Frage von namex187, 81

Bekomme ich eine Sperre für ALG1, da ich im Dezember selbst gekündigt habe?

Hallo,

Bin gelernte Marketingkauffrau. Wollte letztes Jahr mit Lebenspartner ins Ausland,Trennung nach 5 Monaten.

Fing in meiner Heimatstadt in einem Call center an, da ich dringend Geld brauchte. Der Job war der Horror.Ich wurde krank und depressiv, war zu Hause nur auf Klo und ausgelaugt, müde schlapp. Ich ging davon aus, dass der einzige Weg zur Besserung ein Jobwechsel wäre. Habe mich so oft in meiner Branche beworben, aber ohne Erfolg.

Mitte Dezember habe ich ein Angebot als Promoterin bekommen: Festgehalt, (angeblich) kein Leistungsdruck, unbefristeter Arbeitsvertrag, Wochenende frei...im ersten Moment ein Traum.die Chefin (wir haben nur zu zweit gearbeitet) benötigte mich ganz dringend noch von heute auf morgen. Ich erzählte ihr von meiner Kündigungsfrist von 14 Tagen, aber sie meinte, dass sie mich nur einstellen kann, wenn ich sofort anfange. Ich war so dumm und habe meine Kündigung abgegeben mein alter AG im Call Center natürlich mega sauer. die ersten tage waren ganz gut, es war mal was anderes (es gab keine Einarbeitung, learning by doing). Meine Chefin fing am 3. Tag an Druck zu machen "Mädel, streng dich an und tue was für dein Geld! Schließ was ab. " Klar hatte ich Glück und habe ab und zu was abgeschlossen, aber nicht viel. Ich bin nicht auf den Mund gefallen und habe Leute angesprochen ohne Ende.Meine chefin verprach mir beim Bewerbungsgespräch die Hälfte vom dezember zu zahlen, auch wenn die feiertage dazwischen waren und ich noch keinen Urlaubsanspruch habe. da wir jedoch nur zu zweit sind und sie 2 Wochen Urlaub nehmen wollte, ging es nicht anders. Am Tag vor Weihnachten fragte sie mich, ob ich mich über die Feiertage nicht krankschreiben lassen kann, damit die Krankenkasse meinen Lohn bezahlt. Ich war dagegen, das ist Betrug.

Am ersten Arbeitstag im neuen Jahr habe ich wieder nichts abgeschlossen und sie wurde ziemlich streng. Sie sagte, dass ich mir mehr Mühe geben soll und sie bereits zwei andere Bewerber hat und wenn ich nichts abschließe bin ich raus. Ich hätte nichts drauf und meine Leistungen sind unterirdisch schlecht. Sie stand bei jedem Gespräch neben mir und ich war immer so nervös, dass ich anfing zu stottern. Das ganze hat mich noch fertiger gemacht als im Call Center. Mir war total übel, konnte nicht mehr schlafen, hatte Panikattacken, Zukunftsänge, finanzielle Sorgen... Ich bin seit gestern die nächste Woche krankgeschrieben, mein Arzt hat mir Antidepressiva gegeben und nächste Woche muss ich nochmal hin. Habe es meiner Chefin von meiner Krankschreibung erzählt aber nicht was ich habe. sie meinte, dass sie Montag die Kündigung rausschickt und mir nur einen Anteil an Gehalt vom Dezember zahlen will als vereinbart, da ich halt noch keinen Urlaubsanspruch habe.

ICH HABE ANGST!! mir gehts total dreckig. Eigentlich sollte ich gestern scon Gehalt bekommen, ich weiß nicht wie ich die Miete zahlen soll. Bekomme ich eine Sperre für ALG1, da ich im dezember selbst gekündigt habe? Ich weiß nicht mehr weiter :(

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Antwort
von dadamat, 17

Wenn du selber dein unbefristetes Arbeitsverhältnis gekündigt hast, oder einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet hast, tritt eine Sperre von 12 Wochen ein. Nur bei Nachweis von gesundheitlichen Gründen kann darauf verzichtet werden.

Antwort
von Allexandra0809, 44

Du solltest auf jeden Fall am Montag sofort zum Arbeitsamt und Dich da melden. Die Unterlagen kannst Du später noch nachreichen, musst nur erst mal Deinen Personalausweis mitnehmen und Deine Sozialversicherungsnummer.

Eine Sperre wirst Du wohl eher nicht bekommen, da Du ja direkt an die Kündigung wieder eine neue Arbeit angefangen hast.

Mach Dich jetzt erst mal nicht selbst verrückt und wart noch ein paar Tage, ob Dein Geld bei Dir ankommt. Sollte das nicht der Fall sein, kannst Du notfalls immer noch einen Anwalt einschalten.

Antwort
von Andretta, 33

Solange Du krankgeschrieben bist, ist die Krankenkasse für Dich zuständig, nach der Kündigung. Du bekommst dann Krankengeld.

Du musst aber dafür sorgen, dass die Krankschreibung ohne Unterbrechnung fortgeführt wird. Sobald Du einen Tag Lücke hast, muss die Krankenkasse nicht mehr einspringen.

Lass Dich also weiterhin krankschreiben, Dir geht es ja auch offensichtlich wirklich nicht gut. Der finanzielle Druck ist damit hoffentlich erst einmal etwas gelindert.

Zeitgleich kannst Du eine Arbeitslosenberatung in Anspruch nehmen. Entweder beim Arbeitsamt oder bei einer unabhängigen Beratungsstelle, und planen, wie es nun weitergehen kann.

Lass Dich zeitlich nicht unter Druck setzen und sieh zu, dass Du erst einmal wieder auf die Beine kommst. Was Du erlebt hast, kann einem ganz schön zusetzen.

Alles Gute und vor allem auch gute Besserung :-)

Antwort
von DerHans, 28

Wenn du kündigst, mit einem derart aussichtslosen neuen Beruf, musst du dir Fahrlässigkeit vorwerfen lassen. Du hast dann deine Arbeitslosigkeit selbst verschuldet. 

Genau das soll ja durch die Sperrfrist bei der Arbeitsagentur vermieden werden. Bei den Leistungen der Arbeitsagentur handelt es sich schließlich um die Beitragszahlungen aller Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Kommentar von namex187 ,

Danke für die Antwort. Es war für mich kein aussichtsloser Beruf:

1.Mein Arbeitsvertrag im Call Center war auf ein Jahr befristet und man wurde nach Stunden bezalt. Man hatte dort Schichtdienst, musste jedes Wochenende und an Feiertagen arbeiten.

2. der neue Arbeitsvertrag war unbefristet, Festgehalt plus Provision, Arbeit nur werktags von 10-18 Uhr.

Von den Bedingungen im Arbeitsvertrag aus sehe ich keine Fahrlässigkeit für meine Entscheidung. Hatte einfach Pech... ich hätte auch schon im Sommer Anspruch auf ALG1 gehabt,da ich die letzten drei jahre gearbeitet habe. aber ich wollte lieber arbeiten gehen als dem Staat oder meinen Eltern auf der Tasche zu liegen.

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