direkt auf diesen Sachverhalt angesprochen. (Was, wie sich noch herausstellen sollte, keine gute Idee war). Auf einige abfällige Bemerkungen seinerseits habe ich dann mit: "Das wird noch Konsequenzen haben, darauf kannst du dich gefasst machen" reagiert. (Damit meinte ich, dass ich mich mit meinem Anwalt beraten werde um dagegen vorzugehen)

Sache ist jetzt folgendes: Diese oben genannte Bemerkung hat er als Bedrohung gewertet und mich angezeigt.

Wie soll ich nun dagegen vorgehen (abgesehen vom Einschalten meines Anwalts) und wie stehen meine Chancen in dieser Sache? Hat jemand eventuell schon eine ähnlich Erfahrung gemacht und kann mir vom Verlauf berichten?

Mit freundlichen Grüßen, Frage872937

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Antwort
von RobTop96, 115

"Eine Bedrohung ist die Ankündigung eines künftigen Unheils auf das der drohende Einfluss zu haben vorgibt."

Das kann sicherlich als Drohung gewertet werden und war saudumm. Wenn Du beweisen kannst, dass er wirklich so dumm ist und vertrauliche Informationen weitergibt, dürfte das für ihn sehr unangenehm werden.

Du bist doch in einer Rechtsberatung. Bespreche das mit Deinem Anwalt.

Kommentar von kayo1548 ,

""Eine Bedrohung ist die Ankündigung eines künftigen Unheils auf das der drohende Einfluss zu haben vorgibt.""

das hat mit der juristischen Kriterium nur wenig zu tun.

Kommentar von Alien0127 ,

Mich interessiert wo du die Definition her hast? Strafrechtlich auf jeden Fall nur teilweise richtig.

Antwort
von DiscoTeka, 99

Der genannte Satz erfüllt nicht die Tatbestandsmerkmale einer Bedrohung. Wenn sich dies so ereignet hat, hast du nichts zu befürchten.

Du hast nämlich die Konsequenzen nicht näher erläutert.
"Das wird noch Konsequenzen haben, darauf kannst du dich gefasst machen. Ich schenke dir dafür viele Süßigkeiten"

War jetzt mal ein Beispiel.

Kommentar von Alien0127 ,

Auch mit der erläuterten Konsequenz "Nächstes mal im dunkeln bekommst du ein paar auf die Schnauze" wäre die Bedrohung nicht erfüllt, davon hängt die Strafbarkeit nur bedingt ab.

Kommentar von kayo1548 ,

völlig richtig,

denn Bedrohung setzt ein Verbrechen vorraus;  und einfache Körperverletzung ist kein Verbrechen..

Kommentar von cool22123 ,

??? seid wann das denn???

Kommentar von DiscoTeka ,

Weil das nur eine Drohung ist und Drohungen erfüllen keine Straftatbestände.

Eine Bedrohung ist die Drohung eines VERBRECHENS. Verbrechen sind Straftaten, die nicht unter 1 Jahr bestraft werden.

Kommentar von Alien0127 ,

Mindestens seit dem 1. Januar 1872.

Antwort
von lohne, 130

Ich habe damit keine Erfahrungen gemacht. Dein Weg zum Anwalt war richtig. Ich würde dir aber eine Dienstaufsichtsbeschwerde empfehlen. Sprich das mit deinem Anwalt durch.

Antwort
von vierfarbeimer, 121

So wie du es hier geschildert hast, war das keine Drohung, sondern eine Warnung. Und Warnungen darfst du soviel aussprechen wie du willst. Ich würde mich von der Anzeige nicht beeindrucken lassen. Im Kern würde ich deshalb dann auch bei dieser Aussage bleiben.

Kommentar von kayo1548 ,

"Und Warnungen darfst du soviel aussprechen wie du willst"

wenn die Warnung reicht um eine Nötigung oder Bedrohung darzustellen ist das auch strafbar.

Wenn ich z.b. sage "ich warne dich: sprich mich noch einmal an und dann hau ich dir eine aufs Maul" ist eine Nötigung; ob das jetzt "warnend" ist oder nicht spielt da keine Rolle.

Kommentar von vierfarbeimer ,

Nimm das Wort "warnen" mal nicht so wörtlich, dann wirst du auch den Unterschied zwischen einer Warnung einer Drohung gewahr.

Kommentar von kayo1548 ,

auf was genau willst du hinaus?

Kommentar von Alien0127 ,

Entweder wir befinden uns in einer Rechtsdiskussion, dann ist jedes Wort so zu nehmen wie es steht, oder eben nicht, dann kann man die Diskussion aber auch lassen.

Antwort
von Hichaos1991, 11

Was ich mich eher frage ist wieso darf ein Stattsanwalt der mit dir in die gleiche Klasse gegangen ist an einem fall von dir teilhaben. geht das nicht in die befangenheit rein ?

Und wie schon paar gesagt haben Anwalt einschalten ist der richtige weg, der kann dir auch viel besser sagen was du machen kannst, zudem was mir auffällt ist gibt es zeugen für was du gesagt hast ?

wenn nicht ist es aussage gegen aussage oder irre ich mich da ?

Antwort
von Still, 70

Wende dich an die Staatsanwaltschaft und bitte darum, dass er wegen Befangenheit vom Verfahren abgezogen wird. So wie du das her schreibst, liegt auch kein Straftatbestand vor. Also weder Nötigung noch Bedrohung.

Antwort
von jimpo, 67

Wende Dich an die Anwaltskammer. Als Startsanwalt ist er zum Stillschweigen verpflichtet.

Antwort
von kayo1548, 60

Das ist definitv keine Bedrohung und auch keine Nötigung.

Für Bedrohung müsstest du ihn oder eine ihm nahestehende Person mit einem Verbrechen bedrohen.

Für eine Nötigung müsstest du ihn rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zur Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigen.

Beides ist nicht der Fall;  der Gang zum Anwalt ist in jedem Falle der richtige Weg.

Wie die Chancen stehen ist natürlich etwas, dass dir hier niemand sagen kann.

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