Frage von Alenya, 62

Spazierengehen mit Pony - welches Zaumzeug?

Bei mir im Ort gibt es einen kleinen Stall, in dem im Moment nur noch ein älteres Pony steht. Er ist tagsüber immer auf der Koppel und nachts im Stall, die anderen Pferde wurden verkauft bzw das Letzte ist im Oktober gestorben. Weil der Kleine mir leid tut, wenn er den ganzen Tag da alleine steht, habe ich mir überlegt, die Besitzer zu fragen ob ich ein- oder zweimal die Woche mit ihm ein bisschen spazieren gehen kann.

Jetzt zu meiner Frage: Welches Zaumzeug nehme ich am besten? Normales Stallhalfter? Trense mit/ohne Gebiss? Knotenhalfter? Und welchen Strick? Führstrick (Karabiner/Panikhaken?) Bodenarbeitsseil? Longe?

Ich war als Kind hin und wieder auf dem Hof (zum Pferde-streicheln), kenne das Pony also nicht. Ich kenne nur seinen Namen und weiß, dass er schon älter ist. Ich weiß leider auch nicht, was er alles an Ausrüstung hat. Wenn die Besitzer mir das erlauben und es mit ihm gut läuft, würde ich mit ihm gern ein bisschen Bodenarbeit machen (nichts großartiges, nur ein paar Vertrauensübungen und ein bisschen spielen). Habt ihr da irgendwelche Tipps? Ich habe etwas Erfahrung mit Pferden, reite auch seit über einem Jahr (früher ging nicht - Heu-, Stroh- und Tierhaarallergie die ich inzwischen im Griff habe).

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kaddi22, 14

Hey :)

Ich habe mir diese Frage auch gestellt, als ich mein Pferd bekam. Ich habe auch meine Reitlehrerin gefragt, was sie zu diesem Thema sagt. Sie hat mir gesagt, dass man mit einer Trense die meiste Kontrolle über sein Pferd noch hat, ein Knotenhalfter aber auch gut wäre. Ich habe es mal auf dem Reitplatz ausprobiert und mein Pferd mit verschiedenen Situationen konfrontiert. Mein Knotenhalfter hat vollkommen ausgereicht. Probiere es doch mal aus, wenn du die Gelegenheit dazu hast.

Ansonsten würde ich erst mal mit Trense und Longe ins Gelände gehen. Damit hast du am meisten Kontrolle. Wenn du dich sicherer fühlst, kannst du ja mal ein Knotenhalfter testen.

Ich persönlich gehe mit Knotenhalfter und Longe (wegen der Schlaufe am Ende, kann ich so mein Pferd besser halten, wie mit einem Führstrick).

Ich hoffe, dass ich dir weiter helfen konnte.:)

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde, 27

Generell ist es natürlich eine Zumutung für's Herdentier, alleine quasi auf den Tod zu warten und auch in Deutschland nicht erlaubt. Wenn das Veterinäramt einen Hinweis bekommt, wird der Besitzer nicht nur dringend sein Pferd bei anderen Pferden unterbringen, sondern auch Strafe zahlen müssen. Vielleicht weiß er (noch) nicht, dass es inzwischen in DE verboten ist, in den 80er Jahren war das noch fast normal. Zwar nicht gut, aber wenn es halt so war, dass eins übrig war, blieb das Pferd eben alleine oder es wurde ihm eine Ziege dazu gestellt. Du kannst mal vorsichtig versuchen, ihm die aktuelle Wissens- und Rechtslage unterzuschieben. Ansonsten muss er eben die leidige Erfahrung mit dem Veterinäramt machen.

Beim Führen niemals auf Trense gezäumt! Selbst, wenn man zum Reiten auf Trense zäumt und einen Weg zur Reitbahn oder so zurücklegen muss, zieht man normal ein Halfter mit auf. Das machen leider die wenigsten. Ich auch nicht, gebe ich zu ... es ist eine Art von Umstand, wo man's einfach ein bisschen schleifen lässt. Immerhin schnalle ich in fremder Umgebung noch meinen Zügel um bzw. öffne die Zügelmittenschnalle, ziehe ihn durch den Kinnriemen des Reithalfters und schließe sie wieder, sodass ich daran führe und nie in den Trensenring einwirke. Zuhause ziehe ich den Zügel so weit über den Hals, dass ich, sollte das Pferd tatsächlich mal weg springen, nicht zur Einwirkung auf den mir zugewandten Trensenring komme, sondern auf den mir abgewandten einwirke, dessen Zügel über's Genick geführt ist, sodass die Einwirkung nicht nach unten geht, sondern in Richtung der Maulspalte. Für einen Spaziergang ist das aber nichts.

