Frage von Wissensdurst84, 638

Spielt die Erziehung des eigenen Kindes eine Rolle für das spätere Sexleben - Was meint ihr?

Pro : Wenn man ein Kind von Anfang an offen erzieht, es nackt im Garten rumlaufen lässt, im Freibad nackt laufen lässt, FKK mit ihm macht, ist dass das Sexleben anders geprägt als wenn man

Contra: Eher verklemmt lebt, bzw. normal, kein FKK macht, nicht über Sex redet, es immer als Kind in Badesachen laufen lässt, nichts offenes macht.

Spielt die Erziehung in der Kindheit eine Rolle für das spätere Sexleben?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Irgendwerxyz, 299

Natürlich spielt die Erziehung eine Rolle. Sie spielt immer in allem eine Rolle. Eltern die ihren Kindern beibringen, dass nackt sein bäh ist, hindern das Kind daran ein gutes Körpergefühl zu entwickeln. Kinder sind von Natur aus gerne nackt und mit 3-5 Jahren sind sie auch neugierig wie andere nackt aussehen - vor allem das andere Geschlecht. Dann nutzen sie Spielverabredungen oder den Kindergarten auch gerne mal um sich gegenseitig zu begutachten. Wenn Eltern sowas unterbinden, geben sie den Kindern das Gefühl sie machen etwas Schlimmes. Und meiner Erfahrung nach gibt es sehr viele Eltern die versuchen Ihren Kinder die "Doktorspiele" und ein paar unschuldige Küsse zu verbieten. Für die Kinder ist das gar nicht schön. Um ein gutes Leben und auch Sexleben zu führen ist es wichtig Kinder zu selbstbewussten Menschen zu erziehen. Und mit unterbinden von kindlicher Neugier wird man das nicht schaffen. Kinder müssen sich immer ausprobieren und neugierig sein dürfen.

Schamgefühl entwickeln Kinder von ganz alleine spätestens in der Pubertät. Man kann Ihnen Regeln vorgeben, dass sie z.B. Doktorspiele nur mit gleichaltrigen machen dürfen, nur zeigen und schauen dürfen, wenn das andere Kind das auch möchte und das an sich rum spielen eine Sache ist, die man am besten für sich im Zimmer macht und nicht beim Abendbrot ;-)

Über Sex reden sollte man immer altersentsprechend. Fragen immer aber kindgerecht beantworten und nicht zu weit ausholen bzw. einen großen Rundumschlag machen, nur weil das Kind mal eine Frage gestellt hat. Mein Sohn (6 Jahre) z.B. hat mich schon mal gefragt ob ein Mann und ein Mann sich lieben können, weil ihm ein Freund erzählt hat, dass er in einen Jungen verliebt ist. Da habe ich ihm erklärt, dass das durchaus geht und sich jeder aussuchen kann in wen er sich verliebt. Wir haben dann noch geklärt, dass sie biologisch gesehen zusammen aber keine Kinder bekommen können bzw. nur adoptieren können aber wie homosexuelle Menschen Sex haben, habe ich jetzt nicht erklärt. Da hat er auch nicht nachgefragt. Er weiß bis heute auch noch nicht wie der eigentliche Verkehr zwischen Mann und Frau funktioniert. Wie ein Baby entsteht aber schon. Denn wie der Samen in die Frau rein kommt hat er nie gefragt.

So, wenn man dann also ein Kind zu einem selbstbewussten Menschen erzieht und ihm eine gute Partnerschaft vorlebt, wird es eher auch in der Lage sein, sich bei einem späteren Partner auch nackt wohl zu fühlen, sich trauen Dinge anzusprechen die es möchte, keine Dinge zu tun die es nicht möchte und eine gleichberechtigte Partnerschaft führen können. Eigentlich logisch, oder? :-)

Kommentar von MatzeEDV ,

Top Antwort! 

Antwort
von Libertinaer, 103

Na klar!

Oder um den berühmten Psychotherapeuten und Philosophen Paul Watzlawick zu zitieren: "Man kann nicht nicht kommunizieren, denn jede Kommunikation (nicht nur mit Worten) ist Verhalten und genauso wie man sich nicht nicht verhalten kann, kann man nicht nicht kommunizieren."

Und Kinder nehmen sehr wohl nicht nur bewusst Verhalten und Äußerungen ihrer Bezugspersonen auf (woraus sie dann ihre Maßstäbe bzw. Weltbild bilden), sondern auch unbewusst.

