Frage von bluebelly4ever, 73

Spiegelreflexkamera, nur welche ist geeignet für mich?

Ich würde mir gerne eine Spiegelreflexkamera zulegen.Hättet ihr einen Tipp für mich? Ich bin noch ein Anfänger auch wenn ich mich schon mit der Bedienung bei anderen Spiegelreflexkameras Erfahrung habe. Ich habe bisher immer nur die von Freunden benutzt. Diese Kameras waren alles Canon Kameras deshalb wäre eine Canon für mich vorteilhaft. Mein Budget beträgt um die 600€. Kennt ihr eine anständige Kamera die auch noch ausreicht wenn ich besser werde? Danke im voraus.

Antwort
von Airbus380, 43

Etwas allgemeiner:

Zunaechst mal ist der Markt der Digitalkameras nahezu unueberschaubar
und fast taeglich gibt es neue Modelle; die Vorgaenger sind noch lange
in den Regalen.

Um etwas "Ordnung in das Angebot" zu bringen sollte man sich zunaechst mal kritisch selbst fragen, was man ueberhaupt will und erwartet und wie viel man bereit ist zu schleppen und an Geld auszugeben..

Die ganz einfachen Kameras (50-200€) werden mehr und mehr von den eingebauten Smartphonekameras verdraengt.

Preislich im Anschluss (200-700€) kommen dann:

1.die Bridge- oder Superzoomkameras (mit kleinem Sensor)

2.hoeherwertige Kompaktkameras (mit kleinem, mittlerem oder auch APS-C-großem Sensor)

Vorteil der Bridge sind:

•der oft enorme Zoombereich,

•der Sucher

•die ueberschaubaren Kosten

•oft sehr ordentliche Makrotauglichkeit

Die Nachteile der Bridgekameras sind:

•bei wenig Licht sehr deutlich schlechtere Bildqualitaet als Kameras mit großem Sensor

•der Autofokus ist nicht sporttauglich

•schoene Hintergrundunschaerfe ist fast nur im Makrobereich oder mit Tricks und Koennen machbar

Ob man die Groeße eher als Vor- oder als Nachteil sieht ist Geschmacksache.

Kompaktkameras kauft man deshalb, weil man nicht viel schleppen will
oder darf, oder weil man unauffaellig fotografieren will. Gute
Kompaktkameras wie z.B. die Ricoh GR kosten nicht nur so viel wie eine
Systemkamera, sondern liefern auch erstklassige Bildqualitaet.
Schließlich haben sie Bildsensoren, wie sie auch in Systemkameras
verwendet werden. Weitere herrausragende Kompaktkameras kommen von
Olympus, Fuji und Sigma. Nachteile sind:

•oft kein (oder nur teurer Zubehoer-) Sucher

•nur eine Brennweite, die auch kaum erweiterbar ist

Dazwischen gibt es noch Kameras, die deutlich kompakter sind als eine
Bridge, aber auch deutlich groeßer als eine kleine Kompaktkamera.
Populaerer Vertreter sind die Canon Powershot Modele. Zoombereich und
Sensorgroeße liegen ebenso wie die Gehaesegroeße im Mittelfeld mit allen
Vor- und Nachteilen.

Kommen wir jetzt zu den Systemkameras. Auch die gibt es vereinzelt
mit winzigen Sensoren (Pentax Q und Nikon 1). Normalerweise sind aber
Sensoren verbaut, die die Groeße von mindestens 1 Daumennagel (mikroFT
und FT), 1,5 Daumennaegeln (APS-C) 3 Daumennaeglen (Kleinbild oder
Vollformat) oder 5 und mehr Daumennaegeln (Mittelformat) haben. Ein
Schaubild gibt es bei Wikipedia---> Sensorformat 

Kostenmaeßig kann sich das Hobby Fotografie als ein "Fass ohne Boden"
entpuppen, wenn man sich fuer eine Systemkamera entscheidet. Dafuer
bleibt dann auch kaum eine Aufgabenstellung unloesbar, wenn man
genuegend Wissen und Geld hat. Allerdings kann man auch gut unter 1000
Euro bleiben und gluecklich werden. Lichtstarke Objektive gehen aber bei
jedem System ins Geld (und ins Gewicht
). Außerdem wachsen die zu
schleppenden Kilos proportional zur Groeße des Sensorformats. Dabei
stellen die passenden Objektive den Loewenanteil des Gesamtgewichtes.

