Frage von medmonk, 80

Spielsucht oder einfach nur ein vertretbares Hobby?

Hallo,

es geht um folgendes. Ich gehe gelegentlich nach Lust und Laune zum Glücksspiel in Spielotheken. Mir bei jedem Besuch ein Limit setze respektive erst gar nicht mehr Geld mitnehme und konsequent dabei bleibe. Genau gesagt maximal 60,-€ (was ja schon viel ist) einstecke und lediglich mal bei größeren Gewinnen anfange zu zocken. Freunde und Bekannte da geteilter Meinung sind und manch einer mir Spielsucht unterstellt. Klar, einen Abhängigen von seiner Sucht zu überzeugen ist schwer bis gar nicht möglich. Die Bedenken und Ängste auch verstehe. Mich dennoch frage, ob es wirklich so schlimm ist, sofern man selber den Bogen nicht überspant.

Wenn ich in meine »Stamm-Spielothek« gehe, ja nicht non-stop spiele. Nicht selten gefühlte Stunden nur mit Bekannten quatsche, Käffchen trinke und gelegentlich an den Automaten sitze. Dabei auch immer wieder so manche Spieler sehe, die gefühlt Unsummen rein werfen und dabei irgendeinen Mist á la »System austricksen« faseln. Wenn so jemand dann neben mir sitzt und nur noch flucht, mir auch der Spaß vergeht. Und das, obwohl es bei mir vielleicht gerade richtig gut läuft. Letztendlich muss zwar jeder selber wissen was er macht. Nur nen kosmischem Gefühl bekomme und mir durch den Kopf geht »Du holst gerade das raus, was er oder sie rein gebuttert hat«.

Wie schon gesagt, mir macht es Spaß und nicht allein des möglichen Gewinnes wegen spiele. Schon vor dem Spielen mein »Geld« als verloren abschreibe. Beim Spielen selbst meine eigene Regeln habe. Entweder Geld ist pfutsch, ok. Wenn ein höherer Gewinn kommt grundsätzlich meinen Einsatz raus nehme und nur noch (wenn überhaupt) mit dem Gewinn etwas weiter mache und mal mehr riskiere. Es heißt zwar das eigentlich die »Bank« gewinnt. Aber seit dem ich spiele (circa 3 Jahre) kaum etwas von meinem eigenen Geld ausgeben habe. z.B. vor zwei Monaten. Mit 20,-€ los gegangen und 80,-€ gewonnen. 20,-€ wieder beiseite und mit dem restlichen Gewinn (60,-€) über den Monat verteilt gespielt. Am Ende knapp 3.200,-€ hatte.

Von den 3.200,-€ anschließend ein neues Notebook gekauft und Urlaub gebucht. Gleichzeitig 200,-€ zum Spielen beiseite gelegt. Jetzt Anfang der Woche mit 40,-€ von den 200,-€ los und an drei Spieltagen (mit heute) wieder 1.700,-€ im Portmonee. Mich immer wieder riesig drüber freue. Aber eben nicht damit rechne und gleichzeitig niemanden zum Spielen animieren möchte. Hier einfach gerne mal Meinung dritter hören möchte. Wie siehst du/ihr das? Gehst du selber spielen und wenn ja, wie oft? Kann man Glücksspiel überhaupt als Hobby ansehen?

Antwort
von Schwoaze, 53

Solange Du gewinnst, scheint alles gut zu funktionieren.

Wie reagierst Du, wenn Du verlierst? Nimmst Du dann beim nächsten Mal mehr Geld mit, um den Verlust ausgleichen zu können... das ist ja der Wunsch aller Spieler - ihr Geld zurückholen zu wollen.

Nur nicht den Überblick verlieren! Das ist der Anfang vom Ende.

 

Kommentar von medmonk ,

Wie reagierst Du, wenn Du verlierst? Nimmst Du dann beim nächsten Mal mehr Geld mit, um den Verlust ausgleichen zu können... 

Ich bin ganz locker und mach noch Witze darüber. Dann kurz raus eine rauchen gehe, noch ein bisschen mit der Bedienung quatsche und nach hause gehe. Wegen dem verlorenen Geld, den ich ja nicht als Verlust empfinde. Klar, ich habe am Ende dann 20 oder 40,-€ weniger. Aber Kopf-mäßig schon vor dem Spielen abgeschrieben habe. Shit happens und das war es auch. 

Auch lass ich mich nicht von den Automaten zum weiteren Spielen locken. Ich meine wenn gerade die letzten Drehungen laufen und immer ein Symbol fehlt, mir selber immer und immer wieder sage - jetzt will er dich locken und mehr Geld fressen. ;) Da mach ich aber nicht mit und hör auf. 



