Sperriemen richtig verschnallen?

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4 Antworten

ich gehe mal der reihe nach vor, damit es zu deinen bildern kein durcheinander in meiner antwort gibt.

vorweg schon mal: du hast recht: der sperrriemen wird selbstverständlich so verschnallt, wie du es gelernt hast.

bild 1: backenriemen einen halben zentimeter zu lang verschnallt. lage des gebisses grenzwertig.  das reithalfter ist zu gross, ebenfalls einen halben zentimeter zu weit unten und ausserdem von der machart her "serviceunfreundlich". ausserdem ist das ganze zaumzeug völlig ungepflegt. alles ist bockelhart, die schnallen sind schmutzig und dort, wo der lederteil des zügels mit dem gurtband vernäht ist, sind bereits lederfasern gebrochen. der zügel ist fast nicht mehr brauchbar.

bild 2: der kehlriemen ist viel zu fest verschnallt. man sieht, dass da überhaupt kein "spiel" ist, der kopf wird regelreicht eingeklemmt. 2 löcher lockerer wär richtig. auch hier ist das backenstück zu lang. das gebiss liegt auf den zähnen. und das schlimmste: der sperriemen drückt dem pferd die luft ab. er liegt genau auf dem luftgang. das pferd kriegt gar nicht richtig luft - und wenn du dir seine nüsternpartie anschaust: das sieht man. das pferd macht ein deutliches schmerzgesicht.

bild 3: ist dasselbe pferd, macht dasselbe gesicht. und auf diesem bild erkennt man, dass das gebiss ausserdem zu kurz ist. ausserdem ist es uralt. da, wo der trensenring durchläuft, hat es scharten und scharfe grate. dies trensengebiss gehört auf den müll.

bild 4: alles fast korrekt verschnallt. lediglich zwischen backenknochen und reithalfter querriemen müsste ein zentimeterchen mehr platz sein, damit es die kautätigkeit nicht einengt. und - es ist KEIN sperrriemen. ich hab das in der form noch nicht gesehen. vorn am nasenriemen sind ZWEI schlaufen. in verbindung mit der olivenkopftrense erlaube ich mir folgenden rückschluss: zweck der beiden riemchen ist, eine maringalähnliche wirkung zu erzielen, jedoch mit weniger mechanischer belastung. die wirkung ist weicher, weil es im fall des pullens keine brechung im zügel gibt. die einwirkung des zügels wird gleichmässiger auf genick, nase und maul verteilt, was die zäumung "weicher" macht. das zweite: es wird wie bei einer kinnkette verhindert, dass das gebiss durchgezogen wird, der trensenring wird in position gehalten und es wird  das gebiss möglichst gerade gehalten, also weniger druck auf die laden des pferdes ausgeübt, weil eine mögliche hebelwirkung durch das gelenk des gebisses nahezu verhindert wird. ich wage noch einen rückschluss: die zäumung stellt eine tüftelei dar - und einen kompromiss. ich würde davon ausgehen, dass das pferd im training mit stange und knebel geritten wird (was übrigens bei empfindlichen pferden oft die beste lösung ist). fürs turnier muss aber das reglement eingehalten werden. daher diese zäumung.

bild 5: zaumzeug ist korrekt verschnallt, ordentlich gepflegt oder ziemlich neu. aber - das was da in einem anfall künstlerischer freiheit mit dem sperrriemen veranstaltet wird, ist natürlich ein absolutes no go.

hoffe, das war umfassend genug.

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ps: mit einem enfachen grundkurs in physik kann man herausfinden, warum man definitiv den sperrriemen NICHT mit schlaufe über die nase verschnallen sollte. siehe unter druckverteilung und hebelgesetze. 

so zu verschnallen ist folter fürs pferd.

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Kommentar von Aristella
05.02.2016, 15:17

Whoa, langsam Pony, meist bin ich ja deiner Meinung, aber hier hast dich grad in die Nesseln gesetzt. Zwar alles richtig analysiert was so falsch verschnallt ist, aber von wegen Sperrriemen rennst in die falsche Richtung.

So, wie der Sperrriemen auf den Bildern zugemacht ist, hält er bei zu starkem Zug am Zügel gegen und leitet Druck auf die Nase um. Das ist auch der ursprüngliche Einsatz, wie er früher mal gedacht war - wenn der Reiter einen Abflug macht und sich im Zügel verfängt oder festhält, rummst dem Pferd das Gebiss nicht ungebremst in den Unterkiefer, sondern wird vom Sperrriemen zurückgehalten. Wenn dann noch der Nasenriemen korrekt verschnallt ist, sodass das Pferd das Maul ein wenig auf bekommt und der Sperrriemen nicht zu lang ist, dann kann man damit tatsächlich verhindern, dass dem Pferd grober Schaden am Unterkiefer angetan wird. Allerdings braucht man dafür auch eine vernünftige "Verankerung" am Nasenriemen, so ein Fädchen, wie es am ersten Bild ist, bringt nix, das reißt einfach ab.

Eine Verschnallung des Sperrriemens ums Maul ist ein Missbrauch seines eigentlichen Nutzens, der sich leider irgendwann mal als korrekt durchgesetzt hat. Wenn allerdings der Nasenriemen und der Sperriemen korrekt ums Maul verschnallt sind, haben beide 2 Fingerbreit Spiel und somit kann man einen ja gleich wieder weglassen. Also bleibt nur noch ein Missbrauchsnutzen als Maulzuhalter...

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Diese Art, den Sperriemen zu verschnallen, ist zwar nicht mehr gebräuchlich, aber eigentlich die richtige Art. Denn nur so wird ein Teil der Zügelhilfe auf den Nasenrücken umgelenkt und ist also schonend.

Heutzutage allerdings wird der Sperriemen als Postpaketverschnallung benutzt, dem  Pferd wird das Maul zugeschnürt, so dass es sich gegen eine harte Hand nicht mehr wehren kann.

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Kommentar von MilleW
05.02.2016, 14:31

Aber ich könnte ihr auch so verschallen oder?

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das ist eigentlich die Richtige Art den Sperrriemen zu Verschnallen - Heute ist es eher zum Zuschnüren Mutiert… 

ist eh am besten wenn man eine Zäumung hat wo so ein Teil nicht mit dran ist ;-)

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Kommentar von MilleW
05.02.2016, 14:32

An meiner Trense gehört eigentlich einer dran aber ich habe den nur im Spind liegen XD

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Das von Michael Jung ist ein spezieller Zaum und kein Sperriemen.

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Kommentar von ponyfliege
05.02.2016, 14:46

gut gesehen. DH.

und nochmal eine kleine message an dc oder wen auch immer: es lässt sich rausfinden, wer die ungerechtfertigten downvotes hier verteilt. für missbrauch der funktion  ist, wenns immer derselbe übertreibt,  der account dann weg.

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Kommentar von Hilaris
05.02.2016, 16:57

Ich hab doch gar nichts downgevotet?!

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Kommentar von Hilaris
05.02.2016, 18:44

Achso ok. Hab das irgendwie falsch verstanden ;)

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