Benutzer der "alten" Systeme wie Canon, Nikon, Pentax und Sony
(Minolta)
koennen nicht nur auf ein großes (Pentax und Sony A_Bajonett) bis
riesiges (Canon und Nikon) Neusortiment, sondern auch auf einen riesigen
Gebrauchtmarkt zugreifen. Doch auch die neuen Systeme (Sony E-Bajonett,
Olympus und Panasonic mFT, Fuji X) bieten fuer die allermeisten
ernsthaften Fotografen genuegend "Arbeitmaterial".

Mit welchem System man letztendlich gluecklich wird, kann hier
(oder in anderen Foren) niemand entscheiden außer dem Kaeufer selbst.
Der muss entscheiden, wie viel er schleppen, wie viel er ausgeben will,
welche Geraetschaften sich in seiner Hand am ertraeglichsten anfuehlen,
welches Menue er am besten versteht, mit welchem Sucher er am ehesten
klarkommt. Man muss die Geraete gerne in die Haende nehmen. Nur dann
nimmt man sie gerne mit und die Bedienung gibt nicht jedesmal neue
Raetsel auf. Die erzielbaren Bildergebnisse liegen gar nicht so weit
auseinander und sind mehr abhaengig vom Koennen des Fotografen, dem
Licht und der Qualitaet des Objektivs als von der Wahl der Kamera
.

Der Gang in einen gut sortierten Laden oder zu einem Fotostammtisch
oder zu einem Fotoclub/VHS ist unabdingbar. Nicht um sich von
Verkaeufern oder Usern einlullen zu lassen, sondern um mal ein paar
Geraetschaften auszuprobieren und den persoenlichen Favoriten zu finden.
Kameras sind etwas sehr individuelles, aber letztlich nur ein Werkzeug.

Eigenschaften wie Sucher, Haptik, Bedienlogik, Geraeusche,
Wetterfestigkeit sollten wichtige Auswahlkriterien sein; nicht nur
Zubehoerauswahl, Image, Preis, Empfehlungen oder gar Testberichte
. Auch die Notwendigkeit von WiFi, Klappdisplay, GPS, Touchscreen usw. wird vollkommen unterschiedlich bewertet.

Wer Hallensport oder Wildlife (insbesondere kleine Voegel)
fotografieren will, hat natuerlich ganz andere Anforderungen an die
Ausruestung, sollte sich dann aber auch ueber die Kosten im Klaren sein.

Kommentar von Augenwischer ,

schön kopiert...

Kommentar von Airbus380 ,

da ich das von mir selbst kopiert habe und diese Frage taeglich gestellt wird, sollte das erlaubt sein...

Kommentar von Augenwischer ,

also bist du heribert aus dem dslr-forum? kann ich ja nicht wissen...

Kommentar von Airbus380 ,

Mit ein wenig Kombinationsgabe kann man zu diesem Ergebnis kommen, ja. Geht aber hier eigentlich niemand etwas an.

Kommentar von judgehotfudge ,

Was kümmert's Dich? Auf den Inhalt kommt es an! Und da ist diese Antwort tausendmal hilfreicher als Deine!

Kommentar von Augenwischer ,

Ich habe einfach auf die Frage geantwortet, anstatt mich hier zu profilieren.

Kommentar von tactless ,

Ich sehe, Airbus380 hat sich seinen Text wohl auch abgespeichert. ;) 

Expertenantwort
von judgehotfudge, Community-Experte für Kamera, 33

Hallo bluebelly4ever,

eine Kamera ist ein sehr persönliches Werkzeug, das zum Fotografen
passen muss. Deshalb empfehle ich Dir, nicht zu sehr auf andere zu
hörenbei der Kamerawahl. Die meisten empfehlen einfach ihre eigene
Kamera, ohne überhaupt andere aus eigener Erfahrung zu kennen.

Eine Kamera muß gut in der Hand liegen und Du musst mit der Bedienung gut zurecht kommen. Das auszuprobieren kann Dir keiner abnehmen. Und
sie muss zu Deinen fotografischen Ansprüchen und Schwerpunkten passen,
und zumindest erstere kennen wir nicht.

Außerdem wissen wir auch nicht, wie viel fotografische Erfahrung Du hast und warum Du Dir eine DSLR kaufen willst. Solltest Du in diesem Punkt noch nicht festgelegt sein, so käme auch eine gute Kompakt- oder
Bridgekamera in Frage. Diese sind gerade für Anfänger oft erstmal weniger verwirrend, und gute Bilder kann man damit auch machen. Weitere
Pluspunkte: Du musst weniger schleppen und brauchst Dich unterwegs nicht mit Objektivwechseln zu plagen – und Du sparst Geld.