Kommentar von Schwoaze ,

Na dann wünsch ich Dir weiterhin viel Vergnügen mit Deinem Hobby.

Antwort
von Prinzessle, 34

Ich finde du hast einen vernünftigen Umgang, wenn du dir eine Limite setzt und zwar eine die du dir leisten kannst, ohne dass dir das Geld für deinen Lebensunterhalt fehlt.

Aber beobachte dein Verhalten, würde es sich verändern, so dass du deine eigenen Regeln übertrittst, dann wäre es Zeit sich die Frage zu stellen, ob du nicht in die Sucht zu schlittern drohst.

Kommentar von medmonk ,

Aber beobachte dein Verhalten, würde es sich verändern, so dass du deine eigenen Regeln übertrittst, dann wäre es Zeit sich die Frage zu stellen, ob du nicht in die Sucht zu schlittern drohst.

Das werde ich auf jeden Fall. Es ja selber schlimm finde, wenn ich sehe wie manch andere Unsummen reinstecken. Mit eines der Gründe warum ich wenn ich denn spielen gehe, meist erst Mitte oder Ende des Monats gehe. Weil am Anfang ja Löhne und Sozialhilfe kommen, und da einfach genügend bei sind, die nicht aufhören. 

Antwort
von Hardware02, 38

Also wenn es dir Spaß macht und du wirklich so diszipliniert bist, wie du schreibst, kann man nichts dagegen sagen. Nur deine Zeit vertrödelst du halt. 

Kommentar von medmonk ,

Wie gewinnst du denn in einem normalen Casino so viel Geld? Bist du sicher, dass das wirklich so ist, wie du schreibst?

Ja, ich bin mir sicher bzw. weiß es. Ich weiß nicht ob du das Spiel »Book of Ra« kennst. Spiele ich besonders gerne. Da habe ich vor zwei Monaten das höchste Symbol in den Freispielen bekommen. Im allerletzten dreh eine Vierer + 10 Sonderspiele (AGs). Letzte mehrmals verlängert wurden und am Ende allein aus dem knapp 1.500,-€ raus geholt habe. Zwei Tage später einen Automaten daneben ganz ähnlich. 

Wobei sich das auch so zusammenkleckert. Ich gehe mit 20,-€ los. Entweder sind die futsch oder es kommt was. Wenn etwas kommt, die 20,-€ direkt raushole und schaue was passiert. z.B. 140,-€. Dann hör ich auf und lass es mir auszahlen. Nehme dann vom Gewinn wieder etwas und spiele damit nach Lust und Laune weiter. Wieso auch immer, aber seit dem ich spiele es so mache und nie etwas erwarte. Trotzdem laufend etwas dazu kommt. Da ich zuhause meinen Spieltopf mit Geld zum Spielen habe und so nie an mein verdientes Geld gehe. 

Wenn ich zwischendurch dann mal richtig abräume (wie die letzten zwei Monate), mir das ein oder andere gönne. Jedoch immer ein bisschen aufbewahre, falls ich mal wieder Lust zum Spielen habe. Was jetzt die hohen Gewinne angeht, wie schon gesagt nicht alles aus einem Automaten kommt. Wobei ein Schulfreund vor einem halben Jahr knapp 14.000,-€ in einer normalen Spielothek abgesahnt hat. Da habe ich auch gestaunt. Fairerweise dazu sagen muss, das es ein neues Spiel war und nach seinem Gewinn ein Techniker vorbei kam und ein Update aufgespielt wurde. 

Was meinen heutigen Spieltag angeht, mit 30,-€ angefangen und anschließend mit 850,-€ nach hause gefahren. Wobei ich 10,-€ als Trinkgeld da gelassen habe. 

Aber du wirst lachen: Ich investiere normalerweise Geld in Aktien,

 Lachen nicht aber schmunzeln, da ich selber schon des öfteren über den Kauf von Aktien nachgedacht habe.  

Kommentar von Hardware02 ,

Na dann - klingt als hättest du da ein gutes System gefunden. 

Kannst ja mal von deinen Spielgewinnen ein paar Aktien kaufen ;-)

Das mit dem Freund, bei dem danach erst einmal der Techniker kommen musste, ist ja witzig. Glück gehabt! Manchmal ist es so. ... Es gab ja mal in den USA jemanden, der durch Erfahrung mit einer hohen Wahrscheinlichkeit vorhersagen konnte, wohin die Kugel beim Roulette ungefähr fallen würde. Er hat immer erst im letzten Moment gesetzt und damit gutes Geld verdient. Aber irgendwann hat das Casino das mitbekommen und hat ihm verboten so spät zu setzen.