Wenn also z.B. ein Vater mit seinem Sohn in der Fußgängerzone ein knutschendes schwules Pärchen sehen, dann reicht schon eine leichte, kaum merkliche Reaktion in die eine oder andere Richtung, um dem Kind eine Vorstellung zu vermitteln, ob das "gut" oder "schlecht" sei.

Was konkret z.B. meine Eltern angeht: Die haben kein FKK gemacht. Ich habe sie eigentlich auch nie nackt gesehen (na ja, die Mutter vermutlich mal in der Umkleidekabine, aber nicht, dass ich mich daran irgendwie erinnern könnte).

Aber: Ich war unglaublich verschmust, und konnte davon nie genug kriegen. Und dieses Bedürfnis wurde auch gestillt. Und unterschwellig, mein Vater war ein "lustiger Typ", habe ich auch aufgeschnappt, dass das, was die Erwachsenen im Bett so machen, wohl etwas lustiges, schönes sein muss ("erwischt" habe ich sie auch nie). Meine Privatsphäre wurde stets respektiert, und mein deutlich ältere Bruder hat mit 16 sogar eine "sturmfreie" Bude außerhalb der Wohnung  bekommen, weil er zu alt wurde, für ein gemeinsames Zimmer mit seinen kleinen Bruder. ;-)

Erst viiieeel später wurde mir bewusst, was das damals eigentlich bedeutet hat (und das war damals wirklich seeehr progressiv - und wäre es wohl bei sehr vielen selbst heute noch).

Ich kann mich nicht erinnern, das jemals ein schlechtes Wort über Sexualität bei anderen gefallen wäre.

Beide Kinder hatten dann ein ziemlich entspannten Umgang mit Nacktheit (beide machen FKK) und auch mit Sexualität.

Also eindeutig ja, ich habe da meinen Eltern viel zu verdanken. Wenn auch nicht im Sinne von "Erziehen zu einer Sexualität", sondern vielmehr im Sicherstellen eines "Freiraums, in dem ich mich meinen eigenen Bedürfnissen folgend selbstbestimmt und vorurteilsfrei entwickeln" konnte.

Lang ist's her.

Mittlerweile stelle ich fest, dass FKK-Kinder selber ebenfalls einen grundsätzlich positiven Ansatz für ihre Sexualität bekommen. Sie sind nicht so verklemmt wie ihre Textil-Freunde, kennen sich besser aus, können selbstbestimmtere (und selbstbewusstere) Entscheidungen treffen (die manchen anderen Erwachsenen allerdings bestimmt nicht immer gefallen würden ;-)), und wachsen mit dem Wissen auf, dass wir alle einfach nur Menschen sind, mit unterschiedlichen Körpern in unterschiedlichen Lebensphasen. Sie haben IMHO einen entspannteren Umgang und Zugang zur Sexualität, während Textil-Kinder IMHO mitunter auch übers Ziel hinausschießen - wie ein Dampfkessel ohne Ventil halt dann auch mal explodiert, während ein Ventil stetig aber nachhaltig dafür sorgt, dass (natürlich vorhandener) "Druck" sozial- wie auch eigenverträglich abgelassen wird. ;-)

Antwort
von Aleqasina, 250

Beides kann negative Folgen haben. Man muss darauf achten, wie das Kind es wahrnimmt und wie es selbst reagiert.

Freizügikeit ist so lange okay, so lange das Kind sich wohl fühlt, nicht begafft (oder gar begrabscht) wird und solange es keine abfälligen Bemerkungen gibt. Und keinen Sonnenbrand! Sobald das Kind sich anziehen oder Badekleidung haben möchte, soll es das dürfen. Sonst geht die Freizügigkeit in Missbrauch über.

Die Erwachsenen sollten auch am FKK-Strand keinen demonstrativen Exhibitionismus treiben. Sonst kommt es entweder zu einer Fehlsexualisierung oder umgekehrt zu einem übertriebenen Selbstschutzverhalten.

Die Folgen von übertriebener Prüderie sind ja hinreichend bekannt: Entweder das Kind wird skupulös (verklemmt) oder es kommt in der Jugend zu abenteuerlichen Ausbruchversuchen in die andere Richtung.

Mangelnde Aufklärung führt zu einem naiven Umgang mit der eigenen Sexualität (ungeschütze Sexualkontakte) oder möglicherweise unadäquater Aufklärung durch Dritte.

Antwort
von RicWalker, 99

"Wir werden so unschuldig und hilflos geboren. Zu den Menschen, die wir heute sind, werden wir durch unsere Umwelt geformt.