Bitte glaube nicht, dass Du mit einer DSLR automatisch bessere Fotos machen wirst als mit einer guten Kompakt- oder Bridgekamera. Eine DSLR
bietet zwar mehr Potenzial, dieses können oder wollen viele Anfänger aber gar nicht nutzen. Ohne ein grundlegendes Verständnis der
optisch-technischen Zusammenhänge geht es jedenfalls nicht.

Am besten gehst Du mal in ein Fotofachgeschäft (nicht Elektronikmarkt) und probierst verschiedene Kameras und Objektive aus, am besten auch draußen bei Tageslicht. Probieren geht über (Testberichte und Meinungen anderer) studieren!

Den größten Einfluss auf die Bildqualität hat der Fotograf und nicht die Kamera. Deshalb würde ich Dir empfehlen, mehr Zeit und Energie auf die Weiterentwicklung Deiner fotografischen Kompetenz zu verwenden als auf die Suche nach der "perfekten" Kamera.

Und den zweitgrößten Einfluss auf die Bildqualität haben die Objektive. Deshalb solltest Du auch die mit Bedacht auswählen - Brennweite, Lichtstärke und Preis sind dabei wichtige Aspekte -, falls Du Dich für eine Kamera mit Wechselobjektiven entscheidest.

In diese Kategorie fallen übrigens auch die neueren, spiegellosen Systemkameras. Auch die könntest Du in Betracht ziehen, falls Du auf ein
kleines und leichtes Gehäuse Wert legst und Dich der z. T. kleinere Sensor, der fehlende optische Sucher und die teureren Objektive nicht stören.

Antwort
von nextreme, 9

Irrtum, Objektive behält man und Kameras kauft man sich immer mal ne neue. Eben weil Objektive bei DSLRs viel wichtiger sind. Ohne vernünftiges Objektiv fällt einen DSLR zum Teil hinter eine sehr gute Bridge, was die Qualität betrifft. Bei fest verbauten Objektiven ist bei den hochpreisigen Bridges immer schon das maximal beste verbaut worden. Bei DSLRs muss man sich den Kram dazukaufen. Das ist einfach keine Digiknippse mehr, sondern eine Systemkamera. System heißt hier, du sollst dazukaufen. Klar kannst Du dir jetzt eine 600D kaufen und ein billiges 18-55mm dazu, aber keins von beiden ist es Wert ewig umhergetragen zu werden, die Kamera nicht, weil sie überhohlt ist und das Objektiv nicht, weil es die Kamera einfach nur ausbremmst. Sich dann alle Jahre dann ne neue DSLR zuzulegen in der Hoffnung, die Bilder werden besser und wieder das gleiche Glas im Set dazuzubekommen bringt es absolut nicht.

Antwort
von tactless, 49

Und auch hier wieder die Frage warum es eine DSLR und keine DSLM oder Bridge-Kamera sein muss?

Lass mich raten, weil alle Fotografen welche nutzen, und du denkst dass du mit ähnlichem Equipment ähnliche Bilder fotografiert bekommst?

Da muss ich dir leider sagen, dass das nicht so einfach ist.

An erster Stelle kommt der Fotograf, dann die Bildbearbeitung und erst dann kommt die Technik.

Auch ist es eigentlich Blödsinn direkt nach Kameras zu fragen. Denn in der Regel empfiehlt jeder Fotograf die Kamera oder Marke, die er selber nutzt.

Ich zum Beispiel fotografiere mit spiegellosen Kameras und bin im Mikro Four Thirds System zu Hause.

Aber nicht alles was für einen selber perfekt ist, muss für den anderen gut sein.

Darum ist mein Rat immer in ein Fotofachgeschäft zu gehen, und die Kameras alle mal in die Hand zu nehmen und zu schauen, welche am Besten in der Hand liegt, der Hand schmeichelt. Auch sollte man schauen welches Menü man am intuitivsten bedienen kann. Denn diese unterscheiden sich bei den Herstellern sehr.

Und zu guter Letzt wirklich noch mal darüber nachdenken, ob man wirklich eine DSLR braucht und will. Bedenke die Größe und das Gewicht. Die beste Kamera ist immer die, die man immer dabei hat.