Geplante Führstrecken geht man mit Stallhalfter, Knotenhalfter oder Kappzaum. Bei einem mir fremden Pferd würde ich den Kappzaum nehmen, ist keiner vorhanden, ein Knotenhalfter.

Diese kurzen "Anbinderupfen" sind nicht als Führseile geeignet. Ein Führseil hat immer min. 2,5 m Länge, ist weich und griffig. Ein längeres Seil ermöglicht einem leichter, den Pferdekopf zu sich zu holen, wenn mal was ist, sodass das Pferd nicht nach vorne gradeaus abhauen kann, sondern im Idealfall so lange um einen kreist, bis es sich wieder beruhigt hat. Panikhaken hab ich alle eliminiert, die sind in der Tonne gelandet und durch hochwertigere Haken ersetzt worden. Ich möchte einen sehen, der bei einem panischen Pferd unter die Vorderhufe krabbelt, um den Panikhaken zu lösen ... und bis er dort ist, ist der eh in tausend Teile zerplatzt. Ich habe bereits Erblindungen bei Pferden und schwere Augenverletzungen bei Menschen wegen dieser Schrott-Dinger erlebt. Bei mir hat ein Panikhaken nichts verloren. Ich habe im Alltag: Messingkarabiner, Messing-Dreh-Kipp-Karabiner (kennt man aus Horsemanshipseilen, finde ich aber unpraktisch, da kaum einhändig zu bedienen) oder diesen Schnappschäkel, den es im Segelbedarf gibt bzw. auch bei Equest im Pferdesport sehr viel günstiger. Auch den gibt es von Equest in Messing, was ich sehr gerne verwende, da Messing sich weich aufzieht, wenns wirklich mal nötig wird, dass das Pferd frei kommt - es bringt dann selbst die nötige Last auf -, wohingegen andere Materialien spröde brechen und einem die scharfkantigen Teile wie Granatsplitter um die Ohren fliegen.

Kommentar von LyciaKarma ,

Hatte ich erst diese Woche und bin froh, dass nichts passiert ist. 

Hatte die Stute einer Freundin an der Hand, hab sie angebunden und das Pferd zuckt ein mal mit dem Kopf und mir fliegen Eisensplitter vom Panikhaken um die Ohren.. 

Kommentar von Baroque ,

Oh wei. Diese Dinger hat der Teufel gesehen ... erst recht, seit so ein Strick mitsamt Haken schon für 2 Euro zu bekommen ist.

Expertenantwort
von MissDeathMetal, Community-Experte für Pferde, 38

Ein Pferd alleine zu halten ist tierschutzwidrig, du solltest das Veterinäramt benachrichtigen. Das Pferd ist ein Herdentier, allein steht es unter dauerhaft psychischem Stress. Das Pferd gehört in eine Herde, auch spazieren gehen (was ja lieb gemeint ist) reicht hinten und vorne nicht aus. Ein Mensch kann einfach kein Pferd ersetzen. Bitte benachrichtige das VetAmt damit sie ihm einen guten Platz zum Leben verschaffen können, gemeinsam mit anderen Tieren. Für das Pony

Kommentar von Alenya ,

Das ist mir schon klar, das Pony ist allerdings (so weit ich weiß) fast 30, allzu lange wird er also nicht mehr leben. Ich vermute, die Besitzer wollen ihm einfach in seinem Alter keinem neuen Ort zumuten (und wer kauft schon ein Pony das alt und nicht mehr reitbar ist und bei dem man höchstens noch Tierarztrechnungen bezahlen muss?). Die Stute, die vorher bei ihm stand ist im Herbst gestorben, vielleicht haben die Besitzer nur noch kein neues Beistellpferd gefunden (müsste ja auch ein älteres sein sonst steht das dann wieder alleine). 

Antwort
von Boxerfrau, 17

Nimm ein Halfter oder Kotenhalfter und ein Arbeitsseil. Wie hier schon geschrieben wurde, darf das Pferd nicht alleine bleiben. Ziemlich egal ob es 5 oder 35.... es gibt Menschen die nehmen auch alte Pferde auf.. und wenn es ein Gnadenhof ist.

Antwort
von pipepipepip, 31

Ich hoffe all zu lange wird es dort nicht mehr stehen, denn ein Pferd darf nicht alleine gehalten werden. Frag mal den Besitzer wie es sich führen lässt, ansonsten reicht ein Stallhalfter mit Panikhaken.

Antwort
von DCKLFMBL, 23

Nimm am besten ein Stallhalfter mit Panikhaken

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