Book of Ra kenne ich nicht. Werde ich mal googeln, aber ich selber werde nicht spielen, weil ich das nicht so unter Kontrolle hätte. Vielleicht schaue ich aber mal, ob das mit den Surebets wirklich funktioniert.

Antwort
von Ukr92, 48

Also solange es so bleibt wie du es hier schreibst scheinst deine Finanzen so ja gut im blick zu haben was du daran aus gibts dann ist es find ich oki aber dabei solltest du es auch belassen. Spreche aus Erfahrung war ne lange zeit Tipico "süchtig" wenn man seine Finanzen was man da ausgibt und verliert im blick behält ist alles gut dann sieht man ja wie viel man rein steckt und kann es in Grenzen halten hab so aber auch angefang irgendwann hab ich dann aber den überblick total verloren (wm zeit ;D ) und dann mal grösere Summen gewonnen aber im strich mehr verloren sollte man schon acht geben den Überlick nicht zu verlieren hab menschen gesehen die durch sowas ihr leben zerstört haben.

Kommentar von Ukr92 ,

dazu noch solltest eben einfach aufpassen, das du auch mal nen Monat ohne  leben kannst wenn du mal nicht gehst das du dann nicht dieses dringende verlangen danach hast ( falls du Raucher bist wie vergleich bar wie bei einem stressigen Tag noch keine geraucht dieses verlangen in etwa)

Kommentar von medmonk ,

das du auch mal nen Monat ohne  leben kannst wenn du mal nicht gehst das du dann nicht dieses dringende verlangen danach hast 

Guter Tipp und überhaupt kein Problem für mich. Ich arbeite viel, sowohl selbstständig als auch im Beschäftigungsverhältnis. Eh viel um die Ohren habe und nie denke, ich muss mal wieder Spielen. Kann sein das ich drei, vier Wochen und länger überhaupt nichts mache. Dann aber mal wieder nen Monat habe, wo ich mehre Tage hintereinander spiele (wie in diesem Monat).

Ist halt so, wenn ich z.B. 400,-€ gewonnen habe mir wurscht ist, ob ich am Tag danach nochmal 20 oder 40,-€ in die Hand nehme und mich vor so eine Kiste setze. Im Endeffekt keinen Euro von meinem verdienten Geld verliere, sondern lediglich von meinem Spielgeld.    

Kommentar von Ukr92 ,

Ja dann sehe ich da kein Problem oder eine Sucht hast ja alles gut im Griff ;) aber wie gesagt einfach aufpassen das man den Überblick nicht verliert aber so wie ich das sehe würdest das dann selber merken :D

Antwort
von Swaglordisreal, 45

Hobby ist da schon ein euphemistischer Begriff. Im Endeffekt ist es deine Eigenverantwortung und ich denke nicht dass die Meinung anonymer Leute was daran ändert wie du dein "Hobby" siehst.
Allerdings scheinst du dir ja selbst Gedanken zu machen, was darauf schließen lässt dass du selbst Bedenken hast. Nur mal so als Denkanstoß.
MfG

Kommentar von medmonk ,

Allerdings scheinst du dir ja selbst Gedanken zu machen, was darauf schließen lässt dass du selbst Bedenken hast. Nur mal so als Denkanstoß.

Ich bin eigentlich seit jeher ein sehr nachdenklicher Mensch und vieles hinterfragt. Sicher habe ich auch bedenken, was aber mehr durch Spieler die ich so beobachte geschuldet ist. 

Im Endeffekt ist es deine Eigenverantwortung und ich denke nicht dass die Meinung anonymer Leute was daran ändert wie du dein "Hobby" siehst.

Dir da voll zustimme. Trotzdem einfach mal hören wollte, was dritte dazu sagen. Den das eigene Umfeld ja gerne mal über oder untertreibt. Ob berechtigt oder nicht, mal so stehen lasse. 

Kommentar von Swaglordisreal ,

Als Außenstehender ist eine Prognose sehr schwer! Solange du noch Spaß bei der Sache hast und nicht für die Gewinne spielst ist alles im grünen Bereich, jedoch ist die Grenze dort eben fließend. Und viele Leute die eben heute deprimiert vor dem Automaten sitzen haben auch sicherlich aus Spaß angefangen und sind dem ganzen irgendwann verfallen.
Das soll nicht heißen dass es dir so ergehen wird, nur es kann eben passieren.
Du hattest noch nach den Spielgewohnheiten der Kommentatoren gefragt. Ich selber mag die Automaten wenig, für mich gibt es da eher das Casino oder in einen geschlossenen Pokerrunde, allerdings nur 2-3 mal im Jahr.
Liebe Grüße

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community