Kommentar von DerOnkelJ ,

Dem kann ich mich anschließen.

Der Fotograf macht das Bild, die Kamera ist "nur" sein Werkzeug. Ich kenne Leute die machen mit ihrem Handy bessere Fotos als andere mit einer Profi-DSLR für tausende Euro.
Mit gutem Werkzeug hast du gute Gestaltungsmöglichkeiten um deine Ideen umzusetzen. Aber die Idee kommt von dir, nicht von der Technik. Und oft ist es auch gut wenn die Technik Grenzen setzt, denn dann muss man sich intensiv mit der Materie befassen.

Aber zur eigentlichen Frage:

Welche Kamera am geeignetsten ist kommt darauf an was du konkret machen möchtest. Welche Art von Fotografie?  Portraits? Landschaften? Sport? Tiere?
Welche Kenntnisse hast du und wie viel Zeit willst du investieren um dich in die Materie einzuarbeiten? Willst du Bilder gestalten und mit Blende, Belichtungszeit, Schärfentiefe und so weiter rumspielen? Oder einfach nur Vollautomatik und Feuer?

Und mit der Kamera selbst ist es ja auch noch nicht getan. Du brauchst Objektive für unterschiedliche Einsatzzwecke. Für Portraits z.B. ein 50mm/1.8 oder 1.4. Für Tiere ein 70-200mm/4.0 oder besser 2.8. Für Konzerte zusätzlich ein 24-70mm/2.8. Für Landschaften ein Weitwinkel (10-20mm)...
Und dann kommen noch weitere Dinger dazu wie Reflektoren, Stative, Blitze (ganz wichtig), ...

Ich bin auch mit Canon ausgestattet, fotografiere semiprofessionell, und meine Ausrüstung hat inzwischen locker den Gegenwert eines neuen Dacia Duster.. mit Sonderausrüstung .

Wenn es eine Canon DSLR sein soll empfehle ich für den Anfang, wenn du dich noch orientieren möchtest, eine gebrauchte EOS 600D oder 700D. Die 700D gibt es neu jetzt auch recht günstig da sich die Nachfolger 750D und 760D auf dem Markt etabliert haben.
Dazu ein 18-135mm-Objektiv und wenn du Personen fotografieren willst noch das recht günstige aber hervorragende 50mm/1.8
Und noch ein paar Fachbücher, ich kann die vom Rheinwerk-Verlag empfehlen.

Antwort
von SimonLuasmann, 7

Ganz ehrlich - es ist in dieser Preisklasse schon fast egal, was Du nimmst. Hier weiß keiner, was Du speziell fotografieren willst (wahrscheinlich nicht einmal Du selbst) und wie ernst Du die Sache nehmen wirst.

An einer Spiegelreflexkamera ist eigentlich das tolle, dass Du Dich Step für Step entwickeln kannst. Man probiert, recherchiert, versucht Dinge nachzustellen und je nachdem was man braucht, oder wo man an seine Grenzen stößt, da legt man sich was zu.

Wenn Du großen Gefallen an der Fotografie findest, dann werden Dir die 600€ Budget nicht dauerhaft reichen, aber um heruaszufinden, was Du möchtest reicht es allemal, gute Fotos wirst Du auch in dieser Preisklasse machen können. Wenn es eine Canon sein soll, dann liegt vermutlich eine 700D mit 18-55mm-Kit in dem Rahmen, ggf auch mit einem zweiten Objektiv im Kit 55-250mm.

Wichtig: Beschäftige Dich mit der Fototechnik und fotografiere nicht nur in dem Automatiken. Beschäftige Dich mit Bildgestaltung. Und zu guter letzt, beschäftige Dich mit Bildbearbeitung. Die Kamera als solches ist nur ein Puzzleteilchen.

Antwort
von Jonasway, 4

Um es kurz zuhalten: Nikon 5500, Sony Alpha 6000 und Canon EOS 700/750 wobei die Sony am Kompaktesten ist.

Antwort
von Augenwischer, 46

Ich empfehle dir die EOS600D. Die kann alles, was man braucht und dürfte mittlerweile recht günstig sein. Da bleibt dann auch noch Geld für ein anständiges Objektiv übrig, denn das ist wichtiger als die Kamera selbst.

Kommentar von judgehotfudge ,

Woher weißt Du, was der Fragesteller braucht?

Kommentar von Augenwischer ,

Weil ich selbst mit dieser Kamera angefangen habe und diese Kamera im Budget liegt!?

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