Jede einzelne Situation, jedes Wort, jedes Erlebnis prägt uns, lehrt uns, verändert uns und macht uns letztendlich zu dem Diamanten, der wir sind."

Zitat: Ric Walker, Roman "Gemeiner Ritter"

Ob wir in jemand Anderen den strahlenden schön geschliffenen Diamanten sehen, hängt von den Umwelteinflüssen ab, die uns geformt haben. Den Werten, die uns vermittelt wurden, der Religion, an die wir Glauben, den Menschen, mit denen wir uns umgeben und schlussendlich Erfahrungen, die wir schon gemacht haben.

Kurz gesagt: Es ist ein Zusammenspiel vieler Faktoren, ob ein Mensch Probleme damit hat sich nackt zu zeigen; starrt, wenn andere nackt sind, oder gar Interesse am oder Abscheu gegen das gleiche Geschlecht hat. Es nur auf die Erziehung zu schieben ist falsch.

Antwort
von HarryHirsch4711, 56

Sicher hat es einen Einfluß, aber viel entscheidender sind, meiner Meinung nach, andere Punkte.

Wenn ein Kind lernt, dass Nacktheit an geeigneten Orten, nichts schlimmers, anstößiges usw. sondern natürlich ist, dann erkennt es auch, dass jeder Mensch anders aussieht und die Bandbreite sehr groß ist und dadurch lernt seinen eigenen Körper besser anzunehmen. Also nicht so nach dem Motto ist mein xx zu klein, wer hat wo Haare etc..

Redet man nun mit dem Kind, wo was in Ordnung ist und das Sex noch etwas anders ist (natürlich muss das Alter des Kindes dazu passen).

Um zur eigentlichen Frage zu kommen, ich glaube nicht das FKK die Einstellung zum Sex ändert.

Viel wichtiger ist, dass das Kind auch von den Eltern aufgeklärt wird und auch seine Fragen altersgemäß beantwortet wird. Dadurch lernt das Kind, dass es nicht anstößig ist, auch diese Fragen zu stellen, natürlich im richtigen Rahmen.

Antwort
von Wuestenamazone, 104

Auf jeden Fall. Das Kind lernt. Rennen die Eltern mal nackt durchs Haus dann sieht das Kind das als normal an. Verklemmte Eltern vermitteln genau das Gegenteil

Antwort
von violatedsoul, 103

Du hast auch keine anderen Probleme, oder?

Das eine hat mit dem anderen null zu tun. Keiner muss überall nackt durch die Kante rennen, um ein (sexuell) offener Mensch zu werden. Wie Menschen aussehen, erkennt man auch mit Klamotten, auch am Strand oder im Bad.

Kommentar von DonkeyDerby ,

Ich kann mir nicht helfen, ich finde, dass die "neue Prüderie" durchaus negative Auswirkungen hat. Das zeigen doch schon die Penis- und Brustvergleichsfragen hier auf GF. Da wird von einem Idealbild ausgegangen, das ganz offensichtlich auf den wenigen nackten Vorbildern beruht - und die stammen dann aus der wenig repräsentativen Pornobranche.

Wer aus der Sauna und dem FKK die Vielfalt menschlicher Körperformen kennt, lässt sich nicht so rasch ein X für ein U vormachen - und auch kein XX für ein XY... ;-)

Kommentar von violatedsoul ,

Ich brauche keine Sauna und keinen FKK, um zu wissen, dass Brüste und Penisse nicht gleich aussehen. Es reicht der Gang ins Bad. Alles vertreten, was man sehen und nicht sehen will.

Kommentar von DonkeyDerby ,

Dann hast Du ein sehr gutes Augenlicht.

Kommentar von violatedsoul ,

Die Bademoden verraten oft mehr, als sich dessen Träger oft bewusst zu sein scheinen...........

Antwort
von NackterGerd, 89

Eine vernüftige Erziehung die natürlich mit FKK, Sauna die Kinder normal aufs Leben vorbereitet,
erreicht das die Kinder unverklemter
und normaler mit seinen Mitmenschen
und damit auch Partnern umgehen kann.

Lernt, dass alle Menschen gleich sind egal wieviel Geld und welchen Beruf jemand hat.
Lernt, dass die Menschen verschiedenen sind, kleine / große Brüsste kleinen/großen Penis, ....
Lernt seinen eigenen Körper natürlicher und besser kennen, und wird auch anders zu dem Körper des Anderen stehen

Antwort
von maja11111, 102

nö spielt es nicht. im freibad lässt man sein kind jedoch nicht nackt rumlaufen, das kannst du gerne am strand machen. auch im garten wirst du wohl kaum dein kind nackt rumlaufen lassen. das eine hat mit dem anderen wohl kaum was zu tun.

Antwort
von Panazee, 53

Natürlich spielt die Erziehung eine Rolle. Wenn man dem Kind 18 Jahre lang erzählt, dass Sex "pfui-Bäh" und Teufelswerk ist, dann wird es wohl kein erfülltes Sexualleben haben.

FKK an sich spielt da aber wohl kaum Rolle, denn FKK hat im Grunde nichts mit Sex zu tun. Viel entscheidender ist, dass ihm vermittelt wird, dass Sex nichts abartiges ist, sondern etwas natürliches, das viel Spass machen kann.

Antwort
von molly116msp, 94

Das is alles Oke aber naja wenn das Kind 12 - 14 ist dann würde ich dieses ganze nackt zeug lassen denn dann möchte es ihre Privatsphäre und findet das nicht so schön kannst mir glauben

Antwort
von Gastnr007, 138

Vorallem die Eltern werden da als Vorbild eine wichtige Rolle spielen, die Aufklärung in der Schule spielt dabei aber auch eine große Rolle, genauso wie das sonstige Umfeld des Kindes. (viel mehr oder genau weiß ich aber nicht zu dem Thema - wie sehr es sich verklemmen lässt, bzw. ob Angezogenheit Sex verhindern soll, weil sich das Kind schämen könnte - der Scham kommt aber auch erst in der Jugend und wird anerzogen... interessantes Thema :))

Antwort
von HERRBERND22, 4

Auf alle Fälle. Wenn das Kind erst in der Schule richtig kennen lernt. Also in höheren Stufen hat es sexuell bestimmt Aufholbedarf. Weil es sich auch im Sexualunterricht schwer tut.

Antwort
von UrielKatzer, 61

Spielt die Erziehung des eigenen Kindes eine Rolle für das spätere Sexleben

Nein, wenn du schon Kinder hast ändert sich deine Einstellung zur Sexualität nur noch wenig, egal wie du dein Kind erziehst, es ist ja schon alles passiert. 

Antwort
von nonepossibile, 53

Die Erziehung spielt eine Rolle, aber nicht der Umgang mit Sex. Wenn du dein Kind förderst und sein Selbstbewusstsein stärkst, findet es selbst seinen Weg. Alles andere ist krampf.

Ein zu offener Umgang kann auch bewirken, dass es sich verschließt und um so verklemmter wird.

Antwort
von Sole03, 64

Natürlich spielt es eine Rolle, aber nicht weil es nackt rumläuft...

Wenn du schon im Kindesalter von den Eltern zuhören bekommst, das du wunderschön bist bzw. sie dir das Gefühl vermitteln das du dich in deinem Körper wohl fühlst etc. dann ist das schon etwas was einem prägt.

Aber ich denke es kommt sicher auch auf den ersten sexuallpartner an.

Lg sole03

Antwort
von Nordseefan, 260

DAvon hängt das nicht ab.

Eher schon wie offen die Eltern mit dem Thema Sex umgehen.

Und damit ist jetzt NICHT gemeint, das man Sex vor dem Kind hat, sondern einfach eine offener alteresgemäßer Umgang mit dem Thema.

nackt sein hat nur zweitranging was damit zu tun. Ist man da ZU verbohrt, kann das auch das Gegenteil bewirken; das Kind wird "prüde"

Antwort
von Martinantwortet, 208

Die Erziehung spielt für quasi alles eine Rolle später, in dieser Zeit werden die meisten Normen und Werte angelegt, die wir später vertreten, schätzen und leben - teilweise auch unterbewusst.

Mann muss keine Anhänger der Theorien Freuds sein, um zu sagen, dass die Erziehung auch Auswirkungen auf das Sexleben später hat.

Nur spielen eher die vermittelten Normen im Bezug auf die Sexualmoral eine Rolle, weniger die Einstellung zu und das Ausleben von Nacktheit.

Antwort
von meliglbc2, 55

Ja, ich denke schon, das es eine Rolle spielt.

Expertenantwort
von Matzko, Community-Experte für Sex, 75

Ja, so ist es, genau wie du es beschreiben hast. Das sind auch meine Erfahrungen und ich kann dir vollkommen mit deiner Vermutung zustimmen und dir recht geben. So ist es.

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